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Jüdische Volkszeitung · 1914-12-24 · 52 (24.12.1914) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
20 (1914)
Issue
52 (24.12.1914)
Date
1914-12-24
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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3 Mf* v»«»rrwm«. Kr. 52 At»iiffe KaGaiea ia »ra nuafüCfca fittxn Det ,>»ericaa Heb,«»' ptH di« Zahl«» der io dko «lirofiäische» Heetea ixfindlichsn Jadem folgeadermafien a«: Raßlaaü *00000, Dentiche« Reich 100000, Lefttitciäi.Uagani 150000, Araokeeich 80000, «aqland 20000, Ilaiiea 5000, Holland 7000, Stigjni 1000, fetbifn 700, Pulflorira 4400, z»s»»»e> 628200- Unt.r deo jtdiichko Scidaie» kefiodei sich eire graße Reihe hoher Osfiziere. — Ratäirlch find da« oor SchLtzooge», die ans Geaaaifikeii keiae» große» Sospruch machen kdooeo. JHr leiodkiche» HlatGchilda. Die ArmüsoNer Spetblioge aehrren hei Freaod »ad Aeiod iehhaftr» loteil. Der Gaha Lord Rothschild« »od die deihea kch«iegersdh»e Boldiariih aod kassoo» find ai« Frrimillige io die englische »rmee eiagerrete». Lamderl Rothschild »ah eine» Znl der Kanteidaiio» t«a Brüssel degahie». Der Wieoer Rothschild schaff» »ad »iiki für da« »fter -uog. rote Kren,, Ara» Rozffka ». »aihschil» getoreae W«rlh«i»ftrio pslegt ia ihrer Heimat Ungar» hie »ogarischeo Saldate», roührend der deiöhmie Pariser Pdilnoiroph L«»»od Rothschu» eire Philippika grge» de» sogeoaoale» deatsche» Mililarümu« ffält uod de» tstcrreichische» Kaiser deo Frei. Herra-Iitel jarächschickt. Grft«77tich-U»-«r». Mater de» Gaten a«a Hprzemaak Leiche liegt »ebe» Leich«, Ungefähr fech« Echriite oo» der khkooer ktelloag eatterat zieht sich der ietzie Krade» »»d daoo uomiitridar oor di» Diahizaa», ka»» dreißig Schrine daoo» «ieder einer. Diese» Krade, mußten sie »oter Hämmerode» tzagelregeo der Kogel, io sürchterlichem Aeaer aradeo .... >» einer knie verrate, Ische»,esle, daß hier Araer gelegt, m»rd«, daneden ei» Blechiops mit Teerefte» am Krande. Und ich stoß« aas drei Leiche», vor denn, eia aosgeschlogeae« Gedeldach liegt. Ich möchie gern lese», was sie io der letzten Mi. »ate ihre« Leteo« gedetet Huden, »der zwei find mir hebräische» Bachfiaden aod da« dritte ist rasfisch . . . Ach hade »och ei» Gebetdach gciooden, ganz vorne »nmitieldar „de, hem Drahtzaaa. loch hier roar der B-teade ein Jade, eia laagbärtigee polnischer Jode, neben ihm eia mächtige« Gedeidach Wie maßte er dieie« schwere, groß« Buch i» der Hand schleppe», »od m» welchem Kemüt ging ,r za» ktorm mit de« Gedeidach i» der Hand» — Uod ich denke dar»», »aß »»ter de» L»»dfiurm»t»,er» aascreiBencidigaig«. armer aach polnische Joden fiod. Sr» Teil der Raaiiichasr jener Aest»»^ welch« sie so heldc»m»,ig ^ge> hie fie defiürmc». de» Raffe» verteidigt hohe», fiod »deraogaitsch«, polnische Jade». Ja jenem. erdiiteNeo hiotige» Kamps, der Kd,per aa Kieper in dem „lerirdische, Kang« der Aestaig grsnhrt Worte, kämpstea Iragdärtig« polniiche Inden gege»ei»a°der. ... Ich detrnchte di« vor mir liegende, »alnilchea Inden „d vergleiche fie i, »edanlcn »nt jeoe, Laadfinembaane»«, mit denea ich in der Aestaa, sprach, »aa k,a» fie ^roicht »»» «iaaader »ater, scheide». Bloß daß mnnche »«» ih»«, raihtrti, find aa» »ie andere» schwarz« Bärte bade». fizer,,mtä Di- H-nptfiatI der Bntowion, «zeroawitz. Hot eine OesnmidenoNernng ooo «8,000 Si»wah»er, »ovo» «2 Pr». ze»t Jade, find. Die I»«e» »a» «zeromaitz stammen meiste», teil« von Pole» and Rnaräoie», »ar eia kleiner Brachteil stammt aal de» Innern R»ßla»d«. Szer»»w,tz ha, »ach ciae lpaonolische Kemeinde. Obwohl di« johiiche Gemeinde «zernowitz nicht besonder« reich ist, besitzt fie manche khnagoge» »ad gnstitoie. Ja verganpeoe, Zeiten war Szernowitz »er 8,tz err.er derähraten hedräischeo Drarkerei. Ariegafioatritatioa »er Iah», ia Gzeraamih. Den Iotrn in Szeraowitz wo,de die anmiiieidare Zahlang einer Kriegekootrrdalion in Hdhe sa» 50,000 Radel» »aserlegt. fn ouaaaiMc /o»s»k ia Pdess» Hai die Rachricht erhalte», daß der SiolriII'aach Rumänien für die nuelän»lichtii Juden acspern ist. Eine >u«nahme »rächt man aar mit lerz. len. Der rumäailchr Konsul ia Odeffa hat da« Paßoificren sür rosfilche Jude», die fich in Haadeisaageiegenhcile» nach Rumänien begidea aollien, eingestellt. Zrqitrrich. von den aak de» Schlachtfelder» gefaKeae» jädischea chifizierra seien genannt i Kommaodanr de« Genie« Leo, 11» a r d «, die Hauptleole IndreD e n n e r h. Laut» R a q o e t, Jul. Veill, R>ne Schwad: Mayer (16. Aaßjäger). fiarqae» ,27«. J»t.> bei Reim« grsalleu, die Leolaanit Snpher vom «8. Iililltrieregiwe», Weil iRtdakl. der .Repobl'qa« fraugais«), rin Sohn te» Kommanhanie, Weillr Gierader g (211. I»-', Borch»r», Ilgierlr.s; Robert M » Tf, >V2. Jut.i Leut», der Artillerie Marcel e ö ß, R o s e a. bau». Roheit Levy.Alear, Rene lascher, IM D re ysa ß, di« L'fijiere kr emieop. I r » n, George» Bloch. Levah «ideast ei», kotzen. Bru» schm ig, H»,fiel ». v. a. Die Zahl der gefallenen Loldare» ist »ußeiordenllich groß. — Ter Idvckat an der ko»r d'Ippel vca Pari«, Leale- »aar der Res.rve, Loui« Heilhr onne r. ter auf dem Aeld« g«. lallen, war eine maikaaie Periöalichkeit »ad Halle fich aa de» Gemeiadeangelegenheite» eifrig beteiligt. Zmiea». Wie der .Petit Paiifitii' ei zählt, zeichnete sich bei der Besetzung der Stadt durch die deutichea Trappen anser Glaudensgrnofi« Aiancsort besoadert au«. Lei »cm sciaen diplomatischen Takt sei e« gelangen, vo, Imien« da« Schicksal »o» Reim« adzawenden. 9** Pberfiteotnnnt » che»ieil«epo Camille Barach Levy, ist sär tic Dauer de« Kriege« zam Obel firn destrdeN Worte». — tk« wurde» .d IV-räre ä« l'nrwer» zrtieN: Der Reierveleat. nant Raeoel, »cm 2 8. Jasaateiie Rrgimeal, ter i» ter Schlacht »»« 25. Ingnst, obwohl veiwoodet. fortsetzle. sei,« Kvmpagaie, deren Offiziere alle getütet oder schwer verwandet waren, energisch z» kommandiere», di« e« ihm ,-laag de» Rest »er «anoschasie» aas eine» sich«,«» Platz z» sährmr, w» auch de» Berwaadete» »ie nütige Hlse geleistet werden ko»»I«. Vom Kriegsschauplatz Brak», ka 24. Btjmkr W4 sächlich »och Raskau. Den Inden wird da« Berlaffea der Le»tn»»t Ltny. nom 25». Insanterle-Re^ment. dem e» gelang — »»geachtet seiner schwere» Wunde» —, unter einem starken Aeaer eine dedenlend« strategisch« Position za nehmen. Ferner erhielte» dieselbe I»«jeicha»og: Irtilerie-Haaplwana Leo Gomdd^afidre«, Reservekapilän Boa« vom State de« VIII Srmee-Korp« Artillerie-Hauptmana »odstau, vo» XIV. Irmee- Korp«, Major George« «vh, Major Bpire, der Irzt Lüoy, ferner Co he», Flugmaschinenleiter, .von einem seltenen Mute, einrm »»veraleichlichen lladernehmaagügeift^, er »aide dann »o »er Marneschlacht nieder geschofien. Leb har (IS. Geniekorp«), der fich desander« während eine« heftigen Artilleriegefechte« »»«gezeichaet ha«: »»geachtet »er Kngeln, die um seinen Kopf saaftea, gelang e« ihm, «ährend schreckliche» Stunden säst alle Berwaadete seiner Kompagnie ia« Sichere za bringen, k o h n (17. Armeeiorp«) war e« gelaagen, fich nach hestige» Kamps, einer Berschanzaug za demtchtigen. — Sie wir vernehme», hatte ter Generalnrkar von O r a » dem Oberrabdiner Veill eine» sehr rührend«» Beileidäbries ftr den Verlust de« Oder, rabdiner« von Lyon, Bloch, der aas dem Echlachlselde gesalle» «ar, gesandt — Die Militär.Medaille erhielte» Blum Picard, Koha-Idreft ».».». — Eimon Girrstborge», ei» Elsässer, kt im froazdfische» Heere 6 Sühne. — M. Bloch-Loroque, Gadftitat de« General-Siaoltanwalt« von Pari«, dient al« Haaptmano im Feld«. Liglaid. Zaf »ach fiaglea», Ei» Stro« vo» Blut und Tränen stießt! Wer hat de« Eiro»e« Laell' erschloffen? Wer hat da» viele Vlal vergoffe»? Wer hrachie über »ns das Weh? — Der Srey! Ei» Stro» von vlut und Träne» stießt! Wer «mb det Ltrv»es Quelle Ichtlehe»? We, läßt das Heil der Tat erfprießen? Wer zieht als Rächer über See, Zu» Vrcy? Ei» Elro» io» Ll»t und Träne» stießt! Stets höher woge» seine Wellen; Laßt »icht de» Atro« z»n» Meer anichvellen! 8us deutsche Helden aber See! Zu« Srey! Ei» Stro« von Vlut und Tränen fließt! Genug ist a,ser Blut -efloffen! Sevng der Träne» hier vergoffe»! Zn England» Herz tragt jetzt da» Weh! A»» ®rn»! _ 8»e»y BatloA. Hege» tu A»de» geht wäm, »Ke das itaiieaische sosial« de»okvotische Vlatt ,8va»1i* berichtet, scharf vor. Eine große Eozabl Jude» ist l, letzter Zeit hingerichtet oder sooft schwer bestraft »orde». >vs den vezirke« SrodzU. Skienewice, korvic; «nd Kalvaria wurde die jüdische Vevölleruag innerhalb 24 Stunde» »»sgewieseu. ihr Desttztu» zerstört. Luch io den von te» Russe» besetzte» Teilen Galizienwird gegen die Z»den in derselbe» Weile vorgegavgen. Pit Kperre der Ava»»1»ei»<»dt». Zn eine« Brief heißt es: .Eiversens ist es ei» Glück, daß «aa die Monopolen gesperrt hat; es gibt keine» Braontvein. Wenn die Russe» jetzt zu» Trocken Härte», wäre» Pogrome an der Tagesordnung, jetzt wo sie keinen dittereu Tropfe» haben geht es still zu*. Die Zwgriffe der russische» Hstreffe gegen die Zvden werden von Tag zu Lage heftiger und räckstLt-loser. Verschiedene halboffiziöse Organe kü»drgev schon jetzt a». daß die Regicruug nach Bee»d«gnng des Krieges btt >»<wandening ter Juden entschieden begünstigen werde. Was die russische» herrschenden Kreise i» diele»?raüe »ater .Vega»stig»ng^ der Kuswaaderung verstehe». ka»n nicht zweifelhaft sei». D.e 8«t»»g des r»ssiiche» Adeto-^iougresse» macht in der Presse den Vorschlag, die Jade» i» der Lrmce aas de» Fromdienst zu eatferac» und sie mit de» Bau von MilitLrbahnr», Ehausseev »ad Brücke» oder dergleichen zu beschäftigen. Das hätte den Vorteil, daß »an öan» »ehr Zude» «»ziehe» könnte, , auch solche, die körperlich nicht so kräftig seren. Aber vo» ' Kämpfe» müßten fie »i'pensieN »rerde», de»» es fei ihnen »icht zu tra»eu. »ed außerde» hätten sämtliche jüdische» .Militär» Ele»ente^. >erzte, Freiwilligen und Soldaten nicht bloß eine» direkte» Solei! an den revol»ti»»Lre» Unruhen gehabt, die io de» Zähre» 1905 und 1906 bei der Armee ausdrachea. sondern dies« Meutereien feie» uuter ihrer Leitu»g aagezettelt worden. BUS a»» der r»ssksche» HUoÜiNAenmg. Svs Llchmina schreibt »an: Thüz (außer) üuler» Schreck Ü ans die Keuches (Kräfte) aasgegangen von die schreckliche Ieloles (Klagen) und Geweine v»n Neine Sinder an feiere Mames. Mensch«» haben gechaleschr (ohnmLchtig) »n me» Hot sei ait gekouvt obmiolern. laufmuarern). Meo har gevumme zwei drei von e Häus. Tares «ü Lähr e, men Hot sei aravfgeb»»de» auf Fuhren, zügebunden van hinren zn etliche Ferd u» men Hot sei nebich asoi aweg ge. fthrt ke» Wilna. W»sse» »»d Ht»Mche Woie». Ein jüdisch^sfikch<r Soldat schreibt: Z» unserer Rotte befinde» fich 2- Znden Vir waren sehr gat »ö» de» rnsfiiche» Soldaten. Die deutschen Kugel» habe« aber »»sere Reihen schütter gemacht and «a» hat uns ersetzt mit Poljaken. Seither hären wir i» einemfort ,Zsid, Afid^. Die Poljaken vergesse» aagefichts des Todes auch »icht a» den >»rssemitism»s. Z» Wartcha» betrügt «ach einer Petertbnrger Meldung holläudsscher Vlätter wie der »Tag* derühtet. die Bevölkern»g höchstens noch Sv000 his 10000 Seele»; es find meist »m die averärmsten, besonders Frauen »vd Kinder ein gezogener Arbeiter. Der Wohlhabende Leck der Vevölkernug ist »ach dem Fall vo» Lodz u»d dem Mmder»»sta»che» eines Zeppelins öder Warfch», am 7. Dezember mied» geflüchtet, n»d zmar Haupt- Brief an» Marsch»». Zn der Stadt ist totaler Geldmangel eiagetreten, der Handel versagt. Die polnischen Zeitungen verbreiteten die Rach, richt. daß die Zude» das Geld nach Deutschland ausgefüha hätten, damit «aa leichter Polen erobern könne. Sie haben als Faktum erzählt, daß seinerzeü ein großvl jüdisches Leiche», begängnis staltgefunden habe; es sei aber überhaupt «iemaod gestorben, sondern die Zudea hätten i« Leichenwagen Gvid au« der Stadt geführt. Solche Heßereie» bewirkten, daß »an keine» Juden unbehelligt durch die Gaffe ließ; i« sächsische» Gattm fanden solche Schläqereie» statt, daß der Gouverneur de» Gatte» «schließen ließ. Warschau ist seht voll mit Soldaten. len hetzen fie mit der Mitteilung auf. daß die Z»den gern sehen würden, wenn Polen aa Deutschland fiele. Mehr brauchten diese nicht. Sie überfallen die Juden, schlage, mrd berauben fie. Als das Manifest erschien, daß die Polen t« Falle eines russischen Siege« die Freiheit erhallen würden, find diese vor Freude natürlich über die Juden hergefallen und haben jeden geprügelt, den fie nur erwischten. In den kleinen Hintergäßchen. wo Juden wohnen, kommen täglich Räubereien und Schlägereien vor. Zn einem Orte neben Warschau, wo fich die Deutsche» anfgehalten haben, hat »an die Zuden beschuldigt, die Deutschen freu»dltch empfangen zu haben. Kosaken haben den Rabbiner herausgeschleppt und geschlagen. Die Rabdiuetta erhielt einen tödliche» Säbelhieb auf den Kopf; auch der Rabbi starb »och zwei Wochen. Schon neun Woche«, daß alle Fabnkea gesperrt find, es ist nicht da ein Groschen zu verdienen. Dazu ist alles teuer geworden. Drot kostet das Pfu»d 6 Kopeken, Salz 7. Zucker 25. eia Pud Kohlen l Rudel, ein Ouatt Petroleum 20, ein Pfund Mehl 10 Kopeken und 5 Rubel rin «.-rez Sattvffel. und ist nicht immer zu haben. Wenn man nichts ißt und t» Finstern fitzt, ist man versorgt. In Lodz oerfuchtcn die Russen ihre erprobte Methode, Me Christen gegen die Iud:n aufzuhetzen. Unter anderem »aßrea die Zeitnagen unter russischem Regiment die Rachricht verbreite*» daß die Deutschen in Czenstochau den Christen den Hektoliter Kohle» zu 1 Rub.'l verkauften, von den Znden jedoch 75 Kop. genommen baden. Brief »»» Mikna. Der berühmte Wilnuer Smdt-Chasan mußte eiarückev. Man hat 30.000 Rubel angeboten, um ih» im Smte zu behalten, cs ging nicht. Die Rcservistea ohne Unterschied der Konfession wurden von dem Geistlichen ms Kloster gefühlt, und knieten dort nieder. In vielen Otten haben sich Fraueu vor dem mit den Rrservisten adgehenden Züge» auf die Schienen geworfen, und eS dauerte Stunden lang, vis man fie wegschuffen konnte. Wilna ist der Zrntralpunkt der Hospitale. Hiehcr bringt »an die meisten Verwundete». Die Freiwrllge» der Rote» Kreuz-Gesellschaft find zumeist jüdische Züazlinge. Brief tu Mt»otU Minsk ist »icht -zu erkeane»^ St» Schauder ergreift »ns. wen» vir die Unmasse von Vittwe». Waisen und Krüppel sehen. Die Stadt ist ei» einziges Spital voller ächzender Solda:en. Jeder Tag bringt ganze Züge mit Verwundeten, vom Brirker bis zu« Sacharower Woksnl (Bahnhof) stehen tausende in Erwartung einen Bruder, Sohn, zu finden etc. Zn unseren Kreisen debattiert man darüber, wessen Cikg erwünscht ist; eln Teil hält bei Deutschland. ZN» Bi«kvstoK. Das Geschäft hat schrecklich paralysttt. Die wGoffundarslveai Banka' ist nach Zarosla» verlegt worben. Privatbanken find gesperrt. Wir befinden uns in der kritischsten Lage. Brief ano Mtostowtoü. ,Sm Rosch-Haschona mußten wir die Geschäfte offen halten, fo lautete der Befehl des Kommandanten. Man ging nicht in die Synagoge, man betete nicht, «aa stand wie am Wochentag im Gefchäfte und verkaufte an Soldaten'. ZnoStauwz schreibt man dem .Borwätts'(Rem Kork). Zch gehe n-ie im Traum herum; ich sehe immer das Bild, wie »an Waggone mit Menschen oollgepackt. die von einer Ohnmacht in die andere fallen . . . Lome Mirer liegt jetzt in Moskauer Spital ohne Hand; seine Mutter besucht« ihn »>d als fie ihn ohne Hand da liegen sah. geriet fie von Sinnen und mußte in- Irrenhaus geführt werden. Samuel Jtze mußte seine Ei« seniadrik sperren uod konnte den Arbeitern keinen Lohn anszahlen. Diele broLca das Fenster ein, schleppten Jtze aufs Feld, um ihn aufzuhänqen Glücklichrnveise fuhr der Geistlich« vorüber, der ihn rettete. Dir Mühte wurde von Militär beschlagtnahmt und das Städtchen stand ohne Mehl da. Der Rabbiner und mehrere Gemeindelührer warfen sich vor dem Offizier aufs Knie und baten die Mühle für einen Tag frei zu geben, was ihnen bewilligt wurde. pc* ferne Erat I» Lazarrth von Tscherkaß starb rin schwer verwuudeler jüdischer Offizier der ungar. Lrmce. Ein rvsfischer, ebenfalls verwundtter Soldat hat ihn. trotz eigener Schmerzen, mit seinem Hemde verbunden, alfie Beide auf de« Schlachtfelde bei Lemberg logen. Das russische rote Kreuz brachte ihm nach Tscherkaß. Zn seiner letzten Sruude bat er den Rabbiaer kommen zu lassen. Er übergab diesem 200 Rubel für Lerwuadeie und ein Telegramm an seine Frau. Er wurde am jüdische» Friedhof zu Ticherkaß degrade». P— Schtächtfetd sei Zr«»ostom. Acht Werst vo» Tra- »ücki begegne ich eruigen Zuden mit Schaufeln und Bretter». Wir find oo» der Kranostower Chewra Kadischa. wir ziehen über die Felder nach jüdischen Gefallenen zu suchen und ihnen .ihr Recht' zu geben. Oefterreichische Jude» stad leicht zu agnoszieren deun fie trage, nahezu alle .Arbakaafot'. zudem trügt jeder ei» Büchlein, wc auch die Konseifioa verzeichnet ift Der Schaden der Kravostower jüdischen Bevölkerung wird ans - Milliouen Rudel geschätzt. Pie Ermm-prüLhe. In Rusfisch-Polrn liefe» bei der Mttirärdehörde Deunozianooe» ei», daß die Eruw-Vrärh« geheft»e Signale für die Deutsche» seien. Die Juden entfernte» der Sicherheit halber aste Eruwstaugen.

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