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Jüdische Volkszeitung · 1916-06-30 · 26 (30.6.1916) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
22 (1916)
Issue
26 (30.6.1916)
Date
1916-06-30
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Ztöftch« DoltydEtai. Uafer -■*' rjrgjrftfBt fgr die reifer- Jugend. «] . » o »?). W o jf 9,r «r R a R R, »gl. W. vezitterRbbiRee. Wichtiger att aller Neichnig, M Wiffens, mit de» «an di« Mensch beit au«»ee»flet dal. ist die Dacht des Gewissens, di» im' Menschen siebt. Wichtiger als alle Wisseasdsldung »ad Leidegkrtsligung ist di« Erstarkung de« Gewissens. die Jrstigung des Wiüchi» zw» «Uten, vom ««Riffen gilt das Dichtenoorti »Gang leise spricht eia Katt in unserer Kraft, aaaz leise, qpnz vernehwlich. Unser ganzes Schicksal «nß von dein Gestchlspuukt ltetrachtet werden : Wie »erde ich durch die Leiden, die wir «jdeisahre» und durch die Areuden. die ich erlebe, ei, drfferer Vien sch. Dem tapferen hat einer gesagt stad «lstrk und Unglück wie seine rechte »nd linke Hand. »es I»! uni wilder an «ott dringen, was uns »»» ihm »egtreidt ist Sixtki der Schwer, darüber heißt Neue, die stinckkehr zu Gott Bußes Dies» Luhe hat Hose» ergreifend bärgestellt iw 6. Kapitell feiner Predigte»: «nt» schlägt und 4eilt uerwvndet und oerdstldet Satt stellt unser Erleben in den Dienst seiner Erziehunasabstchlen mit uns. Er lahut und straft und führt uns durch die Bußes gnr Wiedergeburt, das wir neue, glückliche Menschen werdrn ich Sinne des Zeremiawottes I .Breche,I euch eine, Neudruch und filtt nicht unter Daine».' .Gütig und gerecht ist der Ewige, darum geigt er deaSbnderu den Weg. Ps. 25.3. Und unsere Weisen sagen: .Es ist etwas Große« >« die Buße, wir erlangen durch fie die Barmherzigkeit Gattes lBawiddar rad 2). Die Liede Gattes, die den Sündern S Gnaden aauiwwl. wird iw Talmud gepriesen: .Baßserttge enschen stehen Gatt näher, als die die nie gefehlt haben. <L«r. 34J>), Ein neues Herz und rin »euer Geist -< I Ez. 18,31 j, das ist der Jnhalr ver Buße, Richt aus die äußert» «rdtrden der Zerknirschung iowwt es an. sondern auf die iunre Umwandlung. wie es das bidlische Zonaduch an der Bekchrnng«. geschlchte der Hei^u dartut, die auch Linder' Gattes find. Am Gegensatz zur Sünde, die die Seele aeruureinigt, ist die Buße ein Reinigung«, und Läuteruagsbad für die Seele. Sa lagt 3t >k:da: Heil Euch Ihr Israeliten. v«r wem reinig« ihr Euch und «er reinigt Euch eurer Later, der da ist iw Himmel, Zar Bnßegehitt als» anr, daß man stch eutschloffea. vom Böse» ad und' mit ganzer Kraft Gott juweude, daß »an chm «in Strom neuen Le den«, und neuer Läuterung durch alle Räume »nserer Seel« brause. 4. I» Dienste der Selbftheiligung. DasGoneswott: .Heilig sollt ihr sei», denn heilig bi» ich der Ewige euer Sott (Lev. IS,7s verpflicht« un*,/ uoaufhtrlich an »nserer LernallloMwaung zu arbeiten. Ei» Buudesgruoffe in dieser Arbeit ist die Schamhaftigkeit, "diese Morgenrtte der Tugend, Rur der Lasterhafte kennt keine Scham. Dagegen ist Zeuin« — Keuschheit und schamhaftes Wesen die Lorbedinguag flttlicher Reinheit. Drum warnt die Schrift: .Nicht zeige sich Unziemen des bei dir Dt. 23,5 .dein Lager sei heilig'. Und die äußere Reinlichkeit wird als Hilfsmittel im Streben »ach innerer Lauterkeit gepriesen, darum die Waschungen, di«'die Religio» xarschrcibt: .Ich wasche in Reinheit meine Hände uud so gehe ich zu deinen Altären Herr' (Ps. 26,6>. Auch zur Hut der Gesundheit ist die Reinlichkeit unerläßlich. Für seine Gesundheit zu sorgen ist aber religiöse Pflicht, denn nur iw heilig starke» Ksrper lebt heilig stark der Seift und kräftig, sagte der fromme Rohbiner Samson Raphael Hirsch, der etwa um 1880 in Frank» fnrl a, 3». wirkte. Mannigfach wird die Rücksicht aus die Sesuudhki» eingeprägt. Di« Tom warnt: Hüte dich um dein«, willen wohl und achte sehr auf dein Leben (Dt, 4.9) uud fle gebietet: Wähle da« Leben damit du lebest (Dt. 30.19). Die Spruchweisheit lehr«: Wer sich selbst an seinem Leide schadet, ist ei» «rausamer, wer ihn hütet en> Frommer (Mi. 11,17) und da« Religionsgesetz bestimmt, chawira sekonta meiffura. strenger ist"« mit Meidung einer gesundheiilicheu Schädigung zu nehmen, als mit einem religitsen Verbot. Wb selbst die Sabbat- Heiligung «ritt zurück »or derPflicht, da« Lebe, aus totbringender «efahr zu retten pikknach nescsch dache Schadbos). , So ist jede Ausschweifung und Unmäßigkcit. jede Unzucht und die Trunksuchl zu meiden: .Ser hat Weh? wer hat fc-iM Wer hat Wunden ohne Rot 7 Wer hat rote klagen? Die. welch« sich beim Wein verspäte», umhergeh». um Getränke zu kosten (Mi. 23,29). .Wehe denen, die morgens frühe aufftehen, Berauschendem nachjoge». die abend« spät fitzen, vom «ein durchglühl!' >Ies. 3.11). .Unzucht, Wein »nd Most raubenden Verstand' (Ios. 4.11). .Entferne non der Unkenfchheit deinen «eg, nahe nicht »er Tür ihres Hauses (Mi 5,8). Eia mäßige« Leben von Selbstbeherrschnng wird empfohlen. .Süß ist der Schlaf de« Arbeiters, er mag wenig oder viel gegeflen haben, aber ,>ie Uebersttliguug liest den Reiche» nicht schlafe» (Mi. 5, >2). I» dem Dienste der Se>dfrcr,iehung zur-Enthaltsamkeit flehen die Speiscgesetze und die Fastenvorschrifteu der Religion: .heilige Männer sollt ihr wir sein, drum sollt ihr »om Zettffenen »ich! essen firefo). Der Körper sti der Tempel der Seele, für seine Srsund- «rhaltuu, sind wi,,»era»tw»nl>ch. Darum ist der Selbstmord (auch der Zweikaajpft i» jeder Form eia« so schwere Sünde. Gattes Werk wird dadnrch zerstört, den Mitmenschen ein Helfer geraubt, dem Täter die Selegenhest an seiner Seele zu arbeiten htniedeu genommen. _ <g>ttsetznR, >»!,,). RaMriitr. > Kstschtzerg, 23. Juni. Am 22. 6. ftüh starb unerwartet Rabbiner Dr. Mas Biram im 65. Lebensjahre. lieber 30 Jahre Hai er in der hiesige» Synagogengemeiud« amtiert. Bor einigen Jahren trat er mit Rücksicht auf sei» »Iler »nd seinen geschwächten Sesundhettdzuftand in den wohlverdicnten Ruhestand. Der Kaiser «erließ ihm den rote» Adlerorden 4. Kl. Der Per. flarbene erftent« sich in allen Kreisen der Lürgerschast wegen seiner oortrefsllchoa Charaktereigenschaften allgemeiuer Wertschätzung. 1909 wurde er in de» Ausschuß des mittel- »nd niederschlesische» Semeinde-Lerbaude« gewählt, an deffen Aufgaben er sich, wie ihm sttne Kollege» uachrusen. mit liebevollster Hingabe »nd ernstem Ersetz beteiligt »nd fl« durch seine» fächln» digeu Erziehung und Kürsorge.' Prota, btu 30 3wri W6. Br. 26 klage» Rat auf# wirksamste za fördern verstanden hat. Sein liebenswürdiges bescheidenes Lesen hat ihm besondere Liebe eingetrage». Prerbe» Der Borstand der isr. ReligionSgemeinde teilt ans mit. daß die Stelle des verst. 2. Rabbiners Dr. Stein bisher noch nicht besetzt ist, auch noch keine Lah! stattgesunde» hat. Aus Zssß«e». Das Oderlandsgericht in Böhmen hat Herrn Dr. I. Eisenberg. Rabbiner in Dobrisch. .zum Gerichtsdslmetsch und Translator ffr Arabisch und Hebräisch bestellt. E. hat sich durch seine Schriften aus dem Gebiete der orientalische« Literaturen einen Weltruf erworben. Atu Ungar». Am 18. d. M ist nach kurzem Leiden die Gattin des M«'»rer Oberrabbivers P. B ü ch l e r geh. Rosa Roh« gestorben. In der Verblichenen, die sich großer Wen» schätzong erfreute, betrauern der Keßthelyer Oderrabd. Dozent Dr. Aller. Büchler di« Mutter, der Fiumaner Oderrabd. Dr. Jos. Krank und Direktor Ios. Blücher die Schwiegermutter. Das Leichenheqängois fand in Mör am 2l. d. nachm. 2*/t Uhr statt. kehr« >»d'Schilt. Aöntgstznlle Das Breslauer Vroninilnl-Schnltoleglnm macht delannl: Endgülttg angeftellt wurde die auftragsweise beschäftigte Lehrerin Rothmaon am städtischen Lecilien-Lhzeum in Kllnigsbüttc rückwirkend »om I April >918 ob als ordentliche Lehrerin nu dieser »ustnlt. (Frl. R. ist eine Tochter des Asm«. Julius R. in Kattonntz). In Gzenflochn» soll demnächst ein jüdisches Gymnasium für weidlich« Jugend mit polnischer Unterrichtssprache eröffnet werben. Lodz Die Lerwaltnng des jüdischen Knabengymnafium« beschloß, auch ein Mädchengymnafinm zu erdffncn, Probeeinschrttbnngen haben bereit« begonnen; bis jetzt Huben sich 80 Mädchen gemeldet. — Da« Komstee der jüdischen Sommerlnlonien will, wie wir erfahren, auch arme Schüler der Mittel- Ichnlen auf« Land schicken. Hie erste »«»Ische technisch« Schnke in »er «flatische» Jirllei. I, pierjähnger Arbeit ist kurz vor de» Ausbruch «es Weltkriege« in H aifa in Syrien die .Jüdische Anstalt für technische Erziehung in Palästina' fertig geworden, die unter dem Schutze der deutschen Regierung steht, die erste und hi« jetzt einzige technische Schule in der Türkei zur Heranbildung derjenigen technischen Kräfte, deren die Türkei für ihre großen Ausgnden dringend bedarf. Die Schale ist entstanden nach den Plänen, die Reg.'Baumeister Alex B ä r w a l d im Verein mit den Praseffnrea F r a n z und S ch I e I i n g e r von der Technischen Hochschule in Sharlotlenburg aufgestellt hat. Die Anstalt, an der neben den jüdischen auch di« mohammedanischen jungen Leute lernen sollen. liegt, wie Bärwnld im .Zeulralbtatt der Baunerwaltung' derichttt. an der schönen Bucht von Akka am Abhang M Karmel«. Der Bau vereinig« die Banweise und Einrichtung des Morgenlgode«, z. B. der dicken Mauern, dir« kühle Ardeitsriiuwe ermöglichen, und die äußere Bnuform mit den Icchuischen Leinollkommnungen unserer Ba»> att. Die Werkstätten sind von den beiden Hochschulprosefforen dnrchgebildet, und sie enthalten Tffchlerci, Gießerei, Formerei. Schmiede und Schtofferei. eine mechanische Serkftalt. ein elektrische« Lerjnchsfetd und eine Eisfabrik. Alle diese Abteilungen find mit den neuesten Anlagen. Maschinen uud Krafterzeugern ausgerüstet. UaAtore«. Ainer Am 23. Juni feierte Kantor Rath. Schüftan. einer aus der bekannten Kantoren-Dynastie. die silberne Hochzeit und sein'fein 20 jähriges Amsjubiläu» im Dienste unserer Gemeinde. Der Borstand ehrte seinen Beamten, der sich die Liebe und Wertschätzung seiner Gemeinde erworben, durch eine ansehnliche Geldspende und herzliche Glückwünsche. ' Religiös« Airsorge Aambarg. 5er herein zarAörbernng ritueller Speisebaaser hielt unter Vorsitz des Herrn Hermann Gumpertz am 20. Juni seine Generalversammlung ab. Bor Eintritt in die Tagesordnung widmete der Borsitzende dem verst. Borst. Karl Lodenheimcr warme Worte des Gedenkens. Rach de» Bericht über dasZahr 13Iü betrugen dieEinnabmen anBeirrägan. Spenden usw. 7tv4.34 M. die Ansgaben für Suboentiomn und sonstige Lereinskosten 7746.29 M.. so daß sich ein Fehl« betrag o. 64!,95 M. -ergibt. Ende Dez. 1915 betrug die Mitgliederzahl 1051. Die turnusmäßig auoscheidenden Mitglieder des Vorstandes wrrdeo »iederaewählt. neu einstimmig Zul. Flörsheim. Samlon Goldschmidt. «ritgrsirsorg«. Aertm Die Krie>»ßttfoto«»ilKo» der Indischen Ge- «eAde. Abteil. Frauen« und Jugendfürsorge, eröffnet am'l. August i« alten Jüdischen Krankenhaus Sugustst. 17. ihren S. »äsche«RLHlehrkusus. Der Kursus dauert 9 Monate. Die Ansbildnng erfolgt in der Anfertigung von Damen- und Kinder« Wäsche und soll insbesondere de» jüdischen Frauen und Mädchen zugute kommen, btf durch den Krieg zn« Erwerb gezwungen, keinerlei Berufsausbildung besitzen. Der Unterricht findet täg« lich von 9—1 ftatt. DaS Lehrgeld beträgt monatlich 3 M Anmeldungen find an den Vorstand der KriegShilfskommisflon der Iüd. Gemeinde. Abteil. Frauen- und Zugendsnrforge. Rosentzr. 2/4, zu richten. Dost». Gelbst in dieser schweren Kriegszeit hat fich die jüdische Uuterkun ftsstätte y&n gut bewährt. Nicht nur ftemden Durchreisendeu, sondern auch Soldaten und solchen Personen, welche hier Arbeit gesunden habe», wurde Acht gewähn. Letztere werde« dadurch in die Lage versetzt, für fich »nd ihre Familie sorgen zu können. Die Einrichtung hatte ans diese Weise umso sege«sreicher wirken könne», weil diese »eist r,sfisch«»oloischen Arbeiter daun nicht anderweitig Unterstützungen in Anspr»ch »ahmen. — Die Unterkuoftsstttte Hai in diese» schweren Krieqsjahr l 730 Nachtlager gewährtund -war an 1021 Soldaten. 637 Männer, 71 Frauen uud l Kind. Durch« schnittllch kostete die Rächt 12 Pfennig, wofür außerdem Nachtlager noch «orgends Frühstück und am Abend Tee verabreicht-wurde. Außerdem werden die Personen unentgeltlich gebadet uud bekomme» Sachen, die von mildtätigen Händen gespendet wurden. Diese Zahlen beweisen, daß die Einrichtung den in unserer Gemeinde bereits länger bestehenden Wohltätigkeitsinstilulen, welche zur Zierde der Gemeinde bestehen, an die Reihe gestellt zu werden, berechtigt ist. Der Vorstand sieht voll Berttanen der weitere» gedeihlichen Entwickelung des Heims entgegen und gibt der Ueberzeugung Ausdruck, daß durch deu nunmehr gelieferten Beweis der Notwendigkeit des Bestehen» fich die Gcmeindemitglieder mit tatkräftiger Unterstützung den Bestrebungen des anerkannt wohltätt'gen Instituts fortan mehr widmen werden. — Nachstehende Einnahmen waren zu verzeichnen: Bestand aus dem Vorjahre 665,90 M., Logisbetrüge 210.15 M. MitgliederbeitrLge 1906 M., Zinsen 309 M.. Spenden-Konto 929 M.. im ganzen 4020 M. und 5 Pfennig. — Nach Leistung der Ausgaben im )ahre verblieb ein Bestand von 91.90M. Der eiserne Fonds besteht aus: 1000 M. 3'/,'/.9000 M. 4'/« Posener Pfandbriefen 4000 M. 5»k Deutsche Reichsanleihe — Der Vorstand besteht aus den Herrn M a'x E h r'e n w e r t h. L. Grün, Dr. Dr. 8. Kantorowicz. A. Mendelsohn. Briese» W. Pr.. L. M/kY er. R. P e ter S d o rs f, Jos. R u t F o w sf i, H. 6 panier. R. Tuch u. H. Lollheim II. Wose» Zufolge der bestehenden Teuerung war unsere isr. SrankenverpflegunaS« u. Beerdigung#. Gesellschaft (Ehew»ah Kadstcha bikur Ehaulim ugmilus Chaffodim) gezwungen, die Unterstützungen so zu erhöhen, daß. da die Einnahmen an Beiträgen. Spenden uud Zinsen nicht ansreichteu, fie einen Fehlbetrag vvn l 183.10M. ausdemLrrmögenSbestände decken mußte. Der Verein betrachtet es als seine heilige Aufgabe, gerade in dieser schweren Kriegszeit den armen Kranken besondere Sorgfalt zu widmen, um seinen Tiefstand an Leib und Seele zu verhindern, und deshalb ist es erwünscht, durch Erhöhung der MitgliederbeitrLge und durch Zuwendungen größerer Spenden das warmherzige Zntereffe für die armen Kranken zu betätigen. — Die Einnahmen im vergangenen Rechnungsjahre setzten fich zusammen auS : Bestand vom Vorjahr 5474,30 M. (Effekten 136 700) Beiträge der Gesellschaft-. Mitglieder 4613 M.. Sammelbüchse 1453,15 M.. Spende» in Höhe von 10 Mk. upd darunter dis 5000 M. — 7509.75 M., mit verschiedenen^LvderenEinnahmen zusammen mit 41035,44 M. (Effekten LU4$0 M.) — Nach Abzug der laufenden Ausgaben verdlieh>«n BestÄrd von 4291.20 M. (einschlietzlich Effekten). — Der Verein umfaßt die größte Anzahl von Mitgliedern der NohttLtigkeitsinfiitLte innerhalb unserer Synagogeu-Gemeinde. V»d«peß Der Verein .Lhasas Reim' (Nächstenliebe) hielt am 20.6. die ord. Generalversammlung unter dem Vorsitze d«S Präsidenten ZuliuSAdlerbei reger Beteiligung der Mitglieder. Der Sekretär R o s n e r berichtet, daß der Verein, der fich zumeist aus Vüchlengelderu und Hellerspenden erhält, im veiH. Jahre in 8 Spüäleru jüd. Kranke, jüd. und mohammedanische glauben-treue verwundete Krieger mit rit. Kost versehen hat, 18000 Ponionen. eine Ausgabe von mehr als 30000 Kronen, wovon auf die jüd. Verwundeten 55°/^. auf die mohamedanifchen 15'/» voll kommen. Trotz der großen Teuerung hat es im verfi. Jahre weder eine Stockung >n der Verpflegung, noch fleischlose Tage gegeben, allein dasott« «ährende Steigen der LebenSmittelpretse bedroht diesen humanitäre» Verein mit einer ernstlichen Krise. Die Herren Alexander T s u k und Rabbiner Dr. Jul. Fischer haben deshalb Anträge zur Abhilfe gestellt. Nach Etteilung deS Absolutoriums wurde der BereinSleituug nach einer schönen Ansprache Dr. Zulius Fischers Dank ^tnd Anerkennung votiert, womit d e Versammlung schloß. Zu Femeavllr fand ein Konzert statt, das wegen seiner Eigenart alS ein Ereignis besprochen wurde. Süf Anregung des derzeit zum Militärdienst eingerückten ObcrtantorS Ariedmann wurde in der großen Synagoge ein Tempelkonzert arrangiert und unter Mitwirkung der Temespüres Oberkantoren Löwenherz und Friedmann. sowie des Budapester Oberkantors Kwurtin. der seine große Kunst gern in den Dienst der Wohltätigkeit stellte, wurden mit verstärkten Chören klassische Tempelgelänge zum Vortrag gebracht. Lebhaftesten Anklang fanden auch die unter Orgelbegleitung gesungenen Arien und Lieder der Berliner Opernfüngerin Margarethe Kuthan-Sommerfeld und de# Opernsängers Anton Arnold von der Wiener Hofoper. Das Programm vervollständigte der LiolinviNuoS Koloman Berger. Das Konz >rt war vollständig auSverkanft. so daß dem 'bleu Zweck — d:m Jnvalibenfond des Jnf.-Regts. Nr. 61 — die namhafte Summe von über 5000 Kronen zugeführt werden konnte. De« unermüdlichen Eifer des Ersatzbatarllonskomwandante« des genannten Regiment- Herrn Obersten v. Schram, der mit rastloser Energie tätig ist. um den von ihm geschaffenen Juvalideufond zu vergrößern, ist es zu danken, daß dieser Fond heute bereits die stattlich« Summe von l 10.000 Kronen erreichen konnte. Der Vorsitzende des Lodzer jüdischen Hilf#oereins Oberrabdiner Treistmann und der Vorsitzende des jüdischen LohULtigkeitsvereins S. Jaroczynski erhielten, der .Deutschen Lodzer Zeitung' vom 22. Jsttni zufolge, vom Hilfsverein der deutschen Juden einen Waggon (12 000 Kilo) Gerstenstocken zur Verteilung an die arme jüdische Bevölkerung in Lodz. Außerdem find durch Vermittlung des Herrn «samuel Kohn au# Berlin verschiedene Wohlsahrtseinrichtunzen bedacht worden. KoPe»tzaße». Nach de« .Polak Kawlik' vom 19. Juni, find "für die jüdischen Arbeilerkücheu in Polen 1650 M. einge troffen. Ae»»srll. Eine von zahlreichen Personen besuchte jüdische Versammlung beschloß, in nächster Zeit große Summen für die durch deu Krieg geschädigten Landstriche Polens z» lende». Für die Jude» in Pole, find 100000 Dollar, in Litauen 150000 »nd in GaUzien 100000 D. bestimmt. Die Gesamtsumme wirb ca. 1 Million Rnbel betragen. __

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