Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- 50 (11.12.1914)
- Date
- 1914-12-11
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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vr. 60 Zu Chamkah. ZOtfch« vowMm-. »roh«, *■ 11. Pqmtet |»|4. CI* S»i»-rfpröch z«ischr» »«» Lhamckchücht tra wüh«achtrlich1 n) y » *Mwt »». *€»» |WW, -Lld-eiftttcher Mot Cfotomwcatf »er IT. Ar»ee. Vuf he» ganze« (frbamtnb strahlen ungezählte Lichter und künden Hunden Millionen »an Mensche», daß dat Hell ptdorcn sei. Elill und bescheiden brennen danebe» dieChanukalichter. Eie blicke« hinaus durch das Fenster und sehen, wie draußen di, Erde erfüllt ist vom Schein der andere» Lichter. Wir «allen höre«, »ad Ehanukalicht uud Weihelicht zneinander spreche«, wasie einander zu sagen habe». Esprechen die großen Lichter. Heute wnrde geboren da- Licht der Wett. Bor zweitausend Jahren sind wir hinausgezöge« zu der Heidenwelr. ihre Nacht z« erleuchte«. Mau hat da« Licht ist Blut ersticken wolle». Aber wir waren stärker. Und nun leuchten wir säst über de« ganzen Erdenrund. Au hundert MLlionen kommen wir» » Palast und Hütte, und verkünden. daß Gott geboren, daß Liebe und Friede auf die Erbe gekommen. Doch wavermöge! Ihr zu sagen 7 - Die Shanukalichter erwidern: Dir leuchte« nur wenige« Millionen Kuben. Einst, längst, längst vor Euch hat i« fernen Land Gott Menschen erweckt, die an ihn allein glandte», die ^bu^dicnteu durch Recht «nd Liebe, wie der Stammvater >bra» ho». Dan» hat Gott den Mose berufen mir de» zwei fteinerne» Löseln, aus denen nur zehn Sätze geschrieben waren. Kür btrie hat Salomov erneu Tempel gebaut, daß die Lasel» darin liegen. Und hat ein ewige« L.cht entzündet; da« brannte »ab verkündete; Hier ist die Stätte, wo «au nur bete« darf zu de« cinig.etnztgen Gott, dem Gott der zehn Gebote, dem Gott de« Recht- und der Liede. Bon jenen Lichtern stammen wir ad. Heide« kamen, zerstörten dev Denrpel. verlöschten da-Licht. Doch »och siebzig Kahren ward der Tempel wieder erbaut, das Ltchi wieder entzündet. Doch wieder kamen andere Heiden, entweihte« den Tempel, verlöschten wieder da» Licht, verboten bei Todeistrafe, de« einig.einzige, Gott zu diene«, und belohnte« reichlich die, die de« heiborsche« Göttern sich zuwandtea. Den« die Heidengötter waren die Götter der Mehrheit, die Götter de» Staate-. Biele folgten ihnen. Lären alle gefolgt, das Bolk der Juden wäre zugiuode gegangen. Da»n würben vir Lhannkalichter nicht brennen, -der auch Ihr würdet uicht leuchte«, den« Euer Heil kommt von u*f. Euer Heit ist. geboren i« jüdischen Volk, durch de» jüdischen Glaube». Wäre zugrunde gegangen der Juden Volk, des David Geschlecht. dann hätte der nicht geboren werden können, der sich nennt der Anden König. David- Sproß. Doch Juda, der Makkabäer, kam und vertrieb de» Feind. Weihte den Tempel wieder ein; entzündete wieder daheilige Licht. Wenig war o«r «och da vom reine» Oel. Aber acht Tage brannte es. Darum leuchten auch «ir. immer wieder di« I«den erinnernd a» je«« Tag. Ohne Ehauukalichler auch krt»e Deihelichter! Die achße» Lichter sprechen: Eist wahr, von Eure« Achte ist unser eicht au-gegange». Aber wollt Ahr verkennen, daß Ahr nur l« achtet i« kleinen Kret-, wir aber leuchten der halben Menschheit 1 Di«' Ähauukohltchter erwidern: Rein, wir vereinten nicht, wa- Ahr für die Menschheit getan. De» Heiden,' dre nur ihre« Götteru diente», habt Ahr gebracht der Juden Gott, habr sie gelehrt, gleich uns zu deren zum Gott Abraham-, Isaak- »ub Jakobs. Den Heiden habt Ahr gebracht der Juden ewige» Gesetz, die steinernen Tafeln, baß dir Menschheit nicht «ehr fchva»ke. »arecht und was unrecht sei. sondern für ewig Tenne die Grundsätze aller Sittlichkeit. Den Herben habt Ahr gebracht de- Iudeuk-aig- David Psalmen, dre t« Euren Gotte-häusern erklingen. Millionen von Menschen zu nöftea und zu erbauen. An Eurer Bibel stehen die Worte unserer Bibel. die Israel schon um Jahrtausende vor Euch gebetet «nd noch heute al» wichtigste« seiner Gebete betrachtet. Ala man Euren Meister fragte: .Herr was ist -awichtigste da sprach er: .Davornehmste Gebot von allen Gebote» ist da«: Höre Israel, der Herr unser Gott ,st ei« einziger Gott, und Du sollst Gott Deinen Herrn lieben von Deine« ganze« Herzen, von gonzer Seele und von ganzem Gemüt und mit all Dciueu Kräften, und bas andre ist ihm gleich : Du sollst Deinen Nächsten lieben als dich selbst. E< «st kern größere- Gebot beun dieses Da« ist, was die Zuden täglich beten und was sie lese» in den Büchern Mose». Da sprach da- Weihclicht: Denn eso ist. warum leuchtet Ihr noch 7 Was ist der Funke, wenn schon dir Klamme da ist 7 Seht, mit einem Licht zündet man Euch Ehauukalichter au. Den Dieuer ncunt Ihr diese- Licht. Denn seme Ausgabe ist nur, die anderen zu entzünden. Darf dabienende Lrcht nicht verlöschen, wen» e< seine Aufgabe erfüllt har? Die Ehauukalichter stammten auf: Wir dürfen uicht verlösche». Den» ander-ist teuuoch unser Licht, al- Euer Licht. Der Kurte ist von uns au-gegange»; aber er flog rv-Heiden» lond uod suchte sich dort Licht und Leuchter; ander« ist darum das Lickt, das uuerleuchtet, anders leuchret die Klamme. Die zweite Lehre habt Ihr rer» der Heidenwett drürge» können : die GcttrSlttd« und die Menschenliebe. Aber die erste Lehre, den Glauben an dev eiuig.'einzige, Gott konnten die Herden nicht verstehe«. Wir Juden hatten schon »ehr altausend Jahre gelernt, zv glauben an de» einen Gott, de» keine Form und kein Biltni, faßt; hatten gelernt, , jemandem anders zn dienen, nicht Dose, nicht den Propheten, nur Gott allein. Dre Herden ober »er mochten dies nicht zu ersoffen. An fern war ihnen dieser Gott. Näher mußte er ihnen sein, damit fie ihn lieben, damit sie zu ihm beten können. Da ward Euer L'cht anderalunser Licht. So wollt Ahr nicht mit uns feiern 7 sprachen die großen Lichter. Rein «ir könne« enicht. So haßt Ihr uuwohl 7 sprachen die Seihelichter. Aber dre ChanukaUchter erwrderte«: Nein! wir Haffe» Ench nicht. Sohl habe» Eure Bekenner unoft »nt bittere« Haffe verfolgt. Aber darum Haffen »ir Euch nicht; de»« nicht Enre Religion. sondern nur ihre Bekenner habe» »ns Bösegetan. weil st« ihre eigene Religio» nicht versta»den. Vir Haffe» Euch »ichl, weil unsere Religio» uns «dielet, du sollst nicht Nachträge«, du sollst nicht Haffe» in deinem Herze», du sollst Böses mtt Gute« vergelten. Versonnen schwieg dagroße Licht; dann aber stellte e» et»« neue Frage: Aber gleichgültig steht Ihr «ndoch gegenüber? Doch da- Channkahlicht schüttelte sein Klammenhanpt: Sir stad gegen Euch nicht gleichgültig. Seid Ihr doch die lebendigen Zeugen für da-, wa» anr für die ganze Menschheit bedente». Ahr habt ja gesorgt, daß Hunderte Millionen von Menschen wissen und lernen vom Gotte Abraham», Isaak- und Jakob-, Zhr habt »»sere Gebote der halben Menschheit gebracht, durch Euch stnd unsere großen Männer die großen Männer geworben für ungezählte Völker. Moseist auch für fie ein Prophet, unsere Propheten find auch für fie Verkünder der Wahrheit. David ist auch für fie der königlich« Psalmen- .sänger. Unfern Ruhm al» Volk der Bibel, al» Volk der Propheten habt Ahr der Menschheit verkündet. Darum freuen wir uns über Euch, wie wir un» freuen, daß »och eine Weltreligto» viele» Völker» unsere Wahrheit wieder in andere« Gewände verkündet. Vir wollen auch nicht in Euere Häuser kommen, um Euch dort zu verdrängen. Nie haben wir andere bekehren wollen, nur io unseren Hänsern wollen wir leuchte». Wir wolle» nur. daß die Inden uns nicht vergeffeu. Gott wird wisse«, warum er das Volk der Jude» erhält, er wird un» noch zu seine« DeUenplane gebrauchen, zu« Heil für die ganze Menschheit. — Die Lichter schwiegen, und in ihren Flamme» spiegelten fich die Bilder vergangener Zeit«. Klein, aber ruhig und fest stand die Klamme de» Ehanukahlichte», hoch leuchteten die Flammen des Weihnacht-Uchte-. Da flammte dieseplültzlich noch höher und strahlender auf, alob es ein neuer schöner Gedanke dntchzuckte. Uad also sprach da- Weihaachtslicht: So können wir beide leuchten^ ohne einander zu stören, ohne einander zu Haffe» ob« zu beneidcu. Ihr lenchtet de» Juden, wir den Andern. Wir st Heu in Luch die Lichter für daalte, heilige Volk, daden Glauben behalte» soll, wie Mose und di« Propheten e» gelehrt. Doch Ihr achtet in unda- Licht für die Völker, die von den Heide« abstammeu. So wollen wir beide leuchten. Glaube »nd Treue. Kraft und Liede wollen vir in die Herzen unserer Bekenner hineinstrahlen. daß fie wetteifern in Achtung der Menschenrechte und in Menschenliebe. Dan« wird der ewige Gott vom Himmel niederschauen und in beiden Lichtern ferne Lichter erkennen. So grüßten einander die beiden Licktcr, Ehanukalicht und Weihnachtslicht, und wie heller, froher Schein lag e» über der Erde. Lhamlahl Br« Olga ®€Mr. Heiß brannte Ine Jasifouue, überall brüifenbe Hitze — (ein Wölkchen! Nur au Deutschland« politischem Himmel lürmleu sich schmere Vollen höher uub höher, uuheiidrohend, fich immer mehr und mehr znsammenjiehend seit der Mordtat in Srrajewo! So ging brr Juli zu Ende und der Monat 8», damit aber brach die Trauerzeit herein. Längst find bei de» deutsche» Jude», deren Väter schon i» dem groß» deutschen Reich, eine neue Heimat, ein neues Vaterland gesunden haben, die wilden Klage», die dufteren Trauerlieder über die Zeistdrung Jerusalems als Heimatscholle verstummt und haben wehmütigem Gedenken der Zerstärnng des Heiligtums Platz machen müssen, Alljährlich aber mahnt der Tischo-Be-Aw wiederum an die Zeit de« Schmerzes und der Trauer, derrr denkend, die der aitrn Goltcsirhrr untreu gemorden. so aber auch ha« alte, uuerschüüerliche Gotioeriran», den Glauben a» der Väter Lehre verloren haben. Leise klagt Israel immer and immer wieder Über die größer und größer werdrnoe Zahl der Abtrünnig», der Wankenden, und mit ihnen trauerte im Jahre 1914 das gesamte Baterlaad: falsche Freunde und neidische Feinde bedrohten es in Ost uad West, zu Waffer und z« Landei Oesterreich stand schon zum Teil im Felde, zum Teil sammelte es die Reihen tapferer Etreiter, die kawpsesuad todesmutig hinauizogen zum Schutze der teure» Heimat, Tie ersten Vorbote» vou Deutschlands aufgezwungeuem Kamps, von dem brvhenden Weltkrieg mischten fich mit den ersten Kriegsnachrichten «on dort, und immer düsterer türmten fich die Wolken — gar bald solltzn sich die zuckende» Blitze, die rollenden Touuer entladen — »»heilküabeud — Unheil dringend! In gewohnter' Weise ging» der Neinen Gemeinde die Trauertage dahin, die der Sabbath, wie stets, unterbnchea, Sabbathsriebe» bringen sollte. Die Schatte» des Freitagabends lensten fich über dir Stadt; die Geschäfte der jüdischen Ja- Hader wurden geschloffen, »nd man rüsteie zum Tempeigaug. Ader anders wie sonst — Eahhaihsriedeu, Sabbathftimmnng sehtten, denn schon schwirrie» die Kriegsgerüchte immer lauter durch den Ort; Eonderbiätter und Depeschen erregten die Gemüter, und grnppenweise fand fich >U »nd Jung in den Straße», ans den Plätzen zusammen. Hell strahlten die Lichter des Gotteshauses durch die Fenster, »ud die erste» Töne riefe» die Andächtig» zu Gebet uub Demütigung vor dem Herr», Mit den Worten des alten 8iazangsgebeteS': .Wie lieblich find Deine Wohnungen Israel' schien Rohe und Frieden über die Gemeinde zu kommen — fie fühlte» fich in Solle« Schutz geborgen! I» weihevoller gehobener Stimmung klang der Gastesineust au«; gehobene» Mute« »ub gestärkt» Herzens wandte» fich die Beter heimwärts. Aus de» Wege neue Eoaderbläster — da — an bei Ecke» Anschläge — .Deutschland n Kriegszustand I ‘ Heiliger Gott! Da« konulr geschehe» I Die Männer ahnte», ja, mußten nur zu gut, wie bald auch ihnen des Kaiser« Ras «erden, »ie bald sie Hau« «ub Herb, Frau »ub Kind, Eltern und Geschmifter mürben »erlassen muffe», Trübe sehaulen sie vor fich hin; aber bald schwände» Me Furcht, bas Grauen vor dem alle» »»Vermeidlich erscheiueube» Krwg, uub fie sänge» mit ihre» Mltbürgeru sreuMg Me alle» Schutz- und Trutz-, Me liebe» Heimat»- »nd Laterlandslleder. Sie wußte» ja alle nicht, würden fie wiederkehren und «an« »ud wie 1 Rang »ud Stand, Glauben uub Partei schienen autgeiöscht, »ab Me aBerbarmenbe Menschenliebe hatte mit eine» Sehlage Brüderlichkeit und Einigkeit neu erstehen taffen — Hochrufe ans den Kaiser — Hurrarufe mischten sich in ihre Gespräche, und ehrerbietig lauschten alle de« Bürgermeister« Worte», der eben aas de» Platze e,schiene» war, Daheim erwarletea die Gattin, die Kinder den Later, brr sie heule noch inniger als sonst begrüßte und mtt heißer Inbrunst den Segen über fie, den Dank für Wein und Brot sprach, Sabbathsriebe — Sabbathfreube — fie sehtten; schweigend verbrachten fie de» Abend, J uub die wenigen Worte, Me sie fanden, waren den Ereigaiffen des Tage« gewidmet. Der Sabbath, der .schwarze Schah de»' brach o», nah dicht ge» dräng! stand die Gemeinde i» Gotteshaus, Männer uub Frauen sühil» ne» bas vebürfoi«, fich Gvtt anzuvertrauen, erkannte» sei» walte» und erflehten seinen Schutz und Beistand; zurück zu ihm suchte» gar viele den Weg! Des Predigers Rede, der fich des Kaiser« Worte: .Gehet hin nab betet' zu eigen gemacht halte, faad nur zu willige Hbrer. Die Saite» seiner Seele staugen in de» Säuger» Töne« wieder, als er für der Gemeinde Wohl bat, und sein Gebet: .Herr, sende Deinen Frieden in Israel« Wohnungen!' tdnte laut »ad nachhaltig in aller Herzen wieder! Stolz uad freudig, gestärkt durch Gotte« Wort, verließ» sie die Stätte heilitzer Andacht, um daheim den Sabbath ia würdevoller Weise zu begeh», am Abend b» hereiibrecheabea Ttscho-Le-Am zu beginn»; ein inniges Beten uub Fast» sollte deutlich ihre Rückkehr zu Gott besiegeln. , Doch da« Städtchen, die Gemeinde sollten nicht zur Ruhe kommen, Scho» eilten die erst» Militärradsahrer von Haus zu Hau«: .Deutschland machtmobU! Rußland ist der Krieg erklärt!' Regimentsbefehle wurden ausgeteüt; in allen Hänse» rüsteten fich Väter und Sbhue zum Abschied, und ehe »och die Nacht hereinsank, war» ihrer viele schon ia der Kaser»«, auf dem Wege dahin oder zum Bahnhof, eist» zu ihren Regimentern, zur Fahne, zum Schutze für da» geliebte Vaterland, für die lenere Heimat zu kämpf», za Hege» und zu sterbe». Die «elleihartrst» und erprobtesten Männer wie die frischesten, froheste» Jünglinge schämte» fich nicht der Zähren beim letzt» Händedruck ihrer Lied», Ans Wiedersehen! auf viederseh» — ja — wie Gott es will! aus Wiedersehen! so staug es üderall; oder rasch fand fich der alle, srohe Mat wieder eia, und »»» fie kurze Zeit daraus in Schritt und Trist, i> Reih uud Glied marschierten — da schien jrde Trauer — aller Adschledsschmerz vetstogen; frisch und froh sangen die Htnautzleheaden ihre Batetlaudslieder, und manches Hoch und Hurrah mengte sich in den lauten Sang, Immer höher wuchs die Erregung; mehr und «ehr Männer wurden unter die Fahne» versammelt; in ungezählten Schar» zog» fie hinaus, fest zu Kaiser und «eich, ir» und (mir aas de» Herrgott vertrauend, uud fiegsstadi, wie kämpfe«, mutig ging» fie hinaus zum Streit, Immer neue Sonderblätter — neue Depeschen — neue Feinde — Frankreich — England — alle erhob» fich arg» da» deutsche Vaterlaub, uub immer erost.r wurde die Lage, Aber auch schon worden die ersten Eiegesnachitchten gemeldet; »»aufhaltsam wälzt» fich die deutschen Heeresmaffe» vorwärts, Ia beu Jubel über die risteu Erfolge mischte fich aber die rechte Erkeautuis, wie viel des hlißen Kämpfen« uud Ringrus unserer Wacker» draußen noch warteten, ehe un« ein witklicher Sieg bescheret und bas Vaterland befreit werben sollte, and Sieg, ja dm erhofften alle einmütig. Vom Osten kamen gar irüde Knud» »on groulamen Bersolguugen, vou Zerstörung und oou Ber- Wüstung, dann wieder vou Siegen und Ersslg», eia Wechselvolle», unruhige« Sein! In all» Bethäusern und Kirchen oersammelte» sich die Andächtigen, denen fich Me Lau», die wankend Gewordenen zugeselllen; fie alle betet» zu dem Herrn der Belt um Segen für unsere «affen, für unfrre Lätrr und Sühne, für unsere Brüder drauß» im Felde, für UU» selbst, für Genesung derer, die in fernem Land auf hartem Schmerzen«, lager seufzte», für Trost derer, denen die Liebsten gefall», ein Wiedersehen oereitett worden! Es war, als beugte sich Me ganze Belt vor einem Gott, als betet» fie alle in einer Zunge zum L»ker der Geschicke, uud nur ein Wort .Laterlaud' bewegte aller Seel», Welch hohe Wandlung iu kurzer Zeit, durch Furcht und Grauen, Angst und Gorge neu gehör»! Mütter lehn» ihre Kleinen dnen, l»sten die jung» Herz» zu Gott, und gemeinsam deine» fie für b» Later, den bet HimmelSoaier behüten und ihnen gesund wieder heimführ» sollte. Auch der Vorbeier der Gemeinde, ber junge Lehrer, halte dem Ruf zur Fahne folgen uad die Seinen verlass» muffen. Heiße Tränen waren über seine waoge» gerollt, als er sein Weid, sein Tdchterchen und seinen w»ige Monate alten Knadm zum letzte» Male segnNe — würde er fie wiedersehen? Still und traurig halt» fie de» letzten Sabbath derbracht, und auch er gehörte zn den», Me mtt der eiubrech». d» Rächt am Tischo-Be-Aw das Han» »erlaff» mußt». _ <H»eqeb»>, felgt). Li» Lllfnlf für Lirbrr-ab«, r» Lhamckch. Die ziouiftische Vereiuiguua für D»tschla»d oerbffenttich» ei»» Ausruf, tu dem fie um Speud» fite Liedesaad» bittet, die anläßlich des Ehaaukah-Festes an die i« Felde stehmb» jüdischen Soldat» gesoobi werd» soll», deren Abreff» der Zionistischen Bereinigung bekannt find ober aufgegeb» »erb». Einsmber von 3 Mark solle» auch eine Karte mtt ihrer Adresse beilegen, am dadurch »»» b» Empfängern ber Liebesgaben einen besonderen Dank bekomm» zu kbna». Der Gedanke, d» jüdisch» Soldat» anlüßlich des khannkah Feste» doich eine großzügige Aktion Gabens»dang» znkomm» z, lass», «erM»t sicherlich allgemeine Anerkennung »ab ttutw. ftützuug. Alle Korrelponden^n und Geldsendang» And au Her» M. Wohlstnuer, Berltu-Eharlotteudurg, tzkoscherftr. ä z, eicht».