Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- 48 (27.11.1914)
- Date
- 1914-11-27
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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ZStzisch« volkjttt»»-. Vom Kriegsschauplatz. vrerla». de« 21. November |9H- M. 48 S«»rrr«ich-»>-ar». ^f#a«rf4«(ntacst Fdstf Avr»tz«Aer Mitte» 90m Milis un Ho,mt-K«m«aoöo lft S« Jahre all. in Drohobycz geboren. nd«clt als akiivcr Obersts den Adel »rt de« Prädikat .von «tttbc m Monat Mai 1914 zu» Generalmajor ernannt und dient jetzt im Honved-Kommando alt Feldmartchalleutuont. Exzellenz von Kornbaber ist ein Lrnder des langjährigen Bürgermeister« von Loiyslao Moses Isak Kornhaber. Da» Me»e«tzera»a«ee«e»1 hat sehr vielen Offizieren jüdischen Granden» die Beförderung gebracht. Eia überaus großer Teil der zu Reserveoffizier» ernannten Fähnrich« find Iuvcn. Boa aktiven Offizieren können vorläufig nnr einige gei.anut werde», da eine genaue Feststellung der Kofessionsz«- gehörigkeü einige Zeit beausprncht. Ho wurden ernannt zu Oder stte u t n a n re u dieWajoreMor.Heinseld(Jufi.-Reg. 43). Ham.Handor(Insl.-R«g77).zu Oberstabsärzten2.Klaffe ti« Stabsärzte Dr. Katt Ster«, Phrl. Rewezes, Ad. Keitmann, zum Miß »tä r - Ob rrrechuungs rat Rechnungsrat Maxi«, i Ltcrnjchrm (XI. Korps). für hervorragende Leistungen Re» gimenrearzl Dr. Emil Hochmanu znm Hlabearzt (zuget. d. Kvmmand der BalkaustrrrNrnppenj^.Fähorrch Lud». Löwtz z. Leutnant (Ivf.-Reg. 102,. ^etden«»tige»MeLhalte»jLdVche»Mefer»e»sstzierr. Oberst Edcrhart Md.y<ihoss«r v»u Vebropoije. S»snnttrrcregi»ent Nr. 4l sagte am U. Hcpiemder zu seiner Umgebung »ährend brr Schlacht der Lemberg vor dem Laldgefecht: „Ach erstaune über den Mut und die Lodetverachtung der jucijcheu Rrserveosfizi^re und kann «eine Bewuuderung! ub.r diele« heldenmütige Verhalten nicht unterdrücken.*! Artegoßerichterßatte» Roda-Roda berichtet über die „wahrhast bewunderungswürdigen Heldentaten von Soldaten der Diener \ Lruppentörpcr* Roda-Roda schreibt: „Lus besondere Lrr tat fich der Feldwebel Joseph ftainbcrgtrjto* i PionierdatarUont Nr. 2 hervor. D«e Kompagnie bekämpfte a« 1 29. Lugnst nne f'ivdllche Lrtillerie von der Höhe Debowree und hatte dabei vom Feuer des Feinde» zu leiden. Li» fich die Kompagnie bans sommelte. wurde fie au« nne« Walde mit Feuer ' überschüttet. Tadetdcnahmficdder FeldwedelKcuubergermusterhafl. Er setzte sein Leben für ore Kompagnie ein. indem er r« Kugelregen j cu« der eigenen Schwarmlrnie zrr schietzenden Abteilung vor« > l gu.g und fie über die Situation ausklärtt * 2. St. wurde für; brese Heldentat zur allerhöchste» Lu«zeichauug votgeschlageo. Hege« dt« Serbe«. Hauplmaa« Her». Ritter v. Etß.! Kommaueant der 1. Kompagnie de» 14. Sappeurdataillons, 1 cm hossuungsvoller jnoger Osstzier, ist am 16. 10. auf de» »öroUchcu Kriegeschauplatze gefalle». Er war der Sohn de» I G,neral«ajors »lex. Kirrer v. Eytz. de« ehe». Ko»«ao0aaten Le« Bruuuer Laudwrgmks. j Somllippnr t« beka»er1e» Mnzempfk. Nus Przemysl! st cm vom Laudsrurmmachlmerster Franz .Noschkowitz, ge- : schnedencr Feidbrus angelangt. in welche» er schreibt: „Den Iomkippur haben mir hier in der belageneu Festung inmrtttn de» snrchldarea Lonne,» der Kannoaen gefeiert. »« Gorreso^nste konatrn alle jene, »elche an diesem Lage keinen Dleasr hauen, teilvehmen, »ad ohne jeden Z»rscheafaü haben wir, für den d^u Sieg unserer Truppen, für unser Lebe« und für daejenrge unserer Angchöiigc» zu Gott fichend, diesen Heu ligeu Tag gehalten. Noch vie habe ich an einem so erhebenden iGolc«d,easte teügenooimen. In unser. Gebet mischte .sich hie rmd da da« sarchtda.e Krachen der Geschütze. Jede« Hol- >balcn drangen die Trauen au» den Lugen und an» so manchem von un« brach Schluchze, hervor. ' Nicht die Furcht »ernrsachre hie«, sondern Vic bittere Lage und da« Bewußtsein.' daß da« Schicksal uns von unseren Linden in so »eile Ferne.geworfen hat, und »rr nicht unter ihnen sein konnten in unsere« schönen, gillebte» Vaterlandc.* Baftla*6. Andtsche» Aranbenpttegerlnne» hat der Gouverneur von Nowgorod im serm« Gouvernementsogar auch denen, frtc tu den Krankenhäusern und Lazaretten der Semstwover« waltungin arbeiten, den Aufenthatt nicht gestattet. Der Zentral, aucjchuß de« Bunde« der Semstwovenoaltnngen, der hiervon dcnachnchtigt wurde, beschloß, sich in dieser Angelegenheit ans M: liflenum de- Innern zu wenden. Barbarisch« Nß.ndknng der Anden in UnsHsch-Mot-». Der „Pcster Lloyd* brrichtet: Eine systematisch organificrte rvlfische Denunziationsdande in Pole» denunziene bei de« zurückgekehNen russischen Militär die polnischen Zudengemeinden, fie hätten de« drvtichen He. re in de» vorübergehend besetzten Gebieten Lpionenbienste geleistet und auch FlngblLtter gegen da« rusfische Heer verbreitet Derusfische Militär übte die 'chreckltchste Vergeltung. 2» fast allen Städrcn des polnischen OSrttfUt wurde tie jüdische Bevölkerung der Kaub- und Mord, gier des Pödcis ausaesi'serr. Viele jüdische Wohnungen wurden ausgeraudt und zerstört, viele angesehene Juden gehängt und erschlagen. Unermeßliches Elend herrscht in diese» Kreisen. Tauserde flüchten von kleineren Orlen nach Warschau zu Fuß. da der Verkauf. von Fahrkanen an dortige Jude» behördlich untersagt wurde. Den rnisnchen Zeitungen ist strengstens verboir» norden. Uerütcr zu benchten. Rur eine Verne offizielle Kundgebung der russischen Negierung deutet diese Ereignisse an uu. behauptet, dadeutsche Heer habe dir jüdische Bevölkerung zur Dienstleistung gezwungen. Wenn nunmehr Vergeltung ein. trete, sc in (rer av schließlich doe dem sch« Herr verantwortlich. Bnsstttbe Gewattabte t» Paklzte» Lus de« Kr^geprefieauaNier wird gemeirct: Fortgesetzt . werde« neue Gewaltakte der Russe« in den okkupierten Teilen von Galizien bekannt. Ern Ott ist nach der Einnahme ge» plnudett und späterhin flüchtig befeftrgt worden. Hierbei find sämtliche Juden während der jüdischen Festtage, insbesondere am Versöhnungslage. mit Nagaiken (Peitschen) zu Schanzar- ' beiten gezwungen worden. Die Ortschaften Dolino. Krschowice, Romiatow, Eeniawa, Spas und Luhy find von drei Sotnie» Kosaken besetzt worden, die durch zahlreich« Pattouillea di« ganzen ' Gegenden unsicher «achten. Die drei Sotnien leben ausschließlich . von Raub. pie rnsstschen »estien. Der Wabbtner von Z »i t t a u (Mähren), V r. Felix Kanter, überseadet die Abschrift eines Feldpostbriefes ein, den er vor einigen Tagen von einem dem Saattätsdieaste zugeteilte, jüdischen' Soldaten au- Galizien erhalten hatte. Dieser Brief Austriert sehr drastisch die Liebe, die der Zar aller Reußen für feine .lieben Juden* empfindet. Da» Schreiben lautet: „In T. haben die Russen alle Brücken gesprengt: die ganze Stadt ist verbrannt, sogar da- Stroh von den Betten haben die Russen geraubt. Spione habe» den Russen gezeigt. »0 die Juden ihre Waren und ihre armselige Habe versteckt haben. Die Kosaken haben die Waren von der ganzen Stadt auf Wagen verlade» und »eggefühn. sogar die Regale haben fie zerbrochen und damit die Stadt angezündet. Rar die Schornsteine find geblieben. Sech-uodzwanzig Thorarollen find verbrannt; alle Volte-Häuser und die große Synagoge find eiageäschert. Die Inden flüchteten sich nach dem Friedhofe. Die Kosaken zogen die Juden nackt aus. auch die Krauen und Mädchen. Diese wurden von den Russen vergewaltigt. Manche erlitten dabei den Tod. Ein jüdischer Schenker (Gastwin). der seine Krau vor der Entehrung schützen wollte, wurde von den Kosaken in Gegenwart seiner Frau ntedergeschoffen. Hier ist kein Stückchen Brot zu bekommen. Rur was unsere Soldaten der Zivildevölkerung geben, davon lebt fie. Manche Flüchtlinge kommen schon zurück, fie finden aber niedergebrannte Häuser und leere Wände. Das Klagen und Jammern der jüdischen Bevölkerung ist nicht auzohüreo. Die Zeistörung der Stadt geschah am ersten Tage des jüdischen Reujahr-feste» (am 21. September.) Jüdische Ketde» im r»(Aschen Aeere. Jetzt bringen autisemilische Zeitungen in Rußland Erzählungen über die heldendaflen Leistungen jüdischer Loldaten. Damit möchten sie ein Motto für ihre jetzige, nicht ganz an« ttsemitische Richtung geben. So berichte« fie über Heldenhaste Haltung zweier jüdischer Soldaten Perm ikrßk und Lev in (Sohn desLdv. Levin-Dilna). die un./achtel nferem Wnnden. die fie in eine« grausamen Gefecht erhielten, gnvisse Aufträge in schwierigen Umständen ausgeführt hatte«: dafür erhtellen fie den St. Georgs-Orden. So hat General Renneukampf — nach eine« Telegrüm« des Reuter — den jüdischen 20jährigen Soldaten Miller für den St. Georgs.Orden vorgeschlagen wegen seiner Leistungen auf de» ostpreußischeu Schlachtfeld«. Miller war — nach seiner steiwilligen Stellung — in kurzer Zeit zum Unteroffizier in einer Kosakeu-Kompagnie de» Don befördert. Seine erste Leistung war, »0 Gesellschaft eines Kameraden, eine« deutschen Blindautomobil (automobile blinde) eine Falle zu stelle«. Beim ersten Schuß fiel der Ehauffeur: da blieb der Wagen stehen und ein Teil der Insassen wurde getötet, ein Teil gefangen genommen. Da sprang Miller auf da» Automobil und hindurch ging'» — durch dir deutschen Reihen — di» zum ruffischm Ouar tier. Ein anderes Mal — als er fich mit zehn anderen Kosaken in Explorationsdienst befand — wurde ihm der Wetz vom Ouartier abgeschnitten, und dennoch gelang es ihm. fich nnes deutschen Zuge» zu bemächttgen. Einige Zeit nachher kleidete er fich als DeMfcher »m und kam mit den Bauer« der Gegend — die ihn für einen der ihrigen hielten — in Gespräch; da gelang et ihm, von ihnen zu erfahren, wo die Waffen und der Mu- »itiousvorrat verborgen lagen, deren er fich auch sosott bemächtigte. Als fich di« Russe» an Suwalki uähetteu. verveidete fich Miller als Bauer, der einen Heuwagen heimfühtt. Co nähette er sich deu deutschen Reihen, «0 ihm der Armeebefehlshaber inttmierte. bat Heu der Armee ausznliefern. Er gehorchte und hatte unterdessen Zeit, die Reihen durchzumustern und den Russen gute Informationen zu liefern. Anden t» Moke». Die den Juden nicht besonderfreundlich gefinote „Time»* von London behandelt in eine« Arttkel die Eventualität einer Wiederaufrichtuog des Königreichs Polens uach dem Kriege »nd meint, da- Schicksal der zahlreichen Iudeu Polens wäre dann tranrig — und die Juden würden dann massenhaft «ach Amerika auswandern müssen! Die Feindseligkeiten zwischen Jaden und Polen seien zu scharf und ein Ausgleich würde schwer sein. Wenn bis jetzt die gemeinsamen Leiben unter der rusfische« Sutokratie den >utagoui-«uzwischen Juden und Polen einigermaßen beschwichtigen konnten, so ist dieser Antagonismus doch latent und würde i« autonomen Polen heller ausbrechen. Snrafcrid). Jftxi*- Da« «ruc jüdisch« skiaakenhauS in d«r Rue Santerrr ift dkm Ärirgfminiftniom <ut 8«rfüg»ng geftrllt und MOrr SdBunbttrn. Baron Hrinrich von Rothschild hat Irin ikrnnkrnhand in d«r Rn« Ä»r«»ü«t in ein Lnjnrcti snr Bcrwnndrle ll»gr»an0rlt. Dir jüdischen Besitzer der berühmten Aaltcrie Lafojett« haben einen Teil ihrer Bingazine, dl« Alliance Israelite hat ihre großen Bäume in der Rne Autenil mit 120 Betten für Beimnndete eingerichtet, ebenso da» jüdisch« philnntropifche >sgl in der Rn« Sani«. Endlich hnt Herr Srihnr Beii.Picard leinen Pninft non Rne CoOrcelles und seine Besitzungen von Besan;on hem Roten ftrtuj zur Beifügung gestellt. Der Hierrattiner „a Araaireich hat an den Erzbischof von Reim» folgenden Brief gerichtet: .dlonaeignenr! Ich er. fülle die Pflicht im Rnmen de« frnnztfischen Rnbdinnts, unseren rntrüftrien Protest mit dem der ganzen zivilisierten Welt zu vereinen und Such den »nteil. den mir an Eurem großen Unglück nehmen, nnäznbrücken. Die Irrstirnng der skathedrale von Reim«, de« unvergleichlichen Monument» der Religion, der Kunst, der Worischen Deukwürdigfriten, ist ein fluchwürdiger Lchimps auf Bail, nnler aller Vater, und zeugt vom Fehlen jede« rrligidjen und menschlichen Srfühl« bei den Tätern. Erhalten Kie mit nnjere» Beileid den >n«drnck der besonderen Hochachtung. Als red Ltvh. Oberrabbinrr don Frankreich.^ »nm. d. Red. Der sehr berechtigte Protest ist nur an die snlsch« Edreffe gerichtet, der Herr Oberrahhiner hätte sich über die sranzistsch« Heerrsleilung entrüsten sollen, die so kirchenindiich »ar, ans der Kathedrale einen »ilitärischen Beobachtung«. Posten anfzNftelleu, der die Beschießung herausforderle. Dar¬ Aünftansen» Andest Llaniebüigeischnft telnßri lüitrjchrn Staativerban» Dir jüdischen Kch, beschloß, die schulen^ über hat ja unser« Regierung vorsorglich und In berechtigt, Entrüstung den Batiknn unterrichtet. Jm übrigen kann von einer .grrstirnng' gar keine Rede fein. Da« ist eine echt franzdsische Uedertteibnng. ° England. Str chdmir» che«,, »er grotze ,} n»rnfr,nn*v Da, sattsam bekannte Reuterbnrean ardeitet auch mit der ihm eigermü. Wahrheitsliebe in der jüdisch-nmerikanischen Presse. Diese b«, richtet uns Laudon, Sir Edward Grru habe zweimal den Versuch unternommen, ans Rumänien zugunsten der bedrängten Lage der dort lebenden Inden einzuwirken, jedeämnl aber sei ihm Deutschland in den >rm gefallen. Rit dieser Lügenmeldnng will man den amerikanischen Juden sandln die Suaen streuen, um fie, wir e» ja Herr Zwangwill mit solchem Piißeisvlg tut, gegen Dentschlnnd anfzndringen, Brey« plötzlich entdeckte Judenjreundlichkeit kann nur Unkundigen imponieren. Oder ift e« bereit« orrgeffen, daß der englisch« Minister eine jüdijche Deputation, die sein« Hilje für die durch den BeiliSprozeß so gesährdcte Lage der russischen Juden nnrnsen wollte, nicht einmal emplangen half Der Aä»Ig »an Pngkon» hat an Hrrrn Joneh Benja. min von hur erneu eigenhändigen Brief gesandt, in dem er rühmend die Leistungen seiner vier aus dem Kricgdjclde ssh de. findenden Söhne heworhebl, auf die — sagt der Kdnig — der Vater stolz sein kann. Der Kdnig fügt hinzu, daß er di« Lohnlitäi, die viele andere Tausende von Juden de« Reiche« zeigen, hoch zu schätzen wisse, "SfirfeT i« MnknAin«. die noch au-ländisch« haben um ihre Aufnahme in den mchgesuchi. « in der Küsüel. Die Regierung Pariser Alliance Zsraettte Universelle in der Zwirn nicht schließen, sondern als Schulen lokaler Att zu/fiehandeln, da fie seit jeher unter türkischer Aufficht stgpdkn. Kie rnsfifche Megiernn» and der jüdische B«tjchafter. Anläßlich der Kriegserklärung an die Türkei haben die Entcnte-Mächie und ihre Verbündeten ihre diplomatische Vertretung resp. deu Schutz ihrer Staatsbürger dem Nordamerikanischen Botschaftcr in Konstantinop.'l übergeben. Bloß Rußland konnte fich dazu nicht entschließen. E» wäre zu sonderb«, weuu eine Regierung, die Juden schonungslos mordet und plündert, ihre christlichen Staatsbürger unter den Schutz des jüdischen Botschafters. Dir. David Morgenthau, stellen würde. Sie bettaute daher den italienisch«« Botschasicr mit ihrer Vertretung (Dir wollen tifhq- Ehre des H. Morgenthau aunehmen daß er als Jude die BertrMnr^rnsfischer Interessen abgelehat hat. Red.) . "" > Serbie«. - _ Misch. Nisch. die Kriegshauplstadt von 'Scrbicu. i^t jetzt voll von Juden. Fast alle Juden von Belgrad habee sich hierhcr geflüchtet, wo fie in deu jüdische« Schulen, ta der Synagoge und in den anderen Räumtn der Gemeinde Aufnahme fanden. Diese Flüchtlinge, die allen sozialen Klaffen angehören, leben von Wohltätigkeit, da fie in ihrer Flucht alle-, wa) fie besaßen, zurücklafien mußten. Mehr als 1000 Personen lebe« mü 20 Centimes täglich, die die Regierung allen Flüchttingea gibt. 200 jüdische Flüchtlinge wurden nach UeStub geschickt, wo sich ein jung.jüdische- Komitee gebildet hat. um ihnen zu Hilfe zn kommen. Vor einigen Lochen hat fich auch in Risch ein jüdische- Komitee gebildet, an dessen Svitze der Ober-Rabbiner von Serbien. Dr. Alkalay. steht, um den Flüchtlingeu eine menschlichere Hilfe reichen zu können. Das Komitee hat fich mit den Bene-Brith in Konstantiaopel iu Verbiaduug gesetzt, von denen eine erste Hilfe von 2500 Fc. bereits angekommeu I ist. Run ist auch die Türkei in Krieg mit Serbien — und da ist von dorther auch keine Hilfe mehr zu ermatten! Hmtrifa. , fin i<i>,rc<«rak,c amerillanifchee Htnhtziner ,«,«» den Dentsitzentzatz Zur Beurteilung der Llimmnng in Rordamerila mag rin Schreiben beitragen, da« uns dem vor annähernd drei Wochen ftaltgesnndenen .Densschen Tage' in Philadelphia verlrsen wurde, Berfaffer desselben ist der Raddiner Dr. üraudkops. ein hochan . gesehener Mann, der al« der hervorragendste jüdische Kanzel- > redner in den Bereiniglen Slnaten gilt. Der Brirs lautet in > der Hauptsache: Ich kanu nicht begreifen, weshalb da« deutsche Volk, da« ich aus meiner Reise um die Welt nl« eine« der am besten gebildeten, der am besten regierten, der gesetzlicdendsten und der Kunst und Wissenschaft ergebensten fand, nl« Hunnen, brutal« Krjellen, Wilde und Barbaren gebrandmnrk! wird. Ganz nn> begreiflich aber ift e« mir daß in den Bereiniglen Eitnatcn, einem Lande, da« nicht in den europäischen Konflikt hineirrgqogen ift, da« behanptei, strikt nerrttnl zu sein, ein Haß gegen Deutschland fich kund gibt, der an Bitterkeit alle« übertrisft, wa« ich in Densschland nach Ausbruch de« Kriege« gegen die Bblker wahr» nahm, mit denen e« jetzt im Kriege fich befindet. E« ist mir um jo undegreislicher, nl« die deutsche Regierung und da« Bdlk alle Amerikaner, weiche nach der Kriegierklärnng fich in Deutschland besnrrten, in,lieben«würdigftcr und onsmerksnmfter Weise behandelten. Ist ein« derartige ihnraklevifiernug de« deuischen Volk«« vereinbar mit der Führung der Millionen von Lrnten, »eiche an« Deutschland hier herüber gekommen und hier ein« neue Heimat gefunden haben f Ist sie gerechlsertigl eine» Bolke gegenüber, dessen Söhne unter den ersten Anfiedlern,fich befanden, welch« tie erste BidrI druckten, den Ackerbau nn«- breitetea, Jndnftr'e etnsühtten, den ersten Protest gegen Reger- INavere'. erhoben und für die Freiheit nah die Unteilbarkeit der Union Strtwe von Bin» vergossen f Hätte mir. jemand vor drei Monate» erklärt, daß eine solch« Erdltternng gegen da« deutsch« Poll hierzulaade «»glich seia würde, so würde ich ihn für verrück» tzehallen haben. '