Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volkszeitung · 1916-06-16 · 24 (16.6.1916) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
22 (1916)
Issue
24 (16.6.1916)
Date
1916-06-16
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/6682508-6377563-6450340--0604-4850394
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

MHUK Pofcyttp» Brate», »ct fr. 3—1|9fr.. Bk SfWfr«*. (Brief rat »arschan), L Ber nirt kotholiseh« oba mosaffehm Pol« (« ia Brückner, Ena oder Feldman»), die i» der deutsch« Presse Über die pslnisch-jüdische Frage da« Wo« ergreisea, fragen wollte, worin die« Problem besteht, würde eine ganz kurze »ntwoit bekommen: .— Die Pol« wo!« die And« polonifier« und zugleich mit all« Bürgerrecht« beschenken, die Jud« loollen indess« ihren »ational-jüdifch» SeparatisGU« detreid«, einen Staat «Staate bilden — daran« entstehen alle Mißhelligkeistn.‘ ®M klingt ganz schön nid für diejenigen Deutsch«, aus »eiehe .jüdischer Separatismus' abschreckend wirkt, sogar über- Zeugend, vir wall« deshalb ans. ein« »ng«dlick uo, dm jütisch« nationalen Recht« abseh« und zalchanen, wie sich die «aßoebend« polnisch« «kreise um die Polonifierung der Jud« bemüh«. Vir «oll« °un« auf ei» aber wichtige« Befeiet beschränken, aus die Schalstage, va« kraute die jüdische Jugend mehr polonifier«, al« der Zutritt und Besuch «er polnisch« Schule k «komm« aber darin die polaifchea Afsimilawr« dm angesciaderen deutsch« Hakatiften gleich? Wenn sich dse Pol« über die Öakalisten beklag», lautet ihre Beschwerde etwa: .Diese-rücksichtslos» Leute Hab« kein Perftäadai« für unsere naiional« Befühle. Sie schleppe» unsere «linder iu die deutsche Schule. Eie streb« mit all« Mitteln dahin, d« Zutritt zur dmtfch« Schule zu erleichtern. Oie grüude» abfichtlichf bessere ua« billigere den Ische Schul«, um die armen Polen ' hereirzulocken' . . . Hat man aber je gehtr«, daß de» 'schlimmst» Hakatist« einfiele den Polen da« Besteh« der polnisch« Scholen »»»«glich zu mache» oder gar die polnischen «linder iu die demsche Schule nicht aufznneh»« 1 Sitten derartig« .Halalis»»«' Hab« erst die polnischen Rädelsführer d« Aut« gegenüber erfind«. Sogleich nach »«deruug der politisch« Zufttade in Warschau, als noch der polnische BUduugsantschuß das Aufklärungswese» beherrschte,' wurde deschlofi«, die jiMsche-Jngrad oou der geplant« Zwaagödildang S"alstu. Zugleich aber suchte derselbe-Ausschuß die Bildung Schulen durch «annigfallige Schikanen zu verhindern terweise war das Remnwnt des chaaninistisch« Aussehuffes da» kurzer Dauer. Die neue deutsche Schul- »erwoltung hat die Bleichderettigung der I » b e »i »er k ün d e > und wo, es in dieser llebergang«. Zeit möglich war, tatsächlich durchgesühn. Zudem ward« Fortbildungskurse begründet, iu d«« (unter anderen) auch die jütisch« Lehrer sich in. ihre«. Berufe ausbild« konnten; al«. Unterrichtssprache wurde nicht nur die »mtsche und' polnische, a«h die jüdische und hebräische anerkannt, und der jüdische Lehrer konnte auch jüdische Lehrfächer studier«. Die Behandlung »er Juden durch »iedeutschen Schnlräie war musie.rhast': zwisch« Lehre« und Zuhörern bildeten sich geradezu freundliche Beziehung«. Dadurch hat varscha» nahezu auderthalb Tauf«« jüdische ziemlich gut ansgebildete Lehrer gewonnen. Für die jüdische Kinderschule wurde grnndsätzlich die deutsche Sprache als Bortragssprckche eingesührt, in der Praxi« ist dst jüdische Sprache zagelaff«, ebenso die polnische. Dann »ah» sich das pslnische Bürgerkomitee aus einmal der jüdischen ^Interesse»' an und führte in einer Denkschrift au die d«Ische Verwaltung, au«, die Jod« müsse man nur in polnischer Sprache unterricht«, denn die deutsche, nicht nur als Bor- Irugssprache, sonder, sogar als ... Lehrfach, würde du polnisch, patriostsch« Befühle der jüdisch« Jugmd (die noä» bene meistmtails kein Wort polnisch versteht) sehr heftig verletz«. Die jüdisch« Rotionaliftea die für Juden das Jüdisch-Deutsch »erlang«, sei« Fanatiker die! selbst nicht wiffm, was für ihre Stammesgmoff« gut ist. In der Tbmrie schien es somit wieder, nm, daß die Pol« nicht» inbrünstiger wollen, als bs» Jud« polnische BUduag zu verschoss«. In der Praxis sah diese .Polonifierung' ganz ander« aas. . kl. Eben jetzt, z» Ende des Schuljahrs, müff« dstjmigen, welche vom neu« Schuljahre ab die schnle desnche» wollen. ein Examen ablege». Eine erhedliche Anzahl Jud« will die «linder tu panische-Schul« schick«. Die Ursachen find verschiedene, darüber später einmal. Da erfahr« die jüdisch» Eltern sehr stltsame Neuigkeit«. Es erweist fich, daß nahezu in all« polnisch« Schul», besonders in dm .besser«' für Juden eine Prozentnorm noch echt-mvökowilischer Art besteht. Diese tziorm, die fich je nach der Schule von 10 bis 124/. abstuft, wird dabei noch gefährlicher als in Rußland durchgesühn. Dort «elougen in die Schulen entweder die, welche die Prüfung am eft« bestehen, »der — nach Einführung des schmachvollen Loses durch d« redaktignärm Bildungsmlnister «lass» — «tschied das Schicksal. Bei aus i u P o l e» hat die Prot efe.!>»» zu »tscheid«. Da aber die poiutsch» Machthaber nicht einmal d« Mut habe», «sstn d« Boyüott zu erklären, so wickelt man das barbarische Prinzip in sein« Mantel »oistKmchelei.- das nicht begünstigte jüdische «lind bringt mM durch allerlei Prüfung zum Durchfall. Man verführt dabei folg« der maß« : die zum Durchfall verurteilt« «linder unterzieht man der Prüfung in einer besonder« «klaffe, dort werden fie durch über Bebühr schwere Anfgaben summariich .geschlachtet'. Belchen Eindruck muß das aus dstJugmd machen w«n fie hdr«, daß daspolnische «lind, da« viel wmiger weiß, die Prüfung bestand« ha«, da» fähige jüdische aber nicht, oder ««» der «tamerad erzählt, welcher slntäschied in der Prüfung zwisch« der bevorzngt« und der zurückgesctzt« «klaffe besteht. Wenn die polnisch« Pädagogen io^st» Juden von «kindheil an ein« Haß geg« das Polentum großzieh« wolle», so künnt« sie keick beffere» Mittel erfinn«. Der Mehrheit der jüdischen Jug«d bleibt also nichts übrig, als jüdische Schulen zu besuchen. Dies ist aber auch nicht so einsach. die jüdische m i t I l e r e Schnle ist bei NN» noch eine n«e Erscheinung, die das »olle Zutrauen der Bevölkerung noch nicht gesunden hat. Außer diesem unbegründet« Vorurteil steh« auch tatsächliche Hiadcrnisse im Wege. Die Estern müff« dst Bewißheit Hab«, oaß ihre «linder »ach Beendigung der Schule imstande sein werd«, in die Hochschule einzutreten. Zar Erlangung des Reiszeugniffes muß man in der letzten «klaffe eine Prüfung ad leg«, zu welcher der polnische Bildungsausschuß seine Lcrireter enffendet. Diese .Delegat«' bereit« wiederum der in d« jüdisch« Schul« studierenden Jugend mannigfaltige Schwierigkeiten. Außerdem fällt es oder auch sehr schwer, eine gute jüdische sch ule in Warschau zu bekommen. Um dies zu erziel«, müßte man die Lehrer gebührend besolden, wozu dst Einschreibegelder der Schüler nicht ausreichen. Die polnischen Schul« helft» fich durch iffealliche Sammlungen. Voriges Jahr wurde z. B. eine .Schulsammlnng für dst polnische Schule' veranstaltet, sogar ans den Sstaßen wurde Geld gesammelt. Die Inden sp«deten nicht weniger alcktie Polen, man lud Juden sogar in das «komitee ein, um auf dst Freigebigkeit der Jud« zu wirken. Niemand-fiel eia, daß .polnische Schule' im nationalen »nd nicht!m ländlich« Sinne des Worte« gemeint warte. Das Ergebnis war für die Juden sehr traurig. Bon den etwa 200,000 Rubeln, dst gesammelt wurden, erhielt nicht nur keine jüdisch-nationale Schale ein« Broich«, nicht einmal die jütrsch-asfimilatvrischen Schalen, die d« Unterricht inpolnijcher Sprache und im polnischen Beiste eneistn. Um den Jaden einen Brock« hinzuwers«, hat man einer einzigen polnisch-mosaisch« schule H00 Rudel gegeben. Aas d« Einspruch der jüdischen Preffe antwortete die polnische, daß et erstens eine Sammlung für »st .polnische' Schust war, und alles was nicht katholffch ist, ist nicht polnisch, und Zwestens antworten dst Pol«, darf« ja die Jud« auch polnisch-kaiholische Schulen besuchen. Bst fich aber dieser Besuch in Wirklichkeit darftellt, haben wir oben geseh«. 6» ist die Lage ia Sach« der Schule. Natürlich könustw dst Jud« an maßgebender Stelle pkoteftieiren; in dieser ilebergaagszeit halt« fie es aber nicht für zeitgemäß. Dst Zurückhaltung »er Jud« nützen dst polnischen Machthaber reichlich aus. unbekümmert darum, daß fie durch ihre Handlungsweise gerade der polnisch« Sache die schlimmsten Dienste erweis«. Beobachter. ffpalen »nd Inden. Das polnische «lorrespond«zbllieLU verbreitet folgende Mitteilung: .Durch den Austns des «komitee«?ro c«ua judaica sahen fich die in der Schweiz ansäffigen polnisch« Organisationen veranlaßt, eine Erklärung in der Jud»ftagc an das «komitee zu richten. Das Schreiben betont zunächst die Uebereinftimwung der Ziele des «komitee» mit den polnischen Interessen, insbesondere in bezug auf die Aushebung aller rechtlich« Beschränkungen der Inden in Rußland und dir Bestrebungen, eine ausschließlich jüdisch territoriale und uafionale Siaheit zu bilden. Es wird weiterhin geg« die Verwechslung Pslms mit Rußland protestiert und jede Verantwortung der Polen für dst ruffische Gesetzgebung nachdrücklich abgelehnt mit dem besonder» Hinweis, daß, solange Pol« als naabhängiger Staat besteht, fich don die Inden der größten Freiheit und Unadhängigkeit erfreu«. Die polnische Erklärung versichert zuletzt,' alle polnisch« Parteien seien einig darin, das eia -stestS und unabhängige« Polen keine Beschränkungen gegen die Jud« besteh« laffm werde, .Polen wird die bürgerliche Gleichberechtigung der Jud« anerkennen und demnach da« Berk der Perftäudigung mit den Jud« aus eigenem Willen und ohne fremde Einmischung vollziehen.' Diese Erklärung wurde von dem «komitee .Pologne et ta Buerre' in Lausanne und dem Polnischen Preßbnrean in Bein gezeichnet. Mao »st polnisch« Anden tzet«! Bezeichnend für dst Stimmung der Pasta, dst durch unser Schwert und das der Berdündei« von der ruffijchea «kau« befreit worden sind, ist ein Gespräch da» uniängst ein Frldgraner mit einem polaffch« Jud« in einer Stadt Nordstankreichs führte. Der _Ht. 24 Pole, der als Besehäftsmaan wett in der Belt heruurgckom «« ist und schon vor dem Kriege in Fraickreich ansäffig war, ernährt sich »nd seine Famuie jetzt durch ein« schwunghasten «kleinhaadel, wobei dst Feldgrauen seine Hauptkunden find. Dst Freude darüber, Posta von der russischen Herrschaft erlöst za wiff«, l«chtel ihm au« den Angen. .Ihr Sold am»', so meint er za dem Feldgrauen, dem wir diese Zetl« verdank«, .betet zum lstben -Bott, daß Ihr gesund heimkommt nach siegreich beendete» Kriege, und daß Ihr eure Lieb« gesund wieder anstefft. wir kenn« nur eia Bebet! Möge Bott NN« für immer von der Bewaltherrschaft der Raffen erläsen l Unter deutscher Herrschaft wollen wir ge« bleiben, dann kann ich es noch einmal wagen, in meine Heimat zurückzukehken, um meine Verwandt« zu besuchen. Ader unter Rußlands Knust war da» ausgeschlossen Möge Bott dieses unser Bebet erhtrenl' Die .Brodnoer Zig,' dringt Vorstehendes unter de« Titel .Was die Polen beten.' vir haben uns erlaubt, dm Titel ein wenig zu berichfigen. Honm«. Aus Anlaß des Wochenfestes veranstaltest Rabb. Dr. Rosmak in der hiesigen Lhorshnagoge, Karowskastraße, NilitL» gonesdienste u. zw. Dienstag und Mittwoch abends 7'/, Uhr. Mittwoch und Donnerstag morgens 9 Uhr. Donnerstag 10 Uhr Totenfeier. Rach dem Bottesdimst fand ein Beisammmsein der Soldat« in bat Räumen der jüd. Volksküche, Bardestr. 17, statt. zsiolpsioll. Zur Unterstützung der jüdische» Familien, deren Ernährer im ruffischen Heere steht, hat fich Ende 1915 mit behördlicher Beaehmignng ein ,D amen. Komitee' gebildet. Es trau» 16 Personen unter Vorsitz von R. Robinowitz zu diesem Verein zusammm. Der Uaterfiützuagssatz delräzl '/■ Rubel wöchentlich, mindesten« 1 R., höchstens 4 R. I« Winter wurden «ichenlljch 4200 R. voransgabl. Jetzt find die Ausgaben auf 1800 R. in der Woche gesunstn, da viele Unterstützte Arbeit finden. Hauptsächlich werden Invaliden undKinder unterstützt, 800 Familien mit 4000 «köpf«. Die Bejchäfisftelle befindet fich ia den Räumen de» Verein« Lnao-Hazedek, Roshanerftraße. Die Geschästsstund« sind Mittwoch, Donnerstag und Freitag 11 —9. Die laufende» Ausgaben werd« vom .HllfSvereia der dmtfchea Juden' in Berlin durch Bermlltlung de« Feld-Rabbiner« Di. Levy gedeckt. — Hst cheftllfchoft .jüdische Konst' hielt in den letzt« Tagen eine Versammlung ab, die oon 140 Ritgliede« besucht war. »nd 4 Sestionen erstatteten d« Bericht. Die musikalische, 1 Orchester und 20 Personen, hat eine Reihe von Tonstücken aufgesührt, auch Werke von Beechoven und Grstg. Dst vokalische hat Ehorgesänge und Solooorstäge zu verzeichnen, Lieder von Beethoven, Schümann, Haydn, Händel, Mendelssohn-Bartholdy und Rubinstein, auch jüdische Volkslieder gesungen, bei dm Solovorträgen Lieder von Schubert, Tschaikowsfi u. a. bekannten Komponist«; dst dramatische hat lt 1—4 ästige Theaterstücke jüdischer Schriftsteller aufgesührt. Die literarische Sektion hat l0 Vorträge und IS Vorlesungen veranstaltet. Der Vorstand wurde mit w«ig« Ausnahmen wiedergewählt. Kuwolti. In» Kode »erurieilt. Vor kurzem wurde über eine hinterlistige Mordtat in Billkowischkea berichtet. Ei» 20-jähriger Bursche hatte,einen Händler an ein« Bach gelockt unter der Vorspiegelung, er wollte ihm dort den Berkäuser eines Pferdes zuführ«. Dan» hatte er ihn Mit einem Stein niedergeschlagen und iu den Bach geworfen, wo der Bewußtlose ertrank. Diese blutige Tat hat jetzt ihre gerechte Sühne gesund«. In seiner Sitzung in Willkowischstn hat da« kaiserliche Bezirksgericht ans Suwalfi den Täter, d« Belegenhestsarbeiter Franzkiewicz, wegen Tötung in gewinnsüchtiger Absicht und schwer« Raubes zum Tode verurteilt. Das Bericht hat, wie der Lorfitzmde bei Begründung des Urteil« ansführte, deshalb auf Todesstrafe erkannt, weil es sich nm einen wohlüberlegten, von langer Hand vorbereiteten Raubmord handelt, und weil der Ermordete, der 18 jährige Händler Ephraim Höbe«, ein guter Bekannter de» Rhzderi war; deffen Bertrauen er niederträchtig getäuscht und mißbraucht habe. Auch zeigte der Täter keinerlei Reue. Er hlied vielmehr bis zuletzt verstockt und leugnete hartnäckig trotz der erdrück«den Beweislast. — Dieses Urteil wird viesta anderen jungen Burschen hoffmtlich als abschreckende Warnung dl«m. In sttzter Zeit wurde wiederholt bericht«, daß fich die Vergehen gegen dag Leben im Bezirk EuwaUi erschreck«» vermehren. Es bat fich gerade »nter d« jung« Männern eine Verrohung kundgetaa. die zu einer Beunruhigaug der Bevölkerung geführt hat. Da« Urteil des Bezirksgerichts zeigt unse« Milbürgero, daß unter der deutschen Verwaltung gegen derartige schlechte Elemmie gerecht aber mit unnachstchtlicher Strenge vorgegangm wird. ' ^alßm. Der neue Generalgoavern« r des österreichischen OkkupationSgebsttes, General Kuk, empfing am 10. Mai eine jüdische Deputation, bestehend aut dem Oberrabdiner Elijah« K l a tz k i n und drei Mitgliedern der Lüdliner Kultnsgemeinde. Die Deputation schilderte dem Beneralgonvemenr bst Lage der Inden. Er nahm den Bericht mit sichtlichem Interesse entgegen und ersuchst Sie Deputation, in all« wichtig« Fällen »nd Frag« der jüdisch« Bmdlkerung fich direst an ihn zu w«d«. R>§ jtiodlichei Alter». Baftloaft. Menschitoeo» .jüdische $uue*. Dst russisch« Zeitung« der letzt« Tag» glossieren die poifchm .Rowoje Wreneja' und.Semschtschiag' in der Angeleg«. heil de« frühere» Kriegsminifter« Suchomlinow «tftandme Polemik..Ein gewifler Estemow erinnen in.Semschtfchina' daran, daß der dekaaast Publizist Mmschitow anläßlich der vor sieb« Jahr« erfolgst» Srnmaung Suchomlinow« zu» Kriegsminifter in der .tzlowojn' schrieb, man werde dst Tätigleit Suchomlinow« scharf kontrollier« müff«, da er von Jud« umgeb« sei, dst großm Etnslnß auf ihn ansüdstu und ihn gerade,» gefang« hielt«. Estemow fragt in dem »rtlkrl. Weshalb Mmschckvw nicht^mehr Mut avfbringe, gegen die Jtzd» «nftaste»,. Pstnschtko» er. widerst in Rawoje «remja, er malst jetzt au» dreierlei Bründ« über die Jud« nicht schreib«. Erstens habe er alles, was er über die Jud« zu'sag« hätte, bereits gesagt, zweiten« fei zu Anfang de« Kriege« au« d« höchsten Kreis« die Weisung gekomm«, naiianale Zwistigkeit« und Parteiftreistgkeite» für bst Dauer de» Kriege» zu unterlaffen, drittens sei es Rnßand« unwürdig, mit kstineren Rationalität«, wie den Jud« oder StaMrn. Kämpfe anszusechstn.wädrmd »st Söhne dieser Rationalität« sür Rußland blute». Er habe allerdings vor sieb« Jahr« geschrieb«, daß die Jud« verderblichen Einstuß ans snchamllnow ausibt«. Die« habe ader nicht d« Tatfach« ««sprachen Er habe gewußt, daß iu der llmgedung Guchomliow« fich Denlsthe und Oesterreicher befand«, die infalge ihrer Mitwirtnng bei seiner skaadalheirai und ihrer Mildeteiligung an oerschied«« Liefe«ag« in Kiew ihn in ihrem Bau« hstlt«. Der damalige Ministerpräfid«t Stolypi», dem dststr Artikel i« Abzug »orgelegt Word« sei, habe jedoch nicht gestattet, daß geg« Tstutsche Verdächtigung« ausgesprochen würden. Um aber die Veriff«tlichnng seines dir Oeffentüchkeit warn«den Artikel» za ermögliche», habe Renschikow, wie er fich ausdrückst, zur »jüdischen Sauce' gegriffen und an» Deutsch«Juden gemacht: so Hab« seine Artikä erscheinen dürsm. Dieses Beftändnis de» Herrn Renschckow. »er nicht nur da« Haupt der .Rowoje vremsa', snude« auch einer der populärft«, »ad gefürchletsten Jou«aliste» Rußlands ist, dieses Befläaduis enthüllt ein geradezu reizendes Benredildch« aus dem «ffisch« Preffeleben. 100g wollte also Measchikow aus dst Dwtschen und Oesterreicher schimpft», durfte es nicht und »erwandelte fie daher in Juden. Heute darf er nicht über dst Jud« schimpft, oder »«igstea« nicht allzu laut und allzu sehr, und daher als« ... die Bermanophobie der ..Rowoje vremsa"? Eine Preisftage bleibt es, auf welchem Wege Me hunderllaufende Leser dieses glänzenden Sttlisstu erfahr«, was er in sein« Artckeln eig«tlich »nd wirklich meint?

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.