Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- 2 (8.1.1915)
- Date
- 1915-01-08
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Zischt PoHfytewg. Schtrnich »tfirttrt: 3. Otoffttt*tiw«t: Stator Stort| 6«inftU il SUjoi ©tanutl Sonbtt. X Ofcorimt—alt: V. Sntln. b. R. Dr. Rudolf Tramer. d. S. Tr. Dion.8 u. Dr. Jabot» Ehrlich-. Mttgl. d. zlon. Zenlrolbomite«». Kultuooorft. t. Wien. A Obtracji: d. Sn. Srjt Dr »ob. Lichtwitz. a. Tropvau. Beirat d. mähr., schief, -ton. Dtstridtodomttee». Ernst Wachtel. Sohn d. Samuel V.. Disponent d. Fa. D. Schwär-mann u. Eo^, -um geutnant er. nonnt. Bernhard Löwenyer-, Einj.Fretw. Eorporal. Inf.« »gl. Al. zur Beförderung beantragt. Leutnant »ichard Iacodl. Sohn d. Moritz I.. Vien 9. Porzellang. SS ward« ismi Korpttrain. adfutonlen ernannt. Bela Beregi. Ifricher Bordstein) ist al» Zugführer a. dem nördl. Schauplatz durch ein« Kugel verwundet u. 0. diesem Anlässe wegen feine» taps, »erhalten» vor d. Feinde Feldwedel beförd. Seine Berletzung war dein« gefährlich«: er natM an der großen Schlacht b. Grodek al» Kompagnte-Komman. dant teil. Hier wurde er durch ein Shrapnell verwundet: ist in- -wischen genesen. Auf Antrag der Armeeleitung wurde Beregi. der weder Einf.-Freiw. noch eine Lfft-.^chul« absolviert hatte von Sr. Majestät -um Leutnant ernannt. E» ist die» der erst« Fall, daß ein Soldat de» Siannschaft»ftande» -um vfst-ter befördert wurde. HeEbeulod. »B( Goldberger. Chef b. Baumwollinduftr.Firma S. Golbberger«vien. Leutnant e. Land sturm. Bataillon». SS. II. Eugen Kore in. Leutnant d. 20. Landsturm, »gt.. 88 3. lertabrr CiiU ili 111 I. », Z»h. d. Allit.. Berd.-Kreu-.. Hol-Handler i. Budapest. Modert Zweig. Leutnant u. Batailloneadjutant. Ge» feilsch d. Fa. Adolf Pollab (Joachim Pallab» Sohn) Prossnitz. „Lech V» »«t» L*If« Sntt«?!- •wfcrl Anflrhra mr#l ein Brief Jfcu Jlntai anl Blabtiban ben .Tempo-. Rach bet .JJeit* beteuert n darin (Hne nnsanbelbare CrgebimbrU für Krankreich. führt eine fange Lifte feinet nngebliche» Verdienste X» bat Ansehen Krankreichs an nnb vetfichett auf baS feierlichste, baß bet Jttfeg Ftankteiih MfgejBnngen werben sei. Kordon wiederholt fobann bie an* ■afrt Beyanpinng. baß Krankreich den ganzen Monat Kiguft diRbnrch keine» Meoschrn ein Haar gekrümmt habe nnb spricht schließlich non ben Scheußlichkeiten bet benlschen Armee . Wenn anch Korban seit 1880 bauetnb in Pari« gelebt nib hart nie! Anerkennung gefnnbcn hat, txmbgen wir doch nicht jn glauben, baß er, bet brutsche nnb österreichisch-ungarische Zeitungen von bort anl banetnb nnb mit fftfolg bebient hat, (ein Saterlanb Ungarn nnb besten gegenmittigen Dafrinikampf so dbllig verlengnrn kinnle, baß er besten treuen Buobeigenoffen Denlschianb in dieser Weise ans Srunb van Anilanbilugen zn schmähen nnternehme. Sr ist jetzt «5 Jahre all nnb ist dekann »ich seit der zweiten Hälfte der nennziger Jahre bei vorigen Jahrhnnberts eifrig für die zionistische Bewegung ein. getreten. Wir hoffen, baß el sich hier nm eine brr foriboneruben Berlenmbnngen handelt, Me ftanzüfifehe Zeitungen, nm Zwietracht zu säen, anistrenen. KaürNch. Unnin. Sine erhebenbe Totenfeier fantz a» Sonniag, mir wir dem .Tempi' entnehmen, » der Synagoge »ne be la Bietoire für nie büher ans be» Echlachtfelbe bei na« imabeten Staaten Gefallenen statt. Die ganze Halle mar Ichmarz drapiert, die Kähnen der nerbün beten Biller schmückten die Anhöhe bei der Labe, »ach einem hebräischen Ehorgefange: .Sine klagende Stimme kommt von »amah, Kabel bcsrint ihre Xinbet*, hielt Groß-Rabhiner DrehfnS eine erarrifenbe, stim- »nngSgemäße Ansprache. Er grüßte baS belgische Ball, denn er mar vorher Großrabbiner in Belgien, sprach non der Grüße Krankreich«, ba« siebet einer großen, gesegneten Zukunft ent. geaengehen mtrbe nach dem Erhalt der verlornen und siebet, grfuabcnen Praoinzen. Darauf sprach er ein Sehet für die Luten nnb zählte die uns dem Schlachtseibe gefallenen jüdischen Heiden aul bet Stabt Parti auf. (Ln lut« ant «o loagae, tagt bet .Tempi'). Daraus sprach noch Mr. »heb itvy, bei Großrabbiner non Krapkreich, der den gefallenen Juden Krankrrichi nnb Algeriens Dank nnb Hnlbignng der gesamten Juden darbrnchie. Ein «riegigebet, »erfaßt n»n Großrabbiner Dreyfni, schloß die feierliche Sinnbe. E»gla>». Hie Anden H> bet englische» Armee Per .Times' Icheeiil: Die briiftche Jxbenschaft ist mft »echt stolz auf die Sefolgfchaft, welche ihre Angehirige» dem »nse zn den Waffen geleistet haben. Bei Inibrnch bei Kriege« Maren Ungefähr iOO Inden bei der Armee, henle hat der »enerenb Michael Adler, der jüdische Seellnrger in der Armee, bereits die Kamen bnn über 6000 »eligionigexosten — nnb diese Ziffer wächst täglich rapid. Dirse Zahl ist auffallend groß, znmnl eine große Menge nrchl in England gebürtiger oom Dienste nnigefchioffen ist und weil die verhältnismäßige Onote, weiche die Anbenichoft noch der Benilkernngiziffer beiznstellen hätte, nicht mehr nM 8200 ist. Ei sinh bereits Borhereittraze» getroffen. nm den »enerenb Michael Adler nach der Krönt ,n schicken. Ei mftb die« der erste Kall in der Geschichte sein, baß rin jüdischer Seetsorger die englische Armee in den Krieg begleitet Ans dem Achkochtkekbe in Klanbern ist der tznsarenlenlnani der englischen Armee «ep Barnn «nenibnrg gefallen. Er mnr der Sohn der nermitweien Baronin Henriette •nen«. bnrg geborenen Solbschmibt. ASbisch« fru»nfualtri[magra im englischen Jbeex. W« da« »enlee-Borenn an« London meldet, wirb bort die Bftbnng einer speziellen jüdischen Trnppe na bieii»ng sie da« neue Heer Lord Kitcheperi e> wogen- Im englischen Heer dienen hrretli 6000 Inden, doch meint man, baß die jüdische Semeinbe noch mindesten» ein »«Sr« Bataillon bilden kann, nm gemein, sam zn bienen. Dai Krieg«Ministerium hat schon Maßnahmen eingeiestet, nm eine spezielle jüdische »bieiiung der Stifte Brian de zu bilden, die in Winchester eineprrziert Serben soll. Sin jübiichei Reftuiietungtbueran ist schon in Dfttnbt, in Lea den hall Street, eingerichtet Aombon Sir Srnest Sassel »nb Sir Edgar Speyer sind ihr« Wirbt all Mitgiieb« bei königlichen Sebrimrote» enMeibel worben, weil sie ursprünglich an« Deutsch- Ina entstammen. Vom Kriegsschauplatz. vreUa». tat 8. 3aiixit s4s5 Hie fog (inbet tintan bie ^efensltiet bn Armen bet heftig en 4m»**. Aast», 25. »o«. Ein non ein« neniialen Macht anigerüstete« Schiff, da« Leben»mitiel für die der Tenernnz und dem Hnng« preiigegebrnen paläftineiisifche Beoölkerang nach den, heftigen Lande bringen sollte, ist im Mittelme« non den Engllnbern nngehalten nnb die Lebenimiitcl find all, JtriegSfonterbanbe* beschlagnahmt worben. fngfanb* Appetit ans Hknkösiina Wie man dem .Temp«' ani Kairo meid« «brtern arabische Biitler, wie ,11 Satan* nnb anbne, bie natürlich alle mehr ober mrnlg« von England beeinflußt find, die Palästina.Frage Sie weisen daraus hin. Me Ereignisse hätten gezeigt, baß Argyplen eine« Ickünen Tage« nun dieser Sette bedroht «erben künnte. Für England wtre e« inlolgebeffen unumgänglich nnraenbig, ani Palästina einen neutralen Staat zu bilden ober aber ri zn offuptrrcu. Ei (ri jedoch bie elftere Maßnahme nargnzehen, west durch legiere die Syrer leicht bennrnhigl «erben kännlen. (Allerdings! Die Krb) _ Riftlanft. Wa» b«t Aar mit seinen .Neben Anden' im Sinne hat, geht «ul einer nnnarffchttgen Aeußernng eine« hochgefxllirn rnsssschen Senalor« hervor, der ste einem Miiarbeiier eine« palnftchen Blattei gegennb« machle. Danach «klitte der Senatoe, daß seihst, wenn »efarmen zugunsten b« juben in« Leben gerufen ««ben sollten, ste nnt allmählich bmchgesührl mnben könnten, E« würbe wohl-noch dabei bleiben muffen, daß die Inden nach «er vor nur in besrimmten Gebieten wohnen dürfen. Eine sensationelle Enthüllnng ab« machte b« russische Ehrenmann über einen zukünftigen Plan b« russischen »egierung. Da, so sagte er, »ach b« Eroberung Galizien«(!) die borttgen Inden, die an die bürg«iiche Gleichberechtigung gemöhni seien, sich Ich«« in die iür die russischen Juden bestehenden An«, nahmenerhäftnisse finden, mithin ein störende« Eiemenl Hilden mürben, soll eine großzügige überseeische Ansmonberang b« nnlizischen Inden mft llnlerftüßnng b« russischen nick der mit dies« verbündeten Negierungen in die Wege geleitet werbe». Da« heißt als»: nachdem die russische »egierung den .lieben Juden' «ft die Freiheit versprachen und sie auf diese Weise geftbert Hai, bekommen sie all Lohn einen Fußtritt und werben bann au« der Heimat ««sagt. Echt russisch! Me rnlsi/che Anden fr« nen den Mermnnbeten ßekken. In der russischen Zettnng .»asiwjei' wirb berichlit: »ahe dem Minskrr Bahnhof sah ich rin paar alle jüdische Kranen, bie einen Stall in der »ihr gemietet hatten. Dort «eilen sie Milch. Wenn die Lerman beten ringebracht «erben, Hallen sie bie Mniotmagen, Tragbahren asm. an nnb bieten die erste Hilfe, die in ihr« Macht steht, bar: heiße Milch. Ich fragte eine dies« Kranen nach den Mitteln, die sie in den Sinnb setzen, diese« Werk aniznführrn, See schien nb« «eine Krage beiriMgl zn sein nnb ontworlrir fhoh: .Mft Unsere» eigenen Mitteln. Iraenbm« anbei*, sagte sie, »erben uns«e Söhne etens» «ynütt.' Alle diese armen Kranen, welche kan« genug hohen, nm seihst zn lebe», «ollen ih«n letzten Pfennig h«. geben, nm ben Durst dies« Berwnnbeien zn stillen. S» ist bemerkenswert, baß ba« alle« Kranen stob, Mütt« von Minik« »eserviften, die in den Krieg gezogen sind. Ali ich diele Kauen ansaß, fülle sich mein Herz mit Stolz: Arme, jüdische Kranen, die Tag und »acht ans ihrem Posten b« Parmhnzigkrii stehen Ern»(«me Nehonbinng der Anden in Klnßkonb, Der Kopenhagen« .Sozialdemokrat- »rrüffenftichl solgriiben Brief an« den Nerhen de« Bunde« jüdisch« Arbeit« in Litnnrn, Polen nnb »uglanb balint Gens, 12. »ovember ibU: Wir bittrn Sie, in Ihrem Blatte folgend« Mitteilung »num zu gewähren, die nni nn« absolut sich«« russisch« Quelle zugegaugen ift: Unl« dem Vorwand, baß Me Inden mit den Denllchen sympathisi«en, behandeln die obersten Autoritäten de« rassischen Heere« in Polen Me borttgen Inden mil b« grüßten Grau, samkrit. Eine große Anzahl Juden find «schossen, gehängt, in« Znchthani geschickt ob« kirpnlich mißhandelt worben. In Lodz und anb«ea Städten haben mllittrische nnb zivile Pogrome ftattgesunben. Die ganze iseaelittsche Pevöikernng in Srobziik, Ekierniewi«, Lamicz, Sochaezow, Gono-Kalwaoic ist binnen rin« Arist non drei bi« »iernnbzwanzig Stunden nnigewiesen nnb ihre Hins« sind geplünben worben. Die Tansenbe von Männern, Kranen, Kindern und Grrise», nni« ihnen nnch Kranke, die so von Han« und-Heim gejagt warben find, haben sich Tuge und Wochen im H«bftregen writeeschleppen müffen. Uniermeg« haben mehrere Krauen gebaren und mehrere Kind« sind gestorben. Hunberttansenb Inden haben In Warschau Zuflucht gesucht. Die gleichen »«zweifelten Zustände h«rschen in dem Teile Galizien«, b« von der rassischen Arm« besetzt ist. Hlnsstsicho AUinAeraien- .ServI»' und.Stampa' «halten vom rassischrä Kriegsschnnpiaß ttnftlose Berichte. ,Dle Bukowina,' so schreibt Luciano Magrrni an« Ezernowiß, ist in eine Tkümmerstätte verwandelt. Die jüdische nnb rumänische Bevölkerung. bi» al* bfterrrichsrenndlich gilt »nb ton ben Raffen systematisch verfolgt wird, ist von mild« Panik erfaßt. Die H«ns« b« Juden «erdrn überall an« rein« Zerstürungiinft angezünbei. In Ezernowiß wurden auch alle Ubreniäben anigeranbl, da die Kosaken sich befand«« gern mit Hören schmücken. Ebenso hauien Me Kosaken in Pole». D« Korrelpondenl b« .Stampa' schreibt: Die Kosaken beginnen Me Zerstlenng mit den Inbenhtnsern, bau» kommen Me Hins« b« Polen, schließ, lich iogar die Hins« van Rnffen nn bie Reihe. 60 mürbe sogar da« Han« eine« Popen nermüstei. Die Knsokenoffiziere sijenien sich nicht, dem Koerespanbenten gegenüb« sich offen zn rühmen, mir sie in beuischen Häusern die »emkell« gepiünberi hätten, nnb wie jeder non ihnen Mt Taschen »all gestohlen« Soibnhren Hab«. »eknngen. Da« Paris« Organ b« rassischen Sozialisten ,S»in«' erhitt ein Telegrnm», baß b« Warschau« Dumaabgeorbnrie Zagielln (Arbeiterpartei), b« al« »es«- vist b« rassischen Arm« angehbrl, in -Me österreichische Gefangenschaft geraten ist. Die Wahl Jogrello« Hai sri»«zrii zn ein« Emslammnng bei Anttsemftiimn« in Polen gesüyii, Ur. 2 da Iagiellv mit Hilfe jüdischer Stimme« gegen d« polnisch, »ationalen Kandidaten gewählt morde. Pie SH* »» I*de» im . Der auf den östlichen Kriegsschauplatz der deutsche« «rrnee e»tse«^ete Spe-ialdenchterstatter des ,Az W 8«dor Adoria» veröff «Nicht ia der DeihnachKuummer de< geaauaten Blatte« mit Senebmigung de< deutschen Se«eralstabe< unter de« Titel Lsdz mit der deutschen rrmee' einen sehr inlereffanten Arüke!, dem wir die folgeudea Stellen entnehme«: .Seit dem KriegSauSdruch wird Lodz von wahre» Uaglück verfolgt. «IS die Deutschen noch t« Suguft das erstemal vorrückten, haden die großen Fadriken die Arbeit eingestellt und die Arbeiter, welche nicht einrücken mußten, wurden brotlos. Da ein großer Teil der Fabrik-befitzer Deutsche waren und voch vor Ausbruch der Frindseiigfrite» fiüchten muhten, hat die Arbeit in den Fabriken aufgehört und die Arbeiter bliebe» ohne Arbeit Die Lage der Stadt muß vordem auch nicht sehr troftvoll gewesen lein. Die Stadt besaß nie eine Selbst Verwaltung, sie hat keinen Magistrat. Zhre 600.000 Einwohner find unorganisiert und leben ohne wirkliche städtische P.-rwaItu,q. Alle», selbst die Kaaalifieruag. geht ihr ab. Die Stadt stand unter der Henichast deS HouverneurS, und der Genbarmerieches war der Herr. Weisungen erhielte» sie immer von Petersburg. Ein Teil der Arbeiter ist sozialistisch gesinnt. e>'n Grund mehr, daß die Regierung ihnen Mißtrauen entgegenbriogt. Eru Drittel der Bevölkerung besteht aus Juden, welche von den polnischen Bewohnern gemieden werden. Die Judeuirage hat hier eine große Bedeutung. Der Raffe verachtet den Jaden, duldet ihn aber neben sich. Besonders in Polen. Mit H:lfe der Juden hält die russtlche Regierung die Polen in der Hand. Den Polen hinwieder gestattet sie, daß fie die Juden tyrannisieren. Sie spielt ede» die einen gegen die anderen aus. Beim ersten Hernnnahen der Deutschen haden die Juden dieselben al« Befreier begrüßt, während die schlauen Polen au« Angst vor russischer Vergeltung sehr zurückhaltend waren. AU die Deutschen zum erstenmal au« der Stadt zogen, haben die Ruffen an den Juden erbarmungslose Rache genommen. Die Denunziationen baden stets die Polen besorgt, teils au« Haß und teils au« Brotneid. Es brachen wahre Schrcckenslage herein. General Trodorowiffch, der russisch« Gouverneur, ent» zog sümtlichen Juden dos Recht de« Teeverkaufes. Bald da» dauf erließ er den Befehl. d«.ß sämtliche Juden innerhalb 24 Stunden die Stakt vmlafflii mi-fflN. w,tl fie zugunsten der Deutschen Spionagedienste gelristel hätten und ihnen behilflich gewesen wären. Diese Verordnung hat der General wohl später widerrufen, legte jeüoch den Juden die Verpflichtung auf die Telegraphmlinie von Lodz bis ftctluatt za bewache» und die gemelnsame Be ran iworiung dafür z» übernehme», daß diese Lelegraphenlinie nicht beschädigt wird. Dan« wurde de» Indern eine besondere Kriegssteuer auferlegt. Groß ist die Zahl der» ttrigtn, welche mtter de» Vorwände, daß fie deutsche Gptzv» seien. Verurteilt und in de« Kerker geworfen wurden. Ein jüdischer junger Mann namea- Culeski wurde gehenkt, weil eia Pole ihn angezeigt hatte, daß er mit einem deutftrn Wachtmeister in einem Kaffcehauie diskuttene. viele find verschwunden, über deren Schicksal man dis heute nichts weiß. Diewnuge, Wochen, weiche die Ruffen in jener Zeit in Lodz vördrachtern. waren eine harte Probe für die Bevölkerung. Die Soldatea plündertern und raubten. Die russische Armee war schlecht verpflegt, weshalb die Geschäfte und selbst die Privalwohaungea gewaltsam geöffnet und alle Lebensmittel fortgeschleppt wurden. Die Preise schnellte« in unglaublicher Weise in die Höhe. Als der zweite Einzug der Deutschen erfolgte, hatten sich die Juden darüber am^meistea gefreut. Sie küßten emaoder auf der- Straße und jeder von ihnen hielt deü Sieg der Deut fchen für den größten Festtag. Alles war aus der Straße, di« Geflüchteten und Verborgenen krochen au« ihren Verstecken hervor, und was fie an Lebensmitteln besaßen, boten fie den Deutscheu a». Bald erlchien jedoch eine Flut von Bettlern auf den Straßen und alle riefen im Chor: .Chleba! Chleba!* Die deutscheu Soldat«» gaben auch hinreichend und teilten da«, wa« fie von den Juden erhielten, mit den hungernden Polen . . . I« allgemeinen hat Lodz von der Belagerung wenig gelitten. Bloß in einer oder zwei Straßen find Spur» trößerer Verwüstungen fichtdar. Biel gelitten hat da« tieNel der Juden, die sogenannte Altstadt, besonderihre Synagogen, am schrecklichsten jedoch wurde der jüdische Friedhof verwüstet. Da die russische Artillerie hinter den Iudeufriedhof Aufstellung genommen hatte, war der größte Teil der deutschen Granaten hierher genchret. Die erhöhte« Grabsteine wurden in Stücke geschlagen, sogar rin großer Teil der Gräber selbst ist vollstüudig aufgewühlt. Die Granate» haben tiefe Löcher gebohrt, uud an vielen Stellen find die Gebeine der auf dem Iudenfnedhof ruhenden Torrn ,uS der Erde sichtbar. Die Toten «iffen hievon nicht viel, aber die Errrgung der Bevölkerung wird durch svühed Anblick nur gesteigert. Jeder fürchtet sich, jeder ist mißtrauisch, niemand wagt ein GOrt zu spreche», und die Juden zittern, »aß die Pole» ste wieder denunziere« werden, daß ste den Deutschest Hilfe geleistet hätten....' S«ebe« arechiMe«:! Sottoa «ncki«ata: Jüdisches Kpiegsgrdenkblatt 40 8«teD Qurtformftt anf KautdnekpapMr fedraekt am Ti Ul* bild „Robm and Ehr«u (FrakoftaiUde?on B*U). laftjüt dM I. G*i«*kbliacr Bit ri PortriU («Calleaer OfBu«re — V«rechb«de*M mit «iosm Portoit cad ivm Te»Uiü1»etoatt»B», — Au jbdie«bea PW«ni — QeiicAU. Ea eiad ZdtdokooMot« ia vthntM Siue dte Wortae aa4 bddM «ia bleibeade« 0-wkia*l ea dem Aot«il der ftr Kaiaar udjfeiarlaad feteilenqq, j, dieeeffi Ueft« gevtrdiftee jtdUeAea Prall Uk. l.SO **££££*£” M. Frühling, Wien I^aratheerg.O