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Jüdische Volkszeitung · 1916-02-11 · 6 (11.2.1916) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
22 (1916)
Issue
6 (11.2.1916)
Date
1916-02-11
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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intifdKjMbytom«. Brote«. freu n gttnwr 1916. Or. 6 zrmlkkrich. ' fi* yirimhmmyt tn ycriier IMffllU**. ßm Uppe«cllO»sveOzest — — 'Ser Brief darf Wetalaaeute» «x Me tylallld«. — Unwayre Behaupttwae». - EM Gefetzexiwxrf 1» dtt fr«, zdsiiche» svmmtt, — Der midtuuqeue vahrdettsdewei«. — Da« lllleil.) Bar de« Pariser Apellaiionsgerichtshos ka« vor einigen lagen ei, Prozeß zur Verhandlung, den vier Mitglstd« »er Familie Rothschlld, die alle Gesrlschafttt depElankhauset Roth, schtld sind, gegen den Metallagente» Samuel »hei Ranenheim angestrengt hatten. Im Mouah J»»i des vergangenen Jahre« war Ranenheim «ege» Berte,»dang der Ankläger zu drei Knutta Mfängni« «il Anwendnng der »r Baangtt, *00 Krank Geldstrafe und 2000 Kran« Schadenersatz gegen- «der de, Klägern NN» zu fünf Vtttffeullichugen seiner Strafe in de» de deuten dsten Zeitungen von Pari« »ernrteiU Worden. Dje Rothschild« «arm vor Gericht durch zwei der »ielbeschästtgssten Advokaten,o. Pari« vertreten, von denen der eine, M ehe«alige Präsident der »dvokate»ka»»tt, Maitre Du vüit, war. dev all Advokat der streng orteanistische» kstiftoki-senfa«>tten dekannt ist. Da in Frankreich Zeitu,g«herichte Me» Ehren beleidigung«-' und Vttleumdnugsprozeffe nicht gestattet sind, sondern blvtz die volltvhollluüe Veröffe»vichn»g de« Urteil« ohne Gtoifieruug möglich ist. s» kann «an sich ht»h av« de« llrteUe. da« «tauenhei» «il zwei Stauten Ge- 'ängni« ohne die Milderung eine« Ansschnde«. 200 Krank Geldk rase, 2000 Krank Schadenersatz gegenüber den Kläger» und . ns Vaöffenüichunge» de« Urteil« in den Zeitungen bestrafte, ei» Bll« de> Vorgänge machen, die zur Erhebung der Anklage geführt hatte». I Ranenheim war di« zn« Jahre 1010 lange Zell als Metallogen! «„ de« Hanse «iathschll» in Verdindnng ge»esen.. A« 10. Okioder >014 sandte er »n» de» vankhan« einen Brief, »er Vorwürfe, Drohungen nnd flehentliche Briten enthielt. In.dem Priese schrieb er: .Ich habe 25 Jahre hindurch znr vagste» Zuftiebenheit mit Ihnen geardeitet. Ich habe in sehr »eile« Ratze m tigeren kt Ihre» Blei eine» Atsotzmarti z, dersrboffe» Dank mir baden Sie die Lleipradulitvn »hedlich vergiätzern kianeu. M.ine sranzdsttchen nnd rvglrsche» «fesrtäftvfieuude. denen ich Ihre. Bleiprodukte sin d>» Jahre 18»8 »e,kaust habe, veilaugen nicht« Brstere«, als biefes Beziehungen aufrecht zu Hallen. Ich bitte Sie NU», sntdrsantere da ich ia «erjage bl», Ihne» «der die Abnehmer Jhre»-Bleie« sehr detaigierte Angaben zu machen, mir nicht blitz »« bisher de» Bit kauf Ihrer Bleiprodukte zu« Telle, svnder» in seiner lallen Gäoze zu i der lasse».' Dieser Bnes blieb ahne Antwort, nnd in de« Etilschweige, de» Hause« Rothschild sah Raueuheim «il lliecht erne Weigerung, chn al» Agenten »ieder in Dienste z» nehmen. I« tilgenden Dtvnat. a« >7. Novemdtt 1914, sandte nun Rnuenhenn an den Etaateanmalt eine» Brief ab. ia dem er »an einer metallurgischen Gesellschaft von Frankfurt am Ptain sprach und sie al« den Agenten de« Hause« Krnpp dezeichaete, in de« er ferner den Brüdern «tolhsehlld »orwarf,. seit dem Jahre 1010 diese .Mrtallgtsellfchaft* mll dem ausschiietzliche» Verkauf de« Bleie«, das au« ihren Minen von Penvaroya kam, bettant zu haben, und ferner denlete er in diesem Brief ganz bedtlich an, datz da» Hau« Rothschild seil de« Kriege seine Geschäsltdeziehnngen mit de» Feinde» Frankreich« unter de« Deikmamet der anonymen Gesellschaft ,keua»ro/»-LoUöo I» Nickel*, welche Mitglieder de» Hause« Rathschild »nt Angestellte diese» Bankbanle« in ihre« Verwoitungsrol habe, forlgesetzt hätte. Im Januar uud Febrypr 10 Id sandte Ranenheim. de« Etaatlanwalt neuerlich mehrere Briest, ia «eichen er der Gesellschaft Rothschild v»r»«rf, im November 1014. »Iso tereil« zu Krieg«zeiten ein Schiff fiir da« Hau« Krupp gechartert vud mit Blei beladen zu hadgn. Einige Tage später wurde aus Angabe Rauenheim» hin er» Gesetze« vorichiag in der Depuiitttenkammer von einem Abgeordneten etngedracht. der zum Telle wörtlich -die BorwörseRaueaheim« Wiederholte. Ranenheim sandte diesen Gesetzentmurf an .alle grotzen Exrcte« »an Pari« und knüpfte daran Bemerkungen, in denen er sagte i .Ohne da« Zusammenarbeiten der Rothschild« mit kleullchlaud märe der teWunbernswürdige Ansturm der Kinder Frankreich« gegen die Grenz« wirksam gewesen. Der Beroei» Verbrechen« gegen da« Vaterland ist gegeben nt» wird den Archiven de» Parlament«, wo »nch die Schande der tschild» niedergeschrieden ist. nicht «ehr verschwinden.* Bei der ersten Be,Handlung hat Ranenheim nicht bestrille», Autor aller dieser MHhenschaften gegen da« Hau« Roth- ,»d zu fi in und lochte! einen Wahrheitsbeweis anzutreten, ui« Wahrdeilstewer« mißlang »der Ntgltch nnd a« Schluffe ersten Verhandlung konnte der Vorsitzende aussprechen. datz r Angeklagte bei seine» Bedauptunge, UN keinem ander» edanken geleitet war al« de«, den Klägern in ihrer Ehre >d vitlleichl in Ihre« Lebe» za schaden. I» de« neuerlichen Neil sprach der Gerichtshof au«, datz dst Schul« Ranenheim« «ll »ml» gidtzerer Strenge verurtelli werde» müsst, al« den al» un«ahr erwiesene» Behauptungen in eine« Moment wie dem gegenwärtigen, i« Verlaufe eine« Kampfe« wie Die« der Weltkrieg sei, eine besonder« grotze Bedeutung znkomme, da sie aus da« tiefste da« öffentliche llrteil Mer die Kläger z» »ctBinffl imstande waren. Aus disstm Grunde wurde Rauenheim zu der »den erwähnte» Sttast verurtelll. dst der Augeklagte innah«. JHe jüdische» Deputierte, Der Pariser Korrespondent der jüditch-eussische» Zertung .JewrejtkajaNetzjelja* wandte sich an eine» bekannten jüdische» Deputierte» de« ftanztsischr» Par» laments, um ch» »ach den Bezsthnnge» der jütischen Deputierte» de» sranzäsischeuPartameut« zur jüdische» j»«i»R»tzl»»d zu stageu. Der Deputierte anttdortete folgende« : .Bist, »1» fta^tsische« Depettstrten. fällt es sehe schwer, Ihre Frage zn beantworte,. Da» Mute al« Eimntschnng ia dst innere» Angelegenheiten eine« fremde» Stute« gedeutet werde». Ich brülle der Sache, Hst Sst verteidigen, meine »alle SympRhi« aut; Gst müsse, aber »«stehe,, »dich, Varsicht ich bat« üb« »mtz^* Der Korrespandent behauptet, »atz diese Augst vor dffenttiche» Ans. tteteu ln jüdisch-russischen Augeieaenhrllen. da« jetzt nicht ohne polütsche Bedeutung wäre, auch für dst andere» fünf jüdische» »bgeardnete» de» französischen Parlament« charakteristisch sei. L»glart Pst -atzre»»ers««ml»»g »er Zngla-Aewistz Assveiati», in ^inerpaat. iMoatestore »ad Gastet.) Unter de« voisitz von Herrn EI au de M out esi »r e nnd unter zahlreicher Beteiligung wurde am 12. Dezember ia Liverpool dst Jahrelvetsam«lang der Anglo-Jewish-Affocietinn adgehalle». Mr. Staude Moatefivre sühne in seiner mit stbhastem Beifall »ufgenommenen Ansprache Folgendes au«: Angesicht« der jetzige, Zeiten u»d Berhältniffe «äffe er für leine Rede sichde«Wone« bedienen: .Reden ist Silber, Schweige» tstGild*. Ueder Vieles, wo« kr sage» Mächte, wa« der Versammlung neue Begeisterung gebenkännte, müsse er schweigen, »der da« lltzesenttiche sei ja die > r b e i t. die bisher von der A.J.A. geleiste» worden sei und über den Stand der Atbell knnne er sprechen: Durch den Eintritt der Türkei in de» Weltkrieg ist da« Arbeitsgebiet der Anglo-Jewith Affvoiation begrenzter gewmden. Trotz vieler Bemühungen gelang e« doch nicht, die Eveline-Schule in Jerusalem, die schönste nnd segensreichste Schöpfung der Affoeiatto», wetterarbeiten zu lassen. Sonst aber ist die Arbeit überall ausrechleihalten worden nnd bst Schule» in Indien, Aegypten nnd Marvkk» bitte» Sentren der Eivllilation. Ja Aegypten wird jetzt sogar »ehr getan al« ftther: für die Kinder drr jüdischen FÜichtlstge au« Palästina ist unter der bewährten Leitung Frl. Laadau«, der ehemalige» Vorsteherin der Jprusalemer Schule, eine Schule eingerichtet worden, die viel Segen bringt. Herr Montefiore berichtet sodann über dst Arbeit der ,Jca*. Die kolnaisatorische Tätigkeit dieser Gesellschaft mache, trotz de« überall hindernde» Kriege«, sogar Fortschritte, und mit besonderer Genugtuung könne die Entwicklung der Kostnien in de» V«e«,gien Staaten, Eanada und Argenllaie» konstatiert Werden. Vielen Schwierigkeiteu wird man uch z» begegnen habe», abep «an dürfe zuftiedra sei», datz man eine solche Zahl langsam sich entwickelnder jüdischer Sentren jenseits de« Oceaut schaffen kannte. >l« Vorsitzender de« Lonjoint Foreign iommiltee berichtet Mr. Montesiore, datz diese« Somitö alle nötigen Schritte unternimmt, um bei der kommenden Friedenskonferenz vorbereitet und gerüstet zu sein. D« Emanzipattonl- »rbeit des Eomllö« erstrecke sich auf die Länder, in denen die Jude» noch nicht die Gleichberechtigung besitze», und die größte Aufmerksamkeit werde auch Palästina gewidmet.. dem Lande, dessen Schicksal so vstle Inden mll Liebe nnd warmen Jntekeffe verfolgen. Za« Schluffe richtete der Präsident nochmalig die Bitte an alle versammelten, durch Beitritt nnd Stärkung der >aglo.Jewi»h Affoeiation z» dokumentiere», datz man bst Arbeit nnd de» Zweck der Organisation zu würdige» »erstehe. Der Ehacham De. G a st e r ergriff darauf da« Wort zu einem Appell an die Versammlung, in de» er etwa folgende« ausführte: „Du« ist der Zweck der Anglo-Jewish Affoeiatton? Da« ist ihr Sinn 7 Warum kommen wir zu euch und bitten um eure Hilfe 7 . . . Wir muffen da» Elend unserer Brüder lindrr», und es liegt an euch, so gründlich Hufe zu bringen, datz all das heutige Furchtbare nur »och wie ei» Schatten hinter un» liegt, der dem Sonnenschein weiche» mutzte. — Wir haben euch gesagt, datz, »ährend wir hier unser Recht, da« nn« zulommi. geniesten, unsere» Brüdern, in anderen Länder» diese« Recht »orenthalteu wird. Während wir aus dem Schlachtfelds für Recht uud Gerechllgkeit einer jeden Rallon unter derSonne kämpfen, damll sie einen Platz an-der Sonne-, habe, kämpfe» wir auch für »ns. Der Jude, der heute kämpft, hat da« Rechst die Privilegien nnd die Rechte diese» Lande» zu beanspruchen. Was leistet die Anglo-Jewish Affoeiatton 7 Erzieherische Arbeit! . . . Aber wir miffen weitblickend sei», wir «offen wisse», datz die Wohltat der Erziehnng. die eine Hellung de» Geilles nnd de« Herzen« erstrebt, für den Auaeadlick gut ist. für morgen beffetz, datz sie aber für zukünftige Zelle» noch tausendmal sege»«reicher wirke» wird. Denn da« mutz dst zweite Seite de« Erziehunglwerkes sein: nicht nur Berücksichtigung des philanthropische» Gedankens, sondern »uch da« Bewutztteiu de« nationale» Werte« dstser Erziehnng«- arbeit. Es wäre vielleicht besser gewesen^ wen» Ihne» »er Präsident wehr davon er zählt hätte, datz dst Angln-Jewish Affoeiatton nicht nur für »st Emanzipation de« Geiste«, svndern auch für die Emanzipation de« jüdtsch-natioualc» Bolkskörper» in der ganze» Welt arbellet. Wenn späterhi» die. jüdische Frage didkutiett «erden wird, «üffe» wir einen klaren Plan über unsere Minimal-Fordernnge» habe». Wir misse» danach streben, dytz, während wir für Emanppatio» aller Nattotte» mllkämvfen. wir stldft beim Friedenskongretz nicht vergessen werden. Ich würde e< gern sehe», datz da« Somit« sein Sage auf da« Land unserer Väter richtete. Ich würde «eine Freunde gern davon Überzügen, datz sie. wenn eine volklmaffe hinter ihnen steht, ihre Korderungen an den Friedentkingretz wirinng»voller gestalten können, al» wen» einzeiae Organisationen vorherrschen. Sir wollen vor Europa trete» al» eine „geeiute Nation" »ad sage, : „Da« ist da», was wir al« unsere Minimalfoderaageu »ettachten. svwell Recht und Gleichheit in Bettacht kommen*. Jetzt ist dst Zell gekommen. »•' die jüdisch-nationale» Aspernttvnen nicht vernichlälfigt werden dütfe». Wst haben »n« zusnmmengefude,, in z» erziehen, zu „terstützen. um Licht in die Finsternis g, dringen, nnd Recht und Gerechtigkeit in die Welt. Das sst da», wofür die Affoeiatto» bermt ist. zu arbeiten, »btt wir hoffe» gleichzeitig, datz der Tag kommen mtge,:»» dem es dem Jüdischen Volk mögttch sei» wttd, sich selbst in entschstteitt Weife höre» zu lasse,, um dadurch »nsere Emanzipation ,, einem endgültt^n Abschlutz |a krt»*e», ewigwthrend. sowell es ill meischüchtt Vkncht steht. I» dies«» Gimm «etechRitz» ich mll Freude de» Antrag znr Annahme de« Berichte». Die »ulführungeu Dr. Gastersi wurden «ll stdtzafteu Beisallsbeknndugen ausgenommen ' Engkisch« Kammesetftt. Welche« Schicksal dst Kunstschätze Athttt« seilen« de. Fntentettappen bedroht, ist Ittcht au» d« »rt zu schlietzen, wst ^Engländer und Jtalstntt ia vttgaugene» Zeiten dort gehallft haben. Bel der Belagernug von Akropolis durch die Beneziantt uattt Mreossini i« Jahre I«i»7 wurde dtt Parthenon »^ der Mittelbaa btt Propyläen in Trümmtt gelegt. Lätzt sich hstrfür »och kttegerische Rücksicht »da beffn Rückfichtslosigkell als Enffchnldigung anführen. so hat doch aus dem englischen Namen einen unauslöschlichen Schandfleck hinterlaffe» die Raubgier, mit da Lord Elgin die Skulpturen de« Parthenon llntztde« Eeechtheion zerstörte, um diese noch heute »ach ihm benannten »Elgin Marbles* Isis als mühelosen Trinmph heimzubringen. Noch heute liest man an eiatt Säule de« Pattheuon« Byrons Entrüstungsausbmch übn diese Schändlichkeit: ,Q»od non koaoruut Gothi, id kdoaraut Scothi* jElgiu war Schotte). 181« wurde diese Ruubbeute vom englische» Parlament für da« Bttttsh Musen« augekaust, al« deffeu Kurator Elgin 1841 gestorben ist. >l« Nachttaz diene dst Erinnerung an den von England bestellte» Einbruch in die untenrdische» Räume de« Tempelberges zu Jerusalem, dtt eine tthebltche Erschwerung de« Besuche« de« Tempelplatze« für Fremde znr Folge hatte. R. X J Bnftlari. Flusffsche Ereuottateu Mio», 23. Januar. Au« dem Kttegspreffequartltt wird gemeldet: Au« dtt reichen Sammlung amtlicher Bttene über die russischen Schandtaten in Galizien und tu dtt Bukowina sei folgende protokollarische Aussage eine« städtischen Beamten al« desondtts charaftettstisch wstdttgegebeu: 4 Mose« Tanneabaum, Stadisekretär in Kotzmann, gab üb« dst Lehandlnug der von de» Raffen nach Nordostgaltzien verschleppten jüdffcheo Bewohner folgende« zu Protokoll:. .Ich bin am lö. Fedrurr 2 Uhr morgen« von russische, Gendarmen »u« dem Bette geholt und mit andere» jüdischen Geiseln nach Galizien gebracht worden.' Ich und meine Schicksnltgenoffen wurde» auf dem Wege von de» e«k»nittenden Soldaten schwtt «itzhandelj. Ja Zale«zrzyft wurde» «0 Personen in einen uur wenige Quadratmeter faffenden Arrest gesteckt, wo wir wie Heringe znsammeagedrtnal, bst Nacht bleiben mutzten, um am nächste» Tage weiter nnch Nordostgalizien gebracht zu «ttden. Dort blieb ich ungefähr ■/, Jahr und habe mit eigene» Augen gesehe», welche Schandtaten die Russen an meinen Gtaubeusgenoffen begangrnhaben. Nur dst schrecklichste» Greuel will ich hstr erwähnen. >m 27. April wurden in her Nacht i» Zaleszezyki sämtliche ö000 Juden. Jüdinnen und ihge Kinder zusammengettiebe» und au» Zaleszezyki ausgewiesen. Ätz würden uattt Eskone in dtt Nacht in dtt Richtung »ach Tluste getrieben. Kosaken, welche die trauttge Schar eskortterten, schlugen die Greise, welche nicht rasch genug gehen konnten, blutig. Oft stachen auch Kosakt» in die Menge, wenn sst sich »ich! rasch genug fortbewegte. Selbst dst kleinen Kiuder und Feinen vlstden von Nagaikahieben nicht verschont. I» 14 Stunden wurden so von schwachen Grttsen, schumngtte» Fr»ue», kleine» Kinder» und »»deren 40 Kilometer, zurückgelegt. Ein Teil dtt armen Geschöpfe blieb vor Hnngtt und Durst eutkrästet liegen. Ja dstsem.Zage befand auch ich mich. Ich habe es »iterledt, wie iw Jnli « Ulaszkowcr, Jezittzany, Jagieiuica, Tinste und Ezortkow, wo die mitgeschlepptea Jude» au« Zaleszezyki und SN» in Buden, Scheune» und Stallungen wohnten, die Eholtta wütete. Infolge Hunger«. Kälte, gsn zlich unhygienischer Wohnungen und soastigtt schlechttt Berhäütiiffe, uattt denen diese Juden lebten, onderttseiti wegen de« Mangel» jedtt gesundheitliche» Matznahme von russischtt Kelle, ginge» ’ in ganz kurzer Zeit mehr al« 1000 Jude, an dieser Krankheit zugrunde. Die Kind« dtt an Eholtta verstorbenen Elstn wälzten sich z» Dutzende» im Staube der Strotzen und bettelten um Brot. Dst v orbeiziehende» russische» Osstzstre und Soldaten schlugen diese Kindtt blutig. Die übttlebenden Juden wurdest von de» Ruffe» z» Schanzarbeiten am Eertth gezwnnge». Selbst dst Echwerftanke» wurden dazu genlllgt. ko war ich im August Zeuge, wst «wei russische Soldaten einen kred«kranke» Juden aus dem Bette holten und ihn zu Schanzarbeiten schleppte». Auf dem Wege stürzte tt zusammen, Blut entquoll seinem Munde und in einigen Stauden war tt tot. Uattt furchtbarp» Miß- Handlungen mutzte» die Schwache», zu Schanzarbeiten nicht mehr genug kräftige» Leute von s Uhr morgen« bi« 8 Uhr adend« grabe». Fortwährend wurde, sie von den Kosaken geprügelt. Sie wurden »icht beköstigt, e« wurde» ihnen uur 50 Kopeken a» Lagelohn zngewstse». von dem die Hälfte, manchmal auch da« sistnze. nicht »»«bezahlt wurde. Ich weitz bestimmt, datz ,n der ttstea Zeit zehn Juden au» Suwtyn au Huagtt starben Vergewaltigungen waren an der Tagelordnug. Ja Malzkowce käme» an einem Tage 30 Sergewalttgungen au wehrlosen Frauen und Mädchen durch russische Soldaten vor. nachdem dst Mtuatt uud Eltern vorhtt au« den Häuser» gewaltsam . eutsernt worden waren. Zweimal wurde» kaum 12 jährige jübffche Mtdehe» i» Gegeuwatt dtt Eltern von russische» Soldaten geutzöchltgt. Bei dtt Eskorte b« Jude» »ende» oft Jübi»»e» ihre» «Rinern entrisse» .»»d d> Gegenwart ihrrr Männer von So Idole» vttgewattigt. In Ulaszkowee wurde» am 1. Septembtt eine Jüdin unb ihre 2 Kind« im >Utt von 2—4 Jahre» von russische» Soldaten «»Iwilig »stdttgestochea, um den, Ofsizitten un» Kameraden ei» Schauspiel zu diest».* Hi« Uttsttzleppte». »DzienuikPolskst* tt sähet,, datz dst »ach Sibststn verschleppten polnische» und. jüdischen Ei,- wohner Polen« i» grotzen Massen nach Amerika »uswauderte». Ans Wladiwostok reise» tagtäglich 200 bi« 800 dstser Familie» auf japanischen u»d amerikanische» Schiffe» »»ch de» Bereinigten Smaten ad.

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