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Jüdische Volkszeitung · 1915-08-06 · 32 (6.8.1915) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
21 (1915)
Issue
32 (6.8.1915)
Date
1915-08-06
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Ndych« DoMtyttuii. Nr. L2 Xnf tat Skgrizige in tiirlaid *). ©tlltbleWutti! ©tftmi habm wirfchmnzlo« SBtnbau brttfet. Meine Esc. UI. wurde zu diefeui llnttrnehmm einem Detachem-»> Sch.aus einige Lage zugeleilt und war die Sache an sich nchi spaßig. Wir kamen vo» Goldigen querseldein und stießen zu dem Detachement, bestehend andem Landsturmbataillou B.. einer Batterie Frldartillerir und einer «aschinengcwehrabteilung. Ich steuie mich riefig. mi, meinem heimailichcn Bataillon zusammen zu wirke», und wurde die ganze Geschichte rech, drollig. Zunächst lag vor na« die Ko mpag nie Ä . ., als wir eintrase». Alle B. z. 8. Feldwrbelleutnaat Damerau. Die guten «. waren gerade beim Mittagsmahl. El« sie Kavallerie sähe», wurden sie sofort alarmiert. Da« schöne Esten gosten fie au« und waren deshalb Iiaurig. Mt einem großen Aufwand von Borbereitungen sollte die Einnahme vo» Windau, ftattfinden. Ich ritt mit 20 Mann einige Stunde» früher ab. Die Rüsten entflohen und nahmen wir allein Windau ein. De» Bürgermeister und die Ctadlbeamlen jagten wir srüh um 4 Uhr auS den Betten. Ich setzte fie ab und ernannte fie gleich hinterher zu reichsdcutschcu Beamten und vereidigte sie. Dann hißten wir die deutscheFlagge. Nachdem wir gut gesrühftüikr hatten, etwa um 11 Uhr, kam seierlich der General v. Sch...... Landsturm B. die Artillerie, Maschinengewehre, meine Schwadrou und zogen mit stolzer Brust nach Windau ein, welches meine kleine Patrouille genommen halte. Ich tras viel Bekannte bei den Stürmern, Monier, Feldwedelleutnant John, Glang, Herbst und noch viele. Schade, daß wir wieder zur Kav.-Brig. zurückmüffen. Beim Landsturm ist es recht gemütlich. Ich habe mir eine «underbare Stute von einem kurländischen Baron gekauft. Wert mindesten« Mk. 2000,00. Geld habe ich mir dazu von meinem Rtttmeister gepumpt. Ich werde daher 2 Monate kein Geld nach Hause schielen und werdet ihr wohl hungern müffen. Als Kavallerie- Offizier darf ich ein eigen,« Pferd mnsühren. Ich dringe r« mit nach Hanse, weil ich später, im Frieden, reiten werde. Wir bleiben in Windau, ich habe infolge meiner. Stute kein Geld. Unser Zahlmeister ist bei dem Regiment. Ich deobfichtige einen B. auzupumpen. Post gibt es nicht. Meine Postsachen bekomme ich erst in >4 Lagen vielleicht. Biele Grüße und Küste Dein Dich liebender OSkar. v«r letzt« Brief dw* gefalle,«, Theologe,. (64lui) Doch da« Weihnachtslied war noch nicht in allen seinen Strophen veiklnagen, da erscholl schon da« unerbittliche Kommando: ,An die Gewehre', und weiter ging e« nun in lautloser Stille in die tninkle Rächt hinan« über die glitschigen. Sturzäcker bis an ein Dors Samice, wo wir Deckungsgräden answarfrn, diese durch Strnh »nd Brttttr so wohnlich wie möglich machte, »nd in Ihnen Sbernachrrten. Freitag im ‘ M orgengrauen zogen wir, da ein feindlicher Angriff nicht er. folgt war, wieder den langen Weg nach der Stadt zurtck in unsere alten Ouattiere, wo natürlich alle« schon verschwunden war und vo» den Kompagnien, di« an unserer Stelle als Reserve hinauszogen, heibetgeschafft werten mußte. Ich suchte wieder meinen alten Ouarliirwirl auf, bei dem ich natüttich wieder sreundlich ausgenommen und sogleich für r-vto eingeladen wurde. Der Nachmittag verging schnell mit Appellen, Gewehrrcinigen, Sachminstandsetzen etc. Am Abend mochte ich daun 2 Feiern mit, die erste beiR. Hirsch Lewkowicz, wo ,« eine Iöstliche Nudelsuppe und Fleisch gab, und dann die Weihnachtsfeier mit meinen Kameraden, wo e« zwar nicht so splendid (?> zuging, wo aber dasbr mehr getrunken wurde: Bier, Lee, Rum, Kognak. Bcsoudcin Anklang fand e« bei allen, als ich »ach einigen Liedein al« einziger eine kleine Ansprache an die Kameraden hie». Ich führte au«, baß ich all Jude au« zwei Gründen ein Recht hätte, diesmal diese«, Familiensest' hier im Felde mitzuscicru. Einmal habe der Krieg, de» wir um Deutschland« Existenz söhren, alle Uoterschied« politischer nnd konsesfionellcr Art aufgehoben. E« gäbe im Felde keine Katholiken, keine Protestanten, keine Juden, keine Zentrumsleute und keine Sozialdemolrate», keine Polen und keine Dänen oder Lothringer, sondern nur Deutsche, wie e« schon unser Kaiser betont hätte: und wolle man durchaus «inen Unterschieb machen, so gebe es bloß gute und schlechte Soldaten, gute und schlechte Menschen. Und zweiten« dürste ich mich deihald nicht auilchließe», weil die gemeinsam beftandenenKämpIeunsallesoausdasenaftemiteinander verknüpft hätte», denn auch die feindlich« Kogel mache keinen Unterschied zwischen de» Einzelne». Also nur al« Mensch suhlte und empsände ich an diesem Abend, und ich empsände <« ebenso schmerzlich wic alle andei», diesen Abend nicht mit meine» Angehörige» »erleben zu können. ,Dai Weihnachlssest', so führte :ch weiter au«, .ist sür Euch ein Friedcntsest. Ihr glaubt, daß an diesem Lage der Erlöser der Welt erschienen sei. Man mag darüber, besonder« wenn man diese» schrecklichen Krieg i» Ange bat, verschiedlner Mlinona sein, aber wünsche» kann auch ich nur von Hirz,», daß die Idee de« Weihnachttseste«, die Idee de« ewige» Weltfriedens, sich bald verwirklichen möge, »nd daß die Sedele, die wir an jedem Abend, so heut« ganz besonder«, zum Allmächtigen sür uns empoisteigen lassen, bald in Erfüllung gehen mögen. Doch wir wollen nicht bloß von Sott etwa« erbitten, sondern wollen chm auch danken dafür, daß er un« hat diesen Abend eilebeu lasten, während schon so manchen unserer Freunde die Fcindetkugel »o» unserer Sette riß, »nt danke» wollen wir daneben auch den Kameraden, die draußen in de» Schuhengläden die Wache halten mid e« uns ermöglichen, in relativer Ruhe diesen Abend zu verleben. Und noch «in dritte« Gefühl steigt in uns auf. Der dentsche Soldat darf nicht bloß trübe» Gedanke» »achhängen, sonder, er soll auch die Freude» dieser Welt genießen, muß auch fröhlich sei»; wo die Gelegenheit fich bietet. .Earpe die»', de. Lag z» genießen, sei nun, nachdem durch zahlreich« Weihnachtllieder dem ernste» ') Obiqee vttes rinr« erst sangst befärbenen uns bereit« t» Dez. ». g. Mit dem «. « (Sr >»>«> --««-t-rchnrir» tUnnrnOstizir,« in» an» Mi eii*t«WMt**l »lerer schneitign, Offiziere. Dr» Seme» »er. schmeigrn mir MN Rücksicht aas den Inhalt de« Briese«. Soldatenbrtefe. vrerlA». de» 6. XHit |9|&. Ehhrakter de« Feste« Rechnnng getragen morde» ist, die Mahnung. Dean wer weiß, wie lang wir hier aus Erde» »och »eile» werden.'! Und nun degann mit dem Lied«: .Freut Euch de« Leben«, solang noch da« Lämpchen glüht' der gemütliche Teil de« Abend«, a» dem nur »och einmal ernstere Salti angeschlagen wu«en durch die kurze markige Red« unsere» FeldmebeX Rodi« der saus kurze Zeit zur Kompagnie herübergekommen war. Die Rächt, die ich wieder bei R. Hirsch Lewkowicz zubrachte, »er. ging ohne Alarm, und Sonnabend früh erhielt ich vo» S—12 Ur laut, um auch meinen Gottesdienst zu besuche». Bei einem Ehnßid, einem reichen Holzhänbler in der Nähe, kam Minjan zustande. In einem sauberen, nicht allzu großen Zimmer hatte» fich lettva lö Männer und ö Knaben versammelt, nebenan in der Külte beteten die Krauen. Für deutsche Ohren und Augen ist so etn cholnischer Gottesdienst gerade kein besonderer Genuß. Ein jeder betet ziemlich laut für fich, und alle lö Stimmen suchen die Stimme de« Lorbtzter« zu öurchdringen. Daß auch die Lust in diesem engen Raume, besonder« für eine» der säst drei Monat« fich nur! im Freien ausgehalten hat, nicht vorzüglich war, ist klar. Doch die so lang entbehrte Gelegenheit, nach so langer Zeit wieder ttnural unter Juden nach althergebrachter Sitte an einem Gotte«, dien» teilnehmen zu können, It«fc mich bald alle« »ergesten. Ja, ball, betete man andächtiger aX je, denn ist man einmal in der richtigen Stimmung, so erscheint einem fast jede« Wort unserc« Gebet« — vorausgesetzt, daß man e« versteht — wie direkt au» der innersten Seele gesprochen. Hunderte solcher Stellen hätte ich Dir heutt ansühren können. Die erftannte» Gesichter aber hättest Du sehe» sollen, al« ich die Hostarah, die mir ans einen Wink meine« Wine» übertragen worden war, nach unserer Singweise vortrug Diese polnisch«» Juden ttauen UN« deutschen Inden doch auch gar nichts zu, und fie «men wahrhaftig ganz erstaunt, nachher zu höre», daß I man auch in Bre«Iau und in Denlschlaud Ehummesch mit Rasch! versteht und eineAhnung vonGemmo, Mischnajo« undMidrasch hat. Rach de« Gottesdienst wollte mich jeder einladen, um auslerster Quelle über dentsch« Zustände und Erfolge informiert zu werden. Doch de» »ielen Frager» enttiß mich Red Heische! und nahm mich «ach Hause, »»ti Schale»! (btt*ml Kartoffel In Fett gebacken), .Kugel' und Fleisch gab. .Ach, wen» e« doch immer so bliebe,' dachte ich mtt im Sttlle». Kurz ich war glücklich, einmal nach Herze»«luft de» ganze» Tag ganz .kos her' leben zu können. Um 6 Uhr abend« war Gottttdien i sür die evangel. Mannschaften »»gesagt, ich glaubte also fich«« vor Alarm z» sein, machte noch' ruhig Hawdolo mit und schleuderte in der Röhe meine« Quartier« aus den Gassen herum. Doch aX ich wieder einmal um die Ecke biege, sehe ich at meinem Schrecken, meine Kompagnie sch»» seldmarschmäßtg antreten. Ra, ich schnell wie ei» geölter Blitz zurück, wer» Mantel, Tornister, Koppttzeng und Gewehr aber die Schulter und verfüge mich schleunigst an meinen linke» Flügel. Eine Minute später, nnd e« hätte entschiede» Sttafwache gesetzt. Zn» Glück war es nn blinder Alarm gewesen. Die Evangelischen ginge», so wie sie an getreten «arm, zur Kirche, bie < aderen konnten mitaehm oder zurückdleibm. Ich ging an« Reu, icrde mal mit «nd konnte dabei die wirklich schön« Kirche betr« chten. So an» und schmutzig Polm« Dörfer ober Städtchen sein mögen, da« Gotte«Hans ist immer sauber und schön an«, gebe, tt. Dm Gottesdienst leitete ei» junger Geistlicher, augenschcii lich ein Kandidat, in Reitstiefel», »ur kenntlich an dem jchax rzm hochgeschloffenm Rock. Der Predigt lag bas bekannte Kapi ei auS Jesaj. us- »s» zu Grund«. Sern möchte ich doch auch mal einem jüdischm Felbtzottesdienft beiwohnen; aber bX jetzt Hab« ich noch keinen Feldraddiner bei üoserem Korps gesehen. Ä wäre aber auch sehr schwer, ich bedmke, daß bei unsere« Bataillon, wmn nicht gar bei er» ganzen Regiment,tchallein von denviclmIuden, mildmen «men ich auszog, übrig geblieben bin. Umso größer wäre da. »eine Freude, wmn ich Dir wentgstmi hätte berichten ktnnm, lie in Aussicht gestellte Belohnung für meinm, Dir s. ZI. de. bmea Palrouillengana, dmnoch gleichsam aX Wtthnachtt- . ak eingetroffm sei. Doch bi« jetzt ist »och nichX da, ich muß noch eine andeic Gttegenhtzit abwarte», um mein Knopfloch, bei dtzm ohnehin schon lange ei» Knopk fehlt, mtt dem bekannte» Ban« zu verdeckm. Daß die« bald geschehe, das ist, abgesehm von einem baldigen, fröhlichen »nd gesnnden Wiedersehen mit allen |meinen Angehörige» und Freunden, der zwettgrößte Wunsch Deines Frmndes Alfred Zweig. §ch'«a Zirrsr» Sach dem ckeldfterlebtea erzttzu vo» v. Bacher, ir stürmten. In lange» Echützenünir» ging es gegen odlichen Slellungm. Der Sturm war durch unsere Arvoibereitet. Ein Drthnm, Grollm, Sansm in der ein Krachm und Schmettern in den feindliche» Gräbm. tcllung war sturmfrei. Borwürtsl 100 Meter Gelände gewonnm. Hiulegm! Ein seinbltcher Geschoßhagel überschüttet uns. Spatm heraus! Eiubuddeln! .Rar einm kleinen Erdhausm vor die Längsrichtung de» Körpers wersm, Kopf gedeckt »nd «ine Gewehranslage geschaffm wird, nd sallm die Geichoste in das weiche Erdreich. Es ist und Moorboden, über «elchm der Weg zum Feind: Da, ein Echmerzmslaut, ei» leises Wimmern, dttAnfmerksänrkeit wird durch dm in der Schützmltttt «eüergeaebenm Besehlabgelenkt: Grnppmwttse Geitndtz gewinnm'! .Spmug onfl Marsch, marsch!' In kurzen Ztttabpäudm schrillt diese« landowort, kurz, stoßend, gebietmb! Immer wieder jag» "hrung dieses Befehles Abteilung« über da» Gelände, einde entgegm. Die Lieambttidende» nnterhaltm rin Schnellsmcr. Sie lehr» nicht die Borftürmmdm achtm nicht ans die über ihnen platzmdm Schrapnells tf die in ihrer Nähe einschtagenden Granaten. Feuern, ' Zeug hätt, damtt bie Ansmerksamkttt de« Feinte« non trmkolonne abgelmft wird. Bis «s 100 Meter sin» sorgrstürmr Der letzte Spnmgl Sevengewchr pflanzt ' urra! Die ganze seelische Err^nng, Zorn, Wnt, Haß, bitfti 6(|Ri die sitz lilleritz Lost Die daß «latsch Eum» führt.! Komp in i dem rasmi stürzen und was der wtt aus! Angst,! bricht fich in '{furditbar gellt er in die Obren d a Feindes. Da« Waffen gesecht, der mehr unpersönliche Kamps, bat nch in das Ringen von Mann gegen Mann umgesetzt. Warm bei« Borgehen dir treibmbm Gefühle zwiespältig und unklar, jetzt find fie eindeutig in dem Triebe, dm persönlichen Gegner nicderzuringm. Der persönliche Angriff zeitigt subjektive» Lebmsgcjühl nnd aX Folgeerscheinung der Drang: Da« Ledm »erzweisiell zu verteidigen. — Blindes Dmnslosjchlagm, Stoße», Stcchm, wttd« Flüche, Wutgehml, Schmer,eneichreic, — Lodesrücheln. — Da, do« am rechtm Flügel ereignet fich etnra» Ungeheuerliche«. Da bricht eia Mensch in gellende« Lachen au«, wirst sei» Gewehr zur Seile, raust fich die Haare aus und lacht, dm stieren Blick nach dem Gradm gerichtet, lacht — Iaht: Die Rächt des Wahnfinn» hatte ihn »«sangen Eine wohltätige Kugel bewahtte ihn vor dem schiimmftm Tod. — Ich stürme voran: ein seindsicher Gewehrlaus streckt fich «ir drohend mtgege». Ich hole jum Stoß aus. doch führe ihn nicht aus. Auchmein Gegner rühtt fich nicht: das Gewehr, zur Abwehr wie ßum Stoße derett, liegt wie crftartti» seiner Hand. »Schema Iisroel'. So war e» an mein Ohr geNnngeu. Richts im Tone der Todesangst, sondern der Berzweistu ig, de« letztetz qualvollen Uederwinden» der Schranken der Menlchltchkeit, welche in dem Watte: .Du lallst nicht morden' dcn dcrrdtftm Ausdruck findet. .Der Ewige, unsrr Gott, der Ewige ist einzig!' Im Drange des Geschehen« war mir der Schluß lies jüdischen Glaubmsdogmas über die Lippe» gekommen. Und nun das große wortlose Wundem, Stannm, da« dlitzartige Erkmnen, — nur einm Augenblick andannnd. Dann kam da« GlanbmsbekmntnX .Sch'ma-Jieroel' noch ttnmal über seine Lippm, i« Todesringen röchelnd und doch ««Niger verängstigt als das nftemal. Eine Kugtt halt« seine Bmft durchbohrt. — Die, Toten beerdigen, ttne unheimliche Be- Ichäftigung. Ein großes Mostmgrab nimmt Frmnd »nd Fttnd ans. Ich suche mir'meinm Toten. Beewnvdett schauen die Kinneradm, wie ich ihm ei» besondere« Grab bereite. Auch kttn schlichtes H»Vr«»z wird bei demsttbm angebracht. — Rur ttne Nein« Holzlasel wird »an später don einmal finden mit dem Ramm des Gesallmm und der Inschttst .Sch'ma Iisroel!' (Höre Israeli, Brief «>» ltarirba- Gin eine« istenetchisstm «eldale» tm derlig«» «nttpltat. _ 24. 7. 15. Wohl selten verstand es ein Prediger bei einer Zuhörer- Ichaür eine berattige Wirkung sttner Watte zu erzielen, »X Herr Dr. Ziegler. Es war am Schabbos Rachamu. Fast drückmd ist bie khnagnge von Mmschm gefüllt, darunter mchrere hohe Ossizierr, ei» General. IchwnßienlchX»»» der Kraft der Rede de» hiesigen Rabbiner«. Wohl las ich «es öfteren in der jüdischmPrrstr voo Herrn Dr.Z Ie g l er «X gntemibniueiredner, hätte aber niemaX gedacht, daß ei» Mensch imsiXitde ist, seine Zuhörtt benot hiuzureiße», wie es ßter bn Fall war. Scho» die Erscheinnng sttbö kann gainicht ireffiicher I» dm Rahmm paffen und überragt alles, was ich bX jetzt aeschm habe. Hen Dr. Ziegler »erfteht X, an« noch so »ubederttensdm Wottm grttsbare Gepaltm hervorzuzaudem. Seine Watts find beratt üterzeiigmb, daß X kttam geben würde, welch« ihm da« Seamtttl davon beweism könnte, dazu di« Kunst btt Deklamation I Nicht nur, daß Hen Dr. Ziegln seine Athörtt ohne Irgend welche Absicht mtt sich sortrttßt, habe ich dm Eindruck gewonnen, daß seine Serie dm Schmerz mttempfindtt. Wahrlich, kttn Künstle, im Drkiamierm könnte sein Publik»» beratt I» Spannung haltm. Wmn ich sag«, X ist nicht« .MonotonX' dadtt ovrhaodm und kttn Watt, das nicht zum Tezt gehött, so ist diX in wahre» Sinne gemeint. Ich habe dis jetzt Gelegmhtti gehabt, litte große Zettgttfttt prrbigm zu hbrm nnd war manchmal herzlich froh, als die Pttdigt fich de» Ende nttate. Hia habe ich einm Rabdintt 35 Minntcn nach btt Uhr sprechen hbrm, und X schim mir kaum, »X ob X 5 Minute» gedanstt hätte. Ich schäme mich nicht ttnzugcftehen, baß ich, aX Herr Dr. Z. seine Predigt schon längst z» Ende ausgefühtt hatte, ich noch immtt mit mttnem Daschmtnch meine Tränm trocknete und glaubte ganz erschrockm, daß ich bn einzige stt, welcher fich nicht ballm kannte, abn siehe da. neben mir steht ttn vielleicht köjähriger Man» »nd «eint, gleich daneben in d« 2. Back wiXa einig« ». s. »nd so tat X mtt säst leid, daß die Predigt deendtt war. Es ist keine ttngepaukle Predigt, welche, wie X mttftm» llsn» ist, fich bn Predlgn »Ihn»» da Woche in sei» Buch ttnschreidt, um fie fich «ährend dtt ganze» Woche zu bttllm. und dann am Sounabmd in dem Temptt ab und zu ttnen Blick in dm Tett zn wettm. ab n -nch attre» »all, dem Gttchnedenm spricht. Rttn l E» ist da» srtt« Sprecha ttnn srrim Sette, welche fich himmelwätts bewegt und nicht ängstlich »ach btt Karte greift, ob da Weg btt richtige ist oder nicht. Mich wunder« die große Anzahl da polnischm Judm, welche i» amen Temptt warm, erftöx schon, wttl X ei» Verstoß geg» dtt Orthadoxtt ist, »ad Weiten«, wttl dieseldm doch unmögltch I» gnt Dentsch verstehml Ich besragte einm in dtt Jargonaussprache »nd sagte ihm unverhohlm »ein Erstaunm. Darauf gab n mtt zur Antwatt: .Wiste» Stt, ich bi» nicht gekummm, damit ich hin .dawinm' soll. Ich hin anr woge» dem Ra» acknmm»'. Daranf ich: Habt ihr den» was verstanden k .Wen» ich »nch nicht Deutsch tprechm kann, so habe ich doch immaz» ans dm Ra» gesehen, n»b glanbt mtt, ich habe »ittleicht mehr da»»» oerstandm wtt btt, welche ja Dmtsch spreche», »nd wenn ich, so Gott will, »ach ttnm Schab bX in KarXbad bleibe, s» «ade ich wiedn herkammm.' Ich srene mich »ach ans btt wmigm Sabbathe, «eiche ich in Karlsbad oerdittbe, aus dtt gmntzreichm Prrdiatm mx ans dm httrlichm Gottesdienst dx Herrn Kantors Lmiugtt. «. Hallända.

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