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Jüdische Volkszeitung · 1915-06-04 · 23 (4.6.1915) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
21 (1915)
Issue
23 (4.6.1915)
Date
1915-06-04
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Z«-Xch« DoHtjdtwia- 5chs»«och in Stlte. Oeftiicher Kriegsschauplatz'. Skr da- Leben unserer Truppen i« Felde kennen gelernt hat. weiß, daß der Soldat nicht die Muße hat, dem jüdischen Kalenderjahre mit Aufmerksamkeit zu folgen. €o entgehen ihm selbst die bürgerlichen Daren unserer Hauptsestrage. Aldaher für die israelitischen Mannschafte:, der X. Division eine Andacht festgesetzt' wurde und mir ein Kamerad diese Nachricht über» mitteltc. kam ich erst r.ach kurzem Nachdenken dazu, daß uns da- Schowuausfest bevorstände. . Da- Städtchen Ö. mit vorwiegend jüdischer Bevölkerung war als Sammelpunkt für die —sich zu« Gottesdienste ciufiudenden Soldaten ou-ersehen. Sir, die wir direkt auder Front kamen, mußten einen Weg von 21 km zurücklegen. Nie zu einem Kriegsmarsche ausgerüstet, traten wir den Weg an. G. hat mehrere Synagogen und Lehrhäuser. Einige sind zerstört und wertvolle Dpkumeate talmudischen Schrift» lums beenden sich in einem verwahrlosten Zustande. Zn de« am besten erhaltenen Gotteshause fand der Gottesdienst statt. Zu einfacher und zu Herzen gehender Leise trug her Feldrabbiner Herr Dr. Sonderling da- Abendgebet vor. Die alte» Melodien und besonders dade» Dochenfeste eigene traditionelle ,Hodu* Rezitativ (in den Response«: Michomocho v. s. w. au» gewendet) mit seinen schwe,mütigen von Sehnsucht durchbebten Weisen, schlugen eine Brücke zur Heimat. — Tie Feftpredigt hehandclte das Zehngebot in seinen Beziehungen zur Ent. wickelungegcschichte Israels und zur Menschheit. Ganz be» fondeis der Weltkrieg in welche« wir für Dahrhreit und Berechtigkeit kämpfen ui.d gegen alles Unlautere zu Felde ziehen, er ist ein Kamps um dade« Volke Israel auvertraute Gut der Offenbarung. Zn diesem Kriege erleben wir die göttliche Offenbarurg noch einmal, die keine knechtische Unterdrückung duldet, die durch -a- ,Tu sollst' und ,Du sollst nicht* die Grundlage» edlen Menschentums geschaffen hat. Da- Zchnwort, everbindet anmit unseren Lieben dahei«, «it den Elter» und Lehrer». Denn in dem ,Du sollst* und,Du sollst nicht* find wir erzogen worden * — Dieser Hinweis auf die Heimat, er schuf die echte Festesftimmung, wenn Ke auch von Wehmut durchsetzt war. Mit einigen Worten de» Gedenkenan die Dahin* geschiedenen und dem Priestersegen schloß die Rede, die -«ine machtvolle Drrkuag aus uns ausgeübt hat. Noch eine Stunde gemütvolle» Beisammenseins und die Feier war zu Ende. DaS war unser Schowuolh-Fest, kurz und eindrucksvoll. Und als wir am nächsten Tage wieder die Frour erreichten, da klang selbst noch in den Stunden schwersten Dienstes die.Schowuorh- Andacht in uunach, den Mut erhebend und den Willen stärkend. Walter Bacher, Landw.-Znf.-Regt. Nr. 5. WerwHabt Am 2*. Mai fand hierorts die Vereidigung der Mannschaften de- Rekruten.Depot» statt. Nach dem Botlesdienst in den Gotteshäusern der drei Glauben-gemein« schäfte» waren die Seelsorger zur Vereidigung und einem darauf folgenden Imbiß in der Wohnung de« Kommandeurgeladen. Auf rrne Ansforderuoß daselbst hielt Prediger W o l f g a n g. Sonnabend. 29. Mai einen patriotischer: Vortrag vor oen gesamten Mannschaften auf freiem Platze, dem'die Vorgesetzten beiwohnte». Vtstrrrrich-Ungani, I» Schiitznitzrale», v»» Dr. Oskar Zatv-i. Es »Air in Galizien anläßlich der großen blutigen Zusammenstöße. Eingegraben feuert en wir nuf die Runen und warteten im Schützengraben auf den Tob. Ja solcher Zeit hat man weder Muße noch Lust. Frenndschafteu zu schließen, desonder« halten wir noch damal« keine Lust hierzu, als wir Tag um Tag in neue Stellungen vorwärtsgingen und kaum Gelegenheit hatten, an einem OrteNrns für einen längeren Aufenthalt einzurlchtrn. Die Sanitätsmannschaft trug die verwundeten Soldaten nach hinten auf den Verbandsplatz. Manchen verbanden wir selbst die Wunden und wem e» der Allmächtige deschieden hat. sein Leben hier in der VeNeidignng seines Vaterlandes zu beschließen, den begruben wir hier in der ga- Feldseelsorge. _vrerla». de» 4 3««i |9|5. lizifchea Ebene tränenden Auge-, aber wahrlich, oft auch ohne jede Zeremonie. Es war an einem Donnerstagabend, kam zu uns ein bis zu« halse kotiger Soldat mit aofgebundenem Arm. Sein Gesicht mar gleich de« «einigen von eine« mehrwöchigen Bart bedeckt, seine Schulter trug da- Bewehr und bloß daran erinnere ich mich nicht genau, ob er Zugsführer oder Korporal war. Er frug mich: »Bist du Jude. Kamerad?* Ich antwottele: .Za. Warum fragst du?' — .Ich will für meinen verstorbenen Vater Kaddisch sogen und da« Minjan ist nicht beisammen. Drei Manu warte« schon auf mich, es fehlen noch sieben. Möchtest du nicht mit mir kommen?* . Ich bat meinen Fähnrich, der damals Ableilungskommandant war. um die Erlaubnis, mit meinem verwundeten Kriegskameraden zu diesem Gelegenheitsgotte-dienste gehen zu dürfen. Es war bereits Abtnd. in der Umgebung der Schützengräben war es still, der Feind jenseits des kleinen Baches verhielt sich gleich, falls ruhig. Mein Abteilung-kommandant erhob keine Einwendung dagegen, daß ich «rch entferne, legte es mir nur ans Herz, ruhig unß schleichend fortzukommen. Zn meiner Abteilung brachten wir nqch vier Juden zusammen, einen Raseur, einen Handluugsgehilß», einen Gutsverwalter und einen Beamten, und wir fünf singen weiter. Die noch fehlenden Personen fanden wir auchs bald, zwei beim Train und einen am Verbandplatz. Laqgsam ans der Erde kriechend, kamen wir vorwärts, etwa 200 Schritte zum rechtsliegenden Schützengraben. Dort zündeten irvir eine Kerje an und damit der Feind das Kerzenlicht nichtldemerke, gruben vir ein eigene- Loch im Graben, und dort flimomrte, fern vom heimatlichen Boden, die Kerze für das Seelenheil des im Pester Friedhöfe ruhenden Börsekommisfionärs. [ Diese halbe Stunde, welche ich hier im Schützengraben verbrachte, ist dick unvergeßlichste Eiinnerung meines Lebens. Ich war in großen Tempeln, in blutigen Schlachten, achtmal wurde ich wegen meiner auf de« Kriegsschauplätze erhaltenen Wunden und Krankheiten operiert, ich stürmte vorwärts, sah Menschen neben mir fallen, Hörle die letzte» Seufzer der Sterbenden. vergoß mehr alS eine Träne bei der Bestattung der Leichen lieber Kameraden. al»er jene zwei Kerzen und die aus de« Herzen quellenden betenden Stimmen kann ich niemals vergeffen. Auf dem Bette im Spitale. wenn «ich FiebeNräume quälten, sah ich immer das Bild vor mir: Ueber uns blickte das Firmament mit seinen Millionen Sterne» auf uns herab, um uns schliefen Soldaten, halbwach ihre Leiber zusammeugezogeu und erschöpft, etwas weiter warfen die Geschoffe von Leuchtpistolen ihren Schein auf verfaulte Baumstümpfe, nicht weit von unS glänzte der Bach, deffen Doffer von ach so viele« Blute rot gefärbt war. einige Tage später dröhnte das dumpfe Rollen der Geschütze zu uns herüber und hier unten unter der Erde sprachen zehn jüdische Soldaten bei dem Scheine zweier Kerzen vollständig bewaffnet, mit tränenden Augen: .ZiHadal wejiskadasch scheme rabo . . .* Dann erinnere ich mich genau: wir hatten das Gebet noch nicht beendet, da platzte »eben u«S ein Schrapnell, erst eines, dann kam das zweite, und wir zehn jüdischen Soldaten wichen nicht von dannen, sonder» beteten weiter, ruhig, traurig, als ob das Gebet nicht vor jenem einen Menschen gelten würde, sondern jenen Huvdertlausendea und Millionen. von denen nach Zähren der Sterbetag nicht wird genau festaeftellt werden können, und die unter unvezeichneten Hügeln auf allen Teilen dieses Kontinent» ihre ewige Ruhe gefunden haben. Erst als das Gebet sich seinem Ende näherte, bemerkten wir. daß ein Soldat auf uns zukam. Es war der Kommandant einer Kompagnie, der erst vor kurzem zum Hauptmann befördert wurde, und von dem wir wußten, daß sein Later noch unserer Glaubensgememschaft angehörte, sein Sohn aber vor Zähren den Glauben seiner Väter verließ. Er schien nicht zu bemerken, zu welchem Zwecke wir hier so beisammen find, er sprach wohl kein Wort, holte aber seine Z'garettentafche hervor, steckte eine Zigarette in dev Mund und ging zu den zwei Kerzen. Er wollte anrauchen. Einer von uns erhob sich nun und sprach: .Herr Havptmann, wir bitten gehorsamste hier nicht anrauchen zu wollen,, die Kerze dient nicht diesem Zweck.* ,Deshalb, nicht?* m. 23 . Nun ergriff jener Kamerad das Wort, dem zuliebe wir zehn Mann hier zusammevkamen: ,Zum Andenken an meinen verstorbenen Vater entzündeten wir hier diese Kerzen, die zur Erinnerung an ihn hier brennen. Zch habe heute Zahrzeit.', . Der Offizier war einen Moment betroffen, wahrscheinlrch kamen ihm längst vergangene Zeiten in den Sinn, erinnerte sich vielleicht auch daran, daß auch er an einem Tage des Zähre» bei solchem Lichterschein beten sollte, rrahn ruhig die Zigarette aus seinem Munde, legte sie in seine Zigarettentasche zurück, war schon im Begriffe, wieder fonzugehen. aber er blieb dennoch und sagte bloß: ,Zch will auch mit euch beten. Denn auch ich bin ja Jude.* 5er jüdische Hfstzier und bei «formierte Aeldseistltche. Ein scböneS Lnspiel konfessioneller Dultfamkeit und Nächstenliebe gab der reformierte Feldgeistliche Desider L a c z u jf. Nus dem Schlachtfeld« hatte der Oberleutnant Michael Schillinger. der Sohn des Hodmezöousürhelyer Asm. Schillinger. den Heldentod erlitten. Seelsorger Lacznk eisuchte nun den Hödmezöeüsuchelyer Rabbiner in folgendem Schreiben, er möge den Later de» gefallenen Helden von -dem Trauerfalle verständigen : .Hochwürdiger Herr Rabbiner! Hochachtungsvoll sendeich Zhnen beiliegend einen Sterberegisterauszug, nach dem in dem heftigen Kampfe, in den jetzt unser teure» Balerland Ungarn verwickelt ist, der aus HödmezövLsurhely gebürtige Insasse Herr Oberleutnant Michael Schillinger den Heldentod erlitten hat. Mit welchen Sorten soll ich des Helden gedenken? Spricht doch seine Heldentat, daß er das Leben für unser teures ungarisches Baterland hingab. mehr als die schönsten Worte vermögen. Ich bitte Öro. Hochwürden ergebenst, die zu Hause gebliebenen Lieben schonuogsvoll von den: Verluste zu verständigen, der sie betroffen hat. Oberleutnant Michael Schillinger wurde auf der Höhe 742 in der Nähe von Laborczfö von einer feindlichen Kugel in den Bauch getroffen, sein Osfiziersdiener und die Sanitätssoldaten brachten ihn nach Laborczfö. wo sein Verband erneuert wurde. Da aber die russische Kugel auch edlere Teile verletzt hatte, gab er am 8. Mai um drei Uhr morgens seinen Geist auf. Zch ließ ihn im Laborcföer griechisch-katholischen Friedhofe unmittelbar neben der Steinumfrieduag in der ersten Reihe in einem Sarge beerdigen, den ich aus einfachen Brettern zufammenstrllen ließ. Der Herr Oberleutnant hat seinem Offizierediener gesagt, man möge seinen Leichnam nach Hause bringen. Ich bitte Sie. alldies den trauernden Hintervliebenen mitzuteilen und ihnen gleichzeitig mein aufrichtiges Beileid zu verdolmetschen. Für Ihre Mühe empfangen Ew. Hochwürden den herzlichsten Dank und freundlichen Gruß von Defider Lacznk reformiertem Feldgeistlichen.' ^rnstn». Der sonst f» friedlich in einer jüö. Seitengasse liegende Tempel in Krakau bot an den beiden Schebouttagen ein ebenso bunteals originelles Bild. An beiden Tagen fanden vor dem allgemeinen Gottesdienst feierliche Militäraadachten für die Mannschaft des Festungsdereicheö statt. Km ersten Tage hielt der hier vorübergehend zugeteille Feldraddiner Dr. GolinSki, Rabbiner in Pisten, eine stimmungsvolle P«digt, die er mit einem Gebete für die verbündeten Monarchen und Armeen beschloß; am zweiten Tage gedachte Festung,, rabbiner Dr. Wcinsberg im Anschluffe an das Maskngebet in ergreifenden Worten der für Kaiser und Reich gestorbenen Helden. Beim Eiuhebcn der Thora sang der Tempelchor die Lolkshymne zrantreich. B^aris. Für die zahlreichen jüdischen Soldaten iu> eng. tischen Heere, welche in Havre stationieren, fand am Sabdath ein Gottesdienst in der dortigen Synagoge statt. Auch die Zuaven de« 2. und 3. Regimentes nahmen daran teil. Der englische Fcldrabbiiier Michael Adler hielt eine Rede, als Kantor funktionierte Herr Marx Lohen. Nach dem Gottesdienste gaben die jüdischen Damen von Havre den Soldaten einen Lunch, bei welchem die Herren Adler und der Leutnant Barnett Ansprachen hielten. kadblnrr. )» der -»»ißoge »es Berliner Beltßionooerei»» »er Hrnnienßnrger Borstndt Herr Radb. Dr. Ludwig«. Rosenthal dr ing am 19. d. M. (I. Tag Schawuolh) zu feinem 60. Geburtstag eine Feier, »er zahlreiche Deputationen beiwohnten, u. a. Vertreter der .Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums*, der Loge und verschiedener Frauenvercine. Nachdem der Lorfitzeade »cs Vereins. Jos. Zucker, in einer herzlichen Ansprache der Leistungen und des Pflichteifers des Jubilars gedachte, ergriff der Lladtoer. Direktor Knauer, au dessen Anstalt der Jubilar d.'n Religionsunterricht erteilt, das Dort und schilderte die erfolgreiche Tätigkeit, die Dr. R. an seiner Anstalt entfaltet hat. Dann sprach Dr. Weiß. Lehrer an der Religionsschule deS Vereins, seinen herzlichsten Glückwunsch Namens der Lehrer unb Schüler aus. Der Gefeierte dankte in herzlichen Worten. Benthe«. Gedächtnisfeier für Rad biucr Dr. M. Gurrmann. f. A.. Eine schlichte, aber erhebende Feier fand jüngst aus dem Friedhöfe unserer Gsmcinde statt. ES galt die Weihe zu gebest dem Denkstein, der über der Grabstätte eines SohneS unserer Gemeinde errichtet worden ist? des im vergangenen Zahre -verstorbenen und hier beigefetzten Knlmer Rabbiners Dr. Moritz Guttmann. Zu dieser Feier hatten sich die Anverwandten und Freunde des Verklärten civgcsundcn, unter ihnen einige Amtsbrüder aus der Stadt und Urngcgcnd. Der OrtSrabdiner Dr. Kopfstein hielt^eine ergreifende Snspracke. in welcher er unter Anlehnung an.2. L. K- 23. 17 die Verdienste deS Hingeschiedenen Kollegen pries, der.- der Sproß einer in der Gemeinde und darüber hinaus hoch angesehenen Familie, alwahrer GotteS- «a»n auf Erden gewandelt und so seiner ihm treu anhangenden Gemeindewie der Schar seiner Freunde und Verehrer zum Muster und Vorbild geworden sei. Nachdem »as El-mol rachamim-Gebet gesprochen .var, verweilten die Anwesenben in wehmülige« Ge deuten an dem Grabe und besichtigten das Denkmal, das. einfach und doch schön gehalten, auf beiden Seiten eine Inschrift trägt, die von anverwandter Seite in Liebe und Treue gefertigt worden ist. _ So»»t«Iicht Ist ter beste wimbheiler Von Dr. Otto»ot,hilf. (Nachdruck verbot».) Dr. Willibald Gebhardt nlilt mit dem Fahrrad einen gtfäbrlidjcn Sturz. Die Hände waren stark verletzt. große Haniftücke abgerissen. E» war ein schöner Sommertag und er die» die Hände in das Sonnenlicht. Bald trat eine klare, kledrige lumphoide Flüssigkeit ans den Wnndstellen und überzog diese schützend. Sr schonte den natürlichen Schntzstoff und in wenigen lagen waren die schweren Wunden geheilt, und zwar ohne merkbare Rarben. Prosessorvr. Jäger benutzte die Sonnenstahlen zur Hcilung seiner Krampsadern. Hierbei zeigte sich die wunderbare Heitlrast in sehr interessanter Weise. 81s Prof. Jäger die strumpslöse». nur mit Sandalen bekleidete» Füße wochenlang dem Sonnenlichte »»«geletzt hatte, waren alle Krampsadern oerschwnnbrn, nur unter dem daumenbreiten Ledeuiemen derSandale. wo die Sonne nicht einwirken konnte, waren sie noch vor. banden. Ader auch hirr »erichwanden sie allmählich, als die Füße ganz »»bekleidu der Sonne ausgesetzt wupde». Die Fischer an der Ostiee pflege« die Heilkraft der Sonne stets zn benutzen, indem fie ihre Wunden einige Zentimeter unter der Lberfläche des Meriwaffers in ruhiger Stellung von den Sonnenftiablen descheine» lassen. Die Wunden sollen dabei äußerst schnell heilen. Wen» die zahlreichen Lerletzungen. welche aus de« Lande namentlich bei der Feldarbeit täglich bei Wensch und Lieb vor. kommen, ohne jeden Beiband «eist gut heilen, so ist die« hauptsächlich das Verdienst des Sonnenlichtes, Das Sonnenlicht wirkt baktciicntdtrnd, desinfizicrcnd, wir die Ersah,ung dro täglichen Lebens und Expeiimenle bewieie» haben. Im sonnenlosen Dunkel (Keller, gedeihen Bazillen, Schimmelpilze und die anderen Schmarotzer. Was die medizinische Wiffenschast durch Desinsektionssloffe (Karbol, Zodosorm) zu bewirken sucht, erreichen vre Sonnenftrahien einfach und natürlich. Wo die Sonne hinscheint, entsteht Blutandrang, Rötung. Dadurch werden an den belrefsenden Stellen die Ernährung«, vcrhältniffe und Heilnngtoorgäage drdeulend gebrfferl, int Eilerfioffe schneller beseitigt, die Bildung von neuem gesunden Gewebe wird begünstigt. also dir Hrilnng beschleunigt. Frrnrr wirk! dir Brsoanung hriisam durch Ansirocknrn der Wunde. In der modernen Ehirprgie find alle Maßnahmen darauf gerichtrt, die Ansammlung non Wnndlekrclen zu vermeiden. Durch das Anelrockaen wird auch dru Bakleriea ihr Nährbodrn rntzogca. Diese durch Lonnenlichl dewiekie Eintrocknuug ersetzt den besten Berband. Tie Wunde wird schnell rein und trocken, bedeckt fich mit einer glänzenden, pergamentartigen Schutzhaut, was namentlich auch bei Brandwunde» von sehr großem Werl ist. Diese wunderbare Raturheiikrafl der Sonnenstrahlen kann und soll sich jeder stels zu nutze machen. Die unverbnabene Wunde wird im Frrirn, im Gauen, in der Bcraab«, im Zimmer bei offenem Fenster möglichst lange, jedensall« mchrerr Stunden täglich der Sonne ausgesetzi und aachder mit inren leichten trockenen Berdande »ersehen zum Schutze gegen jtde äußere Verletzung. .Die Besonnung stellt die ideale «Kiseptische Wundbehandlung dar, indem durch fie die nbrich», natürlichen Heilsakioieu des Körper« bester al« bisher M Geltung kommen können.' (Prof. Dr. Rollirr Sonnen»« ist der natürlichste und beste Wttndheiler!

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