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Jüdische Volkszeitung · 1916-04-27 · 17 (27.4.1916) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
22 (1916)
Issue
17 (27.4.1916)
Date
1916-04-27
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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't k V. Der Eree,t1»-Ls»»eil. ' Der Exeeotiv-Couoctl fol anl 70 Mitgkiedern bestehe«, außer eiaem Ehren-Varfitze« de« und einem Sekretär, und nur Bürger der vereinigten Staate« von Amerika falle« wahlfähig für dieses Conti* sei«. Louis D. Braadeis wurde -uw Ehrenoorfitzende« dieses Eouneils gewählt. -sotstßatter M»rge»1ßa» Mew-Haell Der Botschafter der Vereinigten Staaten »oa Amerika. Herr Henry Morgenthau beabsichtigt, am L. Mai die Rückreise noch Koustautinopel anzütreten, um fctiftt P.st' n wieder aufznnehrnen. vltvmtztzrift btr a»,r»«»Ncht»)»ft«» a, ft«« Papst. I A» «an» ber brei Millranm in k*ti Perrinigl» €taatrn anliffigeu Jndm bat sich bet Soritunb M ,U«er>kaniichkn Milch» »Hlttuffr** in Rew Dorf mit einer Bittilfcrift bin Papst feueatbt, »ad» er dir SÖnrittlung ix« Wapstd uachsnchi, »aß »an in jonifitr frieg*übr»b« Bürbe» an b» Jatxn nctibt» #tautomfctl» Cinbalt getan wtd, Jn »«• »am »0. ©fjember 1»I5 batieiteu gefjrriben, ba« »er ,Ie»pa' jeßi nerbsfentlicht, heißt es: .Dia vittftester, VSrg.7 bet Bereinigt» Llaal» >»ari>, * an» «»banget be* sübijch» «Hauben«, gaben mit madifantxin Eniseßm bit »amaniaian PtaufauiMten mib HLtltu fifobren »ja gcaan ihta •laubenfgenoffen in netschiebenen friegführei »en Landern seit Beginn be* Beltfriege* oerübt »Orden find Beit Iber bie Leiben hinan«, die diese« Unglück den «ndere. gltnbigm zügefügt Hai, und außer dm Zerstdrungm, die durch dm »nsrinnnberpral der kämpfend» «rrnern all» nemisachl cherdm, die sich im Bereich der Frindseiigkeiten befindm, find die Jnbm für eine besandere Periolgnng bezeichnet und Unterdrückung« maß regeln nnterrnorfm worden, die ihre Land«!enle anderer Religion» nicht etlitten haben. Die Leidenschaft und Barnrteile sind gegm unsere n> glücklichen Brüder mtiacht worden oft von dm», Welche dmeseldm palitrschm Hnlbignng«eid nntrrlagm, di« ihr Lo« nicht mehr erträglich Iwor. In einige» Ländern, wo sie seit langem wohne», haben ihre nächst» Rachbam ihre Bemichtung betriebm. gegen ste die nnbgeinchten» Grunsamkeitm angewandt und in oieim Fällen ste dann Mittel« ihre« wntschaftlichm Boykott« zum Hunger lobe Verurteilt. Wir fügen dieser Bittschrift ein Berzeichni« beglaubigter lalsach» bei, die nur ein» kleinen 'Seil der scheußlich» Wahihett sagen'. Da»an überzeugt, fährt die Bittschrift sott, daß brr Papst sdsdri seinm groß» moralischen, ethischen und religiäs» Einstnß gegen diese Bersolgung der Jndm, an der stch leider aua> talboüf» beteiligt bitten, gellnb gemacht hätte, wenn er dn,- «ber nnlerrichtet gewesen wäre, bitte der jüdische «neschnn Bmedski XV. die« jetzt noch zn Inn, inäbeionbere auch durch Bor» .. ftelluugen au die «ardiuäle, Erzbischhäfe und Priester der kaiholischeu Kirche, baß ste ißrm Gläubig» den «bschm var solcher Bersolgung der Zudm predig». —?rn Rum» de« Pnpftea deonkwortete Kardinal Ga sporn die Bittschrift am S. Februar, indem er beknuuie, baß der Papst nicht in der Logc sei, stch über die iu der beigegeb»» Dmkschrist berichleim beionbeiu latsachm au«zusprecheu. aber irn Grnnbiatz ai« Haupt der katholischen Kirche gettm ihrer Lehre nnd ihren ruhmreichen Ueberliesrrnugm alle »ruschm ai« Brüder ausehe und derbald jede' Bergewalkiguug der natürlichen giechie der Kinder Israel« ebmla «erntteiie. wie die aller anbern Menschen. Schmerzlicher a« jernäla fühle der Papst angestchl« de« ge iwaltigm schrecklichen Kriege« die Rotwenbigkeit für alle Menschen, sich wiebrr zu erinnern, baß ste Brüder sei». Sr bete zu Bott barnlr der Friede eubiich. erscheine znrn Glücke der Mmichheit. E< ist schabe baß der , Trwpe' zu der Btttschrist d» arnerikanisch-jübischrn «uaschusse« nicht auch noch nähere Kenill. nl« non dein ihr ieigefügten Verzeichn!« der beglaubigten an Juden begangenen Grausamkeiten gibt. Daran» hätte man mit Bestimmtheit ersehen (innen, gegen Welche krlrgsnhrinben »Orion» inähesonbrre der 8 ueichi.ß seine «ntlage hierüber richtete, nnb welcher Xiiion bie Kotbolik» anoehären, dmen er auch dm Boiwuri wacht, fiäi daran beteiligt zu haben Bo kan» man um annehmen, daß feine «»klage stch zunächst gram Rnßianb richlet. bisten »e,e allein stch solcher planmäßigen Verfolgung der Juden |n feinem und im ästerreichischm Gebier» schuldig gemocht halwii. Weshalb, muß »au aber auch weiter fragen, bat der südliche >n«schuß von Rew Kork stch wegen dieser planmäßig», 1 au b» Juden begangenen Grausamkeit», non den» rrrirttPrizeichni« beglaubigter Fälle in Händen hotte, nichl an b» st rifibeM. n de« eigenen Lande-, Herrn Wilson gewandt, der bock sonst ai« Präsident der großen amrriknirischen RrpiidliI e» sür je», i erste Pflicht hält, die .Grdote der Menschlichkeit* bei den Krie^ führmben, wo er sie pignmäßig für Verseht hält. eb»s» spoi tan wie hortnäekig zur Geltung za bring»? Der.lernt*' meij zu der «uischmt miizuieiien, daßstezunächst berGmehmigong d» BnuixaregiernuginWasdingtoV norgeleg» habe »nd erst ab* sondt ward» sei, »I» Stnatesekretär Lnnstng erklärt Hobe, baß er liebt* dagegen ernznwmde» Hube. Weich merkwürdige Gter bgüitigkeii Hot wem also notwendigerweise bei dem «namärti;eu »rnr in Woshinglon und dem Präsident» Wilson gegmader dieser ebnen tn tatsächlichen Beweis» »on dm Bürge» de« eigen» Lande« noegeteglen ' fftrchiersich» Verfolgung der Jub» srstzuftellm l Lallte sie nur darin ihre Ursache haben, baß diese namenlos» Grausamkeiten in Rußland begangen muiben nnb bie russische Regierung, bar Bnnoeägenoste England«, gafnt neranrwarrlrch zu machen \ märe 1 Herr «tlson, brr seine Pflicht bar Mmschlichkeil mlbeekl nnb mit dm spißstnbigstet BrgrünbnMm zn betätig» strebt, wmn. DMtschlanb stch durch ieinb Unlerserboie geg» die mglische «n»»ichlichke>t »enribeg». da« ganze bmtsche Bdik durch den mirifchastlichm Seiiboykott dem Berhnngern zn Iberlteie», der seine eigenen OWerikaniichen Bürger aber an dm Papst verweift, wmn dies« stch über »mselbm »irlschast. liehm Baykai« beschwer», der in Rnßinnd die IuO n dem Perhungern überliefert, möge stch, tder diese ieirsa»e Berschiebenbeit leine« Pstichchewnßksein« gegmnßer dem Gegner und Oem Bnndeagenastm England« erklär». v«s papß «ift dir Z«ft<«. Der ^älltzeut tzei Me»-Harller -sra,ttte»»erA«»tzes. zu de« S Millionen asenkanilchee Juden geh-rev. hat den Papst gebeten, er »Üge durch peifünlichcs Eintteteu bas Schicksal derjenigen Juden lindern, die heute fo grautam oov der r ns si s ch e n Regi e rn u g verfolgt würden. Der Papst Hai diefe Vitte abgeschlagen, de» verdandspräfidenten jedoch eine» sehr iolereffanten. vo« Kardinal Kaspariß obgifaßtev Brief gesandt. Das Schreiben lautet: .Der Papst! ist nicht in der Lage, sich über die in der Beilage zu Ihrem. Memorandum berichtete» Ein,eibeiten näher zn äußern, ade« ,« Prinzip wie als Haupt der katholischen Kirche, getreu ihrer göttlichen Leh'k and ihrer glorreichen Traditionen, betrachtet er alle Menschen als Brüder und lehn sie. einander zu lieben Er hört nicht auf, sowohl den ernzeluev wie den Völkern du v'obachti:og des Natvrrechte« civzuschärfen und hierin jeglickn Verletzung zu »erurteilen. Dieses Recht' w>.ß auch beachtet nnd respektiert werden gegenüber den Kindern Israels, wr, allen Menschen gegenäber. Denn e« wäre nickt mit der ft* rechtigkei! und auch nicht mit der Religion vereinbar, davor abzuweichen, leibst nicht einmal wegen der Verschiedenheit bei religiösen vekenntnjsievielmehr empfindet der Papst inseine« bei« llrcklick deo gegenwärtigen furchtbaren Krieges gemarterte, Baterherzen, io diesem Augenblick schmerzlicher als je. die Rot wendigkeu für alle Meniche». sich wieder zu erinnen. daß st Brüder find und daß ihr Heil in der Rückkehr zum Besetz »er Liebe ruht, da» da ist das Gesetz des Eoangel'ums Lucl wünscht tz.r Papst fKr dieses edle Ziel alle jene besonders z> intereifiereu. die auf Grund »oa heiligen Amtsbefugr.issen ibrei Hirtrnawts selbst zu diesem bedeutenden Endziel wirksame Mit« Hilfe schaßen können. Seine Heiligkelt freut sich über die Ein.' leacht, die in den bürgeilichen Beziehungen zwischen den Mit< gliedern der verschiedenen Glaubensbekenntnifse in den ver« einigten Staaten von Amerika, besteht und die so mächtig beiträgt zuw friediamen Voblstand Ihres großen Landes. Seine Heiligk-it bittet Gott, daß der Friede endlich erscheinen mögt zum Glück der Menschheit, von de, Sie mit gute« Rechie lagen, baß der H-' >ge Vater ihr Säch^er ift*. (jilfjomin ft«r fteitfchea 3uften. v Die Ausgaben, die bisher gelöst worden find oder deien Lösung angebahnt ist. diidcn nur einen verschwindevd kleinen Teil det Aufgaben, die noch zu lösen bleiben und die nach dem Krieg! gelöst werden muffen. Der Hilfeverein der Deutschen Juden wird diese Auf« gaben in vollem Umtange zu löicn nicht in der Lage st in, w.il die Gefetzg'dung tf ihm. als tir.cr reinen Dohltätigkeitsinftitution verwehrt, sich um politischen Angelegenheiten zu' befassen. In Borausficht k-ie'er Schwierigkeit und der Rotwet-drgke.t. auch die rein politischen Fragen zur Lösung zu bringen, ist in engster Anlehnung an dev Hilstveiein ade, duich Personalunion, mit ih« verbunden, aber dock rechtlich in absoluter Selbständigkeit durch Herrn Dr. James Simon die .Denlsche Vereinigung fut bit Interessen. der osteuropäischen Juden* ins Leben gerufen worden der auch Redner angehört. und diese wird die Aufgabe haben, aucl. »ach der politischen Seite hin die Arbeiten zu leisten, die nötig find, um der Iudevbeit in den von den deutsche» Truppen dc-etzten Teilen Rußlands eine bürgerlich menschenwürdige Existenz zu sickern. Nüt zlich fpi.'lev humanitäre und politische Ausgaben ineinander und decken sich tctltrtiit, und etz ist als eine ganz besondere Gunn des Schicksals onzuieherz. daß ein Teil der Humanitär arbeitenden Persönlichkeiten sieh auch zur Mitwirkung noch anderer, nach politischer Richluna bereit findet. Rack der Rebe des Reichskanzlers muß jetzt auch bie Klärung der pslitt,chen Probleme in einem beschleunigte« Tempo angefttebt werden. Die H'IfSaktion konnte vom Histsverein nicht allein geleistet werden. Er konnte t.;i u d-'m geschilderten Maße durch die großzügige Mithilfe der amerikanischen Freunde das geichehen. was der R oner i» kurzen Zügen auSeinandergesetzt batte nnd eine Fortführung ist nur «öglib, w^nn die deutsche Judenheit dem Hittsverein weiter vertrauen rntgegevdnngt und die Mittel zur Berfügl.ng stellt, nm der ständig steigenden Rot in steigeabe« Maße zu begegnen (Anhaltenoer Vckfall.). Herr Juftizrat Berger«Königsbütte dankt für die reichen Mittel, die der HUtsverern dem odcrschlcfisckeri Hilfskomitee, das er vertritt, bereitwilligst gewährt hat. Er schildert die ftlnhtdar« Hrlfeleistuvg, die durch das ftomittt i« Ged ct von Ezenstockau. Zawieice, Beudzin. Soinowice vollbracht weide« konnte in hat«onisch<r Zusammenarbeit mit den vor» zügstchen lokalen Komitees wie deutschen und östi-rrcichischen Behörden. Besonders verdient habe stch auch der christl'ä e deyzsche Friedensrichter Her» Schaumburg um die Juden fetm e Vezirke« gemacht, der Fonds austzßdracht uno daduich z. L. r « möglich! habe, sämtliche Mielsslreitigkeiten durch Vergleich za er.edigen. Besonderer Segen sei auch erwieien worden dur h die Gewährung eines DarlehnsfondS von 15000 M. seitens d«s Hilfsvereins. sert nicht geuug gedankt werden könne. Herr Stadtrat Giwkiewicz dank» dem Dorstan insbesondere d^n Herren Dr. S'm.o«, Dr. Ratbar und Dr. Kahi.. unter allüniger ledboitester Zustimmung für dre überaus großen Leislnvgeu des Hilfsvererns in diesen schweren Kriegsjohren. n» die Aufgaben sich so ungeheuer ßeftergeri had.n. dre so glöNjer b bewält'gi worden find, und er gibt de« Wunsche Ausdruck, öi ß die Genannten dem Hilfsverein noch lange noch dem Krieg n halten bleiben. Zur Ehrung des Vorstandes erheben sich a rf seine Anregung ore Anwesenden von den Plätzen. Der vo « fitzende dankt nameus des Vorstandes sür den Sy«pathi'. beweis. (Foristtzuag fol« .) TchLchtverdot in Bayer». München. Ein Beschluß des Münchener Lebensmitteiv^r« sorgui gsausschuffes vo» 13. April will das Schächten von Rindern ,» Münchener Schlachthof verboten «iffeu. Der Be« fchkuß gründet sich keineswegs aus den vielsaLbesonders von Lais» seile vorgedrschtc». von erste« Autorirätea der Viffenschaft längst gründlich widerlegte» Vorwurf der Tierquälerei bet« Schächten. Er soll ucl«c|t bezwecken, da» Blut aller hier ke schlachteten Tier« für die Herstellung einer billigen Kriegswwrst bereitstelle», während infoipe bätz Echüchtakts ei» Teil has Bluts verloren geht ober für jene» Zweck nnbranchbar wirb. Bisher würbe da» gesamt« Blut der hier geschlachtete» Tiere nur für technische Koecke verwendet. Herrn Rabbiner Dr. Werner und einige» anderen Vertreter der Münchener jüdische» Äerueinde ist es gelungen, den Magistrat zu einer llagültigkeitserkläl. ag des Shächtoerbotes zu veranlaffen. Man wirb künfttg bei« Schächten daraus achten, daß das entströmende Blut nicht verunreinigl wird sondern zu Zwecken der Lolkoernährung benutzt werben kann. Rabbi»er. Hie HserraHsiner-Mcktzt in Htrahßmg. Nachdem vor ls Tagen die Wahl nach zweistündiger Aussprache auf Sonntag den l«. April venagt war, trat das «onfistoriu« zu« 2. Male zw sammen zwecks Erne-nungbes Straßburger Oberrabbiners. Rach einfinn dtger Besprechung einigten fick bte L Mitglieker. au» denen zurzeit dos Konsistorium besteht, auk Herrn Dr. Emil L ev y, Radbi''er in Eharlottenburg.' Der Beschluß war einstimmig. Bekanntlich hatte die Mehrheit der Straßburger Gemeinde den Schlrttstadier Rabbiner Dr. Uhry mit 18 von 24 Stirnmen d-m Konfistoriu« in Vorschlag gebracht, wohl hauptsächtlich, weil U von ausgesprochen liberaler Richtung ist, während L. zur on'rodoxen Richtung sich bekennt, aber per Straßburger Gemttndc im Falle der Wahl bedeutende Zugeständniffe liberal.» Chc-rakttrS gemacht hat. 8. ift in Da«dach bei Schienstadt geboren und erst 37 Jahre alt. Sttn Vater ist Rabbiner in Hagenau. L. hat seine Studien am Berliner Rabbiner- Sem-Ni'r absolviert und war brS jrtzt nur m Eharlottenburg tätig. Zurzeit steht der neue Straßburger Oderradbiner im Felde als Feldgeistlicher, wo er sich bereits die bayrische Berdienft-Medaille und das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verdient hat. Die Gattin ist Llt-Deutsche. Seine Prodepredigt hielt der Ge» wäh'.te erst am 17. 3 (Purim) als letzter der zur Worte gekammenen Kandidaten über den Glauben, er wirb als ausgezeichneter Prediger gerühmt. Die Wahl muß von der Regierung uoch deftäng: werden. Maßt j»r Hille« £«»«k. Die drei israelitischen Koufiftorien Straßdurg. Metz und Colmar waren am 16. 4. Nackmittog im Konfistoriumsaale der Straßburger Konfistorial- Syiagoge zur Wahl eines Mitglieds der Ersten Kammer des eli.iß.iordr>ngischeu Landtags als E»satz für cea verstorbenen Oderradbiner Dr. Uhry versammelt. Die 5 Mitglieder des Sttaßdurger KonfistoriumS woren vollzählig erschienen: Metz b..ttc ebenfalls 5 Colmar nur Herrn Manbeimer entsandt. Nach emstüntiger Vorbesprechung wurde der Oberrabbiaer von Metz. Dr. R e t t e r. mn 6 St'wmen als gewählt erklärt. Die anderru süitt Stimmen entfielen ans den Präsidenten des Straßdurg<r Koufinonums Just.zrat Dr. Schmoll. Gegen die Wahl wurden einige Beoenkeu laut, da nach § 8 der Wahlsrdvnog dcij".,ige geaahlt ist, .welcher m^br als die Hälfte der abgrgedenen gültigen Stimmen erhalten hat*. Ja diese« Fall würde dre Hälfte eigentlich 5',, Sliu.«cn betrogen, es wäre demnach nur die Hälfte einer Stimme Mehrheit vorhanden. Oderradbiner Dr. Netter ist in Obereh.iheim geboren. Hloßßiner?r Hloßet hat die Berufung auf das Vieoer Oderradbinar abgelehnr und wird iu Frankfurt dletbea. Dr. N. wirkt feil b Jahren hier und erfreut sich der größten Wertschätzung bei den Mitgliedern der isr. Gemeinde, die seinen Entschluß nitl nach Dien zu gehen, freudig begrüßen werden. Zu dieser Entsagung mag wohl hauptsächlich eine von 1400 Personeu unttrsch'iedeue Adreffe betgctragen haben, in der es u. a heißt: »Wir cmpfindrn es als Herzensbedürfnis. Ihnen unsereo iunigeu Wu.-sch auszusprcchen. daß sie auch weiterhin Ihre reich gesegnete ui d de» donkdorftca Verständnis begegnende W'rk amkeit in uutirer geliebten Gemeinde fousetzeu und den uralten Glanz des Frankfurter Rabbjnales weiterhin erhalten und mehre» möqen.' Wentße» HS Hcn Robb.-Kand. Dr.kHugo Krakauer, Hörer des juk-.-tveol-Seminars iu Breslon, ist zu« 2. Rabbiner an Stelle des jungst oerst. Rabb. N'fchkowski gewählt worden. Der Gewählte, der sei» Amt bereit» am I. Mai airtritt, war bisher bereits als Hilfslehrer an der Religtonsschule I der, Breslauer Syuagogen-Ghweinde uud in Berttetung des als Armee-Radbiner einderufenen Rabbiners Dr. Sali Levi als Rcligtonelehrer am stüdt. Rralgymuafium am Zwinger beschäftigt. Gteiwttz- Herr Rabd.-Kaud. Dr. Samuel Ochs. Hüter des jüd.-theol. Seminars in Breslau ist im März zur Vertretung des erkrankten Rabbiners Dr. Münz hierher de» ru'en unk> h..t denselben auch während der Feiertage in seinen amtlichen Obliegenheiten vertreten. Zaltowitz Herr Rabb. Dr. Jakob C o h n ift am 23. d. M. im 73. tcbcnsjahre nach längerem schmerzenvollen Leiden sanft enlschascu. Metr als 44 Ivtzre bat er als der erste Rabbiner in Kattowitz st gensreich gewirkt, durch Frömmigkeit, Wohltätigkeit und opleroolle Hiagabe an seinen Beruf weit über den £rei< seiner Cemernde hi, «rus geachtet uud geschätzt unter seinen Amts, qeuoffr N. wie in der dreitschen Judenheit. Insbesondere hat ferne Gemeint, die zu ihm. dem Seelsorger und Lehrer ganzer Geschlechter mit Stolz empordlickte, seiner Anreguag und Mit- Hilfe die Begeüudung aller ihrer E.nttchtungen »nd Anstalten ru verdanken, die er gepfiegt und zur Blüte gebracht hat. Ale Bo, fitzender M Oderjchlefiscken Rabbinerverbandes hat er " geme ufa« mir dem Le, bände der oderschles. Gemeinde an der Hebung det Rttig»ontunteir,chr§ miigewirfr und der Wanderarwenpstege seme besondere Aufmerksamkeit gewidmet nnd mit arcßer Geduld sich den Intereffen der Armen gewidmet. Als Kurator des Daiseuhausrs in Rydnik hat er die religiöse Erzieburg der Warfen gefördert. Boa vornehmer Gefiannng hat er friedfaiig seines Amtes gewalttt und dadurch dre Liede aller gefunden, dre mit >h» in Beziehung traten. Für Oberschlefiea bedeutet sein Hiuscherdcn ernen schweren Berlnst. Lrhrer »»ft Lch»Ir. ß Die »mstan» ». ^iklakaffe für bie»ea»tm »er gogengemeintze« Hllprenhe«» (SeldstLndrge PenstonSkoffe im Sinne tz 336L de« Ungeftellreuverficherungsgesetzes) hot ihren PeofiovLren eine Krieg s-Lcornngszo läge von M 13.— monatlich gewährt. / i

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