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Jüdische Volkszeitung · 1915-11-05 · 46 (5.11.1915) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
21 (1915)
Issue
46 (5.11.1915)
Date
1915-11-05
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Patriotismus und Kriegsfürsorge. Züdlscht volkMuug. vrerlau, btn s Novrmbrr 1915. Pr. 16 hoh«azolln»f«ier. u. Zn den hiesigen Gemeinde-Synagogen wurde Ni Jestpottesdirnst aus Anlaß derHohenzollerafeier mil der Harpiaudackl am Sonnabend vormittag verbunden. Tit Predrgten rchlofftn überall mir dem Ksiiergebet daß die gütige kcijtbung uniern Äatirr auch ferner zu Lieg und Rubm iübren möge, und cs ihm vergönnt lei. im Geiste der Hsdrvzollern sein Volk nertcr zu regieren? Weitere Berichte itder Hohenzollern Feiern find uns aus allen Teilen des Reiches zahlreich zugegangen.. LSk». Das jüdische Lehrerseminar in der St.?«pelnftraße vereinigte Seminaristen und Uebuckgsschüler zu einrl wurd'gen Hodcnzt/lleri.feier. Rach mehreren, unter Leitung des Herrn 3ii& fHalaita vom hiesigen Kon ervatorinm stimm»«'» voll vorgetrogenen' Ehörrn und gcrigneten Dichtungen bc handelte Semrnarlehrer ft u j in seiner Festrede den unvergleichlichen Aufstieg und die beispiellosen Erfolge des Hodenzsllernhoufe«. Direktor Dr.^a rieb ach verteilte die von der Behörde zur Verfügung gestellte« Prämien und hielt später beim Festgottesdienste in der Leminarlynagoge eine eindrackevolle Festpredigt in Anschluß an den Bibelabschnitt. Auf Schüler und Gemeinde machte die Gedenkfeier einen liefen Eindruck. kitbrrgalx« ins jü Lhauutah. . Die Zionistische Bereinigung für Deutschland veröffentlicht einen Aufruf, in de« sie um Spenden für Liebesgaben bittet, die anläßlich des Ehaaukahsestean die im Felde ftehevorn jüdischen Soldaten gesandt werden sollen, deren Adressen der Zionistischen Vereinigung bekannt find oder ausgegeben werden. Einsender von mindestens S.—M. sollen auch eine Karte mit ihrer Adreffe beilegen dürfen, um dadurch von den Empfängern der Spende» einen schriftlichen Dank erhalten zu können. Der Gedanke, den jüdischen Soldaten. insbesondere solchen, die von Hause aus keine Gaben erhalten, anläßlich des Channkafestes durch eine großzügige Aktion Sendungen zukommcn.zu laffen, verdient sicherlich allgemeine Anerkennung und Unterstntzung. Alle Evrresponbenzen und Geldsendungen find an .Herrn Max Wollsteiner. Charlottenburg. Noscherstraße 5 und Pakete an dir Zionistische Bereinigung. Berlin W. Sächfischeftraße X zu richten _ Di« maijotwrforgMg zum drvor»tht»»in ptfsachf«*r Es ist bekannt, daß bereitzu« vorigen Paffach durch die Ende Januar d. Zs. eingetretene Beschlagnahme von Getreide und Mehl und mehr noch durch die sogenannte Lerbrauchs» regelung mit ihre« einschränkenden Bestimmungen über den Versandt von Backwaren, die ganze versorg a,g der jüdischen Bevölkerung mit Mazzos stark in Frage gestellt war. . Die Kalamität trat damals nur darum nicht so stark in die Erscheinung, weil ei» großes Teil des Mazzosbedarfe« bis zum Februar bereits hergestellt und versandt war, sodaß schließlich rin vom preußischen Ministerium des Innern zur Versüßunggestellterelativ kleines Quantum beschlognahmesreien Mehlegenügte, um die Nachzügler zu defriedigen. ES wurden dann durch besondere Verfügung der preußischer«, hessischen und badischen Regierung die Versandtverböte außer Kraft gesetzt, und die Rücklieferung der Brotkarten ffn die Pcffachwoche avgeordoet. In diesem Zahre lagen die Verhältnisse ungleich schwieriger, da die gesamte Ernte von vornherein beschlagnahmt war und eine Freigabe der erforderlichen, ziemlich bedeutenden Gelreide. bzw. Mehlmengen zur Herstellung vvn Vorräten für einen der Verbauchsregelnng nicht unterworfenen Bedarf wenig wahrfcheinlich schien. Dank dem ver ständnrsvollen Entgegenkommen der zuständigen Reichebehörden ist cs nunmehr dennoch gelungen, ein Abkommen zu ttrfsen, das die Schmierigkeiter« aus dem Wege räumt. Unterm 30 September dfs. Jahres hat dasDir^k torium der Reichsgetreidestelle die Landes- Zentralbehörden sämtlicher Bundesstaaten und das preußnche Landesgetreide Ami verständigt, daß die zur Herstellung d.s tüdischcn Estrrbrvtes erforderlichen Meblmengen im ganzea Reiche durch Vermittlung der .Freien Vereinigung für die Zntereffen des orthodoxen Zud^ntume' rn Frankfurt a. M. an die das Brot her stellenden Betriebe geliefert werden. Aul die aus diesem Mehle hcrgesteltte« Mazzos finden die Bestimmungen der 47 dis I der Verordnung über den Verkehr mit Bortgctrcibe und Mehl vom 28. Juni d Zs. und sämtliche Anordnung •, die seitens derKomrnunalverdände auf Grund dreier KL erlassen woiden find, keine Anwratnng.' Die hieraus hergestellien Ma.rzos kövrien also unbeschränkt im ganzen Reiche versandt wnden und unterliegen nicht der Ber dranchsregelurg. Dagegen har sich die .Freie Vereinigung^ verpstichten muffen, durch ^erträgliche Abmachungen mrt der: Bäckereien dalvr zu sorgen' daß die von ihr abgegetercn Mehlmengen ausschließlich zur Herstellung von Mazzos Verwendung findin, und daß diese Mazzos nur zur Befried igung des legitimen Bedarfes der rituell lebenden jüdischen Bevölkerung bienen. Z" diesem Zwecke find eine Reibe vvn Sicherungsawß nabnn» getroffen worden, die in einem vorige Woche versandten Rundschreiben der .Freren Berein'o.ung' den Bäckereien mngeteilt wurden. Die Herstellung des Metzlcs ist von oer Reichsgetrerdestelle drei Mühlen übertragen worden, denen die Erfüllung der zu stellenden religivien Anforderungen zur Pflicht gemacht wurde. Zn dieser Hinsicht steht jedem R a d d i n a t e das Rcchr zu sich nach Verständigung milder .Freien Bereinigung' persän.ich oder durch einen bevollmächtigten Vertreter von der gyoiffenhaften? Durchführung^ der rituellen Vorschriften vor und bei dem Mahlen der für den Bereich seiner Zuständigkeit bestimmten Mehlmengen zu überzeugen. Aufgabe der jüdischen Gemeinden wird eS sein, im Lllgemeinintereffe dafür zu sorgen daß der in Friedenszeilea in vielen Eilt» übliche Mazzosrerka-lf zu Delikaretzzwecken und an La.'rknndsckast in Ladeng.'chäften vollständig unterbleibt. Wenn nötig, mußte d.-r Einzelverkaur von Mazzos in Ladengeschäften bis k Tage vor dem Fette durch Polizeiverordnunq gänzlich untersagt werden. Die auf die Feiertagswoche entfallende^ Brotkarten »erden z. B. durch Vermittlung der jütischen Gemeinden von den rituellen .Haushaltungen eingcforoerk und dem Kommunalverband zur Verfügung gestellt werden. fofangentnfürforge. £«» H^ammer» Wobl sämtliche Rabbiner und Kultusbeamten faben in diesem Monat mit Befriedigung aus die schweren Fetttagswochen zurück, die die größten Anforderungen de» ganzen Jabres an Körper- und Geisteskräfte'stellen. Dieser Rückblick hat od*r noch seine besondere Bedeutung während des Krieges, denn nicht wenige Kultusbcamren. die in anderen Jobren nur die Haupigebeie an den drei großen Togen vorgetragen, mußten in diesem Jahre fast den ganzen Gottesdienst leite«, da die jüngeren Hilf<kantaren. Seminaristen etc. «m Felde stehe». Den Beamten in den östlichen Prcviazen war diefesmal n»ch eine besondere Aufgabe zugeiallen. Fast überall in den Dörfern and Gütern wurden russische Gerangene als Arbeiter beschäftigt, für. die wir zu sorgen hatten. Unter 10 russische» Gefangenen befindet sich meistens ein Jude. der als Dolmetscher die übrige» Arbeiter leitet. Rach einer Mitteilung der Kommandantur in Stettm befinden sich russische Arbeiter i» Bereiche des II. Armeekorps auf 2000 Gütern, darunter m.ägen mindestens 10000 jüd. Gerangene arbeiten. Unsere Hreresoerw altung hat auch bier eine weitgehende Toleranz bewiesen. Laut Verfügung des Kricgsministeriums waren die jnd. Gefangenen am l. Tage Roschhaichano. am Jomkrpgur, am I. und 8. Tage der anderen Feiertage von der Arbeit defteit. Diese Verfügung hat der Schreiber die'es teils auf schriftliche« Wege aber durch die Zeitung dem Gutsbesitzer bekannt gegeben. Ich babe »ersucht von den verschiedenen Kommandanturen die Erlaubnis zu erwirken, daß den jüdischen Gefangenen. die in der Nähe einer Synagogengcmeinde arbeiten. Gelegenheit gegeben werde an dem Gottesdienste teilzunehmen. Die Vorbereitungen kür die Aufnahme und Verpflegung für eine große Zahl dieser Rermste» war schon in mehreren Gemeinden getroffen, leider aber mußte die Erlaubnis dazu verwe'gen werden, da kür jeden Einzelnen ein besonderer Wachman« erforderlich war, und das wnr tatsächlich nicht durchzuführen. Ja den Gefangeneulägernist wohl überall an de« Feiertagen Gstlesdieust gehalten worderk. Ja Hammersteiu W./Pr., wo circa 1000 Jaden seit 13 Monaten interniert find, wird seit eine« Jahre alle brei Wochen ein gemeinschaftlicher Gottesdienst unter"der Leitung de« Unterzeichneten abgehalten. Seit einiger Zeit haben die Gefangenen in einem separaten Raum eine Betstube mit allem Zubehör: Oraun hakaudesch mit Seter Tanry, Almemmor, Sobseliien etc. eingerichret. Sie haben sich einen Parneß. einen Vabbe gewählt, verkaufen die Mizwos und verteile» den Ertrag an ihre Bedürftigen. Eine Kehillohmit 1000 Mitgliedern! Abwechselnd beten in den Wochentagen unb am Sabbatb je LO in der Synagoge und nur einmal an ben Tagen. «0 ich dort predige, fivd mindestens 500 Gefangene zusammen. Roch dem Morgengotteedienft treten die Bittsteller an «ich heran und dringen ihre Dünsche vor. bie in de» meisten Fälle» in ber Bewilligung von Gebetbüchern und radbirn'cher Literatur bestehen. Der Herr der Herrfchareu geb» unjern Tapferen einen baldigen Frieden, damit auch diese Unglücklichen ihren Familien zurückgegeden werd.n! Lion Wslss-Tempelburg. ZlSchtlingr-Zbrsorge. Pie Arav,»»ereinig,ng der Zioaillischea z-)rt2grnppe Lamßarg-Altana dielt eme Lcrsammlung ab. in oer dre Vorsitzende Frau Tr. Fiuk über die von der Ensgruppe eingerichtete Klerbersammeistelle und Rähftndc. die den ostpreußiichen und galizischen Flüchtlingen Wäsche und Kleide' zukommen läßt, berichtete. In der letzten Zeit konnten wieder 20 K'ften sorlgeschrckt werden, die 130 Männeranzüge.!.'>0 Freuen» Neider. 2.'»0 Blusen. 350 Stück Wä'che. 2(0 .stiuderkleider, 50 Paar Stiefel, vrel Mäntel, Unterröcke, Strümpfe und anderes «thr enthielten Die Sendung .bedeutet nur einen tropfen auf einen heiß.n Stein. Die Rot ist entsetzlich. Manche haben buchstäblich nicht genug, ihre Blöße zu decken. Der Winter ftehr vor der Tür. Darum müsse mehr, viel mehr noch geschickt werden. Es iei daher dringend notwendig, abgelegte Kleider und Wäsche an die Sammelsrelle Hochallec Rr. 25. patt, und Gelüspend.n an das Bankhaus E. Lalman. Neuerwall 101, Konto Kleidersammelstelle zu senden. Unter deutscher Verwaltung. HKrowo I II.!5. In dieser Woche konnte Rabbi' n r r r. R e 0. h n u s wiederum dank ber tatkräftigen Nuterstiitzung seitender deutschen Glaubensgenoffen einen Bahnwagen alte gsbrorrchte Klerdnngsstvcke Schuhe, hebr. Bücher, nach K a > i f ch senden. Es ist dies innerhalb eines ZahreS der 2. Waggon derartigen Inhalts, den Rabbiner I>r. Neubauzum Zw cke der Fürsorge nack Kalisch gcrandt bat. An dieser Stelle sei öffantlicher Dank gesagt dem K r e i s ch e f von Kalisch. .Herrn Geheimen Regiernngsrat Hahn, daß er in loyaler Wei'e die Erlaubnis gegeben ha!, daß die Kleidunasstncke n. s. w. von der Sammelftelle Estrowo an seine persönliche Adreffe srachfftei als Liebesgaben für die arme jüdische Bevölkcrur'g gesandt werren dursten. Ferner sei Herrn D. ». M. H a r t m a n n hier gedankt für die große Mühewaltung bei der Aufbewahrung und Sortierung. der Firma M 0 s c y t z»B e r l i a für die unentgeltliche Hergade ihrer Spcrcherräume in Estrowo. der Spedrtionsfirma Map Teichmana für die unentgetttiche Adrollung der Stücke. Ihnen allen, insbesondere aber alle" denen, die es durch reiches Spenden von Kleidungsstücken er* mögl:^ len. daß so viele Nackte gekleidet werden konMen, sei an dieser Stelle innigster Dank gesagt. auch ben vielen christlichen Spendern, denen die große Rot in Kalisch zu Herzen ging. Zkarfcha«. In den hiesigen otthodoxen Kreisen ist man darüber ungehalten, daß die Vorstandsmitglieder der Agudas Jitroel-Organisation bei ihrem Besuch in Warschau hauptsächlich mit den chasfidischen Rabbis Fühlung nahmen und angesehene Führer der Warschauer Otthodoxie und sogar Führer der Agudas Jisroel-Ettsgruppe — wie Hersch Grohmann. Leidu- Davidsobn. Süskind Bialer. A. Kirschbraun. M. I. Schwarzstein. Elieser Priwes — nich: zu Rate zogen. Ihre Arbeit war hauptsächlich folgende: sie gründeten eine .ÄgudaS Rabbonim' uud versprachen Geldunterstützung für notleidende Rabbonrm. ^ob;. Das gesellschaftliche und ökonomische Leben kommen nach allen Anzeichen in das Geleise. Die Ordnung der politischen Berhältniffe hat auch die langsame Erholung des ArbcitsmarkteS zur Folge. Die verschiedenen Zweige des Handwerkes und der Industrie bekommen mehr Beschäftigung. Die vorher drückende Arbeitslosigkeit geht allmählich zurück. Die ersten Anzeichen der steigenden Konjunktur nach lange« Arbeitshunger find natürlich außerordentlich lange Arbeitszeit und Lohndruck seitens der Unternehmer. Die jüdischen Arbeiter treten ihnen durch gewerkschaftlichen Zusammenschluß entgegen. In allen Branchen wird für den Ausbau der professionellen Vereine energisch geworben und gearbeittt. Biele jüdische Arbeiter laffen sich auch durch da« Arbeitsamt nach Deutschland anwerben. Die jüdischen Gewerkvereine begnügen sich nicht mil der Wahrung ihrer Berufsangelegenheiten. Sie find der Mittelpunkt auch der politisch gesellschaftlichen Wirksamkeit. Das Hauptintereffe konzentttett sich gegenwärtig auf der S ch u l f r a g e. Die AifimNanten sammeln energisch Unterschnften für eine Petition, die die Einführung ber polnischen Lehrsprache auch in den jüdischen Schulen verlangt. Die jüdtscben nationalen und Arbeiterorganisationen bereiten hingegen eine ähnliche Kundgebung für die Einführung der jüdischen Unternchtssprache vor. Die Unterschttften für Petitionen werden zumeist vvn jungen Mädchen im Aufträge der verichirdeven Erganisationcn gesammelt. Die jüdische Presse in Lodz k,agt. daß die eleganten und salongewandten Vertreter des schönen Geschlechts ber assimilatorischen Kreise gegenüber den bescheidenen und schüchternen Mädchen des Mittelstandes und der Arbeiterschaft im Vorteil sind. Die Schulfrage führte bereits zu einer Kttse im provisorischen Vorstand der jüdischenGemeinde. Zwei Mitglieder und zwar ein Lettrtter der Polen mosaischer Konfession unb ber chasfidischen Orthodoxie verlangten eine Stellungnahme des BvrstandeS jür die polnische Lebriprache. Ueber das merkwürdigo-KZündrns der asfimMerten $hitotrctt< und" der Chasfidim braucht «au sich nicht zu wundem. Die Wunderrabbis waren stets die politischen Werkzeuge der Ssfimilativ». Aus sLsbz wird der .Schlei. Ztg.' geschrieben: In ben jüdischen Schulen ist nun gemäß der Schulnerordaurig oie deutsche Unterrichtssprache eingefühtt worden, trotz der Bestrebungen zweier Giuppm hiesiger Juden, die bie Einführung der polnischen bezw. der jüdischen Unterrichtssprache propagierten. Die polnisch gesinnten Inden haben da» «vpiel jedoch noch nicht aufgegedea. sie hoffen immer noch, daß es ihren Bemühungen gelingen wird, in einigen jüdischen Schulen polnischen Hauptunterricht einzuführen. entgegen den Bestimmungen der Schul- Verordnung. Sie werden wohl die Enttäuschung erleben, die sie verdirnm? Lin chrisilicher Geiftkicher «» Hrnbe de» Fknstiners. Daß auch in Rußland der Antisemitismus nicht dem Gemüte des Volkes enkspriilgi. sondern meistens Lurch die Organe der Regierung künstlich gezüchtet und, weiß jeder, brr mit den Dcrbältniffen vertraut ist. Das Vclk hat gar kein Jntcreffe barau, die Juden, die ftiedlich mit ihnen leben und wittschafrlich ihnen ^ute Dienste leisten, zu verfolgen. Daß aber am Grabe cin.s Rabbiners ein christlicher Geistlicher das Wort ergreift, um dem Toten einen freundlichen Nachruf zu halten, dürfte doch zu den Sl.ltenheiten zahlen. Bei der Beilehung des im \>i. Lebensjahre dieser Tage verstorbenen Tomaschower Rabbiners Hirich Jsraelowiez. zu der aus Stadt und Umgebung viele tausend Personen hcrdeigeeitt anrren. hielt nach den Trauerreden mehrerer Rabbiner auch der Psarrer von Tomaschow eine ttefempfnndene Rede, in der cr aus die warmherzige Tätigkeit M Heimgegangenen auf dem Gebiete der Armcafürsorgc hinwies, bei wel er Tätigkeit der Verstorbene keinen Unterschied zwischen Juden und Christen gemacht habe. Gefterreich-Ungarn. Ernennung »»» Jetbrnßßrnern. Zn ö't-rrrerchischen Fcldraddrvern wurden ernannt die iirael. Seelsorger David Freudiger. Platzkommando Budapest. Mokes Schwarcz. 5. Armee-Et.-Kommando; Hermann Sirauöz. Stationrkommando Mrskolcz. Kriegs»,leitze Der «ührische Lnndesrnbbiner 1>r. D- Placz.k ha: auf die 3. österreichische Kriegsanleihe 25 000 Kr., auf die zweite Anleihe für einen von ihm geleiteten Verein 50 000 Kr. und für eine von ihm verwaltete L:rftung 10000 Kr. gezeichnet. .Eiserner Wanm ber Mächsientteie' betitelt sich ein Wahrzeichen, weiches rn Wien am 31. Oktober, in der Eingangs- Halle de» Vereinshaase«. (15. Bez. Herklvtzg.. 21), des Kaiser Franz Joief-KinderhotteS zur Ausspeisung armer isr. Schulkm der des 12.. 13., 14. unb 15. BszirkeS. durch Herrn Rabbiner Dr. Israel raqlicht zur fe'tlichen.Einweihung gelangte. Dieser Wtihczeichen ist z.im Gedächtnis an die Opftrwilligkett seiner Mitglieder. Freunde und Gönner errichtet. Jeder Nagel, der dieses Denkmal der Menschenttebe ziert. tzUft ein armes Judensind vor Hunger zu stützen. Nägel find im Berciashause stets^ erhältlich.

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