Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- 42 (8.10.1915)
- Date
- 1915-10-08
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Unabhängiges Organ für die Jntereasrn Die »Jüdische Volkezeitun»- erscheint wöchentlich an ied. Freit« in - .abtjü£ beider fJoft t»JH, bei de^ SeschSstestelle bei freiet Die »Jüdische Volke; Bezugspreis vierteljährig jährlich 8,— M.. nach dem Ausland 8,— 9t, für Breslau bei Abholung 1,—91., ~ “ “; In* Haus 1,25 M. vierteljährlich. : bur^ die Post, jede Buchhandlung und die Zuftelluna l zeitungilt I c in Breslau Geschüftsfiel^ In Breslau I. tzchivetbnltzeßftr. 27 zu beziehen. unser Pr.faub Tlmatndr in I Dar Bhu« tam M b« »» «tnrawi binnen. L»i«e»>» Mtboi HÜ H e |t> bb «imlpalrit» bbK bm» M Bbb^lma abtz irbftmn SnftTAQcii Xabott ennMhinbni t» b« »WIWblMI« >»-„ mib «—4 Ubr Sdjriftleitung, Verlag jind Geschäft» st eile ln Br«,lau l, Schwel linltz,rftrol>«S7 (gegenüber dem StadNhraler). Fernsprech. Anschluß 7505 und 7507. — Zuschriften und Geldsendungen sind dorthin zu richten. — Di« GeschSstestelle ist Sonnabend und Feiertage (ec und Sonntag (von i Uhr ab) geschlossen. — Wohnung de« Herausgeber«: Moritzstr. «5, hpt., Fernsprech-Anschluh 7b<>7. llr. 42 8ml«, ki 8. «fflobtr (9(5 x2u 4 Mit de» Metkoge»: .Meine fklri -»de» JDhtfete Helden" Srkitttagt. Hütalrr 9. 1290 mußten die Juden England verlassen 1855 ft. i. Lemberg R Chase». l)r. >>on.! >0. 1848 ged. i. Lissa Schriftft. Regina Reisser l. Bvesiau 1871 ft. j. Berlin Aas. Zedner Bibliograph I >884 ft. i. Hamburg Johanna Goldschmidt. Pädagog. Schriftstellerin 12. >285 geb. i. Dlsch.-Krone Robb. Dr. Phil. Kroner .Orient u. Oxident- I I. 1184 fielen in München so Märtyrer >3. 1858 ged. i. Kempen Geh. Krchivral Pros Dr. Watschauer. Direktor de» Kiinigl. Etaalsaichivt in Danzig 1875 st. i. Szegedia Oderrabb. Leop. Lä« (Len Cyananja) 14. >899 st. i. Hamburg 'Heine« Schwester Charlotte Emdden. 99 I. all. 1 15. 1785' geb. i. Wien Bened. Dav. Arnstein, d. I. deutsch.» jüd. Luftspieldichter 1842 geb. in Preßburg Baurat Wilh. Slioßny. 1872 ft. i. Galizien Mord. Streliskcr Dichter. 6W*»«» I 1857 geb. Dr. Loui« Reustadl <18. Oft.) 3. 1881 st. i. Goic-JenUau «. Ar. Kornfeld. Porst e. taim. Hoch sch.. 87 I. alt r. 1905 ft. i. Hamb,. Robb. Dr. S. P. Ra,ha» j, t Eo. ». Philanthrop 'S Di. SroMH. 8. 1784 geb. I. Livorno Rose» «onlcfiore (ft. 1885 i. Loßdon). 1807 geb. Radb. Seligm. Bär vamberger Rabh. in. Würzburg. vir Kok» verpatzter Stlegenheiten! SB eile Gebiete Russisch.Pole»» mit einer jüdisches Be« völkenmg. deren Seelenzahl das Vielfache der Gefaqtzahl der jüdischen Lewohoerschast Deutschland« ausmacht, stehen unter deutscher Verwaltung. Die Behörden lassen eS sich er» freulicherweise mit Eifer angelegen sein, deutsche Grundsätze und deutsche« Recht unter möglichster Schonung der besouderen Eigen« art dort zur Einführung und Durchführung zu bringen. Dabei wird nicht nur die volle Gleichberechtigung auch de«! vom russischen Regime s» brutal niedergehalrenen und zur völligen Rrchtlofigkeit verurteilt gewesenen jüdischen BevölteruogSleilet beobachtet, sondern da« behördliche Eingreifen auch auf die organisatorischen Grundlagen und äußeren Formen de« jüdrschen Gemeiudeverwaltungswesen« und Gemeindelebens ausgedehnt. Mit einem Worte, die Fürsorge der dortigen deutschen ver. wairung erstreckt sich auch auf die Juden iu ihrer Zusammen» fafsung als Religiouegesellfchaft. System und Ordnung^ der jüdischen Gemeinden Deutschland» sollen nach Möglichkeit jruch dort ,m besetzten Staatsgebiet Rußlands leitende Grundsätze iür die äußere Gestaltung des dortigen jüdischen Gemeindeieden» werden. Die kürzl'ch erfolgte Neuordnung de» Schul» wescnS z. B. greift ziemlich einschneidend ia die alteu Verhält, niste ein, ohne jedoch berechtigte und liedgewonnene Einfich» tungen etwa ausnohmslss in ihrem Bestände zu gefährden. ES gehen also für die Entwickelung und ZukunftSgefialtstng unserer Glaubensgenossen in Russisch-Polen höchstbedeutstzvie Vorgänge vor, deren Tragweite und Schwere von denen, jdie dort an Orr und Stelle betroffen werden, vielleicht nicht voll und ganz abgemessen werden können. Bier wäre nun ein wette« Feld fruchtoringender und in mannigfacher Hinsicht segepSreicher Arbeit für unsere großen jüdischen Organisationen tzegeben. Es ist ja nicht gerade notwendig, daß man immer erst wartet, bi« die Fragen, die über kurz oder lang doch an ü»S herontrelen. brennende werden. Die Maßnahmen, die die deutsche Benvaltuag in den von unS okkupienen Teilen Rusfifth- Polen» getroffen bot. lasten der Annahme Raum, daß sich für diese Gegenden da« Wort de« Reichskanzler» erfülle, da» 'er i» der bekannten ReichStagöfitzung Über die Zukunft Russisch. Polen» ausgesprschen hat. Et handelt sich also bei all diesen Dingen kaum um ero Provisorium, und da» läßt die Ausgabe, ote den deutsche» Juden hier gestellt ist. als eine dringliche erscheinen. J E» mag nicht angenehm sein, in diese« besondere» Fähe vahrzumhmen. daß die deutsche Iudeuheit auch hier wieder aus dem Wege ist. güustige Gelegenheiten zu verpasse»,. Zett haben mir die Möglichkeit einer enge» persönlichen Sin fl,ß. nähme auf die Zukunftsgestaltuug der Verhältnisse unserer GlaudenSgenoffen gerade iu den Bezirken zu nehmen, die Mb Hauptquelle unserer jahrelangen Sorgen iu der hinter uw» iw& «scheu-!-?**«*• - Ä A Freite, ISS» iWi reeeh-Veelei nn nm ‘m , I. 8(i»nM* I tag'-.! rmi rar . •nn Saddat n. Ne»»w,dsteg jw nn* <yr® nuS) 'Vt3 *313 IV M*“» ho rer a •*»«*•.. | 3<feiet •«kt«. ul 1 «4-s». »fwH-jec. , | Seetre»«» I tt* *(U nj | Mt dki i I S-ti" »rtiiwH- I iv ur» L «oe». I Ci4c. I •ettkCcenult jiit fa koch oM« Mt|H« mam*:! fXVTl ». *) Die ln«,ang«,eite« find fflr feige,de Orte: ils £ * t bjf t» tz» i 01 &M •) »» 'n'Yy M» Ze«-LtPY»e INtn. * _ . ._-IV Titgnt«« geil g«Mfn fin». El stehe» setzt keinerlei Ocherleriß» keilen einer engen Küblnngnahnie »kt jenen sibkschen Schichten i« Wege. Siätt besten lasten «Nr »der »kelnretzr jene Kretfe, die bazn berufen stnb. H an jeder Srvtzzügkakeii nnt be» er» sorderitchen Lciibliik fehlen. Die deutsche Reaiernng wevdet ein gerüneit Mah wachsame» Eifer« den Inden Rnsßsch» Pvieu« zu. wir wiffen. daß unser« Bebtrbe» sich für diese Dinge nach Mbglichkekt auch einiger jüdischer Ratgeber, von denen ei» gewistet Berftiodnit der jüdischen vertztitniste ver» ausgesetzt wird, bedienen, wir denstcheu Juden aber stehen, obwohl auch wir uiemal« »che Werk und vedentnna »er Or» ganisalion Iür uuler Bnterlnnd erkennen, al« in diesen Tage», mit verschräukien Armen diele» Ereignisten gegenüber. Daher liegen die Berhältmste sür ein« grahzügige, zieibewustle Jnittaiive, seilen so günstig wie gerade I» gegenwärtige» Mo»»I. wir Ieden hier in unserem Vaterland »ater dem Segen he« Burgstieden«. In den für diese Ding« maßgebenden Regiernng«. nnd Berwaltungtkreisen gehl man in der Betätigung dnrg» snedlicher Gestnnnag, wie wir anerkenne», mit dem beste» Beispiel voran. Man ist dort durch»»« geneigt, den wüascheu der Juden soweit al« mdgiich »nd soweit et in Ctnklaag »st den valerländilcheM Interesse» steht, entgegenzulo»»«». Man wird daher dort auch nicht« dagegen etnznwenden haben, vielleicht sogar erfreut sei», wenn jüdische stdiperschaften nnd Organisationen unserer Regierung und den Behörden dabei debilstich find, die Neuordnnng der Dinge. so»eit die jüdischen Reiiglontgemeinschnsten Rusfisch-Poie»« In Frag« kommen, mttraicnd sdrdern wolle». Et liegt ans der Han», daß »osrre Glonbentgenoste» t» Rnsstsch.Pole» sich t» di« neue» Berhältniffe vielletcht »ich! so leicht hinen>ft»d«n. daß ste nach schon in Rücksicht aas da« Berhülniil, in de» sie zu den Behörden de« Sieger« stehen, nicht i»»er nnd üterall den richtigen Ton und die Sicherheit ftnden. »» auch nor dqr versuch zu machen, dotsenige anznstreheu, «a« »ach uasere» und ihrem llrierl für die Gefialttnig ihrer rrligitie» Gemrinichaften erftredentroerl erscheint. Dal bezieht sich nicht nur aus da« spezielle Gebiet der religidt^aaretndstche» Organstattont» iorwe». nicht nur aus die schünerigen Probleme dä reiigidsen uud prosane» Schul.Unterrichte«, »er Gestaltung der Lehrer, und BeamtenverhLIwisse, sondern auch weit darüber hinan« ans den große» stomplep iozial-wtetschasilichcr Kragen, deren Ltsong nach dn einen »der anderen Richtung von ern- Ichneidendster Bedeutung nicht anr für die Inden Rnsstsch. Polen«, sonder» rückwirkend auch süe die eesamie Westenropäisch! Iudeuheit ist. Gehtr z» finden fgr wünsche nnd praktische Vorschläge gab und gibt c« keinen günstigeren Augenblick, al« de» gegenwärtigen. Da« Wahiwalien der Regieraugen und Behdrden sichern na« den Ernst nn» die Grast der geil. Deutsche Schienenwege führe» »an Kranksml »nd Adln »ach Lodz, Warschau und darüber hinans direkt t» dir Ovarttere der graßrn jüdischen Mast» Rnsstsch Pal»«. Verpass» wir nicht die Gelegenheit! Mdg» unsere groß» Oraanssattan» au diese Dinge mst ein werria Großäügtgkrit und ernstchtüddler Jnitiattve heruniret». v» findel ßch me Stele, die die Ersorderinss« der Zeü taftrijat, dienetGrndtge groß» zügt ,e Aktion setz« taKInß dring» da»it » von nuferem Geschlecht nicht heiße, daß wir dir «eleg»hett verpaßt Hütten. _ Para. vi« „Warnt 3$tatlUtu ftr ki Sit« k* Dkrenkaik*. Unter diesem Stichwart drin,« da» vrG» de« .Bunde« der Landwirtedie .»»Ische Tage«z>g ' ». «• di« sal»«»e sensattanelle Notiz: ,»Mer»«»,k.OkI»d«e. Unser verichrerstoiter meldet: Einer Meldnn, nn» Pari« zasnlge eiklürte die .Alt»,« Jtraeltstpan Krnnkretch in eine» Answse nn die JndenschaN in d» »»trnien Länder» ». a. solg»de«: Di« Revoiutto» bracht« d» Juden de« «eft»« di« Befreinng au« .der Knrchischast, und n»r «in Sie, de« Bierverdande« vermag da» Indent»» in de» übrig» Europa z» erlüs». «st wart» daher »st Berte«n» ans ein» Siag des Bierderhande«!- — Ob Bäter-, chen« .Ist», Inden' diese Ansicht teil» werdenk' Rach Unserer Erknndtgnng bei Mlglstda» d» kamst«« »er Ult,,« stt »»seid» »an ein», ' Ans»! nicht» bekannt. « detars „HI kan» der BaMchernag, daß. w»n derselbe tatsächlich existier» solle, kein Wort der Venirsttlaag zu „aig wärr. lOMMt, G«»a»»t. Rakbina Sr. I Cahn-BaUn »»» Land, raddin« de« Ggchintn»« «irlensei d «tsteled», ' dmtsi»» »»». De. «trt«dn2»er. u. e,H>M».- mrnmrn* G sf GHlir, IIJPM I ■cibt (ill ,) Ua tO I.), «ch-irgersaö, » stl. oberrnd». «. tkstin-Cvlmar. Bastr ». Radd.». «t. S»d»ig.,aießt in Krank' snr« ». M. bei s. Rinde», stet« Ießr»d aad.roirkend, In d»he» Mtcr. Grstaiüe» «. 10. Raddin« Le» Kameras« in Reukdü» (». Beriin), 5» I., d«d. S. 10. »ach». 4 Uhr in »eißeni«. In lüjährig«, 'schasfendsimdig« Tättgkrtt ß-I «. wie ihm d« Borstand d« .Jüd. Brüd«^e»ei°d<- nachrüst, al« Naddiner und Seeiiorg«, innig verwachs» «st sein« Gemeinde, d«»-Kre»d »nd Lei» getetst n»d gettage». Beionder« segcn«. «sth war sein «stk» aK Leit« der Reii^ondschnle; jüdische« wissen »nd Empstnd» hat n in dst Her,» der Ina»» gepflanzt. Er war Ehr»v°rsi»»d« de« .Jüd. Jngenbdunde«', n» den « ,!« Begründ« nnd innnjädrign Lcistr durch seine »»«»üblich« Tütigkest dst größten Pnßstnste hat. «akutyk». Wie» Der dekannl« Venret« de« Hanoel«. nnd wrchstlrrchte» an »« Universttär Hast»« Ist. jnr. Karl Sa«»« Grü». Hut ist tu d» Ruhestaad getra». »« kr Ziftir»«»aw»-. n NanbetoriHte» «nann«: Nst». «olldet», »I». »Ilnlel, Rentner «tränt, Amt»» «»II»»»». bi« «a»N,r« N»»Meiz. ». Gchlel>»«er, Pint»« ». i a nb» ber, e r, bte»»»wer,,. »« ber ». griebltnber. g-dr.-Aei «eliasoy» b »»»,.> >. «eilt»! b. I. 10. 15 Ml 10. >. IS b. Kba. etnbbati gabelt»» 3«i»K »etr.blnbl. Zsraet. Dlrettne b. «eltr.»e>le d»»»« ». «trattmr, — ».«stwUnbeGrich«»»: Dirett« Gerstel t <ün»l»tte«b»e« b. t»d«. , i^ir'tttt!. Gchleit.,--t. HM.; b. »t G'-r. ». gnchb I CH-rt-tlrndnr«: «I». letchtenlrttl I. «etü» gn bi« xigb. »:gw»w «tnpete.: G«^NIs-st« «Inner b. ^».»«.Kbleroeb ».«1 »■ gtgenk»»»: »eh 3-sttg »einber«. ünd^Gat t. «bni^berg _ retzm «kd Schil«. »rnannt p »rot. ». glaat,,»,»>», Gltttt»/»: «e^nlb «eth rehre»mpnckttle,i s. Gchmsetzii»- Mt«, Nrttgtonslehnr »nd Odrrkanlor K. H. Grünseld wnrd« zu» Zndiltn» sei»« 40jährigen «rdienftnole« Täliakerl vo» Kats« dnrch kerleih»», d« ««dienftnmdatlst aatgezeichner. Zn» Gebnrtltage dr« Käfters ha, Otzert. Gr. ei« Kat'« Franz Joscs-Hymn« komponiert, »eiche d««nnah»e ^würdigt 1» k« Ccadik«. Ztientat «gen «in Misch«» »elhana R» «ersdhn»^«. tage n» >/»4 Uhr früh hielten »alizftch« tzlüchtiinge in Prag t» »« Zizk»»«Z«»ftngaff, etnen'GaUrsdstnft a». Plthftch „rde in da« Betzinrmer rin Zstgelftetn geraarsen. der eu> Kruft« zertrümmeNe. ahne jonnnden z» verletzen. Ein Wachmann ft«- fest, »aß d« Zstgei ban de» 18jthri»n Wenzel Rez. niSa gemarsen wardenHiar. Rqniäkn „rde perhnsstt »nd de» Strafgericht emgelstfert.