Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- 13 (30.3.1916)
- Date
- 1916-03-30
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Ul I ,.WI M»,.| IIMscht vokrMmP jSIPf" 5** Wiffenschast. , Bratea, M 90. Bttr) WO. Sk. V Oos 3a9ntaa ob «ißt >schaft«ch«, pr«Mt» »1 m *itf. O. S t« e«f. BtlOd find nn» die Problei «, »eiche» Sn die »nfgaben der Wissenschaft oom'Judentum kü» der», Aunkennnng ali selbständige« Lehrnnd Korichung lbebiel wir hie» eiotreie» 7 Die «,i»o»! auf diele &ra( : hängt Mn kn >»«de»lung W geschichtliche» Begriffe« Jndenl ,m ad. I» mrittfien efn»? getnßt ist »nie» Indent»» die zesamt« Kulturenwtcklnng zu Mtftckn, di« «an den Tagen ö ste«. M Geistigen Schdpfti« Israel«, hnnbfnhrt bi« in da« Kenenneaildleben de» in den Kalnirrn de» »len »nd diene» Weit eingedennen Perttetre M jgdstchen ethifchnninerfale» stonotheismn«. Im enger» Sftne pfi-gt man ade» jetzt nnie» Indent»» die Zeit MN de, Umbildung I! oelt in eine» geistl lden, Kichlichen Gemrlnichift nach de« Zulammrndruch de« > illannl-ftaatstche» Lebe»« im Jahre 588 bi« zur Gegrnwutt I »e, stehen, oder nach enge» die Periode feil der endgültigen L feitiguvg d.- ant k-tallilchen Farmen feine« Gottesdienste« nnd liier nnuonnl politilchen An- Ipinche durch die Katastrophe dl l Jahre« 70. ». Ihr. Die erste dieser beiden engere» Abgren nngrn dürste die geschichtlich richtige fei». Iber ia «der fa. di »iffenschnstliche Erfoischaug diele« ßiftorisch ge mir denen Inden! um« ist nicht zu denken ahne ständige Beziehung nnt feine gros t Vorgeschichte in der nationalen nnd religitien Entwicklung de« alten Israel, «er alfa zu den Problemen «er Wlff.'nscha k ao« Judentum selbständig Stellung nehmen will, mutz erst inmal ,u einer gelchichllichen Gefamlanschaniing oo» dem Alte um Israel« gekommen sein. Erft dann ist er befähigt, die aftariiche» Ericheinungen de« mittelalterliche» und neuMtlicheie Iudeutum« — diese An:- »rücke natürlich nur im Sinne gelchichtlicher fibgrenznng na» Kitwickiungspnioden gemeint! — zu »erstehen. Sei» Sage ist dann eingestellt ans die nieten Verbindungslinien, die, »»ter der Oberfläche der jeweillgen geschichtlichen Lebeusänß» runge» «erborge», »on erner Verirde zur anderen laufen und fa de» steferen' organischen Zusammenhang de« Einzelnen »nd scheinbar Isolierten mii Lebensformen der älteren und älteste» . Gntwicklnngsssnfen «errate» Uta» kann z. L. die religidse Wertung de« vefchneidnngs-i Sabbat- »nd Speüfnitn« noch ü» modeinen Judentum sehr aufgestärtn Haltung nicht geschichtlich begreifen noch mürdige», 'wen» man nicht au« »er Geschichle gelernt hat, daß diese religidsen Leder,«äutzerunge» urittestn Herkunft durch di« prubhestsch-pricsteriichen Rcformdeftredungen de» Zeitalter« Ezechiel», in denen mir die Keimzelle der geistlichen Semeinschast de« Judentum» zu sehen haben, fast fokramenial-kirchtich« Bedeutung erlangt haben und Hatz fie seitdem durch di« Jahrtausende hin die stärksten Tiäger de« besondere» jüdischen religidsen Gemeftschaftsbewußlseinö g«. morden find. Die wistenschastlicke Erforschung dn Vorgeschichte de« Juden»,»« — seine» »lterlnm», wie wir fernerhin kurz sagen wogen — hat fich nun «ästig selbständig »nd fast ganz außer, halb dn jüdischen Selehrtenwelt vostzoge», ja zum Teil in ledhaster Bekämpfung durch diese. Eie setzte nach schüchternen »nläufen seit dem sechzehnte» Jahrhundert st» Zeitaltn de« tztglidnaliamu« kräftig ein uud ist in der Hnupstache die geistige Artest deutscher und engkischn theologischn Forschn de« neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert«. Krüh«, leisteten badet die Orientalisten merioollc Hilft, soweit nicht die Theologe» selbst gleichzeitig tüchtige Sprachnnd <u»ursorfchn waren« Reneiding«. seiidim ein« gioßangstegte vt ganisat,on-dn Wissenschost den'ölten Orient mit der Küste seiner politischen, wirtschaftlichen. religidsen lind kulturgeschichtlichen Eischeinungen zu neuem Leben erstehen läßt, hat fich zu de» Oncntaliften dnHiftorik.r, der stiechtdgeichichiler, der Archäologe, dn Geograph und Raturfarschn, dn Architekt und Ingsnieur al« fteudig begrüßter Mitarbeiter gisrstt. So schaffe» zurzeit Biele geistige Kräfte vnüint a» dem Werk, Israel« politische, wiitschasilich«, lech- »tsche und geiftige Kultur dem Geschlechtnuserei Tage zu erschließe». Air haben auch inzwischen gklnnt, daß man diese israelitisch« Kullnrcntwicklung nicht isolier» betrachten und Patch, falschen bars, sandnn tm Zusammenhang mst jenn große» geistigen Sesamteischeinnng, dnen wechselnd^- Leb-noformen wir durch Jahrtausend« zwischen dem iranischen Hochland« »nd den Küsten' de« dstlsthen Msttrlme-re«, zwischen de« Srweme» und hem Rtllunde in daunnder Beziehung stehen sehen. Da« ist die Ult.rieutalirche Geifteekustur, -in ihren Erscheinungen nach Bälle,» und Ländern charakteristisch »nschieben, in den Grund, gedagken de« Weltbilde«, dn religidsen Welldetrochtung und dn htdne» L,den«gestaliunge» eine innne Einheit, in ihren geschichtliche» Snästrahlungen dl« heute st, wichtigen Einzelheiten aon »nuerwüftlichn Lebenskraft. lS.r>i-m>-i« l»l,t> - Stliffioßtri listH VeststMSt. dl. li Sm 13. 3. hielt in Luzei» in der Gesegschast für christliche» Kultur Prof. Me Yen der gemen öffentlichen Bortrag über .Religiosität und Keutrulität bei den Propheten im jüdische» Pusterftaote' Wie dn Vortragende bemerke, bedingte wohl dft Natur Palästina« durch die kein« grbßnen Hafenlag»» zalaffend« ungegliednte Küste und durch die »on Wüst,» und hohen Gebirgen ^bildeten Grenze» de« Lande« an fich ein« gewiss« Shgrschlofienhnt, dft der setbstäudigen religidsen Ent. Wicklung dn Israeliten und ihrer Bewahrung de« «anothei«. «u» in hohem Maße zugute kam; dessenungeachtet ist abn Israel durch seine Sage auf einer >„ natürlichen Brücke Mischen Afrika und Sfie» doch zu rinn Srt Pufferstaat inmitten dn abwechselnd fich geltend machenden »üchttpn «eiche dn 'Ass,rer, Babylonier und »egyptn grwordeu. »an den Tagen dn Stichln an habe» »ahn estrficht,ge Männer n»tn den Jir« estten dft Notwendigkeit beton!, fich »on dn Interessensphäre dn mächtige» Nachbar» möglichst fern zu Hallen. Zns den eifrigsten Befürwortern dieser »rt Neutralität gehör« »ach de» Berichten dn Bibel sowft »ach de» Erarbniffe» dn neuen Geschichtsforschung »er Prophet Jesaja«. Mit demftlbe» Effn. mst dem er gegen Ungerechtigkeit »nd Sstrenlofigkeit »»d gegen rer» ftmak Bnänßerkichung de« religiäfe» Leben« zu Felde zog. warnte n auch dft Könige »am Inda «ar Bstüdnisse» »st Nachdarstaate», »m die fi« abwechselnd oo» den Aethlopiern fm Land« Knich. »o» de» Sffyrern und den später fich geltend machende» Babylonlern angegangen wurden, und selbst dem fromme» König Htdkia stellt! n ali Strafe für seine» festliche» Empfang einer babylonische» Gesandtschaft die Segsührnng seiner Nachkomme» i» die babylonische Gefangenschaft in »»«ficht. I» ähnlichem Geiste snchte späier Inemin« dem tmmn mehr fich geltend machende» zersrtzende» Parleiwese» z» steuern; abn gnade ihm war «a noch bcschieden, die 8er- »tchtnag der Selbständigkeit de« indischen Staate« durch dft Badylanin z» erlebe». Auch an uu« — so schloß Pros. Meyenberg seinen »orttag — ngeht jetzt die Warnung de« Jesala«, .Stille lm Land« zu dleibenk! Unsere Pflicht ist e« daher, auch Maß zu halte» in dn Aeußerung an fich bnechtigter nationaler Sympathien und »or allem da« Wohl »»d die Unabhängigkeit de« Vaterlandes im Inge zu behalten. Die vrrhSltKifft st«r Jovrs I» MMtlfr«sIes vst» husstkkt Jahren. Nach einem verttaa« »nn A. Gr il n b n p «.Narnberp im Auhemeänurn Verein. Unsere ernste Zeit, dn entsetzliche Krieg stellen Korderungen, die ganz im Gegensatz zu dem stehen, womit man sonst die Kulturstufe der Völker beurteilte. Sonst brnrteilte man ein Volk nach seinen L bki-»qe-«ohnheiten und den hohen >»- fordern»»«», die a» da« Leben gestellt werden, jetzt aber mißt man dft Kulturstufe nach der Bescheidenheit nnd oer Kraft dn Entsagung, dft fich in der Notlage der Zeit offenbart. J» solcher Zeit darf man wohl an den Spruch erinnern: Krage deine Eltern, ftage die Alten nach ihren Erfahrungen und fie wnden dir den Weg zeige», de» du zu gehe» hast. Bescheidenheit und Entsagung zu üben, war dem jüdische» Balke von Jahrhundert zu Jrhrhundert anserlegt Wir staunen übn da« Elend und übn dft Willkür, denen unsere Brüder im Oste» »»«gesetzt find und doch find et nach nicht hundert Jahre hn, daß in Rücndng fich kein Jude ansäiflg machen, ja nicht einmal dort üdnnachten durfte. Die vergilbte» Schrift, stücke der Staaiabibliotheken und städstschen Archive sprechen ganze Bände, sie enthüllen, welchen Leiden und Drangsalen da« Judentum in allen Gauen stet» nuögesetzt war. Bayer» wurde erst 1808 ein Königreich, bl« dahin war e« iu eine Reihe «an Herrschaften zerklüftet, von denen eine die andere in dem Bestrebe» nbertras, den Inden saaiel Geld nl« nur möglich abzunrhmen. Di« audgeftellten Echntzbrtefe mußte» mit schwnem Seltie erlauft und «ersteigert werden. Rednn kam nu» auf eine» Prozeß zu sprechen, dn vom Jahre 1847 hi« 1832 wegen 5 Säcke Haber zwischen dem Baueriz Michael Hauser und einem Juden in dn Obnselbenn Gegend spielte. Dn Jude wurde schließlich zum Schwure zugeiaffen, zu dessen Ablegung eine Reih« ritueller Vorschriften gemacht wnrdan. Er mußte u. a. schwtre», daß ihn die Plagen Aegypten« und all« Flüche dn hl. Thara treffen solle», wenn n nicht dft relne Wahrheit sage. Außn de» Echutzjnde» gab e« »och Talnauzjuden, letztere jedach in verminderter Anzahl. Eine im Jahre I79S »orgenommene Schätzung dn Familien ergab 780 Schutzjude» -und 90 Toleranzjuden «if rnögesamt 5198 Seelen. Al« Gesetz aalt, daß ein Jude nur dann heirate» kannte, wenn eine andere Familie au«gestarbe» war. Sowohl hindurch wie auch durch anderweitige Bestimmungen offenbart fich, daß da« Prinzip anfolgt w» rde, die Indm fich nicht vermehren zu lassen. Ein Kamilftnuat n haitc bei dn Geburt de« ersten Sahne« 32 Gulden de« zweiten 97',', Gulden, de« dritten 33 Gulden und de» «iertei- 50 Gulden au di« Negierung z» bezahlen. Bei jedem Stnbeiall mußten 2'/, Gulde» entrichtet werden. Al« W'ilmeffer für den Gulden damaliger Zeit teilen wir mst, daß man für 23 di« 30 Gulden schau ein Baunnhau« nwnben konnte. Längere Au«sühr»»g widmete Rednn. dn Ausstellung und Tätigkeit der Burnossc» zBorstchns ln dn Gemeind» wie auch im weitne» Negierungdkreise. Ed war ihnen zur ftrengen Pflicht gemacht, dahin zu wirken, daß die Söhne der Inden ttcht Tüchtige« lerne» und.daß der Wohlstand auf jede erlaubte Art geftrdnt werde. Interessant ist nachaerzeichnete» Stückchen: Zwei Juden hatten fich nach Weißenburg begeben, um Geschäft» zu machen, welche« Recht ihnen adgelprache» wurde. Sft sollte» deöhalb kurz «or Eingang te« Sabbattz arretint werden, die Juden aber flüchteten nach ihrem Wahnoil «ll«l<Hause». Den fi« «eifalgenden Xiti«r(itnu erklärte» fie, wir müssen nnsnen Subbuth Hullen und detzhalb könne» wir uu« nicht arretieren lassen. Bon Weißenburg au« wurde »UN verfügt, daß man die Juden Nicht obhall n solle, ihren Keintag zu heilige»; wenn Samdiag abend« aber drei Sttrue am Himmel stehe», solle man fie nach der Wülzdnrg vnbliuger,. Die« geschah. Dori wurde» die Jude» einem »erhör unterzöge» uu» bau» srei- »«lasse». Sa wie ma» in diesem Falle Rückficht ans die religiös« Sei» dn Jude» nahm, so geschah t* durchweg« in audeieu Fällen trotz dn sanstige» Bedrückungen und Auibeulungc». (Wir erinner» hkndei. daß fich i» Fürth dn erste Jude 1538 »iederlftß und Paß fich im Jahre 1615 dft Zahl »er Jude» bereit« auf 1500 permehn hatte. In allen gestläufteu ist fich da» harmonisch« Zusamut-nfteheu aller Konfessionen Fürth« gleich gedlieden. Nicht auf einem Blatte unfern «aterfiädtischeu Geschichte ist esti« Trübung de« religiösen Friede»« z» verzeichne») Die llrkuude» beweisen, daß unsere Barfahreu unendiich rauhe »nd dornige Wege z» wandeln hatte». We« wir heuft in rauhn Kriegdzeit au Eussagungc» zu dulden habe», ist ein Wohlleben gegen da«, wo« dft Alte» zu erdulden hatte». Alle« Knechte» und Drücken abn war angetcul gewefeu, da« IuRuinm ist seine» Idealen ttt» gedliede». Wir find gleich, dnechngt. Uuln« Söhn« und Brüdn kämpfen jetzt gleich ka>! Angehörige» »»derer Konftifiouen für dft Freiheit de« Deut, scheu Botnlanbe«. Möge dft Zest de« Andfiege« und de« Frieden« nicht mehr ferne fern, edeusa abn amh dft Ze«, »w ma» dft «rle^schwnter i» Pflh^Ichar«, »mjchnrftdrt. Ob Kaibrir9«w( SigbmmO* »«d Mt MMscht» 3*9«. Dft histarlsche und f ob! al« i fj enlchaf Ilich« Klasse der Ungarische» Akademie hftll am 4.9. nachmittag unter de» Borfitze Ihre« Piästdeuten Viktor Eoncha ein« Bortrngtfitzuug, ln der zunächst da« korrespondinende Mitglied Anton Aldassy, seine Studie .Die Kuiserkrönung Sigidmund« und die deutschen Inden' vorla«. Die Bestennung dn deutsche» Judeuschaft anläßlich dn Krönung Küster Sigitmnnd« bildet eiue« der interessantesten Kapitel dn Finanzpolitik de« Kaiser«. Die große, sozusagen ständige Geldnot, in dn fich Sigilmuud befand, hatte ihre Ursache teil« str srlner großzügigen Politik, teil» war fie eine Folge »er wiilschafiliche» Zustäud: dn »amalig.'N Z:ii. Diese Geldnal machte eine Si.igerung oer Reichdeinkünfte und die Ausschließung »euer EinkunstSguellen notwendig, und SigUnun» entfaltete in »isten Nicht» Igen auch eine seltene Geniasttär, indem er sämtliche damal« brkunnten üktthodei, dc> Geldbeschaffung nlchöpftt. B-sorder« häufig u»o im großen Mnßstabe machte er Lombardzeschäfte, und zwar nicht bloß »st Jmmabilien, ReichSgutern und Ainkitustt tragenden Rechten, sandern auch mit wertvolle» Mobilien. Seine Gold- und Sstberschätze, ja selbst Gstchenke und Orden, die er von uuiländtschey Herrlchnn erhielt, wurden versetzt. Ost mußte er, um dft Roil-n seine« Aufenthalte« in einer Stadt za decken. Kästbarkeite» verpfänd« >; so gab er deispftl«weise für die während feine« Aufenthalte« in Rürnbng im Iaht« 1431 »an seinem Hofstaat oerzehrien Fische i« Werte von 292 Gulden den dortigen Fischwcibern sechs Knöpf« al« Pfand, einige Jahre später mußte er für ähnliche Schulden in Regenäburg durch seinen ungarische» Odertürhüter Emerich Marczali eine mst Edelsteinen besetzte Krone perpfänden nsw. Zur Ordnung seiner forlduneruden Güdkolam,täten genügten die ordentlichen Steuern nicht, unter denen die ordentlich« Iudenfteuer, die sogenannte Halde Iudeuftener und dn goldene Opferpsennig der Juden eine graße Rolle spielftn und die auch seine Borgängn eingcfordett hatten. Bon den Borgängnn Sigismund« und natürlich auch aon ihm wurde» außerdem «st auch außerordentlich« Iudcnsteuer» eingelrieben, so beispielöweise behüt« Begleichung der Kasten seiner Reisen im Interesse de« Konzil« von Konstuiiz, anläßlich der Kaiserkrbnung nsw. Diese l.tztere Stenn wurde vom Kaiser in den Dokumente» als allheraebracht bezeichnet, ma« abn den Tatsachen nicht entspricht, denn fie koniite bei seinen Boigtngern nicht nachgew es-n werde» und ist zwestello« eine Erfindung Sigismund«. Er verhandelte übn die Frage der »eueu Stenn im Jahre 1434 in Baftl mit de» Berttetnn der Judenschaft, die mit geringer Ausnahme ihre Einwilligung zur Ausschreibung der neuen Eteun gab«». Diese Steuer belastete einen gewissen Teil de« Bnmdgent, respekstve de« Einkommen«, wurde abn zumeist mit einem Pauschalbetrag abgelöst. Eftgeuübn On neuen Steuer machte fich ein große« Mißfallen kund, schließlich war abn die Judeuschaft doch bemüßigt, fie za bezahlen. Ein Teil dn Judeuschaft zahlte bneit« anläßlich dn Gnarungen in Basel, ein anderer Teil der Steuer'abn wurde erst spätn im Auftrag« de« Reichsoberkämmnn« Konrad von Weiniberg durch besondere Bevollmächtigie eingetricbeu. Die Steunoentge erreichten in einigc» Städten eine ganz anfehnüche Höhe. Rürndng zahlte den größte» Betrag 4000 Gulden, Erfurt 3009, Augsburg 1500, Mainz 3000, hingegen zähste di« Franksarter Judengemeinde, die damals nach sehr arm war, bloß 800 Gulden. Konrad van Wcinsderg ve,rechnete dftse Steuer dem Knisn am I Januar 1435 ln Pozsony. Die Berechnung, sowie da« Protokoll dn Bnatuugeo. in Basel und et» im Jahre 1433 aufgenommene« Protokoll beleuchten de» ganzen Bnlans dftfn Steunetnheduug. Sir können au« diesen Dokumenten Nachweisen, daß dft Krönnngssteun mst Abzug der Kosten rund 31,649 Gulden eindrachte, welche Summe in Krouenwährung etwa 2,270,328 Kronen entsprechen würde. Die Steuer wurde bloß im deutschen Reich« eingehoben, iu Savoyen verhinderte der Einspruch de« Herzogs Amadea«, in Jtalftn abn walirscheinlich dn de« Papste« ihre Eintreibung. J» Ungarn wurde diese Steuer nicht eingehoben. Die nneindringdaren Steuerbeiträge wurden vom Kaifn seiner Gemahl» Barbara überlassen, die ihre Eintreibung durch besondere An«- aefandte, lMier denen fich auch Josef, der Radbinn van Ofen, befand, versuchte. Mit welchem Erfolge, darübn liegen keine Bnichte Var. Der interessant« Borttag fand äußerst lebhafte» Beifall. Da« ordentliche Mitglied Ladislaus Fejsrpataky ia« hinauf die Stndle de« Gastet Univerfitättprofessurt Stefan R. Kif« .llcdn da« Palattnalgefetz de« König« Matthias'. Die Auth-Ntizstät diese« Gesetze« wurde »on vielen, damntti auch von Kovachich und van Fraknoi bezweifelt. Dn Autor nimmt für dessen Abthentizitäl Stellung und gibt derAnflcht Ausdruck, daß diese« Gesetz im Jahre I486 anläßlich der Wahl de« Palatin« Emrich Ezapalyat entstanden ist. Zn seiner Stndft erörtert «tif« aif Grund diese« wichtigen Gesetze« und dn fvätnrn Rechtsdräuche die Umstände der Palattuswahl und den Rechtökret» der Palatine. Auch dieftr Borttng wurde mit ,rohem Beffoll aufge- »»»»«. _ StattfHt. Au« de» Hpasnaer MerwaNu»«ab«richt für 1914/15. ist zu «utuehmeu: Die natürliche Bevälkeruugäbeweguag hat i» Bngleich »st de« Lorjahr« wftdn adgeuommeu. Dft Zahl dn Ledeudgebusteu betrug 1914 — 4795, dn Sterbesäll« (ohne Totgedurftuj 3189, der Slerbefölle MN Kinder» I» erste» I hie 376. «on den 4795 Gednrte» find 65» - 13,7 Pr»i«»t unehelich, gegen 15,4 Prazeul de» Barjnhre«. Da« vekenntui« dn Elin, dn 4140 eheliche» Kuder war in 38 t Fülle» >oa»gelssch, ft »044 knlholifch »nh 55 »ojaifch, gemischt ft 150 Fällen. Dn Konsesston »och moren von de» Berüvrbenr» 804 eoongeiisch, 9346 kochdtifch und 108 Niosaijch. — tt wurde» 1079 «fern Schlosse», »OMo306rrft fisch, 658 rei» ftlhMtfch «ft 33 ftft «ojolsch.