Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- 54 (31.12.1915)
- Date
- 1915-12-31
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/6682508-6377551-6450310--0373-4850188- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
3>MW)t v«Ikzett»n-. «r. 64 Kunst und Wiffenschast. vreila», d«« vezrmdrr i»>S. VarLh«atei" j« irn«z»gtsa>g»»e«Iag«r z» Nir-rrraxhre». t*M tatfratMitr Dr X c I t {JUffri Bor den Toren Toffels ans de« Kcilsberge. von de« «an eine» herrlichen Blick aus Wilhelmsh-hc hat. dehnt sich das tirftgc Gesangenenlager auf. pne ganze Stadt mit alle» Ein. richtvnge» und einer musterhaften OrArnifatron. Zu der Lesehalle ist nun auch das Theater hinzvgekommen. auf de« ah. Wechselnd Franzosen und Russen und nun auch die russischen Juden spieien. Ein große«. hebbares, elektisch beleuchtete« Zelt ist in drei Teile geteilt, der westliche ist für den'«ohammed»nischen. d<r mittlere für den jüdncheo Gottesdienst bestimmt und besitzt olle rituellen Ein, chtuogen : der östliche Teil ist das Theater. Es dar eine kleine Buhne mit den notwendigsten Reqaifilen. ei»em etwas vertiefte» Orchesterraum und bietet Plag für mehrere hundert Zuschauer. Die jütttchen Kioistellungen. die am Samstag abend ststtfinden. gewähren ern wsrkmürdiges Bild: Auf de» ersten Reihen sitze» deutsche Olsijiere. davor das Orchester, meist Franzosen, und oben stehe» Zargoa sprechende und si»ge»de Zudeo. Sie geben zunächst eure» >kt aus der Oper .Barkochba' u»d dann de» Anfang der Oper .Die Zerstörung Jerusalems*. Kunstvoll gelchnedeue Programme und In« daltsangaben erleichtern das Verständnis. Die Hauptrolleu ipielt ern Opeivregiffeur. ter olle Texte und Roten aus de« Gedächtnis niederge'ckriebev und Solo. Ehor und Orchester einarnbt h«r. — Musikalisch sind sie alle, die da oben mir Beqetfterung. Talent und »sehr oder minder schönen Stimmen singe» : der König Zedetins »il Krone und Purpurmantel, ter Prortze: Jeremias, würdig und doheitsvoll ta weißem Ta« jt. »nd der Helt Gevalja i» Kr»egsaosrüstung. Zwölf Man» :üttz, der. Ehor der »eist unbeweglich die Vorgänge auf der Vmfcrf vegleirer. — Die M»sik vereinigt in sich slawische und '»nagvgLle Elemente. alles stiehl in ununterbrochenem Moll rabrn. ist — notz des Rezitando — straff rhytmifien und zt tir »,o Meder harmoaifieN. Das häufige lloisono von tf.fccr arö Orchester und das rasche, rhythmirche Moll haben ckwas Erregente« an sich. Di« knrtzen Harmonisierungen c »pst,der das Ohr wie eine Wohltat; die Intonation ist auf. lallend lauber. trotzdem die Tsnfolgc nicht leicht zu treffen ist. 2er Rhrthmu« ist haarscharf. Das Oichefrer setzt sich aus fünf rrst.r. fünf zweiien Geigen, cnier Oboe, zwei Flöte», zwei Klatiuelten und eine« Bah zusammen und wird von dem ttonzsfifchen »Dirigeur* fest »nd sicher zusammenaehalten. Der Tsnklaug, der sich aus dieser eigenartigen Zusammenstellung ergibt, paßt durchau» zu de« Eharakter de» Ganzen. — Die .jiddische* Lnsfprache wird durch die Musik und die lebhafte Mrmrk viel verständlicher, und die zahlreiche« Zuhörer folge« den Bsigängcn «it atemloser Spannung. Als der Prophet Jeremias hebräisch die Worte aus de» Mageliedern singt .Gefallen ist die Krone von unsere« Heuchle*, da stehle» sich Tränen in die Augen der Zuhöier. die «it denen da oben leben. Hier ist Konvex zwilchen Bühne n»d Publikum, man fühlt förmlich das Fluidum. — Der >kt schließt, indem der Hintergrund ein wenig heruntrrgelaffeu wird und die blutigen Oberleiber der verzweifelteri Juden sichtbar »»erden, denen feindliche Soldaten tao Schwert auf die Brust gesetzt, Fre»elifcher Beifall rast turch« Haus. Rach dem Tragischen folgt das Groteske. „8 Schmeck 3ubaf* verheißt der Theaterzettel. Bier polnische Juden, alle nttick gekleidet. in Kofta», rote« Halstuch, langem Ban und uni;nbeulten Zyiir lern tanze» ein Ballett. Es drückt Lic Freude über dev Genuß einer Pnesi Tabak aus. Die würdevollen 8rmbrwcg»»gen gehr» allmählich m immer ralchere and lebtattrreKörpvdewegnngen üben die schließlich einieltjamcsKonglou.erat von flawilche» und chasfid,scheu Tänze» ergeben. — Es ist ern > ngebeurrlich't.roteskes Bild, eine Verschmelzung geradezu uuv'öglich.» Gegensätze und doch ein Stück »rwüchfisten Volks» leben«. Wie eine grimmig'witzige >potbrose der Freude über ci»e Prise Tabak mutet es einen an. Ader die Prise gehört zu örn wenige» kargen Freud» die eine« Zerqnälten und Gehetzten gelassen wurden. j De» Schluß bildet ei» .harmloses Theaterstücken .Der ahnenstolze Herz' Herzele Mejuches). mit den einfachen Ko»- stiklr». wie sic jedes Bolksftück auftoeist. Die typischen Figuren : der Talmudstndel't. der Heira»vermrttler. der reiche Vorsteher, dcr arme Fuhrmann, die blsnde. brave Tochter — sie alle trruio trrfflich ckolaktenfiett und find merkwürdig geschickt ausgesucht Jndüche Bolkslietzer und ein HochzeitStao; mit 'ei, er steifen Wurde beleben hie Szene. Das Ganze ist cm It nimin au» tnia abgefchlösseneu, fast unbekannten Wei: m«: ib cm unendlichen Lerd und ihrer so geringen Fre»de. i\< ud. ,st gedämpft, durchgeistigt und kost lediglich religiös l'el '.k-.n. Sie bat ihre Stätte in der FamUie vnd im Lebe haue vi'd kennt kein -»«arten, — So entsteht vor den Wc fai i ik: ihre ureigenste Hermal. sie leben für eia paar Äugen dl:ck. u,«der m ihr. sie find glhcklich sie waren ja dadenu Tie Zuhöier strömen ins Lager, in die Wirklichkeit, sie sin? -e» Deutschen dankbar. Bei ihnen drnsen sie — Menschen sein. wa, «an nicht ßn-en insag«» foH von re, ^»e»v Bre-lo». Unter vor stehendem Titel brachte ich jüngst in drm von mir vertretenen anistifche» Fachblatt .Organ der Bari.t.welt* , Berlin) eine längere Abhandling, deren Kern ich auch mit ' eruem kurzem Rachwort der größeren jüdische» Oeffentlichkcit oortraßeu möchte. Ich halte dies aus de» meine« Schlußau». Rührungen entsprecheuden Gründe, für eine Rotweadigkeit - letzt ist eine Zett des großen Weckens: — »nd noch sehr viele! müssen erst geweckt werde»! j Die erwähnten, sich gegen gewisse .alte Angewohnhettcn'! christlicher und jüdischer Bortragskünftler wendenden Aus- ' führungen. laste ich non im Wonlaut folge». Wen» die deutschen Jude» das. was in den typische» .jüdischen Witzen »nd Schmutzereien* bisher geboten wurde, in . der vnstost'eoen Frieben-zeit mit einem lachenden und einem weinenden Auge «eist stillschweigend oder aar Beifall heuchelnd ^selten nur mit schwache« Protest) Hinnahmen, so geschah die» aus der allgemeinen bequemen Gleichgültigkeit Hera»«, mit der wir alle vielfach die Erniedrigung daher und ernster Dinge ausnahmen. Allerdings, ei» großer Teil des gebildeten Publikum^ blieb dort, wo e« solche Borträge erwarten durrke. nach und nach fort: und da« hat wobl auch mit;ur Verödung vieler Kabarette usw. deigetragen. Man mutz sich immer vor Augen halte», fra» schon auch oft von antiftmihidxr Seite mit erklär, lichem Aerqer anerkannt wurde daß die wnischantiche Erhaltung der de»tich«n Künstler »nd Tick:er nur durch den im Vergleich zur Gesamtbevblkerung der Städte rieienhasten Tdeater- und Kunst stätteu-Bestich und Gücherkaor der deustchrn Zrden ermöglicht wurde. Run kam dieser Krieg, und das trügerische Schlagwort von der Umwertung oller Werte ist i» der Reuwertung aller wahren Werte zur oft ergreifenden Wirklichkeit geworden. Auch die deutschen Jude», deren Söhne. Gatten u»d Väier genau w>e die christlichen Deutsche» für das Barerlamd kämpfen bluten und sterben, haben sich aus ihren sittlichen Wert besonne«. Sie beanspruchen auch in der Knnstansäbunq die gleichen Rechte; und so wenig jemand io geschmacklos sein wird, .katholische* oder .evangelische* Witze zu bringen darf er jo geschmacklosein. das Gefühl der Juden verletzende .jüdische* Ditze zu bringen: Der Jude^ duldet keine Berfpottu»g feiner Tapferkeit, nachdem bisher ollem schon in diesem Kriege;'>000 deutsche Inden das Eiserne Kreuz crhalte» haben und bereit- 660 Juden zu preußische» Offizieren befördert find. Er duldet keine Anspielungen auf .Gchmutz'gkeit* mehr, weil ja der gebildete Mensch »iffen muß. daß allein schon die Religivnsvor. fchrifte« der Juden eine Sauberkeit forden die erst in den sanitäre» Anforderungen der Jetztzeit ein Gleichnis findet. Der Jade verbittet sich jede Anzweifiuuq seiner finanziellen Vaterlandsliebe u»d verlangt, baß sich auch die Bortragskünftler als gebildete Menschen informieren, in welch hervorragender Weife Juden bei allen Sammlungen usw. beteiligt sind. Ebenso verlangt der Jude, daß eül Humorist all gebildeter Mensch folgende Tatsachen kenut undWe ücksichtigt. Der Jude ist nicht der .typische Betrüger*; neunundueunzig Prozent allcr Betrvgsfälle komme, im .Handel* vor und fallen Jaden wie Ehristen gleichmäßig zur Last; ähnlich stebt e« mit dem Wucher, wobei jeder wißen sollte, daß solcher durch die Litken- »nd Staatsgesehe der Juden in Palästina streng verboten war. ihnen aber in Deutschland im Mittelalter durch fürstliche Erlasse als Beruf vorgefchrieben wurde, damit ihre .Herren* mehr Einnahmen von den Juden hätten. Die Juden .fürchten' sich nicht vor dem Flugspvrt. das sollten schon die Rame» im jetzige» Kriege ausgezeichneter Flieger beweisen, und der Er. sinder des ersten lenkbaren Luftschiffs. David Schwarz war eiu Jude, auch der erste Observator am Kgl. Aeronautischen Odser» vatorim». Professor Artbur Berson. ist jüdischer Herkunft. Was die Jude» Meyerbeer. Offenbach Ignaz Brüll, Felix Mendel. sohn.Bartboldy. Goldmark. Fall. Hollaeuder. Oskar Strauß. Joseph Joachim. Hch. Grünield. Gustav Mahler. Siegfried Ochs. Edm. Laffen. Angela Reumann. Jadlowker. Pauline Lucca. Adolf von Eonnenthol. Barnay. Davison. Possan. Em. Reicher. Echildtraut. Jarno. Irene Triesch und Max Reimhardt ans de« Gebiete der deutschen Kunst bedeuteten und bedeuten, soll jeder Bortragskünftler. der sich wirNich als Künstler stihlr. wiffen. und sich auch an die Namen gewiffer Größen de- Barü-t^s und Kabarett erinnern! Auf die Bedeutung der Juden für die deutsche Wiffeufchakt und unser sanitäres und wirischaftllches Obsiegen im Weltkrieg braucht wohl nur ganz kurz mit den Namen Ehrlich und Haber hingewicien werden. Denn «an das alles weiß und bedenkt, so wird «an begreifen, daß von »un an die Juden gegen eine Bortragskunst vrorestieren in der jeder Betrüger Levy oder Sobn. jeder Drückeberger .Rekrut Rosenftock*. jeder Schmutzfink Feitcles und jeder blutige Ignorant .Bankier Mofethol* heißt, und dergleichen. Man muß forta» von jedem anständigen Humoristen und Vortraqskünstler verlangen, daß er Witze der dezeichncten Art möglichst gänzlich unterlößi und .jüdische Witze* nur noch dann (sofern er wirtlich so stoffarm ist), bringt, wenn ihr In« ball den Juten nicht zu Spott und Unehre gereicht ES ist auch ganz gleich, ob man im Ditz vom polnischen Juden oder allgemei» von Juden spricht, denn alle Juden fühlen sich als Glaudensgenoffen. und die Tragik der polnischen Juden im Weltkrieg sollte jeden Witz verbieten. Such der galizische Jude — ganz dasselbe und noch mehr, weil er in Oesterreichs Heer mit größter Tapferkeit kämpfte.. Wer hätte eS im Frieden jeneu gallischen jüdischen Landstürmern zugetraut, daß sie bei einem Sturmangriff m den Karpathen im langen Kaftan, nur die Militärmütze auf dem Kopf, mir demselben Schneid vor | gehen würde», wie nebenan die jongen Honveds^ -tun gibt , cs jüdische Humoristen, die des liebe» Beifalls gewiffer Elemente j halber selbst in diesem Genre machten; sie vor allem müssen » jetzt umleruen. Das Vorstehende galt den Künstler», aber auch die Hörer, dre jüdischen Hörer sollte» es sich gesagt sein taffen. Wohl wird der gebildete ernste Mann, besonders in reiferen Jahren und ebenio jede wahrhafte Dame durch ihr auf solche berüchtigte Witze durch kein Lächeln reagierendes Verhalten den Künstlern beweisen, daß das. was ich ihnen sagte, dem Empfinden und Ehrgefühl der deutsche» Juden entspricht: aber unsere Jugend sollte forta» in dreier Beziehung eine würdtgere Haltung bewahre» als eS bisher der Fall war, sie soll auch hierbei ihr Judentum stolz bekennen. Die Deruchätzung. die wir Juden Deutschlands i« Weltkrieg errungen, sie muß im Flieden bestehen bleiben: aber eiu BolkSteil. der fortgesetzt zur Zielscheibe, zu« Typ des gewöhnlichsten Witzes dient, kann sich sich kci>,es hvhen gesellschattlichru Ansehens im Frieden erfreue». ES dedarf keiner lauten Proteste; der schwer ums Brot ringende Künstler ist meist völlig schuldlos, handelt aus Gewohnheit und bringt .was Ihr wollt*. Ausbleiben jedes Lachens und jedes Beifallszeichens zeigt ihm was er tun und — lassen soll.! Vssen.^Einea hohikn künstlerischen Genuß gewährte das von Herrn Mufikdirektvr S e l i g m a n n veranstaltete Kriegsko n zert zu Gunsten dcr Kriegerwikweaund -Waisen Posen-. Rach dein gut gespielten Orgrlpräludium trug Frau Lina Starke .Wir und die Welt* von Wildeabruch uud .Erlkönig* von Goethe mit bekannter Meisterfchast vor. Der von Herrn Mnsikdircklor Seligmann vorzüglich geschulte Chorgesang sang hieiaus Psalm 183 für Orgel gemischten Chor und Battkon-Solo -Herr Dornberger) mit feiner Dynamik und deutlichen Aussprache. Herr HaaS Dornberger 'Begleitung H. Barer) lviette die .Phantasie Eapnce* von BieuxtempS. ein .Wiegenlied*. .Menuett* vvn Mozart und .Die Biene* von Schilden. Sei,, virtuoses Geigevspiel ist hier wiederholt auerkönnt worden Herrn Erwin SembachS lyrischer Bariton ist sehr angenehm. Ec sang die Arie aus dem Maskenball .Ja du walst s' oon Beidi. .Traum durch die Dämmerung" von R. Suauß. .Salomo* von Hans Hrrrmann und .Prinz Engen* von Locwe. Frau Mim, D e r j b a ch erwreS sich als sehr gute Begleiterin Frau Bergqruen-Kristeller wählte .M-nnachr* von Brahms, .Wiegenlied* von Humperdink und .Beichcidene Liede* vvn Hugo Wolf, die sie mit ihrer schönen Sopranstimme oorlrug. Herr Seligmann begleitete die Gesänge in sehr dezenter Weife. Rach drei weiteren Gedichten, oorgetragen von Frau Lina Stark, sang der Chor uuler der s^wungvellen Leitung deö Herrn Seligmann zum Schluß .Israels Kriegsgedet* für Orgel, gemischter Chor und Sopran.Solo Frau Berggruen-Kristellervon Otto Dernicke. Es war die Glanzleistung des wohlgelungenen Abends. In ^kelervbnrg ist eine neue .Gesellschaft zur Förderung der jüdischen Kunst* gegründet worben, an deren Spitze der bekannte Bildhauer Prof. Jlja Vünzburg, Mitglied der Kunstakademie. der Maler Brobsky und der Architekt Gewicz stehen. Das Z'el dcr Gesellschaft ,st Die Pflege und Entwicklung der plastischen Künste (Malerei. Bildhauerei. Architektur usw.) unter den Juden, die Bereinigung der Künstler und Die Vermittlung zwischen ihnen und »er bresten jüdischen Oeffentlichkest. Eu»rop«rscheB«tt»tz»m»en «»dKei«»t»lieder. löOHymneu und Helmutslieder von 66 europäischen Ländern und Siaaren dezw. Provinzen in eii^em Bande, für Klaoie, leicht gesetzt Mk. 1öO. Lerlag Louis Oerfei in Hannover. Dieter Band inm ni in der Lüeratur eine Sonderstellung ein. Gibt es an sich schon nur wenige Sammelwerke dieses IohaliS. fo wurde eine Sammluug von der Bielferligkeil und Fülle, wie die vorliegende, bisher überhaupt noch nicht geboten Und doch ist oer Jnleresienlenkreis hierfür ei» außerordentltch großer. Welcher Musikfreund hatte heute, wo die Politik das A und O alles menschlichen D.'nkens bildet, nicht lebhaftes Bcriangen zu wiffen. w:e die bulgarische oder die griechische oder die finnische Ralionalhymne klingt? Und welcher Mufikkcniier stellte nicht mit größtem Jntereffe Vergleiche darüber an. wie der Schwede, der Türke, der Ire. der Holländer sein Heimatlred denngt'k Die Sammlung ist sichtlich mit großer Sorgfalt zusammengcttellk. manche Rumme» erscheint darin in Deutschland zum erstenmale gedruckt. — Ihr Inhalt gliedert sich in die beiden Hauptabteilungen Dentt'chland und das übrige Europa. Die erite Abteilung enthält 19 allgemeindeutsche Lieder «wsruntcr die bekannte Friedenshymae von H. Hartmann), ihnen fo'gen .V_> Hymnen und Lieber von 33 deulschen Staaten und Provinzen. Die zweite Abteilung bietet 7st Hymnen und Lieder von 33 außer-deuiichen Ländern und Provinzen tu. a. 13 Beiträge aus der Donau-Monarchie, vom Balkan, 4 schweizerische. «» niederländische. 4 schwedische. 4 norwegische, 4 dänische. usw.,. Der bei guter Ausstattung erstaunlich niedrige Preis veidient in der Ictztzeit besonders anerkannt zu werden. Die Sammlung ist auch für Soloinstrumeate. wie Violine. Cello. Flöte usw. sowie für Orchester in allen Besetzungen erschieuen. Nie die Berlagshandlung mitteilt, defiud« sich ein Textheft mit den Licdern deutscher Zunge in Vorbereitung. Die HeseKschnft zur JficfttHHj der Willeulchrtt de- Judentums oers.'ndct ihren 13. Jahresbericht. Des im Rooemdec d. I. verstorbenen Herrn Prof. Dr. L .'o p old C oh n-Lresla». der ein verbiei.tcs Mitglied dcs AuSlchnffes war. wird in ehrenden Worten gedacht. Die Arbeiten der Gesellschaft und ihre Veröffentlichungen hatten naturgemäß unter den Wirkungen des KrttgeS zu leiden: nicht nur. daß die wi-ienschaftlichea Kräfte teilweise sich andern, dringenderen Ausgaben zuwenden mußten, auch oer Mangel an geeignetem Setzerpersonal für den teilweise sehr schwierigen Druck hak 'daS Erscheinen vollendeter Arbeiten unmöglich gemacht. Daß die Arbeite» der Gesellschaft in diesem Kriegsjahre dennoch nicht geruht haben zeigen bre ausführlichen Berichte der einzelnen wiffenschaftlichen Uuteruehmuagen. Recht deachtcnSwelt sind auch die Ausführungen des Berichtes über die Aufnahme, welche die Werke der Gesellschaft bei berufenen Beurteilern finden: ihre Urteile verzeichnet der Bencht mit .Genugtuung*. Dean sie gebe» dem Vorstände der Gesellschaft die Zuversicht, baß sie auch die Schwere dieser Zeit überwiude« werde. Der Bericht schließt »tt eine« »armen Aufruf zum Beitritt zu der Gesellschaft, um ihr die Mittel zuzufühlen, .i» einer hoffentlich ».icht mehr fernen, friedlichen Zeit sich den größeren Aatgaben uud Zielen widmen zu können, die dann ihrer harren.* Die Gesell,chasr stellt zu Beginn des neuen Jahres ihren Mitgliedern gegen eine geriuge Berfandgebühr ein wertvolle« Werk völlig umsoast zur Verfügung; hierüber ist nähere« aus dem Bericht zu ersehen, der von Herrn Syndikus Dr. Nathan. Hamburg. Werderftr. 30, kostenlos zu bezieheuist. unsere geehne, Leser, sich bei Beauf die, jüdische Mvktszettnng" Wir bitten Werbungen undEiukäufen zu berufen,