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Jüdische Volkszeitung · 1915-08-01 · 33 (8.1915) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
21 (1915)
Issue
33 (8.1915)
Date
1915-08-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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ZOöych« v«U»rrit»»-. PoUtischeDvkummte vtttlck», tzr, l. »OM M». M. SL Xu* der vuma. .. A» *« P»»» griff ber Abgeordnete für Tiflis, bie Hejterung heftig an. 8t foolr u. a.: ,8int onbtre edjtnad Pub btt JubtnottfoljUTtjtn. Dir Rcgierung nahm vornehm, Huden als «eifern ftft. Ss ist eine dttspiellose Schamlosigkeit b°tz btt Regierung eigene Uniertanen al» Geiseln ftftttimm, Utbttall ist ee bat Prinzip btr tnsfischen RegierungIrili unb herrsche! Dies« Stunb'atz geigt auch bit fBolttt. Jtoutaiuj.^oltiif. „ . Etlltrt Wahl heilen fagtt auch MIlj»»«», btt «uhrtr btr Äobtltnt, btfftn Rede in btm arnllichen «ubzugt unmnübiti geblieben ist; unter gioßem Beifall bn gattjt, £tnfcn führte er ans: Unter btm Vocwand beb AtiegSzwavgee, wurden bie unfinnigften Verfolgungen frember Völker befonbtr,' der Juden etngelettel. Wir trafen bie olletdürnrnfien utt> naivsten Mahnahmen um unsere Religion unb untere Rationale lüt in btr Iteuttwordenen Provinz Galizien einzuführen, Sic Beamten mürbe ber »nswurs Rußland« der Provinz hinge fett11 die da» Ideal btr kleineren Rationalitäten sofort tüteten Erft heute ist rach ftüheren nebelhosttn »nirusen des Genera liffirnus bas Wort von der Autvncrnic Polens geftzüett Gtget die atmen rufstfchen Juden ist die systematischste unb roheste Drangsotieiung unter dem Lorwnnde der Spionag duichgesührt, wofür fcincriei Beweist erbracht worden find durch Maßnahmen, die an bie alletwildesten Zeiten de, barbarischen Mittelalter« erinnertt, Rußland in den Augen bei ganzen »eit Herabfetzen, unsere greunde betrübten und unserer Feinden die grüßte Schadenfreude bereiteten. Alle von den Behdrden begangene Riedertrüchligkeit net blaßte vor dem. was die Juden im LtiegSrayon zu leidet hatten. Wenn man alle diese unrrhürlen Maßnahmen aus zählen soll, welche man den Juden gegenüber für ihre niemalc begangenen verbrechen gnwanbte, so müßten wir un« im Mittelalter versetzen. Wir müffen und schämen, zu einen europäischen Volk gezählt zu werbe». Die Regierung selbst hat in allen Bevölkerungeschlchteu. in den höheren und niederer Sphären, zwischen Gebildeten und Analphabeten, in der «tfi denz und den weitentlegensten Leiten Rußland« Gerüchte ver. breitet, daß bei uns verrat herrsche und die Hauptschuldiger waren wieder die unglücklichen Juden, oder solche «offen, bt einen deutschllingenden «amen tragen. Da« Ziel der Re gierung ist dabei klar, e« mußte doch immer ein tSüubenbbü für die schlechte Organisation und «iederlagen geiltnden werden Manlia» (Vertreter von Irkutsk): ... .Alle Strenge de« Polizei,Regiment«, verstärkt durch dir Einführung de« kkriegrzuftande«, Ist aus den Kampf mit tufj» sch«" Bürgern gerichtet, besonder« mit den Juden.' Me de de» Jtlf. Arirdmann i^nttaud). Der jüdisch« Deputierte Friedmann sagte: „Die Juden zeigen fich ungeachtet aller Verfolgungen und Unterdrückungen sowie ber Rechtlosmachutig im «kriege dennoch al« wahre Patrit oteu, fie standen den anderen Ratrnneu in keiner Veziehun nach, fie mobilifierten alle ihre Etnderusrnen, nur mit Unterschiede, daß fie dank eine« Ansnahrnegrfepe« utttrrw latz zu allen anbeeen msftfcheM-ttntett»»«» auch llbra_, Sohne in den «krieg schickten. Die Zeitungen registrieren' ungeheuere Menge jüdischer «kriegtsreiwilligrr. Diese Freiwilligerj sollten ihrem Bitdungsgrad nach Anspruch aus OffizierSranä baden, aber sie wußten ganz gut, daß fie al« Juden den Offizier«! rang nicht erhalten werden. Trotzdem zogen fie in den «krieg. Zahl iriete jüdische Studenten kamen au« dem Ausland und gingen an die Front. Tie Juden bauten Lazarette, spendeten viel Geld und brachten verhältnismäßig weil größere Opfer als andere Rationeul Trotz ihrer Irartr gen Lage haben es die Juden verstanden, sich zu der Höhe ihrer Bürgerpfticht aufzuschwingen und sichtbare» Anteil am «kriege zu nehmen. Die jüdische Jugend, die int folge der prozentmäßigen Beschränkungdklausel ttn Ausland« studieren muß. ist nach «itiegsausbruch in die Heimat zurückt gekehrt oder in die Verbündeten Armeen eingetxeten. 8ine ganz! Anzahl jüdischer Studenten ist bei der Verteidigung von Lünict und aus anderen Schtachtseldern im Westen gefallen. Die Zia nisten in Palästina haben der türkischen llntertanenschast bete Eintritt in da« englische Heer in Alrzandria vorgezogen, vielst Juden haben im ntsfischeu Heere Auszeichnungen erhalten Viele jüdffch« Soldaten bekamen auch da« Georgskreuz. So war Stimmung der Juden bei «iriegSausdruch. Urfpiün,.tich schien al« od man mit bieter Stimmung unb mit dem Gefühl vost Hunberttaufeuden von Juden, die ihr Blut für« Vaterland vergießen, rettnru wird. Aber geschah«»in Wirklichkeit? Juden uu> Jüdinnen, deren Männer, «kiuder und Brüder ihr Blut für! Vaterland vergaffen haben, wurden überall verfolgt und autgewteseu. viele durch den «krieg zu jkrüppeln gewordene jüdische Soldaten wurden, al« sie aus dem Lazarett rntlaffen waren, in den Anfiedlungdrayon geschickt. Ander« al« eine Schmach kann man die« nicht nennen. Bor mir liegt der Brief ein« Juden au» Amerika, der über Archangelsk in die Heimat g«. kommen ist und im Kriege den linken Arm verloren Hai. .Man hat mich nach Kurland abtrausportiert. Kaum war ich nach llttga gekommen, da fand ich dort meine Mutter unk meine ver wandten vor, die am selben Tage von Hau« unk Hof verjagt warben waren. — Sagen Sie den Herren vost der Rechten", schlicht er feinen Brief, „daß ich nicht um meinen linken Arm klage, sondern um den Verlust der Menschenrechte, die ich in der Fremde genossen habe." Friedmann sprach dann weiter über die Unterdrückung ber jüdischen Presse, über da« verbot der jüdischen Sprache in Wort und Schrift, über die Präzentnorm in den Lehranstalten und über alle schrecklichen verfolguvgen und Leiden der Juden. „Gestern", so führte er weit« an», .wurden hier den Polen Begrüßungsreden gehalten. Del ist natürlich gerecht und richtig. Ader wir dürfen nirht vet geffen. daß im Polenlande nnd in den Grenzgebieten jüdisch» Blut in starken Slrbmen fließt, und zum Unglück nicht m| van Feindeshand. In einem langen Kriege wechselt Glück unk Unglück, und cü'ift aus jeden Fall vorteilhaft, immer de» Schuldigen am Unglück gleich in Vorrat zu hoben. Mild tärdehdrden und Regierung brauchten Sündenbdcke für ih« Mißerfolge. Man benutzt diesem Zwecke die uralte Firma, da« ist der Jude. Kaum trschrili der Feind die Grenze, s» verbreiteten fich schon Gerüc , daß jüdische« Gold auf Aeroplaneu, in Särgen und Giugewe , von Gänsen zu den Deutschen floß. Die Legende wnch», verbreitete fich dank der Agitation der Regierung«agenien unl ahm schließlich ungeheuere Dirnen. fto ten an. Den Juden >enüber wurden unerhdne Maßnahmen angewendet, und wse Maßnahmen, die vor den Augen ~ ■" zogen wurden, flößten derselben ein, daß die Juden al« schlimmste de« Gesetze« stehen. Zuerst wurden Litauen au«grwiesrn. Ueber eine Bettelstad ergreifen, verwundete jüdische Soldaten mit detlGeorgSkreuz wurden in Viehwagen und witklich wie Vieh ui einem Frochtschein adlranSportiert In demselben Frachtscheiiuntn der Rubrik .Art der Ware' standen: «ierhundetffünlg ober sechshundert oder tausend auSgewiesene Juden. & wurden dort und dorthin geschickt. 8« kamen Fälle vor, Po Gouven rttre die Annahme der Ich selbst war in Wilna, al« eit, .er Tage lang auf der Station Rowo- Zeit, da wir Waggon« diaucheu für den Transport von Muttion, da rvn überall Klagen kommen über Mangel an lroladem» Eismbahmaterial, standen allein auf einer Eisendawtatich 110 Waggon« mit Juden! Die an« dem Gouverneuren «kowno nach Poltawn verschickten Juden wurden zweimal /in- und her geschickt. 8ine andere Hane » Geiseln-Rchmen. 8« handelt fich hier um rll in der Weltgeschichte. Man nahm Juden itacttsnugehärige de« eigenen Lande«. Doch noch nicht genug — e« kam nach schlimmer. Pogrom», Brankchatzungen und Schändungen sind vorgekvmmen. Die «weise werde ich in geschloffener Sitzung vor. bringen. — 8in punhdtte» vlntmärchen hat man ausgrdiacht: da« Märchen von dem Senat der Juden. In den Gegenden, wo die Ju den ose Bürgerrechte haben, hat man davon nicht g elptochen. Rur durch die Agitation der amtlichen Preffe kann mau da» Auskonznen de« Märchen« erklären, da« eine sürchtrrliche Saat hat.ausgehen lasten und jetzt in breite Schichten de« russischen Publikum« gedrungen ist., Sir kennen bie Quelle diese« lledel«. Sir wiffen: un« verfolgt die russische Re. grerung und nicht da« rusfische Volk! Darrrm vereinigen wir unser Schicksal mit dem russischen Volke, nicht »der mit der russischen Regiersng. von der Duma hängt ei ad, da« Sott zu sprechen, welche« diese« jüdische Volk au« seiner entsetzlichen Lage wieder in die Reihen der rusfischen Bürger zurückdringi. Wenn man alle Berfalgungrn und Beierdigungen aufzählen sollte, denen die Juden selbst während de« «kriege« au«gesetzl find, s» müffen wir un« in die Zeiten Ferdinand« und Jsadellai versetzen.' JH« Anterpe Kation welche die äußerste Dnmalinke an den Ministerpräsidenten Sorewykin wegen der Lage der msfischeu Inden gerichtet hat, ist zur Vertffenflichung in der mssi> schen Prelle von der Reaieruna verdaten würden. Die darin der ganzen Bevölkerung ui b der Armee da» Gestis Feinde de« Lande» außerhs alle Juden au« Polen! Million Menschen mußten t .Ware' verweigert Hab ganzer Zug mit Juden s Wiieisk stand. Zu einet Maßnahme war einen unerhörten i al« Geiseln, also j mit alldem war n entsetz «ich. Bekanntlich hatte der 'gSfaAlkkn MMtzrn Landeätttleu angeordnet, und die Interpellation sühnt an, wie diese Ausweisungen vor sich gegangen find. Die Räumung mußte in der Regel binnen 24 Stunden erfolgen, fodaß die Ansgewiesenen ihr gesamte« Gut zurücklaffen mufften, da« dann unter der Mitwirkung der Militärbehäidtti ansgeraudt wurde. Die AuSgrwiesenen wurden in Güterwagen gesperrt, deren Türen plombiert wurden. Die sogenannten Judenzüge hielten aus manchen Dnrchgang«stationen mehrere Lage, ohne daß den eingesperrten Männern, Frauen und Kindern die Grlaubni« ge. geben worden wäre, sie zu' verlaffen. Richt einmal in die Wagen hineingereicht durfte etwa» werken. Auf der Station Unftcha hielt ein derartiger Bahnzug volle zehn Lage, und all man die Wagen öffnete, fand man dann >6 Scharlachkranke und 8 Fleck,yphuekranke. Ans der Elation Hornel wollten die jüdischen, aber auch christliche Einwohner den in den Viehwagen Eingesperrten Helsen, die wie wahnsinnig nach Brot und Wasser schrieen, aber die den Zug bewachenden Gendarmen drvhten aus die Helfer zu schießen, die mit Wafferkrügen herangeeilt waren. Dasselbe geschah ans der Statton Belitza. In Rowosybkow wollten die dvrttgen Honoratioren fich telegraphisch bei den höheren Behörden für die verschmachtenden, Kraulen and Sterbenden verwenden. Da» Telegramm wurde jedoch zurückgehalten, und sämttiche Unterzeichner wurden verhaftet. In vielen Städten wurden dce vornehmsten Juden al« Geiseln in die Gesängniff« gesperrt, wo fie noch heutigen Lage« schmachten. 8« find Fälle vorgekommen, wo ein sogenannter Judenprg nach wochenlanger qualvoller Fahrt endlich an feinen Bestimw.ungsott augelaagl war, aber die ebenso qualvolle Rückreise antreten mußte, well der betreffende Gouverneur die Au«, ladung nicht gefiatttte. Mehrere jüdische Frauen waren während dieser Höllenfahrt niede,gekommen. Alle Schreie um HUfe nutzten nicht«, und männliche und weibliche Leidensgenoffen mußten Hilfe bringen. Unter den Antgewiesenen und in Birhwaggon« verladenen befanden fich Echwerkrankr, die ächzten und stöhnten und in die bereitftehenden Züge geschleppt wurden. Selbst Irrsinnige, die fich in Krankenhäuiern und Jrrenanstatte,, bei Veröffentlichung der »n»weifung»befehle befanden, wurden von dort in die Judenzüge verladen, zusammen mit Gesunden. Die Haare stehen einem zu Berge, wenn man steht, wie von hunderten christlicher Zeugen Angaben für die Entsetzen erregende Interpellation gemacht wurden. Ein Dumaabgeordneter. einer der Mftnnterzeichnee der Interpellation, »er dem Bericht erstattet die Abschrift übermittelte, schreibt: Unsere lieben englischen Bundesgenossen sammeln tausend« und abertausende. um für Negerkinder kniturbringeude Lendenschürzen zu kaufen. Die mitverbündeten ftanzbsischen vourgoi« ver< öffentlichen Bluttaten von Deutschen, vir seihst erklären, wir kämpfen für «kultur und Freiheit. Zeigen sv der noch objektiv gebliebenen Welt, wie Zarismn« mit seinen eigenen Untertanen und mit seinen sieben Juden verkehrt. 1 Den ,chl»tek »er »elliakiiäf b ceichnct der .Srret Generalanzeiger' wohl zul essen» diele» Dokument der Raffen Schande. — tfn voftiMkAf der zjAfteruii Atu Soldat »nietet getdannee, den, ei» a.vtt»g,r ara»kdetis»tta»d deWtltgl Ward-, de» er t, feiner «trlatlaH Smaion oerbrachl qat. |*rrlM un« über »m vaot-aüewut uad Me «citüi, die ilder dt, Neiae gattiis», Stadt mit dem Siazage der Zainisotdate» yerttugedtoagm »ar. Der Seiet blidtt et» er,ee,le»de« «Id der r»sül»"> gmitet»,«. die fich mil dem Hereiidate» de, >»»et»w»ische» Ho,de, über »od gefet»tgt, atattzte» hetods-»!,,. Di» Sibretde» lautet: »m 10. Mai 1015 ist r» den Raffe» gelungen, mit einer „rckitdaren Uebermacht den -Dnjestr an vielen Stellen ,u über, hrriten »nd die Unseren mußten einen Ruckzug aniretrn. Die luden der ostgalizischen Stadt Sniatyn, die nicht schnell genug Flucht ergreifen konnten, bekamen die .Befteiuvg' duich ie feindlichen Banden am stärksten ,u fühlen. Sofort nach dem Einzüge der Rnffon in die Stadtu>» ,q. Mai wurde der jüdisch« arme »ürichncr Seide Karpel >on de» Kosaken getötet, weit er den .Hungernden' kein Sffen geben konnte. Der Friseur H. FeingoId, Vater von stier unmündigen Kindern, wurde von einem mssilchen Offizier niedergeschossen, weil er die Ehre seinerFran «rieidigen wollte. Sein Haus wurde jad.inn mit noch vielen anderen tüdischen Hänsem einqräschert. Am Sam«iag. den Id. Mai, zündeten die .Beseelet' da« Lau« de« Gastwirte« Dick an, nachdem stc dott geschmaaft lnnd fich betrunken hatten. Sechzig jüdische Häufet gingen dei diesem Brande zngmnde. Man ttied die Juden mil Knutenhieben znr Löfchaktion. berhinderle fie »der in «itkcichkeit daidnrch. tatkräftige Hilfe zu leisten. Der Kaufmann Mose« JtatTan. ein achtzigjähriger ehrwürdiger Grei«, wurde erd rvssett und hinier der nilen Synagoge wie ein Hund verjchnrtt. Alle Belhänser und Synagogen wurden ans unerhörte Veile enlehtl, die Pergamenttolleu der Lhnrn ^rriffen und mft den Husen der Pferd« zertreten und verunreinigt. Dt« Loidnten de« »tthodozen Zaren schonten nicht jene heilige Schrift, die doch der ganzen zidilifierlen Menschheit angehdtt, welche allen Resigionen Ehrfurcht und Verehrung ttnstößt. Aber der Strahl dieser brennenden Schande trifft. nur dir Zarenarmee selbst, denn da« Httiiae nnd «eine dieidt immer fleckenio« uud rein. Am 17. Mai wurde der «»dg Seelen zählenden jüdischen «evtlkernng Sninihn« Verkünder, daß die Juden al« die zähen Anhänger dr« hab«durgischen Throne« di« 6 Uhr abend« di« Siadi zu »erlassen hätten. Christlich« Augenzeugen rrzähllen mft, mir herzzerreißend diese mftteialterllche Szene war. Die aesamie jüdische Einmohnersthasi, «reffe von über 00 Jahren, schwache Frauen. Wdchnennneu, zatte Kinder wurden zusammeugettiedeu und mußten vor dem »agtstrai«ge»äude aus den «dkrauspvtt matten, «er fich verspäteie, wurde mit »agaike^iebeu gezüchtigt. Den schreienden SLu,!iu«u durste kttu Wasser gereich! wer de». Einem kleiueu jüdischen BühieiuvvutzJahreu .. . . - . ... --" - ..ilt- . sfM)Ml\Jütumlv-. Gegen Edeud setzte fich dtt düstere Zag von Opfern ihrer^ koisenrrue« Gefinnnng in Beweaung. Die Kofakeu ttffeu ihnen die Bündel Leibwäsche au» den HtudeA'»ut zerttffeu sie. Einige kranke Juden und Franeu starben am «ege, da sie da« «audeea uad die saaseadeaHiede der Ragaikeu nicht ertragen konnten. Den Bauern, die den verschmachtenden Wasser reichen Wollten, wurde uultt wilden Flüchen gedroht. Wieviele Schwache, Griffe und Kinder aus de» Wege zugrunde gegangen sind, läßt sich nicht Sennn bestimmen, na» weiß aber, daß viel« am Wege »erschartt egen. Soiott nach der Vertreibung der Jude» wurde deren ganze« Hnd und Gut gepiändett nnd vemichttt. viele d« geraubten Gegenstände wurden dtt den ttnhttmiicheu Bürgern gksttuden. Die nichijüdisch« Bevdlkernng wurde geschaut. Mttue kranke Frau und fünf Kiuder, darunt« eine« von drei, ttn andere» von vier Jahre», wurden mitgeschleppt. Wa» mit ihnen geschehen ist, wttß ich nicht. Betzwttseit in mttnem Unglück, stabe ich im Riedetichrttben difftt Lragäbie ttnige Ettetchiernng. att Dm ter 8uße»rcha»tz«. Nndrott», 30. Jnlt. (Ein erschüttembe« Wiedersehen). Eine litt evgrttlende Szene de« Wiedersehen» eine« Valet« mft sttnet Tochter spirsie sich gestern in der hiesigen Flüchtling. Füttorgekanzltt ad. Dtt Ott Bohaeza« in Gnsizten wurde I» Beginn des Kriege« von Knsaken überfaRir, die die Parole »»«gegeden hatten, alle Mädchen nnd Frauen zu vttgemnlligen. Tatsächlich fitten auch 200 jüdische Rädchen und Kraue, den astalffchen Horden zum vps», nnd nur «—8 Mädchen, die sich in Kellan versteck! hielten, blieben verschont. Die »alt«, nnd Bifta warfen sich den Kosaken entgegen, e« entstand ttn Maffaktt, wodtt die mttsten Männer medngesädttt wurdeu. Bei 38 di« <0 Mädchen blied dtt Uedeesall nicht ohne Folg«,. Eine» diesa dedcntttn«wetten Geschöpfe narnea« Hnda Bpdi, kam nach Bndwtt«; nachdem fie, um dtt Schande zu eutgeheu, mehrmal« Sttdstmordveefuch »nüdt hatte, faa» sie hin cm a>. gemeine» Kiankenhaufe die fteuudsichste lllufaabme und liebe» »ollste Behaublvag und geua« eine« Kind««, da« aber stat». vciegefter» nu» stellte sich in dtt Knnzltt de« Kranienhniil«« ttn durchettfeuda Kiüchiftua ttn. Hitt hätte tt, daß sich in Budwtt« ttn Mädchen aal Bahoczau, defäud«. Da« Mädche» matbe geholt. E» war sttue Tächtn, die tt vettvreu glaubte, während sie den Vater al« von t n Kosaken erschlagen wähnte. Die Szene de« Wieberfinbeus, »re sich nun abfpittte, »si nicht p, beschrttteu. Die zweite Tochttr de« Manne« ist von den Kosak» weggesihleppk worden.

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