Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- 9 (26.2.1915)
- Date
- 1915-02-26
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Jüdische Pottsyltwq. Nr. 9 -«Kerreich'U»-ani. Brief ein* Milche» -Okd«1s» Da»iel Perl, der jüngste der 4 Soldatevlöhne eines Bruders de- Präsidenten der Fünf« kirchoer tfr. Kultu-gemeiade, dient al- Korporal im 36. Feld' Srl.-Reylmevt. Aler zur »eiteren Ausbildung nach Ezegeszv«r gebracht wurde, schrieb er folgenden bezeichnende Brief an seine Ellern: .Liede Ettern' Ich kann Euch »eine unendliche Traurigkeit gar nicht beschreiben. Ich weine wie ein kleines Kind, daß ich noch hier bin und nicht dort. wo ich schon sein sollte, aui de» Krieg», schauplatze. Tic Schande, daß ich jetzt, wo ich glaubte^ scho i so weit zu sein, daß man mich endlich zu einer anderen Waffe«» gattung versetzen werde, und ich in den Krieg abmarschiercn kann, noch immer hier bin. hat in mir eine förmliche Wut an-, gelöst und ich kennte mich selbst durchprügelu. -atz nur ich so unglücklich bin und hier bleiben muß. Ich kann Euch aber versichern, daß. sobald ich soviel können werde, um abzumarschieren, «erde ich. »ich sofort, selbst melden, denn mein Platz ist dort. Nein Oberst. bei de« ich zum Divifiousrapport war. erklärte mir. daß er mich jetzt unter keiner Bedingung fortlassen werde. J»r ZsefSrder«»ß Leopold Wech-ler ist 3l Jahre alt und i» Zivilleben Beamter der Drachesche« Kohlenbergwerksgelellschaft. Anfangs August rückte er als Korporal der Ersatzreserve zum N. Feldka«ouenrrgime»t ei». Wegen seiner Tapferkeit und seines Heldenmutes auf dem nördlichen Kriegsschauplätze wurde er bald zum Zugführer besÄrdertJjurnd einige Wochen später hat ihn sein RegimemSkommando durch folgenden Akt zur Beförderung zum Feuerwerker vorgeschlagen. .In das Kommando des 37. Dio.-Muainon-parkein Olku-z. Ich bitte um die Beförderung des Zugführers Leopold Wechsler zum Feuerwerker. Im Falle feiner Beförderung wäre zwar der vorgefchriebene Stand überschritten, aber der genannte Zugssührer hat sich durch seinen besouberen Flerß und seine mustergrltrge Tätigkeit sehr ausgezeichnet, und in der Bcr. pstegung der Mannschaft und Pseü>e hervorragendc^Dienfte geleistet. fodaß der jetzige Kräftezustand der Pferde nutzt nur der Kolonne, sondern de« ganze» Divifions-Munition-parkes i« großen Maße ihm zu verdanken ist. So wäre seine Belohnung mit der Beförderung sehr billig, die gewiß auch für sehr viele Unteroffiziere anziehend wäre. Alexander Konkoly Thege, m. p. Oberleutnant.' .An das Kommando der 37. Felbartilleriebrigade. Obigem Beförderungevorlchlage stimme ich vollkommen bei und Hede hervor, daß genevnter Unteroffizier in äußerst pstichrgemäßer Weise nicht allein für seine, sondern für alle Munitionskolonuen gesorgt hat. wodurch die Verpflegung von Mann und Pferd gesichert war. Diesem Uuteroffizier ist es zu verdanken, daß in der jetzigen Situation, wo in der Umgebung kein Heu «ehr zu haben war. die Kolonnen auf Wochen mit Heu versorgt ^sind. Seine BeGrderung wäre nur tzer natürliche Lohn seiner verdienstvollen Arbeit. Michorovics. «. p. H»uptmana ' Wechsler kämpft seitdem schon al« Fr»erwerkr gegen die Russen. N Keim letzte» ttafft»<i«lr«4 wurde dem kommandierenden Ruffengeneral die Liste der Bürgerwehr vorgelegt, worauf dieser, da acht Russen dabei figurierten, diese barsch zurückwieö: .Juden könne er dazu nicht gebrauchen.' Den nächsten Tag war aber seine Herrlichkeit vorüber und er mitsamt seiner Horde von unserer Armee gefangen. zrantreich. < y.ris. Von dt» Offizieren und Koldaleu, die wieder de. sonder« auegezcichuct wurden, seien gennnnli Huuxuuanu Gompell vom 'i!^ Zus^Reg., Loluunt Anaftalln vom3bO. Inf.. Siift., Äorpoiül Kooonenhcim »011 der IUegeradieiluug. Unter* Itiilnam Hnllmnnu von den ÄeuierruPpe«. Leuiuaul Meyer von den Jägri», Leuinani Betmuu» (die beide» tetzicu inzwischen (rcfaDenj. WcfaUtn find ferner auf de» Schlnchifelde: Leutnant 8eor„e« Phitipp Heymann vom 136. z»s.«!g (Loyn des Benerai« Hcyman»), und der »ergeani Fernand Krank oom 60. Inf.» Air»., in dcr Aliyr von Loiftv»«. Dir frnnzififche Hteyiernnß Hai dem Lderrubbiuer mit» geteilt,' daß Mehl und Zucker, wclcke fär dir Pesachscienage (in. »eführi werden, zollfrei (ein sollet,. Die beide» bekannien pariser, Ketzlkntter .La Lidre Parole' und .L'llcliou francaije' jetzeu auch während de« Jtriigfä »»auSgesep, ihre Heyichigteii fort uud hatten jeden Juden für einen Lpwn, Lndeiseil« , schimpfen sie aus die Zeiiuugazensoreu. von denen die meisten Juden seien, wie die Atamen Motz. Merzbach, Günedourg Levy, Meyer x. beweisen würden. England. , Wirtschaftlich äußer» sich dre Folgen des Krieges aut dre verschiedenen Schichten der jüdischen Bevölkerung Englands 'verschieden. Der Mittelstand ist ganz u»d gar ruiniert und wandert, soweit es gebt, nach Amerika aus. Ebenso die Großhändler, die mir ber Türkei, Japan uud Persien und sonst Ucdcrsee-Hantcl trieben Hingegen Whitechapel mit seinem Proletariat der Schneider. Schuster und Kürschner hat noch nie so glänzende Zeiten erlebt. Die ungeheuren Mrlitärlieferuugen batten att uud jung von früh die spät in Atem. Hier wird gut verdient. Im ganzen ist aber bas jüdische Leben ia London wie au-geftordcn. Em großer Teil der jüdischen Intelligenz ist davd,.gczogen, der Rest verhält sich passiv. Die Londoner jüdische Gemeind«, sonst ein Tummelplatz beständigen Gezänkes. zeigt die Rühe eines Friedhofes. Hie chefeLfHutt zur Verbreitung de- Shrrsteutums unter den Jude« hielt am 12. Januar ihre jährliche Versammlung ab. in welcher ein Brief des Barons John Kenuavay verlese» wurde, in me.chem.er.di« Bedeutung der jetzigen "--Ksckgszeit auch für die Juden betonte und weiter auSsührte. daß allem Anschein nach jetzt die große Zeit gekommen sei. in der Gott seinen großen Pla« ausführeu wirb, um die Kinder Israeliu ihr eigenes Land zurückzuführen — allerdings fügt er seine« Standpunkt gemäß hinzu,1 tag fie. don wohnend. Ehristus als ihren Herren anerkennen uud dann berufen sein werben, die ganze Welt zu bekehren. — Denselben Gedanken Vom Kriegsschauplatz. vrrrlail, de« 2b. Zebnior <915. sprachen Reverend (5. Wilson von der Londoner Mission und der Erzdeka» von Exeter aus. der noch aussöhrte. daß die Jude« da» interessanteste Volk aus Gottes Erde, das .Zentrum der Weltgeschichte feien. Gegenwärtig werde die Geschichte des jüdischen Botte« gemacht. Der Krieg, der die Karte Europas ändern wird, bringt aller Wahrscheinlichkeit oach die Zeit nahe, da die Juden in ihr Land zurückkehren weiden! — Der Orginalilät wegen sei auch dessen Schluß vermerkt, nämlich, daß die Christen hoffen, die Juden «erden mit dcr Zeit sympathischer werde», bisie sich endlich in die Arme der christlichen Kirche werfe« werden. ZLSsprmtze de« Aerseoksiziers. Major JftUt. .Viele der Straßen de- Ostendfind vollständig von Juden besetzt, und eine beträchtliche Zahl ging bereitdurch meine Hand. Ich bin gierig, so viel als möglich von ihnen zu bekommen, denn der jüdische Soldat, de- Ostendist der beste, dcn man sich denken kann. Es würde die jüdische R.krutierung beschleunigen, wenn über die Errichtung jüdischer Bataillone entschieden wäre. Es sollte aber vor der Hand geuügen, daß das Krieg-ministerium der Errichtung von jüdischenKompagnien in der »Riste Brigade' uud ia Regimente ,Kiuge-Royal Ristes' zugeftimmt hat/ Die ,$i»ws* vom 22. Januar bringen folgende intereffante Berichtigung: Wir werden durch die russische Botschaft ersucht, mitzuteilen, daß di« dem russischen Minister drs Aeußern, Herr« Saffonow, zugeschnebene Behauptung, daß nach dem Kriege nichts für die Juden iu Rußland getan werde, jeder Begründung entbehre. Wir werden dahin unterrichtet, daß Herr Saffonow überhaupt keine Mitteilung über die russische Judenfrage gemacht habe, und eS ist uns nicht bekannt, in welcher Zeitung der Bericht gestanden haben mag. Griechenland. Hie jüdische» Aehrpsstchtige» «»« Ne»-Hrieche»la»d Die Einreihung der jüdischen Wehrpflichtigen aus den neue« Gebieten, die Griechenland nach dem zweiten Balkankriege erworben hat -- da« wertvollste ist das von Saloniki — mS griechische Heer wird erst vom Jahre lS16 beginnen. Türkei. Hie Zöaßrtzcit »Ser die Kürüei AtmysrL, 30. Jänner. Gegenüber den von der Entente- Presse verbreiteten Nachrichten über Pogrome in Jaffa und Zerstörung der Kolonieen erklärt der hiesige deutsche Botschafter Graf^Bernsdorf: Unser Gesandter in Konstanrinopel meldet: Die Türkei handelt in Bezug auf die Krieg-gefangenen viel menschlicher als die feindlichen Staaten. Sie hat den russischen Juden die Alternative freigestcllt, türkische Untertanen zu werden oder auszuwandern. Später hat die Regierung, um nicht einjchreite« zu muffen, diesen Termin noch verlängert. Jetzt hat man diejenigen, welche russische Untertaneu bleiben wollte«, ausgemtese». Der amerikanische Botschafter in Koustautiuopel Morgenthau macht aufmerksam, man möge sich nicht von den seitender Entente zur Beeinflussung der amerikanischen Juden ausgesprengte» Gerüchte beirren taffen. Die hiesigen jüdischen Blätter melden, daß die Mißhandlungen. welche einzelne Juden bei. der Abreise von Jaffa erlitten haben, nicht von der türkischen Behörde, sondern von Arabern ' geschahen. Der deutsche Militärbeamte ließ sofort die Räuber festuehmeu, und die geiüubten Sachen wurden der jüdischen Bchörde,von Tel-Awiw übergebe«. Z»ße-tiche Iude»»erfst-»»ße» t» Zk«k«fiiaa Aus dem Büro Dr. Fra nz Op penhcimers gehl uns der folgende Bericht zu: Englische Zeitungen brachten vor kurzem aus Aegypten Nachrichten über angebliche Judenverfolgungen seitens der Türken und Araber in Palästtna. Insbesondere wurde gemeldet, der Zionismus sei von dem Befehlshaber des IV. Armeekorps als eine revolurionäre^Bewegung bezeichnet worden, die ausgerottct werde« «üffe. Tie züdischen Ansiedler sollten durch Osmanen ersetzt werden. Die Anglo-Palastinabank sei unter Umständen liquidiert worden.üdie eine Zahlungsunfähigkeit als sicher erscheinen laffen und den Ruin dcr kleinen Siedler zur Folge haben werde. Auf den Gebrauch der Jüdischen Rottonalfonds- Marken sei Todesstrafe gestellt. Die .Kölnische Zeitung' hatte mit Recht schon gleich an die Wiedergabe dieser Nachrichten den Vorbehalt geknüpft, daß sie offenbar bezweckten, bei den Juden in Europa Stimmung gegen die Türken und deren deutsche Verbündete zu erwecken. Nach zuverlässigen Nachrichten sind dre gemeldeten Tatsachen teil» eifunden, teils übertrieben. Die Anglo-Palöstmadank war als -in englisches Unternehmen wie alle anderen ausländischen Banken geschloffen worden. Sie soll aber jetzt mit Riickficht auf die hierdurch erfolgte Gcsährdüng der jüdischen Siedlungen wieder geöffnet werden. Es ist auch eine starke Auswanderung von russischen Juden aus Palästina erfolgt. Dies war auf folgende Tatsachen zurückzuführen : In Palästina lebten vor Ausbruch des Krieges 40 bis' 50 000 russische Juden, die wegen der Schwierigkeit der Ra luratisation bisher, das.türkische Staatsbürgerrecht nicht erlangt batten. In einem Notgesetz. das von dem größten Wohlwollen gegen die jüdische Bevölkerung zeugt, hat die türkische Regierung die sofortige Aufnahme dcr russischen Juden unter Befreiung ter früher erforderlichen Formalitäten gegen eine Kopfsteuer von 40 Franken erlaubt. Ein Teil der ärmeren Bevölkerung, der nicht in der Lage war. diese Kopfsteuer zu entrichten, und auch andere russische Juden, die Repressalien gegen ihre Angehörigen in Rußland befürchteten, zogen eS vor, staltdie türkische Staatsaugehörigleit zu «werden, nach Aegypten auezawandern. Mit Rücksicht auf die Armut der in Betracht kommenden Bevölkerung har spätnhiu die türkisch« Regierung sogar die Kopfsteuer erlaffen. Es^find demzufolge ca. 13000 erwachsene russische Zu. den nebst Familieüaugehöngen in dea türkische« Staatevnbaud aufgeaommen worden uud etwa 5000 Personen ausgewandert. Daß uuter deö'.Auswanderern nach Loge der Sache große Not hcrr,cht. ist einleuchtend, kann aber aach dem oben gesagten der türkische., Regierung nicht zur Last gelegt werden. Während der übereitten Auswanderung haben sich untergeordnete Beamte Uebergriffe zu schulden kommen laffen. Diese Beamten find auf Beschwerde durch Verfügung des türkischen Ministerrales abgefetzt worden. Die türkische Regierung hat in Palästina ein so weitgehendes Entgegenkommen gegenüber der Notlage der russisch, jüdischen Bevölkerung bewiesen, wie keine der Sntente-Mächte gegen die Angehörigen der feindlichen Staaten. Bon irgend einer Lnsolgung der Zionisten und der jüdischen Anfiedlungen in Palästina kann hiernach durchaus keine Rede fein. Englaud muß sich schon einen anderen Agitationsstoff suchen, wenn es die Juden der neutralen Länder gegen Deutschland und seine Verbündeten aufhetzen will. Die leiden der Zuden in polen. /t«Pe»tz»ße»» 22. Februar. Am Schluß eines längeren Ariegsbenchles schreibt der englische Reporter Tuohy in der "Daily Mail': Am Dienstag legte ich die Reise von Warschau bis zur Front, die nur 30 (englische) Meilen beträgt, in vier Stunden zurück. Um zum Ziel zu kommen, mußte unser Auto sich durch endlose Züge von Juden hindurchwmden, die mit all ihren Möbeln und Habseligkeiten — auf gebrechlichen Wagen untrrgcbracht — aus der Wanderschaft waren. Häufig wurden wir durch'zusammenbrecheade GefähNe aufgehalten, die den Weg versperrten. Diese tragische Prozession war nicht etwa die Folge eines russischen Rückzuges, sondern einestrengm Befehls, daß die Juden ein Gebiet innerhalb 50 Meilen von der Front räumen mußten. Man hatte nämlich in der Fabrik von Dickrich in Zyradow. in dcr vor dem Krieg nur Juden als Arbeiter beschäftigt waren, eine zementierte Basis vorgefunden. Wie ich erfahre, detnfft der Befehl das ganze .deutsche Herz von Polen' und soll auch auf die 300 000 Deutschen ausgedehnt werden, die unter einem weitblickenden deutschen Kolonisationsplan (?) nach Rußland geschickt wurden. Wer sich hier nicht als echter Pole ausweifen kann, dem droht ein Aufenthalt in Sibirien. £ia Aotschrei der russische» Jude» Go« K«us und Kok gcj«gt. In dielen Tagen hat der Allgemeine jüdische Ardeikcrvcrband in Litauen. Polen und Rußland einen Ausruf ,an die ganze zivilisierte Welt' erlasien. worin er sich scharf wieder die zariststche Willkür und Gewalttäligkeit gegen die Juden wendet. Dieser Aufruf ist voll schrecklicher Einzelheiten der neuen Judenverfolgungen. So wird z. B. von einem Augenzeugen, welcher der Auslrerbung der Juden aus Grodzisko beiwohnte, berichtet: Um 2 Uhr nachmittagwar die Landstraße nach Warschau zum größten Teil von der jüdischen Bevölkerung aus GrodziSko überfüllt. Wir waren etwa 1500 Fami.ien. dabei ungefähr 300 Refervisteufamilien. Gegen 6 Uhr erreichten mir die Festung Blone, 12 Werst von Grodzieko entfernt, aber man ließ uns nicht hinein, ja man ließ uunicht einmal die Straße, die durch diese Stadt führt, gehen. Wir wurden gezwungen, rings um deu Lrt auf nberfchwowmteu Feldern zu gehen. Wir waren also genhkigt, von den benachbarten Feldern Stroh und Gras abzureißeu, legten es auf die überschwemmten Wiesen, zogen unsere Röcke aus und bedeckren damit den Boden und begannen, Frauen und Kinder nach der gegenüberliegenden Landstraße zu tragen. Dort begegneten wir Patrouillen, die unS Püffe abverlangten. Die Nacht kam grau und kalt, der schmierige Lehm unter unseren Füßen erschwerte jeden Schritt, aber wir gingen vorwärts, gejagt von den Soldaten, denen wir begegneten. In vielen Fällen wurden wir von ihnen visitiert und geschlagen — eine Frau fiel in Gcburiswehen eine andere bekam eine Fehlgeburt, eine dritte starb aus dem Wege. Der dreivcrbandfreondliche.Dagens Nyhercr" schreibt dazu. Der Zarismus entwickelt sich in feinem ganzen Glanz während des Krieges. Trotz aller schönen Proklamationen von Regierung und Duma, trotz aller Reden von nalionaler Einigkeit und Reformen und trotz der in der Presse der Alliierten ausgefprochenen Hoffnung auf eine liberalere Regierungsform in Rußlanv. Die mitten im Kriege vorgenvuimenen scharfen Maßnahmen gcgen Finnland und die offizielle Drohung, sie sortzvsetzrn. die Verhaftung der sozialdemokratischen Duma- Mitglieder, denen langjährige Freiheitsstrafen drohen, die zurühmenden Judcuverfolgungen. Burzcws Verbannung auf Lebenszeit, der freiwillig nach Rußland jurnckkehrte. um feinem Baterlande und der nationalen Einigkeit zu dienen, all dieses zeigt, daß die secle der Reaktion und des Zarismus noch unverändert weiter lebe, und daß sie nichts zugelcrnl hat. Auch letzt sic sich zynisch über die von ihrco Alliierten bescheiden geäußeNen Kritiken hinweg. Ungesetzliche Verurteilungen mit Todesstrasc, Verbannung usw. gehören zur Tagesordnung. Die Mißstimmung und den Unwillen, die die so scharfen Maßnahmen gegen ein freiherUicheres Regime bei den Alliierten hervorgerulen bat, kann man von Zeit zu Zeit in ihrer Presse feststcllen. wenn auch die Form wegen der anaenblicklichcn Verhältnisse ziemlich milde ist. tzi» che»nartzittsko«itee fßr die Krie,s«»tteide«d-» ** ar**** dal sich in Lausanne <Schweizgebildet untc» vcui Torsitz des polnischen Dichters Henryk Sierikiewicz. Deurjclden gehören dre spitzen dcr volni'chcn Gesellschaft in allen Lande-- teuen polnischer Zunge an aus Nußtand. Galizien und Posen, von judnchen No.'abilitären die Präsidenten dcr Kultusgemeinden ^arschau und Krakau, hoffentlich wird dabei auch etwas für d,e Not und das Elend der polnischen Juden abfallen. Bisher forgtea dre lud,schon Gemeinden für ihre Armen selber ehrcchaldcr. Ei», -»gtifche Kitt»«ll1is» für die A,de» i« N-le» Amftnd««. 1* Februar. In London ist eine Liste eroffner worden zugunsten der Hunveritausende von Juden, die letzt m Polen dem Elend preisgegeden sind. Um für diese Sammlung Propaganda zu machen, wurde eine Bersammiung lU verschiedene hervorragende Mitglieder der ind,scheu Genie,nde Londons, darunter der Oberrabbiner Dr.?££' „T*"6 Wflr?n*. *us «"trag Dr. Hertz' wurde eine Sr- ,n b*r bie V-'sammlung sich verpflichtet, 3ü,i^cn’ um den notleidenden Juden in Polen ffch natürlich um Russisch.Pole». Komtte.'T d-uftch.österrtich,sch.ammkan,icheS 0tÄ 3 £HU91?U*UBÖ bCt "Elenden Bevölkerung Polen-