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Jüdische Volkszeitung · 1916-01-07 · 1 (7.1.1916) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
22 (1916)
Issue
1 (7.1.1916)
Date
1916-01-07
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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3HflU Pofl»ytow» Wißmschast und Kunst. Sfftüa». »«, 7. Joqwr |9|6. Nr. I »U ft»qch«u intaQta. »->- 9** *•« *a m*nf4*a *€* MliihM hftft 0» 28. 12. ttaib ihre erste Sitzung wähuenb bd Mod ob. Vnf- Di. Gb, tmaa.Stcllt», kn; an Stete bd ntranttn ftnf. Dr. W Hin Philippsohn bea Oorfitz Mit», eröffnet« 'kii Sitzung i ilt- (fin »»spräche, Inder er zwar seine» Bebauer» Aasdrar aertieh, »atz di« oancher Gesellschaft heeaalgegebeaen Werke a ich nattr de» JMcgtantai etae »tatfung erfahrea, aber a»ch darauf hiawid. daß dieser . aal anfgfjamagm Keltendraa» bei »afrechterhaltang der Cul> tar dien« »erde. Er widwet« d« a den kürzlich «erfturbeaea Geiehriea G. Schächter (Rew Hart) nab Oberbibiipihekür Bros. Leqwid Soda iSreelaa), bessen den! che Pbilo-Uebersetzuag loider atchr gaaz vollendet sei, riaige Herz ich« Geben kworle. Tana hielt Professor Dr. v. 3 ickaal Gotha «inea Por. trog über, .Die stdischen Müazea.' San Härte Ader die wenig deiannte Materie v il Jnterrffaatd aab Reuet, aab dag Thewa gab de« Redner Gelegenheit, eia gut Leis jüdischer Geschwhie and »nltnrgesch chee za erbriern. Die scheu Müaze» Pud, so leitete der 1 »ortragende ein. kü»> »sch» hervorragend schda, aad er zeigte dag an zahir> Lichtbildern, »der eigenartig waren I lese Müuze»aad haben ' stell den »»eitnargforscher and ff aaualer beschäftigt. '■ erklärt <1 sich, daß Mut die jüdisch ia Müuze» eine große ralar »orhaadea ist, zahlreiche -aad» aad Lehrdüeher, »etstenl ta englischer Sprach« rschienen stad. Die grüßt« Go»»iaag jüdischer Müazea best» et sich in Lvobon. Sie ist vor wenigen Zähren aal de» Rot saß bei Saanalerl Leopold Howdnrger aal Franksari a. Pf. ach London geko»»en, and ward Rothschild ha, di« Mittel »a a Erwerb der Saiaaüaog berrttgestedl.. Eine de den len de G lanalaag jüdischer Münzen bestpt saraer Paris, das Gerliner iöaigliche Münzkabinett and dos' PKpzkabinetl ta Miachea. Daaeben find noch zy oeaaen hie Sa»»lang voa Karl Illeier in Offenbach and dis Gawwlvag der Perliner jüdisch«» Ge» etad«. Karz vor »nie brach des lkrtegel erschien der (roße stataiog der Londonek CaaaUtag, so daß d de» Gel htien aad Fort cher »dglich geaeacht »ordea ist, die Loaboaer Schüße za verwettea. - Es stad heate noch »ehrere ta» «ad jüdischer Münzen der ver. schiedenstea »rten aad Forme» vori aaden. Sie erstreiken stchant vie krrrzc Zeit von etwa 200 Jahren Di« ersten jüdischen Münzest, die sogenannten Schekel, eatftand,, zar Zeft der Makkabäer. Mil), vorher benntzten die In en di« Münzet der vdlker arst. »ater denen sie lebten. Wer. »erst jüdische Münzen geprägt Hot, ilt: bil heute wiffenschaftstch , »woadsrrt noch nicht f*fSgestellt-! Die jüdische» Münze», «wohl Silberrate Kapsew artvzen, zeige» eraen Kelch and < »s den Kalt bezüglich« Dar> stellangea. oder Blamen and PL nzen. Rach de» lJahrc 88 ». a. g. 3war den aasschtießlich Kapserw ünzea geprägt, wetl die Rdwer dol Prägen von? inze» I« Edelmetallen allein aalüdiea. Rar während der »r sftünd« 68 dis 70 nnb 132 dil Ist n. u. g. Z. erschienen »ich jüdische Sildermüa^a. »al diesen echte» jüdischen Münze» stad endlich noch die erfandenen Münze» za enoäh >e», die zu» Teil aal dem Iß: Jahrhundert staanaen aab! nach mißverstandenen Beschreibungen bd Talmud äagefchtigt wurden Sie stad tndeffen von den echt«» Münzen dadurch zn uukerscheiltzn, daß sie die gaadratisch« Schrift aus »eise». Im letziku Jahre hat di« Gesellschaft anr ein eiazigd Merk, eine Festschrift zam 70. Geburtslage Prof. Dr. Gattwauul »tt Betträgen vo» Hermann Eohan. I. Lewkvwiß. I. Eibvgeu, M. Svdernheim und de» Prof. Mittwoch nod Bloch, heranIstegedea. Die .Histortichr Geographie Paläftinaef kouate i». folge der Einziehung ihrd Hernnsgeders Dr. Jrkio all Feitz» prediget »,ch> fertiagestellt werte», desgleichen aicht di« Ergtnzungldände zll strnntz' Archäologie', »nch die »besten für dos große Eorpul Taaaailicaj», seien aicht geaogent vorgeschrittea, dagegen definden fich daß aachgelaffene «erk de« Pros. Rtlolaul Müller über dl« jüdisch! lkaiakomdc am Moulsvrrd« ia Rom. die religiouü-phildaphilcheu Lehre» dd Jsaae »bravüael von I. Gnttaman im Druck: mit Uaterstüßung der G«. lelljchast.lst der gsoailische Koavaentar zar Ordnung Tohoroth erschienen. v« SaßeRprs««». Nach elnem »ottrage hi De graazoppeadilmer. »ns Eialadvng bei Franlsarter vereiul für Etatiftik und Demographie der Jaden hält Pnvatdozeat Dr. Franz Oppen- Helmer lBerlin) i» Hotel Echrvaa einen vartrag über das Roffeap'tblrw. Redner begaaa mst einem Hinweis aas die Gielsälligkett der Fsimniiervagea der geschichlGhilo'ophtschen Begriffs ter Raffe. Du eine »affaffaag steht, die Raffe all eia« konstante mei.schlich« Uaterart aa, die. wir, fie einmal geschaffen aurbe. für alle Zelte» an verladen bleibt, währead andere ste als irren Komplex von Eigenschastra detrochlen. der anr allmählich in langen Zeiträume» »eaderange» erführt. Eine dritte Testanion begreift unter der Raffe Eigenschaftea, die »ach dev Umstände» ia lürzester Zett rstrstehe». und vergehe» ltnaen. Der Redner desaßle sich alldoaa mit den oerschideaea Theorie», in denen die Raffe als Faktor: dd Meltgeschichtlichen Enlastcklnaglprozrffd eine Rolle spiel«. Go bin, au, deria der Raffe stoch «was iür alle Zette» Konftaates-erblickte, ist durch seine Irhre za» Erfinder de» .Germaaomanje' geworden, die den Rech weil erstred«, daß einzig bei de» Germanen min Gtoatsdegabang gespracha werden küane. Zaear ist man imstand«, aal der Geschichl« de» alte» Viller mnachd Beweismaterial all Glühe sür die Gobireaaschen Gebaaken heranznaiehea, indes Hot die valvrmeffenschastlche aad erhaogxaphisch« Farschaog seine »astchea durch de» Rachmeis za Fall getrarhr, doch alle geschichtlich handeladen kilker Mischaageu vrrschiedeacr elllüischer Elemente waren paß die Measchearaffea aste alle Ledemesen de» biologische» Gesehen der Earraickluag aater- »arsea stad. Ededso anhall bar stad aach aeaerr Raffen theortea, iasdesaader« dtrjeaigea? di« detzimmt« kürperlich« Raffmr- Merkmale aasfiadi^ mache» wolle». Nachdem dt« Berfach«. von aaaeomischen Uaterjchiedea, Schädelmeffamgea asm., aaszagehea, sehlgeschlagen waren, basierte H. St. Eh a m d e r l a i a sei»« Theöru aas psychoiagstche Grnadsätze. Für ihn ist der «<rmaae edeasa wie sür Godrneaa der Edelmensch par oroeUeuo«, aber er läßt den bei Godinean eine entscheidend« Ralle spielenden Gegeasaß der Kelten zn de» hoch über Ihnen stehende» Germane» wie üderhaapt die Scheidewände zwischen den weiße» Raffen salle», aar daß er den Unterschied von »riet» und semtlen beidehält and scharf betont. Sät Redner führte in humorvoller keife die schrnlenhafte» Geschichtsldnstrnklioaen aä admarünm. za denen die moderne Raffentheoretik aus Grand vällig haltloser Prämiffe» gelangt ist. Maa hat eine Reihe Kastoren außer acht gelassen, die die Entraicklang der Mensch- Heft weit stärker deeinffuste», all die »dstammung: Klima. Ernährnng. -sozioid nab rviftschostlichd Milien. Durch diese Momente stad viele rotientlichfte geschichllich« Veränderungen de» diaot. und. >va« die Juden andelangt, so ist auch Sombart in seinem Bache. .Die-Juden und das Dittschastsleben' über de» besoaded wichtigen Umstand hinwezgegangen, daß man es mit einem mehrsprachigen, verstädterten, ehemaligen Herrenvolk za tan hak. Ledhaster Beifall folgte den »alführungrn Dr. Oppenheimers, dem Direstor H. Maier im Ramc» dd Vereins daast«. f hifforisch«. JH« »oßamMedsalsthea Aasen a«a Hakoalllt. Da Salonist gegenwärtig im Miltelpauste dd allgemeinen Jntmeffd steht, dürfte d nicht uninteressant sein, von einer Merkwürdigkeit der Stadt zu reden, die ganz einzig in der kell dasteht: von mohammedanischen Jaden! Zunächst sei «oroalgeschickt, daß Ealonist zur Zeit der Besißuahme durch die Grieche» 1912 weder türstsch noch griechisch noch serbisch »ach bulgarisch genannt werden konnte, sonder» jüdisch, »eil die Juden nicht weniger als 60 Prozent der Bevdlkerung ausmachlen. »lle sprechen — Spanisch, denn ste stad die Rochkommen der lü7I aus Spanien verftiedenen and in Saloncki eiagewanderten Juden. Dal merkwürdigste, wie ermähnt, ist der Umstand, daß von den Juden nicht weniger als 6000 fich als Mohammedaner bekenne». Moschee» besuchen »ab gelegentlich auch M-kka pilgern. Man behaupte« jedoch, daß diese Tbnmes Mamiaiiwie dies« mohammedanischen Juden heiße») inlgeheim auch noch die Vorschriften der israelitischen Religion befolgen. Eie leben ganz abgeschloffen und heiraten nur unter sich, also weder mir Türken noch mir anderen Jude». Ja nicht einmal die beiden Eesteo, ia die ste selbst zerfallea : Konj« and Kawajero, heiraren gegeaseirig. sondern fie hoff«» and verabscheuen fich gegenseilig aus das Grimmigste. Kein Kawasero »jilUmft eine» Konjo im seiden Haus« wohnen, au seiaem Tisch essen, ja nicht einmal aus einem Glase ttiulen, aus dem einmal «in Konjo gttrunken hat. Als Grund gebe, fie au, daß die Konjo üdelaroralisch seien, aamentlich^der ltnadrnliede huldigen. Die Konj» find üdrigeas grtßrealeiis Handwerker. Tagelihner und Lastträger und wohnen i» den östlichen Vorstädten, mährend die Kawajero meist Kaafleule und Schriftgelehrte stad, aus denen die Türken gewöhnlich alle ihre Schreiber »ahme». Sie verstehe» melftens auch neben dem Spanischen iuud dem Griechischen und Türstscheu) auch Hebräisch, wohnen bei der Porta Ruova und habe» im ägyptischen Basar sMisstr Tscharschl) ihre Läden. Ihr versammlungshau« ist von allen' Seiten mit Mauer» umgeben und streng oerschloffen, weshalb der mißttauische »all Husai Pascha d 1885 unter einem Vorwand darchsucheu ließ. Man fand aber anr ein altes Weid darin, dal fich für die Schließerin aulgab, in dem großen, ringl voa Diwans umgedeaen Saal ein uralrd persisches Schwer« aad eia laagd Messer an der Baud, sowie IN einem nulerirdischrn Raum eia« Geißel. Ilrbd den Ursprung der Döumö ist recht Julereffantd bekannt. Im Jahre 1667 trat in Kdrianopel ein gelehrter Raddiner, »amen« Eaddatai Zeroi aus, predigte eine neue jüdifihe Lehre dort, sowie in Zkaplje. Saloncki nad Smyrna, eoklärte fich schließlich sür den Messias und fiedelte nach Damaskus über. Die rechtgläubigen Juden waren darüber beunruhigt and stellten de« Sallau var, daß Enbdatai Zewis Lehre staatsgesührlich sei. Es wurde deshalb ein eigener Mudasfir nach Damaskus gesandt, um Eadbatai Zewi zu verhastea und nach Stamdnl pp bringen. LIs er dori vor den Grvßwrfir gefühtt wurde, raunte chm im Vorzimmer ein Diener aus hebräisch zu. daß d um seine» Kopf gehe und daß'er fich nur durch scheinbaren Ueberlrftt zum Islam zu retten vermöge. Der .Messias' faßt« den Kink aus, and als er vor den Großwefir not. begann er zuerst mit dem Lusinf:: .La Zllah illalah, ax Muhammed rafful Lllah I' schs ist nur ein Gott, und Mohammed sei» Prophttj. Lls ihn der darob verblüffte Großwefir fragte, ob er denn nicht jüdischer Messias sei, auswortete der lllerschmißte heuchlerisch: .Gatt bewahre! Ich tan nach meiner lleberzeagnng Mohammedaaea und had« meine Rolle aur so gespielt, um die Kusmerksamkeft der Hohen Pforte auf mich and meine Füßigkeften zu lenken.' Das gefiel dem Tücken deratt, daß er ihn nicht nmr aicht hinrichten ließ, soadern iha sogar reich beschenkte. Llar Sabdata, Zewi mußte nun. ob er wollte oder nicht, die Rolle ciad Mohammedaner» fonjpielcu. Er besaß übrigens uater den Jude» schon ein derartigd Ansehen, daß an 1000 Kamilieu seiner Kahiuger selbst jeßt noch mft ihm gingen und gleichsam de» Isla» anaahmen. Daun aber bereuten die meiste», kehrte» |na Judentum zurück aab pilgert» zar Laß« nach Jerusalem. Der Rest seiner Anhänger »der ging nach Saloncki und bildet jeßt die erwähnte» Konjo. Uebrigeas entgingen die Döume einmal vor wehrere» Jahrzehnten einer ernstlichen Gefahr. Es war nämlich vor dem Kadi.v«n Saloncki eia junger Ddamderschieve». der ihm sagte, er wallle wirkliches Mohammedaurr werden, weil die andere» Divmö d var zam Scheine seien. Der Kadi sandte den Maa» zam Kali, der ihm bedeutete, er möge in einigen Tao«, widerlaaftaea. »der er kam nicht and der Pascha ließ aach ihm sragira. Da behaapletea die Dtamt, der jhawe Maa» sei aas Rose» ..ließ der Pascha ia den P.ßiigW,,» aachschlageu' uüd d stellte fich heraus, daß kein Paß ausgesertigl word-ittwar. Ru» gestanden die Döams eia. daß der junge Mann pllßlich gestorben sei. Der mißttauische Pascha ließ also dir Leiche ausgrabeu und untersuchen und d stellte fich heraus, daß fie Spuren von «ergistang zeigte. Jetzt stand das ganze Kohl und «ehe der Döume aus dem Spiele, und fie mußten schon sehr lies in die Tuschen greise», um dem Pascha die Ueberzeuguug beizubriugen. daß der Döamö eiud ganz natürlichen Todd gestorben sei.' Her letzte Kabüatariaaer gellorsea In der fiebeubürgrschen Gemeinde-Böjdd Ujfalu ist dieser Tage der letzte wahre Sabbatarianer Ioief Sallos gestorben. Die ehemaligen Anhänger diesd Glaubens, durchweg dem Szekler »olklftamra enlsp,offen, nahmen in den siebziger Jahren das Judentum an Joseph Sallos war der einzige der allen Szefler. der sich nicht zum ^Judentum dekannie. sondern formell Kaihollk blieb. Er war eia strengtt Eadbalurianer. dttüen Sabballag ftreug beobachtete, keine Schweine hiell 'Ünd bloß »leiich aß. das rituell geschlachlft war. Sallos war 22 Jahre hindurch Richltt der Gemeinde, ein Muftcttichlcr, van deffeu Fleiß und Ehrllchkcit maa im ganze» Bezirk sprach. Die Sckte der Sadbaiarianer entstand im sechzehnten Jahrhundert ia Böhmen. Sie feierlen neben dem Sonntag auch den Sabbat (Sonnabend). Zu Anfang des siebzehnten Iahrhundetts -fand die Sekte auch in Siebenbürgen Anhänger. Die letzten Reste, etwa 30 Familftn. traten zum Judentum über. __ Vrr Jude I« Lichts christllcher Vicht». . MerN«. Der verei«, für jüdische Oeschichte und Litnatur hatte an 9. 12. i« Oberlichisaale der Philharmoaie einen Volk». tüNlichmifsenschaftlichen Vortragsabend veranstattet. der fich eines antzerordentlich jahlreichen Besuches' zu erfreuen hatte. Die bek«n»te Lort^agsküvstlerin Frau Johanna Mxy e r sprach über das. Thema: «Der Jude im Lichte christlicher Dichter'. Die Lorttagende ging aus von dem Gedanken, daß zur ttrffeade» -eanzeichnung einer einzelaea Persönlichkeit, eine» qauzen Belke» et» gewiffer Abstand von dem Gegenstand der Darstelluag gehöre. Diese» Abstand habe» beispielrmeise die christlichen Dichter iane und e» ist sicher von hohem Reize, den Aeußerungen hervorragender Vertreter der Dichtkunst über die Juden an der Hand »on Geigers Literaturgeschichte nachzugehen. Die Envühaung der Juden ' in der oorreformatorischen. Zelt geschieht immer ia ausgeprägt judenseindlichem Sinne. Auch Luther and die Resormaioren, die dea großen Kamps für die vefteiung der Geister sühnen-, konnten sich selbst nicht frei machen von dem herkömmlichen Gefühl der Feindschaft gegen die Juden. Aührend das 16. Jahrhundert zumeist juben* feindliche Stimmen erklingen läßt, dringt die Aufklärung der folgenden beidtM Jahrhunderte vemerkenswerte Kundgebungen hervorragender Geister für und wider das melumstrittene Volk. Klopstock in seinen Briefes an Kaiser Josef U , Herder ia leinen „Briefeaüber Humanitär' und endlich Lefikng mit seinem .Nathan^ finden hozijche Worte zur Kennzeichnung der Bielgeschmähten. Goelhe und Schiller bieten in dieser Beziehung nur geringe Auswahl, menngleich maa Goetbe ia seiner .Iadeapredigt* eine fteundstch betrachtende Ll ae rar reine Frankfurter' Landsleute nicht adsprechen kann. Lein Tagebuch vo.i 1808 enthält einen auch für unsere Zeit bco»lens«erten. Ausspruch: .Die Deutschen gehen nicht unter mied » Juden, veil fie lauter Jndi»idnen sind*. Biele der Romantitkr wandelten wiederum in fnnditchen Bahnen. Gutzkow, Ludwig und Hebbel bieten in ihren Schöpfungen Abweichungen vjn dreser Gewohnheit. Bei Ehamisso uad Lenau ist da« Dmeid mit einem geknechteten Bolle die Brücke zu einem^lleferen Verständnis. Das neue «Reich brachte auhn'einem bedauerlichen Rruanschwellen tsemitismu» aber doch gemütvolle Bilder aus dem Leben der Jude» « de» Werken Reuter», Raubes und Anziugrubers. ' Rach einem knrzea Rückblick auf bedeutende Dichter des Auslandes fand der mit prächtigen Rezitationen einzelner Stücke belebte Vortrag seinen Abschluß in der Anführung von Dichterstimmen aus der Gegenwart. Die tiefe Dankbarkeit des jüdischen Bolle» für ermiesene Liebe nnd Freundlichkeit kam ergreifend zur Erscheinung in Karl Busses Roman .Die Schüler voa Polajewo^. In der Darstellung der Schulpaiüe mit dem Tode des beliebten Lehrer» inmitten fröhlichey Schälerschar, * erreichte die Vortragende ihren schönste» Erfolg, der zn herzlichen Leifallskundgedunge» führte. Aroaffitzrnng i» Wie«. An der Reuen Wiencr Bühne hatte die Urauffvhrukg des dreiaktigeu Lustspiels .Onkel Bernhard" von Armin Friedman» und Han» Kottow. eines liebenswürdigen heiteren Stücke» aus dem jüdischen Familienleben, mit pattiarchalischem Einschlag, starken Erfolg. _ Literarisch« Kal»»»» Hewüitzer: Fa« eagca Gaffe» Deutsch »an Etesania Galbenring. Pieil eleg. kartoniert M. I.üv -— Ruwer. Luxusausgabe M. 8. Der burch seine bilberigeu veröffeullichuugen aus bem Ghelto «aohlbekauule Leifaffer bring! eine Anzahl van Skizzen aus dem Leben ber Jude». Die Schilderungen beginnen in seiner gulizilchr» Heiwat. tührr» über die benlsche Siadi.K. nach Berlin »nb en eigen iw .biuwantenen' Antwerpen, bas im» iw Tanatel nnb Schrecke» bd Kriegsausbruch« August 1914 gzeichaet attrb. Sit erhalten ebensa fesselnde wie ergreiseube ilber. ansgenawwen wit bew Herzen - eine» wilsühlenben Znbe» nab gezeichnet »vn ber Feber eiud Bvelen. E. >. Schwetschkeöi. «ah» Verlag. Berlin W. 37. t» Dal affizielle Zenttulprgau bd zionistischen Svnberverbaubd .Milrachi". bie hebräische Wochenschrift,Ha,bri' die arft Ausbruch dd Kriegd ihr Erscheinen etngefirlli hafte wird »ow 'l. Januar ab anier ber Leitung des srüheve» tlr-l btcktrnd M. Berlin ia Rew-Pack erscheine». 1

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