Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- 21 (26.5.1916)
- Date
- 1916-05-26
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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mm 3*H voSrMl»-. er deutscher Vemaltzmg. Veert«. »«, 26. Mai |9(6. Sr. 2( Dtw Sta-t«»«»- f. -irrmdervaptsta-twarsch«^. Schon frit tinigra Ronatcn wußte man, daß da« Warschauer Bürgakomit« dam» betraut sei, zur Reorgantsatft» der städtischen Berwaltnng eine Wahlordnung auijnarbttten, die die Betückfichligung aller Bevilkeiangsklaffe» und Interessengruppen enihalien sollte. S» wurde behauptet, daß nach dem neuen Projekt de« Bürgerkomitee« nur diejenigen wählen könnten, die »indes»«,« 25 Jahre alt sind, die polnische Sprache in Wort »nd Schiisl beherrsche», eine Wohnung ans eigenen Romen defißea, oder oder eine Mittelschule besucht haben. Jedoch ist der Zivilverwaltung ei» endgültiger Borschlag nicht gemacht worden- .Unter diese» Umstünden hat die Verwaltung geglandl', wie fie in einer amtlichen Erklärung oam S. d«. Mt«, mitleilte, .nicht länger untätig einer Satwilkelung zu- Jehea zu sollen, die infolge ihre« schleppenden Gauge» und ihrer unklaren und unbefriedigenden Ergebniffe die städtischen Jalaeffe» Warschau« und seiner Bevilkerung crnstUch zu gesahrdea geeignet, ist'. Die Berwaltuug erließ an demselbeu Lage in Rr. 32 de«.Lriordnung»dlalU« eine Sladtordnung jNr Warschau nebst einer Wahlordnung sür die stadtoerorductenuersammlung (Stadtrat). »n« de« umfangreichen Erlaß heben wir folgende allgemein interessante Punkt« heran«: All« Ernwohncr »er Stadt Warscha» sind zur Mitdeuutzung der dsfenrlrchen Gemeinde-Einrichtungen berechii^ und zur Teilnahme an den Gemeindelasten verpflichtet. Denlsche Müitärpasone» und Behörden gehöre» nicht zu den Eiowohnein, find aber deiechligt, die Gemeinde-Einrichtungen zu denutzea. »l« Bürger «er Stadt Warschau gilt jeder, drr da« aktioe Wahlrecht defitzi. Der maßgebende Paragraph (5) lautet: .Die Landeshauptstadi Warschau hat storporati»a«iechte. Sie ha! da« Recht der Selbftoerwalluug unter staatlicher Aufficht »ach näherer Bestimmung der Verordnung'. In tz 6 werdea di« städtische» Ungelegen heilen aufgezählt; dazu gehören «ater andere» die Lerwaliung de« Stadtvermögen« und der Gemttntttchulde», Aufstellung und Durchführung de« städtische» Hau«halt»plaue«, Wege- Brücken-ttc.-bau, städtische Armenpstege, öffentliche« Unterricht«i»«sen, Sorge für die öffentlich« Sicherheit, Gesundheit und Sittlichkeit, Licht- Krast- »nd Wässeroersorgung. »n der Spitze der Stadt steht ein Magistrat und eine Stadlverordneftiipttsanimlung. Der Magistrat besteht au« dem Stadtprästdente», zwei Biirgermeiftern, sowie zwölf ehrenamtlichen Rat»h«rren. E« gehören dem Magiftral ferner an: der Miliz-Lorfteher, der Stadi-Kämmern, daStadt-Syndiku» u.a. Zum Etadlpräfidenlen ist der Fürst Zdiilaw Lubomir«li, zum ersten Bürgermeister Ingenieur Drzewtecki ernannt. Die RaKhttren «erden »on der Stadtnerordnetenoersammlung, die an» SB Mitgliedern beftcht, »ach de» »rundsätzen der Ltthältnft-Sahl gewählt. »nßerordeatlich wichtig ist die Wahlordnung, die in Berücksichtigung de« national-gemischten Charakter« der Bevölkerung Warschau« zw. der Majorität za ihrem Rechte verhilst, aber auch de» Minorüäte» die Möglichkeit »»«reichender Vertretung »erschafft. »rundlegead-in dieser Beziehung ist der Artikel 1, demzufolge die Wahlen »ach den Grundsätze» der L e r h tl tu i «- Wahl (Proportionalwahl) vorgenommen «erde». Da» aktive Wahlrecht ist on folgend« Borauisetznnzen geknüpft: Staat «angehörtgkttt im Königreich Polen, »ollendete« 25. Lebensjahr, männliche« Geschlecht, ununterbrochener Wohnsitz in Wmfchaa seit mindesten»? Jahren (Berschickung durch die russisch« Regierung (!) »ad Abwesenheit infolge de« Kriege« gelten nicht al« Unterbrechung). Für Orlsarme und Bettler ruht da« Wahlrecht, wobei die Beköstigung in Volksküche» nicht al« Armenunterstützung gilt. Da« passive Wahlrecht hat zur Lorautsetzung l» di« Bollendung de« so. Lebensjahre«, 2. männliche« Geschlecht, 3. Bürgerliche Unbescholtenheit, 4. Beherrschung der polnischen Sprach«»» Wort und Schrift. Alle Wähler werden i» 6 Kurien eingeieilt, »on denen jede 15 Stadtverordnete zu wählen hat. 1. Kurie: Ha»»- und Grundbesitzer (Da« Wahlrecht steht in dieser Kutte auch Frauen zu, die sich durch männliche Bürger zu »ertrtteu haben). 2. Kutte: Größere Handel«» und Jnduftrft-älnternehmungen. 3. Kutte: Selehrtenberuse. (Hier eutschttdct jedoch btt de» Wahlen die Strmmenmehrhttt). Die katholische Sttftlichkttl wählt ttncn Berordntten (die jüdische und protestantisch« af keinen) die Juristen drtt, die Lehrer drtt, die Mediziner rtt, die Lechniker drtt, die übrige Intelligenz zwtt. 4. Kutte: KIttne. Industrie-, Handwerk«, und Handeltuniernchmungen, ohne Rücksicht daraus, ob. ttne Palentsteuer e.itrichttt wird. 5. Kutte: Wähler, di« zur Lohnsteuer veranlagt find. 5. Kurie: Alle übrigen Wähler. Jeder Wähler hat nur in ttner Kutte Wahlrecht. Die Wahlen find geheim und werden von einem kaiserliten Lählsommiffar mit Hilft ttne« Wahlausschüsse« nach de» Weisungen de« Warschauer Polizei-Präsidenten «rbertttei und geleitet. _ Di« stStztisch« SelbstvrrwaU»«- i» warfch<u> uid dir I,d«,. (Brief an» Marsch«».) 1L Die Glttchberechtigung der Inden in der Stadtverwaltung schont den polnischen Chauvinisten nicht zu schmecke». Gerade jetzt, wo die recht« Zeit gekommen ist, zusammen mit den glttchtzäechtigten jüdische» Bürgern zum Wohl« der Stadt und de« •) Mir »ücksicht ans die Wichtigkeit der neue» Grndterdnnno km die Bevlllkau»» i» Marsche» dein»«» »er auch de» «z>a»» »ne »»» Hem» De. -ran, Oppenheimer pegehmde» »rtlket «cherf l. Lande« zu arbttte», sängt da« polnisch« Lageblatt .Gonfte'ja», gegen du Juden z» Hetze», wodtt e« sich gefiatitt, dft klare» fteiheiüiche» Bestimmungen der neue, deotschea Etadtordnnng zu »ngunsten der Joden aulzulegen. <U muß dabtt bttont werde», daß .Gonftc' da« Organ der polnische» Unabhängigen ist, dft für da« polnische Volk die weitesten Recht« fordern, offenbar in der Vora»«setzu»g, daß da« freie Polen der Welt ei» Mnfter von Gerechtigkeit zeige» werte. .... Sogar al» Wähler — schreibt .Sanier' — kann lediglich dergttten, der die polniicheSprache inWort und Sch r i s t beherrscht. Die« bedeuttt, daß un« dft Okkupationsmnch: die gerechten Rechte (?) in Polen faftisch zuerkenut, die uns so kategorisch du Raffe» abgesprochen habe». All diejenigen, welche — indem fie hier auf dem polnischen Boden Brot effen — versucht haben, UN« Etttne unter du Füße zu werten und »ermittelst der Hilft vo» Raffen unser L a n d z u russis i z i e re ü, die sowohl da« Land wie uni Polen, gaingschitzten, nxrdzn von den Wahlen auigeschloffe», wenn fie nicht dahin strffdeu, bitte — wie sie ei sagen — .wilde' Sprache (!) zu erlern«» Kraft der hier besprochenen Wahlordnung, betttlige» fich an de» Wahlen nur diejenigen, welch« S t aa t» a n g e h i ri g i g k e i t im Königreich Pole» besitzen. Also ea ip»o gehören dazu nichts?) die verschiedenen un« vom Osten zngeschickten Wohltäter, die versucht haben, der Stadt Wattchau ihr spezifische« Anisehen zu »erittheu Schließlich muß in Erinnerung gebracht werden, daß durch Verordnung vo» Exzellenz Beseler ttne ganze Reihe von Borstädten in die Stadt ttngttchloff a worden ist, wa« ein Groß-Barschan gttchaffen und noch stärker ihre» poluischen Charakter hervorgehobeu hat, wa« edenfal« für un« ein Plu« in der Wahlaktiou bildtt'. Mit sttaer ersten Behauptung begeht .Sanier' eine ganz ttnfache Fälschung der Wahlordnung, wonach, um aktive« Wahlrcchr auszuübea, kerne Kenntnis der polnische» Sprache erforderlich ist. Der Begriff .Staatsangehörigkeit in Russisch-Polen' war dtt un« bi»he» völlig unbekannt, indem jeder Einwohner de« Ruffenrttche« .ruffischer Untertan' hieß, glttchviel ob rr im .Zartum-Pole»' oder in Polen geboren ist. De» Au«- druck hat erst die deutsche Behörde btt uni eingebürgert, wobtt aber wiederum in den neue» deutschen Päffen jeder Einwohner »on Warschau, abgesehen von seiuem Geburtsort, al« S ta dt a »gehört g e r i n Ru ff.-P o I rn bezeichn« ist, — e» fei denn, daß er Reichsdeutscher oder Ausländer wäre. Manchmal hingegen ist als Staatsangehittgkttt: Rußland aufgegeben — waS nur zusillig ohne Rücksicht aus die Herkunft des Einwohner« gttchieht. Dieser Auldruck bedürfte somit höchstens ttner Erläuterung von maßgebender Sttte, kann aber kttueiwegS im Sinne der antisemitische» Ztttung zu ungnusten der Inden ausgelegt werden. Denn zu der Ruffenzttt konnte «an sttt etwa 10 Generattonen in Polen leben und immer als .nichtständiger' Einwohuer Warschau» gellen. Bevor man fich nicht .überfiedeln' ließ, d. h. bevor mau nicht dem rusfiichen Beamten dafür ttne tüchtige Bestechung gab, die — «ft üblich — sür dft Juden besonder« noch war. Die Verleumdung der Juden al« .Rusfifikatoren' ist stttent des .Gouiee' tta schlechter Witz. Zu der Ruffenzttt haben ja die politischen Gegner de» „Gonia", dft polnischen Rnffophileu, dft Joden al» Germanisatorc» angeklaat, dft durch ihr -Jüdischdeutsch' und sonstige Deuffchfreundlichkeit, da« allslawisch« Jdhll zerstören. Was schließlich die Angliederung der Borftädte anlangt, so ist e« Politisch unklug, voreilig da« öffentliche Geheimnis zu verraten, daß »an fich dämm bemüht hat, nicht wie man in de» Ztttungen versicherte, um die verwahrlofte Umgegend der großstädtische, Kultur einzuverieiben, sondern um durch di« .Berdünnung' der Jude» sür die Pole» ,tt» Plus in -der Wahlaktion' zu schaffen. Denn die Zeche wird doch die ganze Bevölkerung zahlen müffen. Observer. Beteilig»»» »er Inden an «er Hkalianakltter in Marsch«». An der nationalen polnischen 3. Mo,-Feier haben auch die Juden in allen polnischen Städten tttlgenommen. In Wattchau wurde ttn feierlicher Gottesdftnft abgehalten, wobei der Oberraddiner von Wattchau Dr. Poznantki über di« Bedeutung bitte« geschichtlichen Momentes für ganz Polen und für die poluischen Juden sprach. An de« Feftzuge hat dft iiraelllijche Kultu«gemttnde in corpore sowie einig« Tansende der jüdischen Schulkinder fich beteiligt. Die jüdische Kult»«- gemttl.de bestimmte außerdem 400 Rubel als Stipendium für ttne» jüdischen Studenten, der sich der Geschichte Poftn«, namentlich aber der Juden in Polen widmtt. Am Festzuge nahmen auch dft Mitglieder der jüdischen Gewerkschaflea tttl. Ja ähnlicher Weise haben die Juden auch in anderen Städten Polen« ihre Solidarität mit der polnischen Gesellschaft manifeftiett. <f»»n». Der Oberrabbiner von Lublin, Elijohu Klatzkin (der Later von Herrn Dr. Klatzkin, j. Z. in Zürich), hat eine» Ausruf an die jüdische Bevölkerung erlaffen, in welche« er dftselbe auffordert, sämtlich« Anordnungen der Behörden sin bezug «uf dft sanitären Vorschriften zu befolgen, eingedenk dqse», daß auch unsere religiösen Vorschriften ttn solche« Verhalten gebieten. Glttchztttig fordert der Rabbiner sei« Gemttnde auf, alle» zu unterlaffe», was dem guten Stufe der Juden Abbruch tun könnte. Schließlich iperde» die wohlhabendere» Krttse ausgesordert, fich ibrer ärmzrc» Brüder ttfttg anzunehmen und ihnen die weit, oehendste Stütz« angedeihen zu laffe». Der Aufruf de« Rabbiners hat in allen jüdischen Krttsen ttne» tiefe» Eindruck gemacht. — Um ttne unberechtigte Steigerung der Fischpreis« hintanzuhallen, hat Oberradbiner. Klatzki» ttn religiöse« Verbot (Jizar) erlaffen, für Fisch« mehr al» K. 1,60 zu zahlen Sollten dft Fischhändler über dftseu Prtt« hinau«ge^n «ollen, dann ist e« de» Inden im Ein»« der rttigiöse» Bottchriften »erboten, Fische zu kaufen. — Sttt einiger Zttt wttll hier Herr Dr. Hirshfieü», Delegierter de« jüdische» Hilfskomitee» in Rew-Hork. Seinen vemühuugen ist es gelungen, de» Bvftfverkehr pvischen dem Okkupationtgedftte und »mettk« z» ermöglichen, so daß dft Jode» dott sttbft dft Möglichkttt haben, mit ihre» Anverwandten in Amerika in bttefllche» Verkehr zn trttc». Dr. H. organisiett auch die Hilfsaktion für die Inden i» Okkupatioaögebiet«. JjMia gilt nach Wattchau für dft schönste Stadt Polen«. Da« Jatereffauteste ist, daß man auch hier vom Ktteg« «enig merkt, und daß allem Anschttne nach fich nur wenig sttt der Zttt vor dem Kttege veräaden hat Mau bemerkt zwar, daß die Stadt nuu ttne ifierreichisch-ungattsche Lerwaliung hat, aber da« sieht säst sttbftverstäadlich au«, »nd nirgends kann man Spuren enidecken, daß man fich in ttner vom .Fttnde' belctztea Stadt befindet. Dft neue Berwaltuug befittßig! fich eine« »deraut graßen Entgegenkommen« gegenüber der heimischen Bevölkerung und hat auch anscheinend bereit* die voll« Sympathie derselben fich erodett. Der Gcueralgouverneur, Freiherr »an Diller, ist geradezu populär! Ganz begrttfiich. Die österreichisch-ungansche Lerwaltung und ihre Organe haben schon Große« errttcht, trotz der Schwierigkttteu, dft anfangs zu überwinden waren. Ran datt nicht »ergeffe», daß über jene Sebftte, die jetzt von un« okkupiert find, wftderholt unsere und die ruffischen Truppen hin- und zurückgezogen fiud, daß viel zerstitt worden ist und daß die Bevölkerung ganz vettchüchleri worden war. Hiezu kommt, daß alleg ftüheren L«rw»lt»ng»beamten »nd auch sonstige Juttsten geflohen find, so daß es sehr schwer war, die zur Lerwaltuug bringend notwendigen Bttehft, wie Gttetzbicher, Akten, Grundbücher, usw., dft zum größte» T«U vernichttt oder »eftchleppt worden waren bttzubttngen. Im Sinne der Bestimmungen der zwttteu Haager Konferenz gttchieht nämlich die Lerwaltung durch da« österreichisch-ungarlsche Rilittrgouvernement, sofern kein zwingende« Hindernis dem entgegensteht nach den bisherigen (rufflschen) Gesetzen und Bestimmungen de« Lande». Ein solche» .zwingende« Hindernil' lag allerdings in den Ausnahmegesetzen der Raffen gegen d ie I u de n. Beiden menschensreuadlichen, gerechten Lenoenzen der öfterrttchlsch-nngarische» Lerwaltuug war e« für die Monarchie al« sür ttnen Kullurstaat ttne „imposaibilitt aboalae', den Jude» wie bisher eine Sonderstellung anzuwttsen. Die Verordnung de« Armee-Oberkommandaaten vom 7. März 1215 bestimmte daher an ihm Spitze: .Der Genuß der öffentlichen und ptt- »aten Recht« ist vom Religionibekeaatnit unabhängig. Den staatsbüimerlichen Pflichte» dark durch da« Religionibekeantnii kttn Abbruch gefchehen. Dft in der gauzen tsterrttchisch- »nganscheu Monarchie gesetzlich anerkannten Kftchen und Religiou«gesellschafte» haben im Okkupationlgediete »ach Maßgabe ditttt Verordnung dieselben Rechte und Pflichten, wie in den angrenzende» Tttlen der Monarchft. E« ist sehr bedauerlich daß, obwohl sich die Juden nun der »ollen Gleichberechtigung erfreuen, dft sttndllche Preffe de» Westen» — ohne Rücksicht aus dft darin, liegende Ironie gegen die ruffischen Alliiettcn — Oesterreich-Ungarn vorgewotten hat, daß es die Juden ln Polen schlecht behandle. Die» ist, wie au» der obige» Berorduung hervorgeht, ganz falsch, und tatsächlich befinde» fich jetzt schon in de» autonomen Körpettchafftn und tu den aengttchaffene» Approvtfioaierungtkomitee« im Land« auch zahlreich« Juden. In Lublin spielt dft jüdische Bevölkerung durch ihre Zahl ttn« große Rolle. Uederall auf de» Straßen fieht man Gruppen »on Juden im Kaftan, und das Handel»- und Gewerbedepattemeat de» Krttikommaudot wird von solchen geradezu umlagert. Durchweg« mache» diese Leute aber ttnen sehr glücklichen Eindruck; «an steht, wie froh fie find, endlich al« (oollwertige Menschen angesehen und dehandelt zu werden. Anch sonst machen dft Menscheu in Lublin den Eindruck, ganz zufttedeu zu sttn, und die Ssterrttchisch-ungarisch« Verwaltung sorgt augenschttnlich dafür, daß fie e« bleiben werde». Grodn«. Dtt UnterstützungSverein Schare E«ro blickte am 10. Mai »uf ttn Smonatlge« Bestehe» zurück. I» bitter Zttt hat er rund 6000 Rubel veneilt. Trotz mauittgsachn Hilftlttstungen schließt da« I. Halbjahr mit ttnem Defizit von 370 R. ab. Diese Tatsache wie die große »edütttigkttt de« unterstützten Teile« dtt Bevölkerung geben Anlaß zu der Aus. forderuug, nach Möglichkeit da» gemttnnützige Bestreben durch tatftäftjge Hilfe zu unterstützen. Her »»fiüakisch-dramatische Merei» ..Hasomir ' I» »iakdfiot hielt am 3. d. Mts. eine allgemeine Lttsammluutz ab. Da Schristführtt Lipke« erstattete ttnen Bericht üdtt die Tttigkttt de« Berein« sttt sttnem Bestehen, woran fich ttne längere'Debatte schloß. Dft Borfteh« da im Baei» bestehenden 4 Sektionen trugen ebenfalls ihre Baichte vor. Rach den Ausführungen setzte ttne lang« Besprechung ein, sodaß der Rest der Tagesordnung »egen der vorgerückten Zttt nicht erftdigt werdcu konute, sondern da nächsten Lasammlung zur Besprechung übergeben waden mußte. Di« Bersommlung war »on über 100 Mitgliedern besucht. I, de, Vorstand wurden 7 Haren, in die Re»ifion«kommifio» 3 Hera» gewählt. WiatzKall. Hie MahQätigteifarüett da P»««o> »e Mtiud«. Da Vorstand da jüdischen Gemttnde hat seinen Rechenschaft«bericht für den Monat April, da glttchztttig dft Genaotbilanz vom l. Rovembtt 1915 bi« zum 30. Apttl 1916 enthält, im Druck herau»gegeb«n. Der Bericht gibt ttn Bild von da regen WohUätigkeit«arbttt da jüdischen Gemttnde. Di« .Billige Küche' vrrftllte danach im Apttl 123530 Mittag«, die Küche bei da Talmnd-Torah >4306 Mittage. Durch dft .Httmlich« Gab«' wurden 698 Familien mit Maza und Leben«. Mitteln und 643 FamUft» mit Geld nnterftützi. JmiMftnhanse find 45 Pasonen, im Jnvalidenhanse 100 und im Waffen- Hause 40 Wafts» untagebracht; im Kiuderhttme »ad«» 210 Künder uutarichltt und verpflegt AI« dftse WohUätigkttt«- anstalfta wurde» von da jüdische» Gamttnd« allein oda durch nheblich« Zuschüffe da «tzemttnde »ntahalten. Beihüse»;wurden ferna der Arbeiterküch«, da Lehrahetmküche «ad dem Kranke», hau« aewähtt. Für llolerstützuug da Heimatlosen wurde» an 500 Mk., für llntafiütznog da Arme» üba 8300 Mk. im Apttl-vaaa«g»tt. _