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Jüdische Volkszeitung · 1915-08-01 · 33 (8.1915) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
21 (1915)
Issue
33 (8.1915)
Date
1915-08-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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3tötfd)t voikjtttilig Lom Krieg vrerla«, tat ,5. chauptatz. im i9i6. 3«n Zoll wn warscha» »»d )wa»goro- E>n Iubeltag e« wt, Der einen nicht genug. VII just dir Meldung tum. Luch laut Iwangorod Daß Deutschland- Heldenschor Es fiel in Srege«zug Die Rcftntiß Warschau nahm, Rach blut'gn Schlacbtgavast' Iwangorod und Warschau Entriß dem Ruffenmotz Das -Heer trotz 3ort und Drahtverhau. ^•n Henn tri Dank und Lob! Moritz Wiener, Breslau. Bikioriaftr. 25 €*glaaft. Knßsnntz »»tz die infisttze 9»tze,rr«§, I M Vor dem Kriege ha: die englische DestVntiichkeit — Regierung und Prefie — den Anschein zu erwecken vcrsucht, all sei fie der GericrrSho^ vor den. d:c Verfolgten aller Länder ihr Recht fände::; insbejoveere warn es die russischen Juden, die stet» auf England ihre Hoffnungen setzten, daß es leinen Einfluß bet Rußlano geltend mache. Diese Snfichteu hat der Krieg gründlich korrigiert. — die eogliiche Regierung «a, delt in den Fußtapfcn des russischen Bundesgenoffen. Als der Krieg ausbrach, rrindertcn Kitchencrs Werbeagenten in das Eastcvd Loudrn«. um unter den dort.gcu Jude» Rekruten zu werben. Die londoner Presse unterstützte diese Werbeartiktl durch Aufsätze, in denen fie die Zudeu in all n Tonatten lobten. Die Rekrutierung haue jedoch im Eastend einen geringen Erfolg; Damit wäre für dre Londoner Presse bas Z.rcheu zu einem SleUungswechset gegeben. Man beachte — es war Ende Rovrmder lttk« — Depeschen ans Petersburg, in denen offen d,c rujfischen Juden der Spionage zu Gunsten Deutsch, lanbs bezichtigt »urden. — Die deiden jüdijchen Mitglieder de« englischen Kabinct« Montagu und Samuel boten ihren ganzen Einfluß ans. um dretes Piefieschreiden sowie die Su». Wertungen iu Rußland zu verhindern. S»e erzielten auch kleinere Erfolge, so die Hinansschicbuug der Lnsweisuug der Juden au« Kurland. Die rnifilche Diplomatie verstand e« jedoch, zu bewirken, daß der Bildung dt« engltschen Koalilionsmiaisterium« die beiten jüdischen Miulste, keinen Sitz im Kabinett erhielten, also ihre Arbeit nicht »ehr zu fürchte» war. Von de« Tage der Reubrldung de« Ministeriums ab haue sich England vollkommen Rußland verschrieben. Unrer Führung de« Petersdurgcr Korrespondentin der .Tune«' vcronstattele die Pnffe eine Hetze gegen die rujfischen Juden. Znongwill',ch? S:ücke. die da« nisß'che Indenprobic« dehar bellen, dursten nicht aufgefühn werdeu. Den jüdischen Zeriungeu ist e« »ittcrfogt, an de» Berhallcn der rujfischerr Regierung Kritik zu üben. Neuerdings wvrdc das Erscheinen de» Londoner .Jewrsh Lime,* untersagt, wert sre venchlc über die Leiden der rusfischev Anden brachte. So fieht da« liberale England au»! -«BW.- A,r ^e§e»de ntm .Werr«1' der Misstsche, Anden Aus Bischt des rusfischenHauptquaniers— des Departement« der R ic d e r l a g e n. wie e« in diesen Tagen in den Eoulorren der Rcicksdumo ru Petersburg non einem lustigeu Dumadipulürlen ftbr irefstud b.zcichi et wnrde — vom 27. IV. (a. Sr.) l! 15 sud R 11!)3 wurde ee asr der ganzen Arontlinie a« geordnet ,oiff die jüdischen Sottoicn Acht zu geben, ob fie fielnicht srerwivig ir Gefcnginschatt brgrdt« vnd wie fie fich über, baupl verhaller.' Die Regierung rchickl fied also an, ,aktenu.äßig' darzristrlleu, dost die R ederlagcn der rrsfisck.cn Truppen durch ernen Mostcnbuckverral der im Felde stehenden jüdischen Soldaten und durch eine im Solde Deutschland« deiriebcnc Mustevspronage dergesumleu ludrsedev Bevölkerung de« rveftlicheu GreuMbiew l crvorgernf.n siud. Und tamrl "ie oppositionellen Parlklen späterhin nicht die Möglickrkctt haben sollen, da« auf Grvttb ireles Bcschlr gtst-mmett« Material etwa als einseitig und tendenziös zu bezeichnen, wird r» im Befebi vorgeschricben, , ilch einzelne Fälle .lobencnerreu Berde'ttene^ jüdischer Soldaten anzuinhren. Beiläufig, bemerkt ist wohl nnr diese« letzten Unstarde rn danken, daß tu. ru'fische Hee.esleitung neben allerhand Lüßcij.esL:Lrcw über Spionage der jüdischen Be. volkerung ad und zu euch über Heldentaten cinzeluer jüdischer Soldaten zu berichten weiß. Welche Fruchte biesc« System z.t'igt, davon liefen l.i« nn k:nfs^s Beispiel die sehr mtercfiante Genchttverbaudluug «n Lomscka. öder di.Hre rusfische lcgalePrcfie nicht« mutcilen dnrile. (L'n had,u sie in vor. Rr. unter dem 3iul .Rusfische Poiizerschinken' gebracht). E« ist ,n hohew Grate bezeichne,d. daß es der russischen Regierung biebe: vock n cht geluogei: ist. auch nur erucn einzigen Fall jütische» HrLvcnatt auf gerichtlichem Wege lest, zustcllen. DasrnssrsLeGerräl. das sich in der Reaktionspcr rode de« letzten Iabrzehut« zu ciucn, getngigc,: Werkzeug der Re. grenrngrpoirk'k crttwürügen Istß und nach Vorschrift de« Juftiznumster« Sljchcglo»i:ow tu lchmschvobftcu.yenkerfuvklionen iu sklavischem Gehorsam auSudte. tusc« Gericht konnte bisher nicht einwal den Schall, n eines Bewerses der rvchlolen Be. fchuldrgung erbringe»! Einige Monate vor der Lomscha'er Eerichtefitzlrug kaut edne äbnliche Sache vor de«. Warschauer Militärg«r,chl«hof zur Vcrhaeudlvng. Aus der Aukiagebank saß eine G'uppc tutzen ausGrojec (Grojcy). An dieser Stodtwurdenstinerzeit viele »den für angebliche Mrlirän'pionage vom Felddcricht zam Tode durch den Strang abgeurterlt und acch «ehr von ihnen worden von den Kosaken gai z einfach — ohne lästige Formalitäten — erdrosselt. Einige Anden wurden vou dort nach Warschau odtranspoltrcrt uud nicht vor tut Feldgericht, sonderu vor ein wehr oder mmder geregeUcs Militärgericht gestellt — wie angenommen wird, u« an ihnen ein Exempel zu statuieren, indem diese in de» Augen der Mrtitärbchörden am schwersten m. 35 tichtsverhandluagen berechn rinesweg« zu optimistischen Hochverrat wird von Volke« als unumstößliche dem russischen Judentum sehr düstere Audfichten. Die ,« ll ia n ce Zsbelastet gewesen sein sollen. Uotun envie« die Militärgerichtevcrhandlung. daß das An! ematerial völlig au« der Lust gegriffen war. Auf Antrag d Staatscnwalt« wurde vom Gericht selbst der Prozeß annullier ämtliche Angeklagte wurden sofort enthaftet. Und dies in r Atmosphäre granenhaster Audenhetze. bei voreingennomenl der Richter, bei äußerst mangelhastem Rechtsschutz! Der erkrenliche Ausgang der tigt Idider die russischen Juden noc^ Illusionen. Die Legende vom jüi den breiten Schichten des russisch, Tatsache wahrgenommen und der, — wenigstens für die nächste Zei! Mnffifttze -»tze»verf»ti«»§, raelite^ schreib:: E« zeigt fich^imer mehr, daß die rusfi scheu Behörden überall die jitdiw Bevölkerung aus dem Kriegsgebiele nach dem Zvlanbe fiben. Der Zustand von Hunderttousenden von Familien oll fchrelklich sein. Der .Aewifh E.hronicle' vom 23. Zulilenlhält ausführliche Mit> teünr.gen. die mit Pogromberichlen auf eine Linie zu setzen find. Das Blatt enbält entlüstetenotiste gegen die .Bundesgenoffev^. die die rusfifchen Juden «ß^tndeln. Magrame tzevarttehtz! Stocktzat«, ö. August. SuS PtzerEurg hier ankommende Reifende crklärm e« für ganz fragst, bah der Einzug der Deutschen in Warschan in ganz RußvnRfiogrome und Juden, waffacres ei'tfeffeln werde. Die Rade »es russischen Lölkes fei nur scheinbar. In Wirklichkeit sind.lle Rriffen durch die andauernd schlechten Rachnchten vom Kriegsschauplätze in einen Zustand furchtbarer Erregung verseß. Um die Mafien beim Eivtreffen einer neuen g.oßen Ungnedlachricht adzulenten. wird die Regierung fie fieherlich auf die luden loslaffen. Es find bereits jeüt sichere Anzeichen dafür «orhanden. daß die Regierung diese altbewährte Politik ach diesmal befolgen wird. Dos berüchtigte Blatt .Der wein Adler', der sein Erscheinen einige Zeit eingestellt hatte, ist vor kurzem wieder neu herausgekommen und fordert jede« Tg die echt russischen Leute auf. oie jüdischen .Vaterlandsverrätr' zu hängen, ohne daß die Zensur gegen die Hetzereien des Lotte« die geringsten Einwendungen zu machen hätte. « Hk«gr»»tetzc i» Marlcha« Wie de .Bvhemia' aus Warschau erfährt. verbre,ter i'ie russischen Behörden in der polnischen Hauptstadt die Nachricht, die BnbLideten würden noch ,lner Defitzergreilung Warschaus der Bevökerung eine große Kritgsschatznnganferlcgen. Außcioem find Sptzel der Lckrana be« micht. die Hefe der Bevölkerung Warschaus durch Geld und andere Mittel zu Pogrsms aufzuftaeheln. die m dem Augenblicke de« Einzüge« der verbündeten Truppen in Wrrjchau losbrecheu solle». Dadurch hofft man die fricdliebeude Bevölkerung io die Krawalle hioeinzuziehen und die delttsch-öfterreichischen Truppet, zu Vergeltungsmaßnahmen zu zwingen. Auf diele Weise gedenkt man die Polen gegen die Verbündeten zu ver- _ _ d noch zuletzt von den ten worden., Haint' und .Moment' erschienen im Jargon, .Hazefirah' in neuhebräischer Sprache. Die Ursache des Verbots lag darin, daß die 3 Blätter Berichte über die Judenverfolgungen in Rußland brachten. Zw-ertzaM, 3. Aug. lPriv.-Tel.. zens. Fittt.) Der .Riemvk Rotterdamsche Eouraitt' schreibt: Rach Schilderungen in Moskauer Berichten wird die gesamte jüdische Bevölkerung au« den Gouvernement« Grodno. Wilna und Warschau entfernt. Ju Kurland wird den Juden drei Tage Zeit gegeben, um ihre Angelegenheiten zu ordnen. Für. eine jüdische Be völkerung von mehr als einer Million bedeutet dieses Vorgehen tae größte Elend und den vollkommenen Ruin. Weiter meldet man dem .Nicnwc Rotterdamsche Eourant': Das Erscheinen der .Iewish Times' in London wurde durch die Behörde provuorisck Bttbotrr. weil das Blatt seine Unzufriedentzeit über die Jndeoveriolgungeu in Rußland gcänßeN hat. Mückbetörder,»- der )»de» »ach chatizien In Kiew ist die Bcrjüguug über die m die östlichen GoavcrncmenlS ver» schien gewesenen galizischen Juden cingetroffe», wonach diese ins Ausland' zitrückzudefördern seien. Die jüdische Sprache wurde für ganz Rußland in Wort und Schritt verboten. Am ch«»verne»e«t ^ie» dürfen Judeir von Flüchtlingen Vieb. Pferde, Kleider und Mobiliar nicht ankaufen. A. M. Aie» 'indirekt). Dieser Tage weilte eine Delegation des englischen Hrls-komüös für Polen iu Kiew und de« ficht,gte die UnterkuuftSräume der aus Galizien von der Militärverwaltung verfch'ckl.'N Juteu. Die Delegation nahm Ver« anlaffung. die hygienischen Eiunchtungeu der Baracken zu vcrbefiern. die Nahrungezufuhr für die Verschickten zu regeln etc. Wie schlimm die Lage der dort unlergcdrachten Aatizianer ist. geht taians bcrr>or. daß in einer Baracke eie fiOO Personen Platz bier-.r. 1 *W>0 Menschen unlcrgcbracht find. .Zkkjttzerzigßeit der nrsfifche» L»erze»s' Der Ministerrat hat — wie gemeldet — auf ein Gesuch des Peuograder Aenrralkomil^S für notleidende Juden eine Staaisjpendc von MM.OOO Rubel bewilligt. Da das Minimum der von der russische» Regierung au« dem KriegSgediet ausgcwiescnen. heimatlos gcrvordencn Juden eine Halde Million üderfiergl. kommt ans den Einzelnen kaum ein Rubel. Für die Knegslcidendcn Polen« bat Hinzegen dieselbe rusfische Regirruug 50 Millionen Rudel gespendet. Mik»a. Der zugunsten der notleidenden Juden Ruß. laud« veranstaltete Blumeutag hat einer, Reinertrag von 90.000 Rubel ergeben. Am Verkaufe beteiligten sich 3400 jüdische Mädchen und junge Leute. Hk»tz«M. Ja Rad»« wurden im Monat Juni 200 jüd. Soldaten, die »»ährend der ersten Schlacht fielen, aus de» Maffengrädern exhumiert und im jüdischen Friedhof begraben. Uebcr die Rnst'en in chwsztzziec, wo fie am 13. Mai einrückten, wird unS gemeldet: Der Rest der jüdischen Bevölkerung _ der uder.allenen Stadt, die weder Mittel noch Krast zu fluchten hatte, dre vom Alter Gebeugten, die schwachen Frauen und säuglrnge blieben in der Stadl zurück und harrten mrt Angst und rchauder des traurigen Schicksals. In dem Momente des Einrückens der Kosaken wurden alle jüdischen Läden geöffnet, das Rauben und Plündern begann. Auf ein gegebene- Zeichen hatten sich bald?"e m der Umgebung unseres Städtchens wohnenden Bauern m Massen versammelt und zeigten den Kosaken an. wo »udrsches Hab und Gut versteckt war. und mancher dreier klnhetmychen Feinde übertraf noch in seiner Raubgier und Habsucht den wildesten Kosaken. Wahrend des vierwöchentlrchen Aufenthalts der feindlichen Truppen in unserer Stadt mußten die zuruck, gebliebenen Einwohner fich in Kellern ernmauern. auf Dachböden verstecken, im nahen Waldgebusche ihre karge Nahrung zubererten. und keiner wagte die Straße zu ^»sfieren. Viele Frauen und Mädchen wurden von dieser Raub-Dorde! geschändet viele Juden wurden auf nackten Körpern gepertscht. Ern ^ude. der blitzschnell die Straße vordererlte. wurde von einem Kosaken überfallen, der von ihm eine gewrsie Geldsumme verlangte. Al« det Ueberfallene mehrmals beteuerte, er habe bei fich gar keinen Heller, spornte der wilde Rusie sein Pferd und stampfte auf den Unglücklichen, der bald zu Boden fiel, los. Das wiederholte er i»lange, bis der Getretene, vom Hufeisen des Pferdes zerfleischt, bewußlos in Blutlachen zusammenbrach. Dem Stadtraddrner wurden auf offener Straße dre BernNerder au-gezogen und wie ein wildes Tier wurde er zum Schanzengrabe» gejagt. Der Rabbrner-Stellvertreter wurde ebenfalls nackt ausgezogen und mit der Ragarka gepeitscht gezwungen, die letzte Barschaft adzugedcn. «solche schaudernde, herzzerreißende Szenen spielten fich während orer Wochen in unserem Städtchen ab. Ei» Ariel »»» Marschau. Die New-Yorker jüdsiche TagkSztttunq .Vorwärtsveröffentlichte vor einiger 3eit den folgenden Brief aus Waljchau, der klar erke-men laßt, unter welchem Schrecke,», reqimenl die jüdische Bevölkerung ,u leiden hatte. Warschau . . . .... Ihr müßt wifien. daß wir (die jüdische Bevölkerung) außer" dem großen Kriege draußen auf dem Felde hier in Warschau einen besonderen Krieg haben — den Krieg mit den Polen. Die Pole»: glauben lest an die Einigkeit der Juden: fie find überzeugt, daß die Juden den Deutschen Geld gegeben baden und Deutschland daraufhin den Krieg erklärt habe. (!) Die Zudeu hätten für Deutschland Geld gesammelt, der Acrmste hatte zum .dcut-cken Fonds' mit 20 oder 30 Kvpeke» deigetragen. Und deshalb bedrohen uns die Polen mit de« marlcrvollsten Tode. In den kleinen Ortschaften haben schon dre polarfchen Hetzen Frucht getragen. Man hat die Kosaken aufgehetzt — und wie wenig braucht ein Kosak, um einen Juden seine Machß fühlen zn laffen! Sie haben Frauen geschändet — # ältere rfraum *mJ> auti iuna$ Kinder. Di« u»gl«M»che» Opta yat man nach Warschau m dre Krankenhäuser gebracht, wo pe tchwer« krank darnrederliegen. Zn Warschau haben Soldaten jüdische Viettel geplündert, und zwar von den frommen Polen aufgehetzt. — Eiire sehr schändliche Rolle spielen die Schaffner der elektrischen Straßenbahnen: Ich fuhr einmal in einem Straßenbahnwagen. der voll von Soldaten war. Zu der Zeit wurden ge-rade verwundete Soldaten vom Bahnhof in ein Krankenhaus gefahren: da wies der Schaffner auf die Verwundekea hin und sagte: ,Sebt Ihr. daran find nur die Juden schuld; sic haben alles veranlaßt; fie wollten den Krieg, um Polenden Deutschen in die Hände zu spielen.' Natürlich verfehlen solche Reden nicht ihre Wirkung. Die verbittcnen Soldaten glauben alles uud suchen sich an den Juden zu rächen. Und in der Tal gab es einige Tage nach dem geschilderten Ereignis einen Pogrom. Mau hat Läden geplündert. Frauen. Kmder und Greise geschlagen und verletzt. V.rrauf wandten sich einige angesehene Juden an den Polizeipräfidenten mit oer Bitte um Schutz. Er ha, an» zu schützen versprochen, aber wir iürchltti.aui derartige Versprechungen zu baue,:. W,r wifien nicht, was uns noch in Warschau geschehen kann. Ich schreibe Euch und denke: Was wird uns stoßen, bi« Ihr diesen Brief bekommt? Wie wird eü um uns stehen, wenn Ihr die Zeilen leset? . . Amerila. 3 38. Der jütisch, Sch»kii^a.,jk in Ncw?loit mm,», forlftmfc: an A»»dr>,,,„„g j». <rit!a w »m ftnoo 8>cftaifd)„„ä,r Ser L,»cg„»g an. ■ H,»„ l»9t eine Scrfammlunö ber Sodidjnabcr, Die unac|äbt MIIKK) Mann stark find, dir fich »orausfichiüch qlcichjnu, füi btn iueil cn,. scheid,» wird. A M üc» .rrrauk ist dcanadigr. Xtr ftou* otrr.iut ha, die Inbtiflral, ,„ Gc,'ä>,l,»,ss,r»j, um»,wandeil aim troftum ruhen Franks «rgncr »ich,. Man js, »,»„. ding, „ncr Brrschwöruug aus die Lp», prkommc» «a» will Frank gnnailsam an» dem Kciä»,,»id „„sernen »»d ch» dst-,„. >,L lynche». Ter «anncrneur ha, nmsafi.mdc Fordern» e„ ,nm Lchnste Franks pclroffen. -»»?n»»«rL derich!,,, die r,»n o„:r Blail-I, .^cr Rrbbiner del ,>!"ch>h»uik« von Ling-Ling. Z,c°d Goldstein machte vor eincr Biichiskcmmiifioil die «njlehen erreaend« «ilieilnng. daß einer der vier in dir Affäre Der Ermvrduna de« Bankier« Roseniai milnerwickeilen nnd auch hinqerichieien «ompiizrn de« P»>lzeilcn,nanl« Berkcr laisächlich nnichnltig h.n. qrrichlrl worden lei. Goldstein machlr fich eidälig. d.m Lewei« hieiinr zu erbringen, und berief fich hierbei and) ans eine Bemerkniig der BundcsanwalischafI, d,e ebenfalls Zwcisei an der schuld de« Hingerichleien geänzei: halle.

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