Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- 51 (28.12.1916)
- Date
- 1916-12-28
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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JIWW* vothtttst»,' Kunst und Literatm. S«»««. »r» ». v«z««d« Ar. »I ML I N J><r JlnCwt Uerei» )■< fli|t tthHHn X*U fp»f.T 1IK'4) Mraiifilltrtc 21. 12. >« iüftmn, Kreis« eine ftimwpppepole Eist»iee»»pG«>« für sei»«» »erst. st«»». Bürsitzeii. »e». MiibeßeSüder un> SiUib«lb£o«»(>tbaI i» 6b*rf*«l der Hexe» kyoi-ize, der ei» »ipßer keil »o» L's Wirke» gezolie» dntte. In de« »il Pfla»ze» würdig .... dekirierle» R»»» halle» sät Mitglieder. Aiitzeßörigeliiid Freund« ' fewir ei» gelatexe» Pnblifti» ei»gcs»»deo da. runter Mitglieder der Ge«ei»ded«htrde» »nd Kdepeiichaiteii Seidevoller hedr. lkhorgesarg unter Leitung Kellermanus «öff»«e de» Feftakt, mnranf Oberka»tor Kleiner- ,reisend Sulzert .Nesesch k»l ch»j' vortrug Pros. Dr. Biaschi e, der dir Ertnucruugdrede hielt, feierte i» L de» Mitarbeiter o» de» Ziele» de» Verein«, die er wesentlich i» der musikalischen Lerkchtrxruua de« GottetdieufteS sah. Eine durch verstand »nd »eist beherrschte lowaulisch« Bera«Iag»ig und sichere» musikalische» Empsinten liehen ihn de» Werl einer jüdische» K»mp»siti»u mit Eicherheii herautsiode»; Geist und großes Znterefte test»chteten «sie veraNurgen, an teneu er teil»ahm. Eri» Fleiß und seine Hingabe weiden der vereinlteitung ein A»ik»r» sei», in seinem Einae sorljnwirk!». — Lieder seht« der Eher rl», beste, Vortrag >br»so wir die erste« Lieder den Gelängen zur kerlenfeier non Kellerwann entnommen rnare», dann >re»»te sich die kleine Gemeinde in sichtlicher Lr 'Miste, heit. L.B. Werki». ImSir. Fortdildunglierei» Wintesiore ka»d »I« Ehan»Iohfeier ei, Wohlttiigkest»Io»zerl statt, teste, »«rag für die Untnftützungskaff« »,» sie den Liebesgaben, sard de« Verein» bestimmt war. Die Game» der Mitwirken^ de» date» Ge »ihr für ein« >el,»g«»e Veranstaltung. Ter Abend hielt »nch, »ad er »«sprach. Den künstlerisch«» keil ndstnrte Silh Bade» mir d« Hänbeljche» ü Moll-So. »am und Andante »an Mozart für Giolinei dann so», Le, Gott» »in Recitatr» und >ri« an» Hüntel» Juda» Mak. ' kadtu». D« Eesitst Felix Gab«» Mendeltsah» spielte «i»ige Weisen, »»terdenen ei»e »anLudwig Me»dels»h» k»mpo»ier>e Kaknidre-Melodie »nd eine sehr «»sprechend« Kam- »asitiao »an v. »rahmana ,E>i»»eruo>' ßeioorzutzeben sind. De» ü. keil «öffnete wieder ein Biolionmirag, Hann sang G » 11 a n i » Zorgonliedar: Dir Gehnsucht noch Jerusalem, >he!m, Nasen seid» Chanukahlied (O ihr klonen Lichtelech) ,»d schließlich da» ia»ige, demütigst»lj« Lied va» Päckeie. Da» Pndliknm war begeistert »,d kargte nicht mit seiner lnnke»»»ng. Mit Nejitatiane» »o» Joseph Plaut vom Bahn« kheatn fanden die Lardietnagen ihren stdschluß. Die stkranstaltnng war sehr stark brsicht, die Kaffe» de» B«ei»» »«den dir Eha»uk»hsei« mahl i» gutem stndenke» behalte». _____ Kniat»«N. L. B. Mam Wezaket Die Jenisalem« Kuiftgewerdltchen Wnksttlten „d die K»»stgew«b«schule .Bezalel» uoterhült in ihrem Berliner Heim i» d« Bleibttenftrah'e ciue klei», perm»»enie »»»stellnag der Srzeagniffe da Jernjalem« «ak ftütte». die d»rch di« im Monat Nanenib« eingettoffrae erste' Krie»«se»du», neue >»»ieh»»i «halten ha». Die »e»en Nrdaie» lasten ei»e» neue» Fortschritt erke»»en, d« »or allem bei de. Metalarbeite» und hi« miebn besonder» bei den IibÄten io Edelmetalle» deutlich hauortritt. Die Filigran, arbeite, da Jemenit«, sin» korrekter geworden; ii»t« den Haldkette» u,d Echmucknadel» sind Stücke, die e» mit de» lwste» dchiische» »da italie»ische» und spanische» »rbeite, auf. nehme» binnen. Eiae khorakro« i» Gilb« und Slsaiteia. schoherrir» ist ,a,d«,u ei» Prattstück knnstiaischa Sitter, arbeil. Die Formen »I« Oegensttnd« sind u»t« d« Lei. t»n, L«»ar Strich« ruhig« gemarden, ahne an Ori. gtnalitöl zu »aliaen. vesauba» he>»orzuheb«n sind die h»»dgrk»ipst«> 8a»d- und Fußtepplche, die an Halldardrit der Kuüptnug und Echrheil da Wurzelfarben den vaserteppichen gleichgestellt wad«, kün»ev, »or dies«, ab« zur Zeit den vor. S| größerer Preikwüidigkeii »orau«haben. — Der v«ein znlel, de, die Wertst»««, »nd die Kunstgewadeschulen in Jerisalem umnhült, oadie»! jede Ftrd«»n,. Da« »«dienst, »aß die Jnusalema Betrieb« den Krieg äderdauer, kannten, getühn dem am«ik«»ischeu Proulfional Commitee sor General Zionist Kffair» in New Fori, da« den Anstalten ein movat. nche» Darlehn »on ttstl Dollar» vorftreekt, welche« durch den v«k»,s da sich jetzt in Jerusalem «sammelnden Produtte nach Friedentschlutz gedeckt »«dn, soll. Da »dsatz da in Europa ,n» »mnika bei »uldiuch de« Kriege« »orhouden «an, bat durch de» Krieg eher, eine Ftrder»n, »l« «in« ll«terhrechu»g erfahre»; die vatriedkstelle für Bezalelprodukr, in Warschau hatre «inen »es,»der« rege» «bsatz. z» tem d« Militärkrerse nicht wenig beitrmgrn. We»n »ach dem Kriege eine ftirkere Bestetetun, Palistmo« mir Ostjuden , ei»setzen lolln, so ist auch dem Bezalei eine grob« »ujgode Mst'llt. Man darf hoffen, daß di« junge O,M»iio>>»» ihr Macht wade» wird. DiMW- JH, Geselschaft zur Pörder»,, »er Wisteulcholt de» }m*ntaatt oatssentlichl ibrev 14. Jahresbericht. Sie widmet zunft Worte ehrenden Gedenken« den in diesem Jahre »erstorben«, Haren Pros. Dr. Marli» P d i l i p p s o n und Rabbi»« Dr. Joseph Eschelbach« r. Bdilippson war der erste Vorsitzende der «esellschasl seit ihr« Begründung bi» zu leinem kode. ihm vadankt sie zu einem grojen Teile iha Organisation und ihre haooaagende Stellung im deutschen Judentum. Die wistenlchostlichen Unternehmungen da Gelellschast hat'er durch Rat und Tat gefördert; zu ihren Labsfeutlichungen Hot a selbst durch die dreibändige Neueste Geschichte de» jüdischen Kolke« beigetrageu. — De» erst ansang» diese» Monat« »eiftorbeneo Harn Rabbiner» Dr. Eschelbach« ist i» diesen Blättern bereit» wiedaholt gedacht woedcu. Er hat io zw« Schriften, welche die Gesellschaft vaösteutlichi hat, die Sach« de» Judentums gegen leine Darstellung »on christlich« Seite erfolgreich »«trete»; der Bericht rühmt a» dielen Schristrn .ihre »oinehme Ruhe und Sachlichkeit, sowie ihr« Wärme nud llebirzeugungötteue'. —Die Führung da GZchift« da Gesellschäst lag seit dem Hinicheiten ihre« asten Vorsitzenden in den Hä»den der Herren Rubb. Pros. Dr. G u i t m a n n-Breslau, Präs. Dr. B1 ° ch-Polen und Shlldiku» Dr. N , l h a »-Hamburg. Trotz der Ungunst der Zatew hatte die Gesellschaft «inen Zuwach» van nahezu huuderl Milglieda» zu oerzeichnen, eia Beweis für die starke und uooamindate Anteilnahme weiter Kreise des deutlchen Judentum» an ihren klrbeiten Nicht so ginstig äutzat sich der lllaichl «ba da« sinanzielle Ergebnis de» odgelausenen Jaß.es; da Kaffenderichi schließt ntmlich mli einem nhedlichea Fehlbetrag. Um s» gritzae Ineikennung ist da Gelelllchast zu zollen dafür, daß sie ihre wiffeuschaftliche» Aufgaben in keiner Weile »ernachläffigt hat; sie hat in dem Lerichlsjahre nicht wenigen als drei selbständige Werke haaudgegebea. ei»e Untersuchung des obe»ge»annle» Breslana Radbüta» Guitmannüber dtereligionsphilosophijchen Lehren des Jsaae »bravanel; die Marti» Philipps»» gewidmete Fetzschrist Beitrtge zur Geschichte der deutschen Juden und das Handbuch der jüdischen Chrono, logie de« BübapestalluiiiasitLtsprvsiffor» Dr. Eduard Ma hier. Die Haaosgade anbaer Wake kündigt die Gesellschaft an; o», ihnen düifte der erst« Band der Germania Judaica »ach der Ausnahme, welch« die srüber oaiffe»tlichtrn Leztpioden gesunden, da besondaen »usmaksomkeil dn weitesten Kreise sich« sei» — wird dach die Germania Judaica da« eiste enzpklapädisth« Wnk sein, welche» »da die Geschichte der deutschen Jaden i, umfaffenda u»b aschbprenda, zugleich aba auch populärer Weise Ausschluß gibt. Ein Stück Kriegtarbeik hat die Gesellschaft im Baichtijahre inlosern geleistet, »l« sie die Zinsen da Ludwig Philipplou-Gedächtnis^ttstung zugunsten da krieg«geschä»i,le» jüdischen Lehr« Ostpreußen« verwendet hat. Da Bericht »«weift z»u> Schluß mit baechlizler Genug, tung nicht uur aus die varstehend skizzierte» Leistungen der Gesellschäst, sonder» auch auf die in diesem Jahre wiederholt, auch in christliche» Gelehrtenkreise» havargetretenen Beftrebuage» welche die Errichiung »on Lehrstühlen jür die Wiffenschast de« Judatium« an den deutsche» Ullverfiltten dczweckeu. Mit Recht sagt da Bericht, daß die Gesellschaft einen erheblichen Teil dieses öisolgc» der Wiffenschast des Juden.um« für sich i, Anspruch nehmen könne. — Der Bericht ist vo» dem Schrijiführ« der Gesellschaft, Har» Dr. Nathan, Hambnig, Werde,- straße 30, losteolos zu beziehen. Uedn die Mitgltederoasammlung der Gesellschaft »nden wir i» der nächsten Nummer bajchten. Slademischtr. Gölti,«e». Grhciwer Regia»,gsrat Proftffor Dr. Gusto» Cohn, Direktor de» Staol»wiffenschasll>chen Semi,.»:« und Ordinarius da Nationalökonomie, beging am 23. 12. d. -I da» goldene Doktorjubiläuw. Geb. am!2. 12. 1840 in Marienwadrr nhieli C 1877 den l. Preis de» Daeins Deutsch« Eijendahnverwaltungen für das Aak .Unters,, bungen über die englische Elsendahapollksk" (1M74—75). Sein 2. Hauptwerk »System dn Natro»alökonom,c'(3 Binde, 1885-88) behandelt »ach einem allgeu,ei»en grundlegenden Teil die Finanzwiffcnfchaft und da» Handel«- und Verkehrswesen. Weitere Wake i »Die deutsch- Frauenbewegung' U888), ,Z. Ge. schichte u. Politik d. Lakehrswesen»" (1900., Z. Politik d. deutsch. Finauz-Verkehr« u. vawallungrwefen« (1905). „ve. trachtuuge» üd. h. Finoozreform d. Reich,» u. üb Berwaudte«" (1813). lkotzn ist ord. Mitgl. d. Goilingn Geiellschast d. Wtffeuschasleu. Ehrrumilgiird der ämericuo kicanoinie äsrocirtiov. Er»«»»t: zum ordeutl. Mitgl. d. tgl. Akademie d. sWisieufcheft«, i. München: Geb. Rat u. »rdrntl. Unioers .Piof. Dr. Richa d Wi I I ft ä I t e i-ll7ünchen, z «uherorb. Mtgt. a. o. Prof. Dr. Nob. E m d e n-MLuchc», z. toaesp. Mlgidn. d. Uuixas .Pios. Dr. Ignaz G o I » z i he r-Budapett, Otto H > r I ch!«l »-Berlin. Heinrich F I i, t j u n g>W»n. Sch ei» pich.; Ein« kSeMbeuheit an« da Mitte de« Johrhundai» oachazählt 4J »o, d Kofenthal, Aalet. Wenn a »da geglaubt hatte, damit sei«» Gegner nun endgültig an« dem Felde geschlagen zu Hube», so ,tusch,e er sich gewaltig, den, ,an, gelaffrn und mit größln »celaruh« sagte dies«: .150 Igln!' Da dicke Gelrndehindla bekam nun seid« einen Schrecken und ein«, raren Kopi. »ha zurückint«, — uiemut«. Ging t* doch nicht u< sein« Tasche, — und ,koste r» »a« r« wolle' hatte i, Rlekchen gesagt. Tinnenhanm« Gebai kengang mar da gleich« »,r ,,, dem Un leischiede, daß «r im Jntaeffc seine« »ustragged«» Nicht über 450 Taler zn gehen gedachte. Eigentlich hätte a nicht mehr wie 400 hietrn htrsrn. ada schlimmsteafalls konnte n ja h»4 Bild selbst behalirn. brnn a witterte lnstinftio, daß es «,» hohe» Kunftwai war. Dir s«te Eiimme Kkuckhuhn« riß ihn aus seiurn Bettuchlange». ,150 Tala sin» geböte»! Wr, bi«« mehr?' ' .Ich!' Iprudrlte Onkel Simon zornig tnnor »nd lchlug mit der Fanst so fttftig auf de» Tisch, daß da« Tinlentoß de« Notar« erschnck» i» die Höhe hupfte und ein dicker Klecks sei» »kteuheft besudelt,. .Ich gebe —.' »Erlaude» Sic mal', unterbrach ihn da ein dürr« Herr »st laug«» »ritze» Haar und ein« gaidrncn Brille, indem er ihn etw«s beiseite schob und zu drm Ansrusn gewrnket sagte: .EtNca Augenblick. — ich will nur dos Bild rin wenig näher hesrhen Sir grsiuttr» es doch, H«r Rotor?' 8« M Cittratir-Ond*« — ili mU sri« Z»»e» i. yt Herr Dr. Alfons Sußnitzki» Berlin sprach am 13. 12. in der Aula de- Kinigl. Friedrich-. koLeginmüber .La!»niki und seine Juden i« Rahmen der Weltgeschichte.' Redner erläuterte innächsr die Bedeutung von Galoaiki. die'e« Angelpuatt de- Weltverkehr-, dem idealen Berbindang«pu»kt zmischen Europa und Asten, der dem schwer zugänglichen Hafen don Triest weit überlegen fei. Er ging dann zu den Beziehungen der Jude« zu dieser Stadt über, die ste, eben wegen ihrer vorzüglichen geographischen Lage, schon sehr früh aufgesucht hätten. — sch«» der Apostel Paulus berichet uns v»n jüdischen Gemeinden dort. Die Jude» patzten sich völlig den Lerhältaifsen de- Landet an und griechisch wurde ihre Umgangtsprache. Die Lerachtung, der sie unter byzantinischer Herrschaft a,he1«gefallen waren, wich nach der Eroberung von Saloniki durch die toleranten, mohamedanische« Türken einem hohen Ansehen. Ihre güvstige Stellung dort veranlatzte das Hinzukommen vo, Juden aut allen Teilen der Well. Dieser Zuzug wurde durch die von der Jnquisittvn aut Spanie» »ertriebeuen Juden noch vermehrt, die der jüdischen Gemeinde dort ihren Stempel aufdrückten. Saloniki wurde eine reinjüdische Stadt. Ed nahm eive einzigartige Stellung ein. zwar mehr auf moralische« alt auf wirtschastllche» Gebiete. Obwohl die Jude» de, Dinschaftomarkt beeinflutzten. gab et aur eine dünne Oberschicht von Wohlhabenden, die Masse der Bevölkerung lebte in Rot und Armut. Dennoch gereicht et zu ihrer Ehre, daß die moralischen Lerhältniffe dort besser alt ia anderen türkischen Städten sind. Der Bortragende wieauch auf die hervorragende körperliche Schönheit der Juden von Saloniki hin. Rachde« ec einen Blick auf da- Leben uad Treiben der am Fuße des Olymp amphitheatralisch au den blauen Ulute» des Mittelmeergelagerten Stadt geworfen und eiue stiwmung-. volle Skizze eines Sabdattaget ia Saloiiki gegeben hatte, verbreitete er sich über die interessante Erscheinuvg der #f)6anct', (Apostaten) einer im Jahre 1666 von Sadtatai Zewi gegründeten Sekte, drre» Religion eine Mischung von Judentum nnd Mo« hamedaaitmus ist, und die in einer An Kommunismus leben. Saloniki ist auch als die Wiege der jetzigen jungen Türkei r» betrachten, deren Dasein sich an zwei jüdische Ramen knüpft. Wohl ist die Lage der dortigen Juden jetzt schwierig, deua sie haben die Konkurrenz der Türkei -zu fürchten, aber, da sie die oeutich-tzsterreichischen Handeltiutereffeu vertreten, ist zu hoffen, daß sie erhalte» bleiben werden. Wohlverdienter Beisal folgte de>r interrffanken Au-sührungen des Redners. Auf de, Spure» des Hake». Mauutzet» ÄnFeregt durch den großen Erfolg des Meyrinkschen Golem-Romansprach am Donnerslag abend HerrProf. Hugo Steiner.Prag über die krause Heimat des mystisch»kad« dalrstischen Rätselt, Prags alte, donklo-, schicksalsdurchtränkte Judenstadt, und über jenes spukhafte grotesk'unheimliche Wesen ieldst, soweit eö mit dieser seltsamen Stätte sabelreichrr Winkelgaflea zujammeahängt, über den Golem. Prof. Lrciuer. ein Kind jener an krassen Gegensätzen so überreichen Stadt, ging schon von Jugend auf mitunter in Gesellschaft phanlastisch-lräumenscher Intellektueller und Künstler — unter Venen sich keine Geringeren wie Liliencroa. Rilke und schließlich auch Mtyilnk sich dem Zauber der rätselvollen Atmosphäre Hingaben — den Spuren de» in seinen Reizeu betäubenden All- Prags nach, das erfüllt ist von tausend Wundern, jammervollstem Elend und grandioser Schönheit zugleich; er versuchte, in das Gewirr des alten, versunkenen Prager Ghetto einzudringen mit seiner Ueberjülle vor: Geheimnissen, Lastern. Verbrechen und dunklem Schicksal, aus dem, düster und ge>penstisch und von rincm unheimlrcheu Grauen umstosseven, »re sagenumkrobeve Gestalt des Go'.cm in dem Labyrinth der Gaffen. Gäßchen und Winkel der Altstadt. Trödlernischea und Spelunken auftauchte und ibr Wesen trieb in einem Reich, in dem Kabbala. Alt-Ncr 'ynagoge, Judeusriedhvs, Kaiserschloß. der Rabbi Löw ificf GolrmS sagcnhojter E.^uger), dessen Freund, der Sternenweise Tycho de Brahe und oll die andern guten und traumhafte» und verworfenen Gestalten ihre suggestive Atmosphäre verbreiteren. Was Prof. Steiner im Vortragssaal der Kunsthalle auf Einladung des .Freien u n f c 3 ‘ über dielefo unerschöpfliche Thema erzählte, zeugte »on einer Hretze uaö riesen Eivsühlung eines Künstlers iu die wirren Geheimnisse eines hell-dunklen Lebens, einer Einfühlung, die bizu dem Ouell des so reichen Sagen- und Mystenenaetzes oardrang. und dadurch fähig ist. mit vifivnärer Kraft Geschehnisse des UaterbewnßtseinS auf das Papier zu bannen, wie er es io feinen Lihlographten der Prager Phantasien tat, iie die zahlreich« Hörer neben vielen und schönen Ltch drldern Prags auf der Leiawaud erschernen sahen. Die Ausführungen des Redners fauden den Beifall eines ausehnlichen Publikums. Jener »ickke zustimmend, und nachdem der fremde £trT fei» Gesicht ganz ,n die Rahe des heitzumstrinenen Kaufodjette gebracht hotte — er ichien kurzsichtig zu sem —, sagte er lau* und bestimmt: »Ich biete da< Doppelte — SV0 Taler.- Das war ein harter Schlag für die beiden anderen. Aber Onkel Simon überwavd ihn zähneknirschend auch diesmal. Ms Kluckhuhn wieder oen Hammer Hab. rief er: - ,320 Taler/ ,Urt fünfzig-, näselte Tanneubau» kultläch«d. indem er eine zweite Prise nah«. .Daß Dich' — schrie Onkel ^imon und sprang vor >ul von einem Bein auf das aybere — 400 Tal«!* .Und künlzig-, iagte freundlich lächelnd der kleiue Maun. Zog dann sein dlaugewürfeltes Taschentuch uno degLUN, sich umstäadiich zu lchneuzeu. (»»Osttzuaz A