Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- 48 (19.11.1915)
- Date
- 1915-11-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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rum. Gemeinde-, Srhule. und. ysrrs Unabhängiges Organ für diu Jnteresara Dt« ^ZüLtsch« VeOttitihntfl" erMtfnt wöchentttch an )tb. Frrittzs ln Br««Um. Bezugsprei» vl»r1»ljührltch b*\ 5tr Haft 1Ä 9L, btt der Iveschüfttslelle jährlich S.— N.. nach dem »ueland S.— für Vreelau bet Abholung 1.—9S.. bet freier Zustellung in» Ha»» 1J6 9t vterteljährvch. Die »Jüdische VoUtMtltuna*' ist durch die Voft. jede Buchhandlung und di« GeschSftestelle in Breslau 1. Schwetdnitzerstr. 97 zu beziehen. Fernfprech-Lnschluh Nr. 7W6. and lui« Drfmiia llruotailt Sn »«,«a kann bei kn CtWftefltil« «tl j»d»r *m»«n knrt«w>. 3> 1 c(• 11 Mck» mll M *1. fti bk «t»tpoM». KMnjaH« »kn knt» Staun kn<4»et. Bai WahaikaliMt »kn irktttm «uftiktm Matt eprt^fhittkca tn kn ®af<k«tla|klk lk—U ank I—4 Uh» Schristleitung. »erlag unk Selch äst» stelle in Breslau l, Schweiki>1herfiratz«r7 tgegeniider dem Stokitheoterj. Fernsprech. An schlub 7b05 unk 7507. — Zuschriften unk Selksenkungen fink kirthln zu richten. — Die lSeschSstsstell« ist Sonnabend unk Feiertag« lganzj unk Sonntag <r»on 1 Uhr ab> geschloffen. — Wohnung kes Hera,»ged«re, Moritzstr. äb, hpt., Fernsprech-Anschluß 7b»7. Hr. 4* Srttla«, de» (9. HotXMbtr (9|S Sich,-«« XXL ■tu »<> eni»»o: .Pa tr lO ttkMN. ok ttUkOAfKri nn" ^tkft«IIna.- JMan «Wko- Kefug der „Jüdischen VoIKv;eitung" in Kelgien und Kuj fisch Polen. Die in Itnsstsch-Hkale» bestehrede» deutschen Postanftalien in Menkzi», Attisch. A»t». A»»i», ^akz, ^»»st Hkablnnlee, Mies»»»«. Slapro Kstenkz. Kaauawice, Fscheullocha», Uureä Marschau, Wies»» und MLetamest und soigende Postämier in »ei,«e,! Futmerpeu, 3trtfW, (|aiCn»i, Kastelt. <Pr. Amdurgj, -liittich. Mecheta. Maat». Kai,»st», Kuruhaui, Merustra, Meltearaek nehmen Bestellungen uns die Atkisch« Malta^itaa, zum Lezugeprciie der deuiichen Postämter von 48 Pf». «Ouatlich entgegen. Die Rachliesemng bereits erschieuencr Nummern des laufeuden Monat« ist besonders zu beantragen und wird gegen eine geringe Bestellgebühr ausgesührt. Wer vor der Heimat au» seiuen stngehirigen, die IN obigen Orten Wohnsitz oder siandquarlier haben, regelmäßig die Zübische Lollszcitung zukommen taffen will, kann die Bestellung eines Postbezüge« auch bei der ualcrzeichnctca Bcschätiestell« bewirten. Oelchäftrßelle der Jüdische» PoHndflyg. 20. 1850 1892 1906 1906 22. 1349 1696 185? 1906 23. 1844 1871 24. 1848 1612 25. 1829 1680 1906 26. 1857 1897 27. 1898 13. Sede«va-e. »mala. gib. i. Dukla der ft. Tk«. Dr. I. j st. i. Krakau Ratzd.-Aff. Chaim Raih. Demditzer st. j. Die« der Dichter Jakob Julius David ft. i. Stockholm Maler u. Dichter Ernst Zosephsohn Relen Märtyrer i. Augsburg st. i. Lemberg R. David Lida st. i. Lien Buchhändler Wolt Pajcheles, .Eipputim* st. L. Breslau Jos. IaffS. Oderleulu. 0 L. st. i. Lien Her«. Todetco Philanthrop geb. r. Königsberg Komponist James Rothstein ged. i. Kobyiin Schrrftft. M ». Klausner geb. i. Amsterdam d. Philos. Benedikt Spinoza ged. Zerbst Zenny Hirsch, Milbegr. d. Lette-L. qeb. i. Kicslau Lina Morgenstern, Begr. d. Hausft.'L. st. i. Berlin Prot. H. Zabladowsk« fl. L. Seligmanli. d. 1. Rabd. von Stockholm st. i. Hamburg Hoftat Dernh. Pollinr «Bar. Pohl) st. i. Glogau Rabb. Vr. Rippner. Kioke». letzte Amora. er d. bad. Talmud 474 st. Radina ll. d. abfchloß. 14. 1843 ged. i. Garz a O. Landrabd. l)r. Gronemavn in Hannover 1902 tt. i. Brünn Dichter Hieronymus Lorm 15. 1906 st. i. Frankfurt Oberradd. S. B. Schreiber-Preßdurg 1912 st. i. Breslau d. Talmodist Etieser Pinczower 17. 1887 st. i. Pieschen Rabb. Dr. SUberberg 1905 st. i. Moskau Maler Is. Lwowilsch Aeknasy. Lkad. 18. 1736 ft. i. Posen d. MÜNyrer R. Arjeb Ldd den R. Joseph, Darschan. „Barbar»“, „KaltuVaatn" Mb russisch« Zu»«,. Der Reichisiagsabgeordueie Dr. 8 i e m e t, bcr mit einer Unzahl audererMiigiikder de« Reichstage« soeben von einer BefichligURtzsteise »ns dem »oo dr» Deuiichen «cnpicrlen Bebiei Nnsstsch- Pole»« zurückgetehri ist. oeitftrniiichi.soede» in der ,Boff. Zig ' iNr. 585) einen tnrz gejatzlen Uekerbtick inner haupisächlichtien Vahrnehm,egen uu« beruhi! dabei auch dieLageder in jenem B e z i r k w o h u e n » e n Z u d e». Die Reichstag«, ubgeorbaete, haben stch sehr eingehend über' die jüdischen Perbäitniffe uuteirichtei. stc haben die Shnagoge». jüdischen Schulen und jüdischen Jnftrlunouen besucht. Sein Bericht bestätigt, was man anch sonst über bas grenz erlöse Elend und die jüdische Not unserer Gluubeutgenoffen unter der barbarischen russtsche» Bedrückung wnhre. Bon besoudeirm Znlerrffe erschein,«» UN«, wenn der Führer der steistnnige» Bolksparlei dader u. ». una'ührt: ,8« ist hier nicht der Plotz, auf die auherordentlich wichtige und auch komtziizierie Juden',age näher einzugehen; wir haben Beiegcn- Herl gehabt, uu» über alle inbeiiacht komweaden Probleme eingeh«» zu uulerrrchiea, über »ic Znftäad. ,w Lrwerbk- und vohnungkwesea, über kre,roßen Ueistuugr» der ltniin) »acha»«a>a«kn ---- E N — " .!. .'wti '212 .rar 4". I -«_• - .1 Nr |bWw -OT 19. IN-»«". l St««(. £|Ml ICkalrats. M ttlittk! «I- ----- k: Inolrats. _. . - 1 «a*U «MkäHl* AzMchkL r ia»4 »nr»ck f»bn i j Sitn|ti{ ’) Dt, für fdgtabe Orte: II» 14«: i*» 51*! 4«! 4" 5*«' 5» P i out »a h liätigkei izurLdtdeniug derN»i. überUuiill«. Uftd Schulwesen und wir habendiellederzengnng Wonnen, daß die deutscheBerwallnug bemüht ih, die ihr erwachsendeu Ausgaben mit ttesgretseaber 'ündiichkeit »nd varurteilssreiemwohi- > ll e» onzogreffeu und '_ — - - -— mwr~*ltt UH »w en Probte»« gehe. Ullein schon das. was hi«, darüber in der vrsienilichkeit betannl ist. bezog! lat die tiesg reisen be Aründlichkeil »nb bas oairMeilkvohlwollen der deutschen Negierung, von de» Dr. Wiener |t. Sa hach die Moaßnahmrn sozialer, bnwanüärrr mb schas,sicher Ar», die die deuliche Verwaltung anwendet, dem Problem bei,,komme», auch eingeichätzl werde» «äffen, »ich» minder doch ist die prinzipielle Seite der st u a t i p o I t tt s ch e » M 11 te l z» bewerte», die unsere» Erachtens den ck e r n de« Problem« treffen und die Haupt- und Borbedinguug einer erkalgverheißenden Läsung zu berrachien find. Zum eisten Male ist de» russtsch-polnijche» Jutnn — und zwnr oo» ersten >uge»dlicke der deutschen Berwailunga» — deiBadenderSIeichderechtignng von »er Regie,ung gewährt «orte, fodaß nach dieser Richtung der sreien Enlsaltuog aller »irffchaftlichen »nd geistigen Kräfte der Juden keinerlei Feffei» angelegt fiut. E« ist schon daraui hingewiesen worden, daß iw Schnlwesen der brrüchtigtrn nisff chrn Prozeninorm das ijebev«licht aosgedtaieu ist. daß Jud» in den ftädlischen Seldstverwaliungskürperu stofnnhme gesu, de» haben und. wie wir «riahren. lalle, es gerade nnsere Bio« bensgenoffen sei«, die »erwdge ihrer Sprachkenutniffe und ihrer Intelligenz aus diese» Bade» recht Ersprießliche« für die Alge »einhest leiste». Jetzt Ist dieser Doge ste Warschau (in Untlrrsität »nd technische Lolksschule in der seiersichst» Weise erdffict werte». Die deutsche Regieruug hol. wie ist polnische» Organe Ruffilch-Polen« einmütig seftstele». dnmi zugleich da» vnipreche, eingelbst, du» ste seiuerzeit auch de«!polnischen Bepdlkeruutzältll adgegede» hatte. Dst lluioerstiäi Warlchau wird eiue tolaische iei» die lluierrlchtslprache ist da» Poiailche. Asti in den oou der Regstrnnß srstgestglen Auftiahmededingualß» steht der Gruudsaßder»leichder chtiguug uud der Berechiigleii. Dst Aus. nahm der Wiffeusdurstigen wd Studierende» a» dstien beide» Siätr» der Siffenschoft, der Uniaerfftät unk der technischen Hochs, just, dari nicht abhäigig gemach« werken kan dem v et e n, l a i s s e der Studstrsden. Sk dürien keinersti Bestimm mgen getroffen werden, dst dst Aasteahme »an der nalto- »oica oder religidien Zugeh-rigkeit odhäuaig machen, keine Proze »norm darf festgesetzt mrbe». weder für Dentsche, »ach für I den, noch für Palen. So ist es aerständtlch, daß dnrch diese Uniaerstlätsgründung km Bilduagsdrange der Jaden Raisisch-Poien« eine Quelle «er Bestietegnng eröffnet warden ist, di, sst sonst an den Hochchulen des Anslandes stechen wußte!. Es ist tri» Wund«, daß ko» dea «50 Aumeiku»«», dst de eil« setzt aortstgeu ei» sthr großer Prozentsatz jüdischer Studie ibestiffener enthallen st. Darunter defiuden stch anch 50 we bliche Stuistrenke, zu eene» mejentliche» Delle gstechfull« jüdischen Bn'enneuiffe». Es ist dezekhneu», daß einzelne polnilü e Organe, dst stch ascheinend »ach nicht t» die »e, e, Berhkl wiff, der Sleichdstechtig »» g finde» tünne» und ihre j« kn|c(nnif4c Haitnag unter der» rnsstsche» Regt»« »ach »echt o rgeffeu bohr», schon etzl nr Gedffnnng der lünaersttät gegen den starke» Andrang der jüdische» Ssudstrenden .'Gumendme^n erheben. Sst daeu allerdiag« dnmi» bet der kntschcn Segstrnng kein Slüll kvtüs Diese gerecht« and mohimolleud» Haftung der dentsche» Regstrung tritt i» ein um so helleres sich!, als leider das gerade Segeateii >ou den Regierung«» jener s.aaie» seftgeftelt werde» mutz, dst stch desher »I« die .Horst der «nltar, der Freideil »ad der «euschenrechle' zu dezrichac» aumatzti». Nicht nur, daß mau jowahl iu Fraakreich »st in Eng» i a, d ans srtte» dn Re,eer»», stch ängstlich hüte«, auch »nr da« leistfte Wart eine« Prottste« grgrn dst uumenschlich«» Grausamkeiten de« russfiche» Aasakeutum« ge», dst Zuke» auszuspreehe». istzl die Zensur teuer stäuker, wst «tomauk» stet sestgeftelll werken kan», selbst tn de» jüdische» vk» gane» jener Länder nicht einen Satz zu, der dst Znstände der Juke, ia Rnßiaad behandelt. Nicht» ist dezeichuender dafür ai«, daß der .llnikers JsraciUe' da« vrga» der Inden in Frankreich, in einer teiuer letzte» Rümmer» ,str Sstst» » »- bedruckte »Papter« drachit, mell die ftauzdstiche Zensnr alle »ulsätze uud RaNstn, die stch mft der , Judenpasiilk' und Zud<vu»trrdrückung 8er rvsfischen Rtgterung tzefatztea, glstt »eggestnchen Zn E »ß l n n o tont der Link der Re-ier*ag und dir DisripUn der gingen Prrfse dafür, datz »t ei» Gterdeasmtzrtchea Ader das emletzUche Elend der russische, Zudea, »le es die russisch« Reaiernng auf de» fem-toi tzat, in di, v^emlichkeU »ringt. Dns rinziae gratz« tünche Organ England», der .Zmmstz Ltz-aatcl. . nnd »«kmüMger- «is. ^ghi« unter dem rnffffche» Regime. Dnher will man auch and dstser Laffache dst oemrrteuswerle Eeschetnnng deiträtzi. Bia, hat datt lünstlsth dst llnkeuutni« »der jene Berhüiluisie gesdrden und da« Eiend der russtsche« Inden oerschieierl, ja gkstugntt, indem man aas dst papierene» russische» .Erleichlerungsmatznahmen' hinwies, dst »»gedlsth dst dortige Regierung zugunste, der Jnden getroffe» hätte. Was «a >nr ei» Bewgndlnia aber mii »ea rümschen .Erieichlernngsaeahnnhmen' Hai. «ffse» wir deutsche» Jude» leider z» gut. Erst setze wieder wird »iigeieift, daß den Jade» stutz aller ministerieller stsiweiiunge» oan den iuistschen Regieruugghe- Hb,den nicht geftaiiee wordrn ist, stch in Sibirien oder ft» Kautusn«. a>»hra die itriegtzstürme »st jüdischea Fißchtsiiiu« ge> Irirdea, »iedrrzulaffrn, ste wnrden aderiaola weilergejchickt »ad »on neuem der Nncrlrägiichsten Not pstisgrgedru. Diese Wegctiüdri-'rllnng dUtet wohl die üde,zeug«»dfte Illuftiaiwu. aus weise» Seile Ocicchtigkeil uud Kultur steten und wem das Beandwai »er Barbarei anszudrückrn ist. Dst Juden aller Länder d-de.r alle» Ns,»ad nnr »au de» Deutschen »st Befternn, de« ist,schicke» dst risstsche» Zn» den zu eewane». Justus. Mtd« et» SKhäipniivi-«. per Radek-Wreia kn sthnnst lklb isst MlUätt«. Die schmikische Akademie der «iss,», schaiira bat den Nobelpreis der Chemie sstr 1915 dem '«eh. Rot Proseffor Dr. «. «illftälter (»erlin- Da hlech) sstr sei« Uuiersnchnantt, der Farhstosse im P s Ia » ,s»r eich, in erst» Reih« dn AhlaraphtzLe »ad Aathxyanr, zugttestl. De» Noaeipreis sstr Mekrzra aa Rokert v a r a » de» Nokstjent« für »hoill« an Richnrk Willstäit«r —im KrleM jahn 2 >gahe Ehrenpreise für «ffrirschnstliche '