Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- 46 (5.11.1915)
- Date
- 1915-11-05
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Misch« volkMmg. Ur. Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Breda». »«, S. ItoMnber sysS. Israel» Sellgio». Nach eioe« Vortrag oo, Prosrffor Dr. 8 ohr. Univerfiläksproteffor Dr. LÜtzr sprach «m I I. o. M im ANnstzof zu Königtberq vor nnem zahlreiche«, seinen gtbantoH reichen, foimfdjdiait Av-»ührungen mit Interesse lauschenden PuUitum über .Israel« Religio« im Lichte der ottorientaltsche» Geiftesknltnr*. Davon ausgehend, baß das gewählte Thema da» Haupt, probte« der heutigen alneftamenttichea Wiffenschast sei. skizzierte der Bortragende mit eiaiaen strichen zunächst den lebhaste» materiellen und geistigen Verkehr, der die alten Bblker de» Orient», Babylon. Aegypten und Israel schon ein bie .Tfi Jahrtausende v. u. d. i mir einavder verbunden habe. Gewiffe Anschauungen waren sowohl in der geistiger« Ober« ul» Uoterschlcht jcoem dieser Bblker gemeinsam, so die Lorslevung von Zoten geistern, unterirdischen Geistern. Dämonen. Zauberern. Turous ergaben fich sittliche Ideen, eng ver« «ans» mit der Ethik de» mosaischen Dekalo«». Größer noch war die literarische BelwouStschast auf dem Gebiet der Poefic. was an der inhaltlichen und formalen Uedereinftimmung der Kiagelieörr. Vußpsalmen und der Spruchweishert nachgewiesen l^vroe, wie auf dem Gebiete der P r o f a. Aufdem Gebiete oerGeschicht»schreiduugaber ist Israel weit htnausgeschrrtten über die Kor« der aona- »istischr« Darstellung. Dre Wurzel dazu lag in seiner von >.oemRaiulzu'am«cr.hang losgelöste«Gottesa nschauung. Wayreud ca Golt Vabylon» uvo Aegyptens eine Personifitation irdischer Kräfte war, ist Ndouai ein reiner Geist, zu. gleich Weltschöpfer und Wrttlenkr. Al» Zsrael in die Ge- »Uichte ctntiat, strebte snne Gottesai schaumig über die «ate i.eUrn Schrunken hinweg. Die Propheten führte» die weitere ^atwrckivng de» Monotheismus herbei. Nirgend» bei den alt. l« namentlichen Völkern ist der Gebaute oe» einige, Gotte» so scharf formuUrrt. nur unbewußte Ansätze baz» finden fich bei lyne». Ter Vortragende weist dann aus den rein sittlichen Eharatt^r de« Dekalogs, diese» literarische« Denkmals au dcr Schwelle der Bibel hin, der al» vornehmste» Gebot die Korberang hinstellt. Gott zu lieben and fe inen Nächsten wre sich selbst, - eine andere der altorieutalischen Relrgioneu zeigt oiejen sozialen Eharakter. der ein integrierender Faktor des Weirn» Adonai» ist. Die Kolgernng daran» war «e Blipönuug!.,na bitdtrLeu Darstellung. Dennoch war er Bott« eine lebensvolle Persönlichkeit. Dieser rein fittliche .'»ug har auch aus den «»gewirkt. Er hat dre wäre- »ullen Opfer veiworsen und al» höchste» Opfer de« Gehorsam gegen Gotte» Gebote hingestellt. Ewe wesentliche Bereicherung e-ruhr «oht der israelitische Gyltesbegriff dnrch die Berührung out dem Mythenschatz Vabylon», aber jedes mytische Sewaod wurde diese« Erzählungen abgeftreist «ab ethische Begründung «mzesetzl. Der Redner »eist die» «ach «u der Geschichte von der Sünbstrtt und de« Turmbau zu Label, ber uns die Korderung eine« Reiche» de« Friedens zeigt, von de» wir heute leider mehr als je entfernt find. A« sittlichen Idealen fit das alte Testa»e-,r noch immer unerschöpflich. Wir finden w.'yl die nämlichen Probleme in der dadylonischcn Religio». sie gehl am Güngeibans de» Priesters während fich in jttatl all: Forderungen an die eigene Seele wenbe^r. Keine aitoac altt<stamc»tliche Religion hat ein« solche sittliche Höhe - 'tlfgeii. Der Vortragende weist die» besonder« deutlich an vr. vaoiü keimsöksrr Zahl« i» -ettzliche« Amte 8. Aovemtzer 1H75 — 8. Ao». 1915. (£<4iub, V«a Sawderi. Er erkatzle die Bedeutung echter Seeliorgerfwaft zur Ehre tyoüa u,»o de» Zudcnlnmo iu Wort, Schrift und ^Tat nnk u .t« hie« auigt'nhrt wird, ist nur ein Brachte«' au» stmer am* s, sseoden Täiigkeik rn Siabt und Gemeinde. Im Kriegkjahr )*jl5 gab L noch den denticheu und Sfterr.-ung. Znstauzer da Zsractrt.'l die Anregung, die Staats-Krieg»hi!fe durch L'nstunq eina Haekoralh Refchomoth-Sliftuog aus den Gev. aab^csttagssammlungeu bei de« Totenfeiern zu entlaste». Be» all »einer rabbinljche» amtlichen und freiwilligen stcljolgnischai Tariqkeit fand L. Zeit, iitterarisch zu wirke« und c. ne großer» Anzahl wertvoller Schriften z» veröffentlichen. Z„em >fivd ferne fleißigen und gründlichen Bidelfor» f 1, u c t «: zu nennen, vor allem sein trefflicher Kommentar zu Kohelet. in dessen historisch-kritischer Einleitung der Rach- „er« geführt ist. daß da» Buch zahlreiche geschichtliche H,nw-'se au« die Ze t Schimon den Schetachs enthält, eine Entd. ckung. die von oer Geleb«lenw»lt, insbeiondett von Lazarus. K.rylerli q. Kttedmann und dem Großrabbr von Frankreich Za« eoe Kahn bereisten ai.crkani.: uurre. L.'s Borliede für oen .Predig.« Salomoni-»' ist es ^u danken, daß die Lösung de» Kohelelh-Rütiel« durch Zdn-daruh >16. Zahrh.) der deutschen td olognch.n Forschung zugänglich wurde, daß nämlich ZdndaiuL dem Kodrlet. eincm^Atheiste», den den David .den Krommen* pegenudergestrllt sieht; durch L. ist diese grundlegende Autttheie »n allen Einzelheiten eingehe» d erläutrrr worden. Die 5.age nach dem Ach in den Psalmen, einmal Preisanigqbe der Berliner philosophischen Fakultät, ist von L. in fctui Psatte: ego in dou Ich.Psalmen gelöst, wie Professor Lornill, der zu dem geiehNen Werke die Ern» lcitung schrieb, durch sein auf diesem Gebiete im besonderen «atzg^dcnd » Urteil 3. Z. anerkannt hat. Zn das Gebiet der Psalmenfor'chung gehöre» noch L's ,P s a N e r k l ä n g e *. die mit Recht als eure vorzügliche eigenartige hom iletische Ern'ührnug in die P > a l m d i ch t u a g zu bewenen ist. Wir wollen nur noch einige Titel von L.'s weiteren Schriften erwähnen. ,Zar Kritik \*l vuch^Etther*.,Meffia»ap okalypse*. -Kaddischgeber*. .Da» Zifrerätsel'', .Erster Priesterornat i« Talmud*. .Bernunftkritik der Bibel', .Religion un!> Wiffen» fchafr*. .Würoigung der Geichrchte*. .Talmadifche Ethik des Alphabets* u.s.w. In diesen Schriften zeigt fich^ L.'s Sindem Hiobsproble» und dem Problem des Todes nach. Wurde auch Israel bei de» lebhaften Berkehr, den es mit den ander, orientalischen Lölkern hatte, von ihnen geistig befruchtet, das sittliche Moment hat e» doch au» fich selbst hinan» getragen als höchste» Psstulat und einen Geistesbau errichtet, den jedevorurteilsftete Denken al» nie umzustoßmdes Denkmal ancr» kennen mutz. Geschichte. ZU» Anden in Htznlgarie». Man schätzt die Zahl der Juden in Bulgarien auf ca. 41 000 Seelen, ungefähr ein Prozent der Bevölkerung. Z» Sofia wohnen I I 000 Zuben, Varna zählt 2250. Lurga» S400, Kustendilp 580, die Hafen» stabt Debnrgalsch 500 jüdische Seelen. Zn Bulgarien herrscht volle Glaudensfteiheit und ttnaen die Juden olle Stellungen eianehmen. Der Oberradbroer von Bulgarien ist vom Staate anerkannt und teilweise von diesem besoldet. Biele Juden dienen i« Heere und haben fich im letzte« Kriege durch ihre Tapferkeit ausgezeichnet. AtzraHa» Hkotocki. Ta« nunmehr unter deutscher Lerwaltuog stehende Stlna erinnert an eine Aufsehen erregende kulwrhistorische Begebenheit au» dem 17. Zahr hundert, über welche polnische Geichichtstchrtiber folgende» berichten: Ein Lngrh-rrger de« gräflichen Haufe» Pvtoek«. geboren zu Wilna, beschäftigte fich schon in seiner fiüt^stea Zugend mit theologischen Studien. Er prüfte die Dogmen aller bekannten Religionen und unternahm Reisen in verschiedene Länder Europa», um fich mit gelehrten Männern über religiöse Fraaen zu unterhalten. Rach längerem Aufenthalt in Paris, wo er mehrere Disputationen mir den Profefforen der Sorbonne adhielt. ging er nach Ztalien, wo er sich länger« Zeit aufhielt, viel mit gelehrten Zudenver, kehrte und de« Entschluß faßte, in den Bund der israelitischen Neliaioa einzutteten. Aller« die Rabbiner, die den Zorn des Papstes fürchtete», gingen auf seinen Wunsch nicht ein und riete» ihm. in seine» eigenen Intereffe Italien schleunigst zu verlaffen. Er ging hierauf nach Holland, wurde in Amsterdam Jude, erhielt den Ramen Abraham und widmete fich fortan «n großem Eis«« dem Studium des jüdischen Schrifttums. Rach einigen Zahre» verließ Ldraham Potockr Amsterdam und unternahm, al» polnischer Zude verkleidet, eine Reise in die alte Heimat. In seiner Gebunsstadt Wilna angelangt, wurde er aber erkannt und auf Beranlaffung seiner einflußreichen Verwandten in den Kerker geworfen. Er protestierte gegen die ihm angetane Schmach, leugnete auch, ein Graf Polocki zu sein. aber, nachdem er schrecklichen Manern unterzogen worben war. gestand er alle» Borgefallene ein und wurde aus Betrerben der eigenen Kamile zum Kenenode.vernrteilr. Lelewet in seiner Biographie des Grafen Potocki (Wilna 1805) teilt die Worte mit, die der B<rurkeiUe angeficht» de« Tode« an die Beiwohner de» grausigen Schauspiel» gerichtet hat: »Glaubet nicht, daß cs eine Gerechligkeir sei. die ihr ausubt. Die Wahrheit ist bei Gott — ich sterbe für meine Ueber» zeuguog.' Und mit de» Rufe: .Hörer ihr alle, der ewige Gott »st der Ewig-Einzige,' stürzte er fich in die Klammen. Die Juden Wilna» setzten später seine Asche auf ihre« Gotte«, acker bei. Ketzer »ie )»be» „ter de» A«tze»z«Ler» sprach aus Anlaß de» 500jährigen Hohenzollern-ZudiläumS Dr. ISmar Freund Er gab naen Ueberbtick der Geschichte der Juden während de« letzten Halden Zahrtausends. Die Zuden. die bnngeK m dir a'.te widlafch'.fche Literatur im Bunde mit umfastender Kenutni« der »euere» «iffenschasUichen Exegese. In der Zeit, alsder Antisemitismu» seine schlimmsten Blüten trieb, veröffentlichte L. mehrere apologetische Schnften. deren vor> ehmc Sachlichkeit dewnders zu rühmen war. gegen Stöcker die Schnft: .Gotthold- und Mose«', gegen Friedrich Delitzsch .Der ZH.D.H. Fund von Babel ro cex Bibel.* tu» seiner langjährigen Lehrtätigkeit erwuchsen folgende paoagogkfche Schriften: »Kurzgefaßke Religionslehre', .Mosesirimö? Auflagen)'. .Ehinuch dar Mizwob für die Konfirmanden'. .RachdibUfche Geichichre" (4 Auflagen; in» Englisch« von Hecht über nagen und Lehrbuch der Sabdalschulen Amerikas). Poe. lriw pädagogisch find zu bewenen die Festspiele: .LebendeMegiüa*, .Ehanuckawunder* (von Rahmer in der Kamilienzeitung ver- -fferiklicht und seitdem wiederholt in Schulen mit Beifall aus. gefübri). An letzter Stelle gehört hierzu das bedeutende Orarorium .Mose«', da» den sieg de« Judentum» über alle aega. liven Mächte nnd niedrigen Ledensauffaffnngcn verherrlich:. Nahezu 150 Gelegenheit«.Reden find von L. veröffentlicht. Sie verdienen derr Ramea .Meisterreden'. Die größte Zndl derselben wurde bald bei dem Erscheinen vergriffen, um als eiyige Erinnerung von denen, die jene Reden Hünen, ausbe. wahn zu werden. Bleibenden Wert, weü zugleich Denkmäler moderner'Exegese, haben die Predigtsammlungen: »Unser Gotte«bekenrrtnis' (4 Neben). .Der Pncftersegen* (8 Reden). ,3» schwerer Trübsal* (5 Reden au» dem Eholerajahre). .Ein Festftrauß de« Ewigen* (5 Reden). .Piallerröne'. .Zur Ge- «ütsdilbyng*. Peffach. und Sabbatredei., .Menetekel', zuletzt mehrere Reden in den Sammetdäoden von Ackermann L Hickl über .Unsere Keduschah*. Reich au moralischen Erfolgen war die Arbeit L. s an de« Ausbau de« Bortragswesen» in ben Literararvercinen und Logen. Er gründete mit G. Karpele» den .Hamburger Ber« ein' und die Gabriel Rießer-Lereinigung zur Förderung der Wiffenschaft de» Zudeatums. in der alle Zeitgrötzen zu Worte kamen, ist seine alleinige Schöpfung, die er geistig leitet und in der er fast alljährlich spricht. E< gibt kau« eine große deutsche und öst.-uag. Stadt, die L. nicht ehrenvoll zu Borträgen de» rufen hätw. Geine Lorträge .Echit der hebr. Sprache*. .Lkiba*. .Sarah Sulla«*. .Salomo und Softates* nnd .Naturgeschichte der Religion*, die in ben Jahrbücher» der Geschicht». und Litteratnr-Bereine zu» Abdruck gelangt find, zeige, den selbst' ändigen Denker und originellen Forscher. Zrhllos find die populärwiffenschaftliche» Abhandlungen in periodischen Zeitschriften. schon vor den Hohenzollern in Brandenburg Dohnfitz genommm hatten, erfuhren im allgemeinen unter den ersten Markgrafen dassklb! Schicksal, wir «* za jenen Zeilen allen^ihie» öilanben». genojse» im Dealsche» Reiche zuteil umritt, sie wann *roa. legal, Eigentum des jeattiiige» Herrsche», dee uneiugesqrauki über sie versngen kaunre au!> uun einer Beruichluug nur wegen der huheu Lleuern absuh. lluler dem Großen Kursürften ä,. derien sich mir einem Schlage die BeibLilnisse der Zude,Schaft. Der Große «urs. ist, der in seinen jungen Jahren an den Hos der Dränier gekommen war und die werlvolie Beihilse der Znde» nn Holland» wirlschaillicher Grihe aal eigener »nschan. nng keanrn gelernt hatte, wollie fich diese Milardeiter an semen großen Reiormen fichcrn. Gewifiermaßen die Magna Charta in Ser Judcnfrogc dedeulrl der Erlaß de« Großen «nrsürstcn vom -21. «füll 1671, mit dem die'er anigeklürle Herrscher zunächst sünszig jüdriten Familien. Emigranleo ans Wien,' die Riedcriafiung in Brandenburg zeftattele. E« wurde ihneu erlaubr, Handel und Daudei nach Belieben zu lreilttN, an jedem Orr der Mark fich niederzulafieu, eigenen «otte-dicnft adzuhallen, Lenrcr für ihre «Inder anzunehmcn und dergleichen. »« einzige Gegenleistung hatten fie eine kleine Abgabe zu trageu. Diese Besiredungen des Großen «urjürilen, durch wohlwollende Duldung Ser Juden dem Sillichasisleden gegenüber dem erstairendrn Seist See Zünsre und Innungen neue« Leben zuzuiühre», schusrn Widerslänb«, die >m wetteren verlaus ber Geschichte zur immer größeren Sbtibiießung der Juden sührte». Unter Friedrich Wilhelm II. sehtc die »iesormbewegung ein, die mit dem Edikt vom I I. März 1812 da« Werk der Judenemanzipalron zom oorläufigeu Abschluß brachte. Es war der Geist der Steiu-Hardenbergichen Geiehgebung, der auch sie Juden zu vollen Siaattbürgcr» mochte. Sie wurden in den allgemeinen Unlrrlan-nnerdaud ausgenommen, nnr die Zuiafiung zu ben öfientUchcu Aemlern blieb ihnen noch verschlossen. Da« Gesetz vom r. Jnli I86tt bildere den Schlußstein, indem ei die Unabhängigkeit drc staatsbürgerlichen Rechte nnd Pflichten oon den religiösen Anichauutigen zum Grundsatz erhob. Die Hohenzollcrn, die durch die Liärkung Brandenburg- Preußen» an der Errichtung de« Deutschen Reiches und seiner Großmachistellung zeorbettel Hoden, erkannten auch die Ruarbeit der Juden NM Sranle nn. Der Redner schloß damit, daß die Wonc de» Kaiser»: ,Jch,kennc keine Pa riete» mehr, ich kenne nur Dettlschc' auch für die Deutschen jüdischen Bekenntnisse« die letzten Schranken fallen lasten werden. per Aerkiner Mereiu für jüdische Geschichte nn» Literatnr veranstaltet auch in diesem Winter eine Reihe von Bor. trägen, die im Oderttchlsaai der Philharmonie, Berndurger- Str. 22-23, am 28. Dkl-, I I. u. 2ö.Roo„ tt. Dez., 13. Jan-, 3. uni 24. gtbr., 1(1. März, adcnde 8'/, Uhr, srattfinden. Die Brrcinömttglicder erhalte» neben einer E>nlrrll«kane zu alle» Lonrtgen für 2 Peisouen gültig nnentgeltlich das gebundene .Jahrbuch kür jüdische Geschichte und fitteralur'. Der Jahres beitrag ist mlnd. 6 kllk. Anarrtdungen zu« Eintritt find an Herrn Brno« Lrvh, W. 15, Fasanrnftr. V!>, z» richien. »er ^ehranstak, für »ie Aiffenschast de» Indent»»» sBcriinj, wird Geh. Rai Pros. Dr. Hermann E o h e n während de« Wintersemester» jeden Dienstag abend Porirsunge» über .Die Grundsätze der juoiichen Retigioa' halten, außerdem seine Uebungrn über .Maimonide» More, Dell 1» u„d üb. die .Jdcenlehre in Pluton« Dialoge»- dcgttiuen. Dr. I. Freund har ritte Borleiuttg über .Die Emanzipation der Juden in Deutschland .angekündigt. Nicht um zu rüomen, ioilbcln ule Bekundung für die Wahrheit de« allen Worte» in den Pille »dolh i üi-odanr binne »Dijim «demebem r.re thauru, .Achtet auf die Söhne der Armen.- denn von ihnen erwächst die Belehrungsei er. «ähni, daß Ü , ein Sohii armer Streit,, seil ieincm I I. Lkden«. jahre für Baler, Mutter und Gc'chwtfter geiorgk, mit der gröhlen Rot gekämpft hat, durch Stundcngebei, fich selbst da« Studium ermdgiichi Hai, Die Letten seiner Sladienzeil ha, er in einem humoristischen Büchlein getchilder,: ,»u« meinem Jugendleben-, »US gab Leimdtrser die «rast, alle Hindcrniffe zu überwinden und zu tolcher Größe, zu ioichem segensreichen Schaffen fich empoizuringcn? Seine im alle» Judentum i» Ellernhause wurzelnde Fiömmtglett, seine sriediichc, milde, vornehme, bescheidene Sinnesait, lein Mut und seine Treue sein Fleiß, iriue Opseisrendigkcil- Gotte« Gnade hat lein Wirken gesegnet! In lern» Familie aberfindet L, 0<»Nährboden für feine Schassen-krasl, Ihm zur Sette sieh, eine -die Gnttin »,e «erwandic non Prosefior Acois üleudauer Oxiord i, «,, Bon fteherin der bumanitären Frauenverria» in Himburg, und übt eine sprichwönlich g-woroene Gaftiichkeit, Jh» elkreuea zärtiiche Kinder, die non den Elt.r» Hetnoera,:u0e Begabung iür Wifienschait und Kunst geerbt Hoorn und deren Können in weiteren Kreisen mit Achtung und Anerkennung genannt wird. Wir ichiiehen mit de« Wuuiche, daß e» Dr. L„ der jetzt da« seltene Fest seine« 40jährigen Rabdinaisjudiläum« begeht, bejchiedcn fein möge, al, Stolz jeiner Gcmeinoe, al« Zierde Israel« noch tucle, viele Jahre wie heute in frischer Kraft zum Heile der Milweil und zur Ehre G»tte» zu wirken. Wir wünschen die» um so eher, al« Herr Dr, L,, wie wir crsahrrn, jede Ehrung an diese« Tage abgclehnl hat, u, z, in Rückfichi auf die ernste Zeit, in der wir alle lebe», und in der er hochherzig in dankenswerter Weile neben seinen Amlspftichten seit Ausbruch de« Kriege« die »olle Lerireiung seine« de,m Heere «eilenden jüngere» Kollegen Dr, S o n de r l i n g übernommen hat, NM diesem die undehindenc »irksamkeit al» Fkldrabdiner durch »ollen Di«pen« oo, seine, Amtspflichten z» ermöglichen kaddi«r. Die jüd, Orthodoxie Mngnrn» hat einen ichweren Berlust erlitten: Dr, mcd, Jakod Schächter, Bizepräfidcui und Ehrenpräfident der Budapetier orthodoxen Gemeinde, ei» angeieheuex Arzt nnd großer »ohtläter, ist — 6« Jahre all — gestorben.