Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- 25 (18.6.1915)
- Date
- 1915-06-18
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/6682508-6377551-6450293--0236-4850066- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Vilnius 2× ep/1000947
- Dęblin 1× ep/1044429
- Radom 1× ep/1000823
- Riga 1× ep/1000826
OCR text
3»m» PoHtytoma. Cr. 25 Vom Kriegsschauplatz. Brtslaa, »«, 18. 3niri 1915. Srantrdd). Die Generalversammlung des isr. Konsistoriums vom Ictzte» Sonutag wu:de vo» de« Vtzepräsibenten Ed. Maffe präsidiert. da der Präsident Larva tzdmond de Rothschild krankheitshalder a« Erscheinen verhindert war. Rach de« Kaffe»- bericht des Schatzmeisters Slphovse Ochs betrug das Defizit der Iahresrcchnuog 1914 i« ganzen 185,913 Fr Es wurden weniger eiugeuommev: 5-.59K Franken an Zinsen. 42,160 Kr. an freiwilligen Steuer«. 32.38- Kr. für Heiraten. 25,815 Kr. ffir Plotzmiete, 12,077 Kranken fir Flestchverkauf. 11,818 Fr. für Beerdigungen und 926- Kr. an Spenden und Kollekten. Während i« Jahre 1913 Fr. 769.-42 eingenommen wurden, war die Lumme der E'nnah«en pro 1914 nur Ar. 58-,428. Infolge des Krieges ist dirser Rückgang erklärlich. Immerhin war das Lorfistvnnm trotz der schlechten Finanzen in der Loge, seine Beamten zu beseiten und die Pensionen zu bezahlen. Sogar^ -2 Mobilisierte beziehen ihren vollen Gehalt. Trotz ^er ungünstigen Loge der Fmonzen schaut der Kassier mit Vertrauen i»*die^Zukunft. da er sich von den religiösen Reiguogen und Strömungen auch sern.rhin den Sinn für religiöse Opfer ver spreche. Lei dieser Versammlung hielten der Großrabbiner von Paris und Raddiner Dreyfuß patriotische Ansprachen, indem sie auf die Lpfer hinwie^u. welche die Israelit«« auf, de« Altar des Vaterlandes gedreckt haben Auch sprachen sie sich befriedigt aus voa^der. Zunahme der religiösen Gesinnung »ater den Glaubensgenossen. Sodann wird der im Felde Befallenen Erwähnung getan, die in» Dienste der Edre ihr junges Leben opferten. _ ftglart. London »Iewish^Ehrovicle' konstatiert .mit Uederraschung', daß die .Time»' während der letzten Zeit häufig die Juden in unfreundlicher Leise erwähnt. Im Verlauf ihres Stteitr» mit Herr» Vollin hält sie es für aonvendia. diesen Herrn in durchsichtig anlisivntischer Absicht at» .den bedeutendsten jüdischen Geschäfte»«»« Deutschlands' binznstellen. Ferner sei in der .Time»' berichtet worden, Haß ,'/» der Libauer Geschäftsleute deutsche Juden sird, »eiche .beträchtliche Hoffnungen haben, daß sie nicht allzuviel erdulden »erben, wenn die Dentschen einrücken sollten'. An» diesen und ähnliche» Aäüeu schließt .Iewtsp Lhronicle'. daß die .Time«' jedenfalls antisemitische Sttömungcu io England zu wecken und z« stärken suche. Dies sei desonöeis in der letzten Zeit zutage getreten, da während der autideutschen Demonstrationen in England, vor alle« in Liverpool, viele Fälle votgekommc» find, in denen die Opfer der Ueberfälle und Plünderungen Juden russischen Ursprungs waren. .Iewish Ehronicke' wirst der .Times' vor. daß sie durch ihre .»nstachelung der schlimmen Maffeainstivkte nicht nur überhaupt an den Ausschreitungen, .dieser verbrecherische» Tollheit', sondern auch insbesondre o» de» Nngewaltignage» jüdischer Personen und der Vernichtung jüdische» Besitze« Schuld trage'. Ho» rvgÜsche £»$ian. Die m London erscheinende jüdische Zeitung .World' stellt fest, daß die Entfernung der bisherige, jüdische» Minister aus dem englischen Kabinit auf direkte Beeinflussung Rußlands zurückzuführen ist. Da die Entfernung Herbert Samuels als Postmeister-General nicht Incht durchführbar war. beschloß bie Regierung, das Ver» bleidruScmuUs auf seinemPofte»ober ohneSitz imKabirrer. Die Veroi'laffung hierzu gab ein Protest jüdischer Mininfter gegen di« Verfolgung rbrer Glaubensgenoffen in Rußland. Rach Konstrnierung des neuen .judeoreioeü' Kabiueis in England erfolgte die bereits vorher deichloffsne. aber eine Zmttang zurückgehaltene Verordnung der rüsfischen Regierung über die Ausweisung sämtlicher Juten nus Kurland und im Gouvernement Kowno. sti», jüdische Hepotatio» tei» Mtvtßer Sir Edward Grey dar vor kurze« eine jüdische Abordnung empfangen, an deren Spitze der Redakteur de» »Daily Herold' stand. Die -dorbuung übergab dem Vi»»ster nie Denkschrift, in der die traurige Lage der Juden ,n Lstgattzien geschildert wurde und um bic Erlaubnis gebeten wurde, in London ei« Jüdisches Hilftkomiiee »cch de« Muster des Petersburger zu gründen. Brey erwiderte, er bade nichts gegen dre Gründung eine» solchen Komitees einzuwenden. falls es einen rein philanthropischen und keine« politischen Charakter trage. Pie »Aewlfß Kimen' veröote». Laut .Reue» Zürcher Zeitung' wurde die m London erscheinende .Iewish Times' (Jütische Zeitung) fistiert. »eil sie die Ramen von Straßen euaunt hatte, auf die bet der letzte« Zeppekinstrerfe Bombe« eien. Seit Kriegsausbruch das. erste Blatt welches so tzemaßregelt wurde. _ Xegqptat. J»» Zr»«»»rl»». >»« valtstina find hier 4659 aul> ländisch« Ixten geflüchlel. Kapiiän Decker, der die Flöchle». den ans seine« .Leaiffc«' ohne Entgelt nbrrsührte ,nd »er. sorgte, eehielt eine T »»kadeesse in einer »on eine», Flnödilinge kunstvoll geaideiteien kilbrrschrtde. ellrtri. Per G»,«rue,r »«» K«,»o Uhl die Inden »chi stückten, da tu rrati,LsticNe und englische Flotte axgenschei». tick die oentroie jidische Beviikerxog nicht nater v»»daede»c»i nehmen will, de« Acn-Mermdge», soll »on der Türket »eiunloh« worden sein, da Aco eioe srongtstsch^ogtische Geselllchasi lei, Man ist bemäht »orgostele», doh 4ca a>« eine Stiftung Baion Hirsch «, eine jüdische Zostitotio» sei. , . RMäid«. W»llorest Der Prdstdent de, .Uaiuneo evreilor pa«»ntour' (»eidand der einheimische» Inden), De, >i, Eiern wnrde om 25, pio. »on Kiuig Ferdinand I, empsoxge». Dr Eiern üdnreichie dem >dnig ein ll8cmor>»m, i» «eiche« er di« durch die >dsttm««»g de» Kre»de»co»iroIIegesetz«« zu unsrre» U»> gunste» geschaffene Iraunge Log« der Jude, darlegte. Srrbir». per chroheottiier Pr, ZItok», defiaoe! sich in der Kckweiz, n« für die notleidenden serbiscken Jiiden zu sammeln I» seine« >osr»se sagte er u, 8 : .Seit Monaten altafirrt der Feind ohne <8nade und Erdar«'» die au der tdrrnze liegende» Städte ,nd Ortschaften, zerstirend und cinäsckernd mit «täglicher Wildheit (1). .Die Nliiarce gad 30W, Sdmand Rothschild 2000, Roidschild-London 70.000, illmeiito 25.000 Fianc». Schkkckt85h«n1chaft 6<r Rnfftn in Salizien. 9ricf a»o Gatlzie» (Gchil»er»oq e A«ge»zeu^e>^ Habe heute morgen die Stadt Ratymvo paffiert Die Bevölkerung ist meistens Juden, aber zur Zeit liegt die ganze Stadt in Trümmern, die Synagoge und die Lchrhäuser alles zerstört, die Läden geplündert, und findet «an nur als Ueberrest zum Zeichen, daß Juden da gewohnt haben, die zerschlagenen Firmenschilder und die Mefuffa an der Türe. Von der ganzen Lladt ist nicht einmal ein einzige- Havs ganz sieben geblieben, au« de» vohuuogen find Stallungen entstanden. So haben hier die Ruffen gehaust. Die Juden sind alle gistüchtet, nur hier und da sieht man einen allen Greis, der nicht mehr fortkonnte und die Leidensgeschichte unserer Glaubensbrnder erzählt. Troinsahrrr Benedikt Heumann aus Hagenau. ft« Hkaffaß Hpler Der 80jährige fromme Chanina Busch in Gorliee ist von einem frommen Drange erfaßt gewefen. nach Sander hinüber zu kommen, um dort das Paffahfest, ras im okkupierter» Gvrlice nicht möglich schien, in Weibe und nach altgewohnte» Ritus zu verleben. Vergeben» fleht sein erschrockene- Weid; er wandert nach der Front; dort ri,d er verhaftet und zu» Tote vcrune'lt. Der Geistliche, zugleich Bürgermeister des Ortes Eckweikowski. verbürgt sich für seine Harmlosigkeit. Man gewährt ihm nur die letzie Bitte: l .R^ine Wäsche. 2. Weißbrot zum Sabbatiegen (e« war Freitag abend) 3. Gebetmantel und Stcrbekleider So ging der Greis, laut dos Lußgebct sprechend, die Faust aus die Brust schlagend, zur Richtftätte. Auch die Chnsteu erzählen, daß fein lctztes Dort der laute Ruf war .... echod.' Rnftland. Hketer»tz»r§ .L'Echo tc Rusfie' teilt ausführlich uud mit größt» Buchstaben die Neuigkeit mit, daß der Gendar- «erioderst Miaffojedoff, der Dolmetscher des Generalstadeder 10. Armee, all derjenige überführt worden ist, der während des Krieges mir seinen Helfershelfern die Spionage betrieben und dem Feinde alle Geheimniffe des HeereS hinterbrackt bat. Et und die Mitschuldigen find gehenkt worden. Der Oberbefehlshaber des Heeregibt feine Freude darüber kund, daß der Schuldige entdeckt worden ist. und teilt mit. daß er es ist. der dia Gerüchte von dem Verrat und der Spionage der Bevölkerung verbreitete und die jüdische Bevölkerung in Pole« des Spionagedienstes in druti'chem Solde ank-agte. Da- Vlatt schreibt: .Durch den Verrat aufgeregt, den sie überall um sich schleichen fühlte«, und besten Urheber sie nicht entdecken konnten, haben die russischen Generäle bikneilen de. dauernsverte Maßregeln angewandt: sic Ixheu in ein-geu Stunden Städte und Dörfer von jüdischen Familien zu Tausenden räume».. Keiue« wurde cs gestattet zu bleidea. weder angesehenen Män. ern, noch Frauen im Kindbett, noch hundertjährigen Greisen. In einigen Tagen wurden in kn Kegerd von Warschau ungefähr -0.000 Istaeliten rvakuien. Der Verrat dnrch Mtuffojcdoff und seine Mitschulbigeu entbält also eine Ehreurettuag für die jüdisch« Bevölkerung von Pole».' — Mau kann ohne Uedertreibung sagen, baß diese Ehrenrettung etwas zu spät kommt. Nus Hkoter»-»rg wird gemeldet: .Rußtoje S!cw»' schreibt, der russische Ministerrat habe sich grundiätzlich gegen die Ausweisung der Juden aus den vom Krieg denihrlen Gebieten ausgesprochen, f*!, Die aus HKovüi» berichtet wirb, wurde der Führer des .Lund' iJüdiscker Arbeiter-Bund in Litauen, Polen und Rußland). SB. Medem. wegen Zugehörigkeit zu dieser Organifation zu vier Jahren Katorga verutteilt. Sechs andere Personen wurden wegen desselben Verbrechens mit lebenSlänglicher Katorga bestraft. Vedem ist. wie bekannt, ein Sohn de» Moskauer Staatsrates Medem, eines getaufte» Juden. Der Sohn spielte, obwohl als Christ geboren, eine bedeutende Rolle in der jüdischen Arbeiterbewegung in Rußland, Marsch»». Bekanntlich tritt demnächst die neue, den polnischen Städte» von der russischen Regierung bescherte sogenannte Selbstverwaltung in Kraft, die den Polen rin« geiriffr Autonomie, de« Juden eine schlecht bemäntette. fast völlige Rechtlosigkeit briugt. In einer bier staitgehablcn Vetsammlung wurde über die Bettiligung der Juden an de» Kommunalwählen a»f Grund des neuen Gesetzes beraten. Es kam, wie der .Moment" berichtet, zu einer Verstäildiauilg zwischen den gefetztreuen chasfidischen Kreisen und den assimilatorischen Eie- »e»te», die beide trotz der starken religiösen Gegensätze eine Politik der Versöh»lichkeit und des Entgegenkommens gegenüber de« Polen!»» für richtig halte». Loo gesetzestteuer Seite ist der bekannte angesehene Kaufmann. Herr Joel Degmcister, all Kandidat für die Ko««u»al»trwatt»ng in Aussicht genommen. De» rufßsche» Aettunge» ist von de« Militärbehörden verboten morden. Einzelheiten über Iudenauo- Weisungen zu berichte». Such dürfen Sie Auswnsu»georte Kurland und Kowno nicht «ehr nwähnt werden. Um öder die herzzrrrnßrvdstrn Szene» unter den «aflenweise ausgrwteseuen Jude» berichten zu können, find die russischen Zeitung«» durch die Zensurdehörde gezwunge» worden, stetvon Alüchlingeo aus Galizien zu spreche», die angedlich von den Deutschen und Oe st crreicher n aus Galizien »ach dem Jauern Rußlands gejagt werden. Die amtliche russische Mitteilung vo» der Einstellung der Judenausweiiunieu aus den vom Kriege berührte« Gebiete» ist de« w«ßt falseh. Weise»eröot für A»d<» i, Wußürud. .Denj' meldet: Auf dem Brester Bahnhof in Warschau ist eine vo« 31. Mai dotierte und vom Stationschef unterschriebene Ankündigung angebracht, in der es heißt, daß es auf Verfügung der Militärodiigkeit den Juden verboten ist, vom rechten Weichieluser über Iwangorod ober aus anderen Gouvernements, die jenseits der Deichsel liege», in der Richtung nach Radom zu reisen. Deswegen ist der Fahrkarrenverkauf an die Juden eingestellt und ihnen überhaupt verboten, sich auf den Bahnhöfen zu zeigen. — .Rjetsch' meldet au« Warschau vo» 29. Mar: Heut« wurde Fleisch im Eiozelverkauf mit 90 Kopeken das Pfund berechnet. In normalen Zeilen Foftcl das Pfund nur 15 Kopeken. Gin Ztteutat c«f die Gekieste der GeohkürAe» WtLvkat. Ein eigenartiges Schlaglicht auf die Zustände im russischen Hauptquartier werten au« Petersburg eingelroffene Nachrichten vo» einem Stteototlversu' auf die Schauspielerin Votocka. die Geliebte de« Höchstkommandierenden Nikolai Rikolaijewttsch; bas Attentat ist auf die dauernde Beeinfluffung des russischen Höchstkommandierenten durch die Potocka zu Ungunsten der Juden und Fmnläuder zurückzuführen. Auch die Brandlegung an dem ihr von dem Höchstkommandierende« geschenkten Palais in der Fontankastraße in Petersburg wird damit in Verbindung gebracht. Die Potocka hielt sich meistens im Laupiquartier des Großfürsten auf. Sie soll auch die Urheberin der Manifestes des russischen Höchstkommandierenden an die Polen sein. Per St»dtß»»p1m»,n »o» Hbeff» hat den Aufenthalt in den S o m m e r v i 11 e n an den Ufern des Schwarzen Meeres u n t e r s a g t und die dorterscheinende angesehene hebräische Monatsschrift ,Ha schiloch' verboten. Ei« russischer /trweesefeßl. Der Komuiandant des befestigten Rayon« von Nowogeergiejcwsk. General der Kavallerie Bobyr, erließ folgenden Bekebl an die Truppen: (Der Befehl ttögt die Rümmer 89) .Festung Rowogeorgiej.wsk. In beutschen Blättern erscheinen Artikel, in denen es heißt, daß die Deutschen in der Person der »ussischen Juden verläßliche Bundesgenost'en gefuuden hätten, die deutsche Truppen mit Lebensmittel» versorgten, und als die besten, größtenteils uneigennützigen Spione üch dckrähreu. zu ollen Dienstleistungen bereit, wenn dies zum Nachteile der tusfiichen Intereffeu geschehe. In dem deutschen Siege würden die )udea eine Rettung vom zarischen Drucke erblicken. AehnUche Informationen gelangen auch fonwah-eud von Seite der Truppen an die Armeelettung. Um diese vor der schädlichen Tätigkeit der jüdischen Bevölkerung y: schützen, har der Oberftkommaudierende befohlen, bei Lesttznng befiedettcr Punkte von bcr jüdisäen Bevölkerung Getsrin etnzuhtben und die Beuvhner darauf aufmerksam zu machen, daß die G.iieln. sulls em O.trinsasie während der Besetzuvg dcs bktrcffvv.oen Punktes und nachher nach deffen evrnkueller Räumung Verrat üben sollte, hingerichtet werden, was uötigenfalls auch vorzuuehmen ist. Bei der Besetzung besiedelter Punkte hak man sich durch Haussuchungen zu überob nicht Behelfe für drahtlose Telegraphie, für Signalisieruvg, für Taubcnstatiotten. für eine unterirdische Telrgraphc». leilu:>g vvihanoeu sind, lit betreffenden Personen sind nach der vollen Strenge dcs Gesetzes zu behandeln.' Die Zu-Ireisnngen »»» /u»»<5 und K»rk»»d W'g», 25. Mu, (mdirekt) Die bereits vollzogenen Ai str^b-'ngcn d r Juden aus Knrlans schildert die ,Rjetsch' wir folgt: Am 13. SJ.ai ist der Ai-oweisungsdefehl für alle Juden m Kuriaoc vetöffentlicht worden. Die Juden reisen m größter Ei;e ab. Die Sta t ist aus diesem Grunde in einer ganz ungewöhnlichen Weise belebt Die Inden dringen all ihr Hab und Gut auf den Dampfttn und auf Wagen nach Riga und von dort ab weiter. In ihrer Heimat dürfen nur Sckwerkraiike bl.iben. Wohlhabende jüdische Bürger von Riga baden ein HU^komitte füi die Flüchtlinge gebildet. Infolge der Lueweifungen hatten sich jetzt in Riga eine große Anzahl von Inden aus. die in die ihnen zugewiesenen Wohnorte in nächster Z:it abkahren werden. Größtenteils werden sie ia die Gonver, cments Mogilew. Ischernigow, Pottawa, Irkalerinoslaw uud Taulicn gesandt. Das Hilfskomitee arbeitet oh-:c Aushör. Ee sorgt in mustergültiger Weste für Wodvung B.küftigurg und ärztliche Hilie für die Flüchtlinge, die häufig sthr arm sind. — Ein Won der Kritik darf sich das Blatt nicht erlauben. $au» «■* U»hk»»d In Wilna sind ettra 4000 judische Flüchtlinge, In Windau ^Kurlandist nur bcr Arzt Dr. Feitelbcrg mit eimgen Kranken zutückgeblieden alle jüdischen Famili n find ausgewavderl. — Die Sammlunge». die in den Synagogen gemacht werden für die Flüchtlinge, nehmen rasch zu uud ergeben ziemlich Hohe Summen. — Für die Flüchtlinge aus Paläfttna hat die Gesellschaft .Bezalel' in Petersbürg einen Kuustabend veranstaltet, der von großem finanziellen Eifolge beglntet war. — Der Minister des Innern empfing Deputationen von Inden au« Kurland, die sich über die Au«, weffungco deschn^etten. T-r Mtmster versprach, die Angelegenheit im Ministerrate zu tffhandeln. — Am 16. Mai vnkündeie dw Polizei in Korrnv «Ür» Juden, daß sie dir Stadt yerlaffen müßten. In Wilna und Umgegend dürfen sie sich nicht niederlaffen. — Aus vielen anderen Städten in Polen wird eine jüdische Volkswanderung gemeldei. — Durch den Wegzug von 7000 Juden aus Mttau hat die Gerberei und. die Lederiabrilattou vollständig aufgebört. Aopeutzage», 4. Juni. Aus Miufsi wird unter dem 3. Juni gemeldet: Täglich poifieren unsere stabt Züge, die vollaepfropst find mit ausgewiesene» Juden aus dem Festungsbezirk Kowno. Die hiesigen Juden nehmen sich ihrer vertriebenen Brüder mit hilftercher Hand an. Bei jedem Zuge fit.b Abgeordnete der Gemeinde zur Stelle, die den Durchreisende» mit Rat und Tat zur Seite stehen. Vo» der Jugend wurde ein gut funktionierendcr Ve:pflegungedienst organisiert. I WW" Wir diuen unsere geebrtev Leser, sich bei Vewerduagen unbEiukäusen auf die »Hübisch«Bvlsivzeit»»g* zu 1 «rufen. 'W>