Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- 46 (13.11.1914)
- Date
- 1914-11-13
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/6682508-6377558-6450277--0111-4849956- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ZOdilch« voldMmg. Sefdpoftbrtefe. JM« *« fmt M I» Jroliri^. I» Schützengraben, btn 31. 10. 14 Bettttd!guag«stellu»g {MtScrbun. Sehr geehrter Herr RabbinerI Soeben wurde mir »ou meiuem Kompagniechff Herrn Oberleutnant Röhffg eine« Ihrer Andachtsdüchlci» überreicht. Der Besitz eine« solche» hat mich ums« mehr erfreut, »Id ich bi« jetzt mit ei»em eoaazttische» Gesang, buche süilieb nehme» mutzte und e« mich schon befremdet hatte, bah unjne religidse Sach« hier im Felde so wenig vertreten wurde und mich jetzt vom Gegenteile angenehm überzeugen tonale. Ich möchte cs mir deohalb nicht vo,enthalten. Euer Hochwohlgeb. zu dieser willkommenen Gabe eigenhändigst meinen herzl. Dank hierdurch zu id«r»riiteln und «erd« ich diese« Büchlein während der Dauer de« Krieges siet» ali eine» Talisman» bei mir Iragen. Bildet doch der Besitz de« Betreffenden sür jeden jüdische» Krieger ei» gewiffe« religidse« Rückrat. Mit crgeb. Hochachtung Hugo Gtlan au« Essen a. Ruhr, Krankcnlrägcr der 3. Kompagnie krig. Eis. Batt. ne der 8. Ersatz Division sAdfchrift einer Feldpoftkarte, die ich erhielt. Raddincr Dr. Bamderger-Schtnlanke. Beste» Bruß!/ Z» Kalöak ...Es wurde dunkel, und der Sabbat brach an. Mit ganz besonderer Kewonoh betete ich still süi »ich allein, und in meinen Gedaaken sah Ich Euch, meine Lieben, vereint i, der Sadbatstude. Beruhigt sagte ich mei» Rachtgebet, «ich dem empfehlend, in dessen Han» wir. speziell i» dieser Zeit, stehen, ob wir schlafen oder wache». Morgen« hatten wir eine» großen »ufenihast, iu der Rühe waren zwei Züge zusammengeftoßeu, ,nd diese Zeit ber ntzte» die jüd. Soldaten zur >dhalt»»g eine« Gotte»dienfte«, zu d m un« vom Hauptmann und Oderleutnänt di« Erlaub»!« gcgebe» war. Oben an der Chaussee befindet sich ein großer Bauernhof mit schdner Salbung. Dank meiner franzisischeu Ep.ach» kennttiisie gelang et mir, bei dem Bauer zu erreichen, daß wir einen Gottesdienst in seinem Said abhielten. Sir waren 10 bi« 15 Personen, und ich kann Euch sagen, daß e« ei» herrliche« Gefühl war, .mitten im Fttndetland beten zu kdaaen. sim Wrrsihnnugttag« i» Aride Die jüd. Angehörige» de« in Belgien steheade» Landsturmbat tailloni Rürnderg Rr. 6 hatte» durch da« Entgegenkommen de« Bataillondkomandeur« Gelegenheit, am Beffihnung«I»ge einen Bottctdienst in St. Iroud adzuhalte«. Der Kommandant hatte hierfür 1 Zimmer in der Artilleriekaserne zur Verfügung gestellt, «osttbft sich 25 Angehörige de« Bataillon» rinfanden, die teilweise einen Seg von 2—3 Stunden zurücklegte». >1« Boibeter fungierte Kantor Th. Fr ü n k e 1 - Nürnberg, deffe» wunderbare Stimme alle Teilnehmer de« Gottesdienste« entzückte. Zn Anbetracht der »eistigdare» kurzen Zeit wählte F. di« schdnste» Gebete au« »ad trag sie traditionell nach Lewandowsky vor. .Schema Jisroel', die Keduscha, ,O»inu malkenu' »sw. wnrden von de» Betei» »oll tiefer »ndacht mitgesnngea. Zwischen Schachari» und Blusaf hielt Oberleutnant ». £. n, Kvmpagnifführrr David Oberndorser von Nürnberg, Kult»«verwalter eine Ansprache, die mit de» Sorten schloß: »Die isr. Soldaten stehe» mit ihren christliche, Brüdern und Kämeraden draußen im Feld, um de» Baterlande tten bi« in de» Tod zu dienen, wie e« unsere Religion »erlangt. Mdg« der Allmächtige unserer gerechten Sache den Sieg verleihen »nd un« alle in nicht allzu ferner Zeit zn de« unseren zurückkehren taffen.' Mil diesem Wunsche schloß Herr O. seine Rede. Aus die Zuhörer haben diese Sone sowie der G»Ue«dienst eine tiefe und herzeihedend« Wirkung au«geübr. Beiden Herrea wurde von den Kameraden herzlicher Dank gespendet. Ho« JU»M« im Walde Für un« Krieger war nach .den großen Ausrrguvgrn der letzen Woche» eia« Stunde der Erbauu »g gerade zum kedürsni« geworden. Bereitwilligst gestattete »»« unser Kompagnieführer, am Reusahrosesie einen Gotteädienst abzuhallen. Eine größer« Anzahl jüdischer Landwehrmäuner sanken sich in einem Zimmer zu einer kurzen, erhebenden A,dockt zusammen. Ein Frankfurter Lehrer hielt eine Anspicchr, in der rr aus die Betentuug de» Tage» unter ganz besonderer Berücksichtigung der gegenwättigen Verhütt,iffe htnwies. Seine mit Begeisterung »orgelragenen Worte »achten liefen E indruck. Am nächsten Tage sührte un» unser Weg nach der Höhe von . . . (Departement. B.), wo wir acht Tage blieben und Grlegenheit hatte», UN« am veffdhaungtlage wieder zum kurzen Gottetdienste znsammenzufillden Diesmal war e» eia Waldpotteodienft eigener Art. Wir standen am Abhänge eine» Walde«, umgeben vo» hohen Fichten, vom Fnße Höllen wir ba» Plätschern eine« Neinen Bache«, die Sonne sandle ihre Strahl,» durch die Bäum«, »m un« herum aber dröhnte dumpf de, Donner der Geschütze. Ergriffen lauschten wir den Wortrn unsere» Boibeter«. Gerade in de« Augenblick, al» da« Kaddrschgedei gesprochen wurde, fausten über unsere Köpfe vier sriudtiche Granate» hinweg. Wir faßten sie al« Ehrrnlalut für di« gefallenen Kameraden aus. Zn» »er Garnison. . ..Oester» finde» sich ans dem Kasernenhos kleine Rudel Soldaten zusammen, und der scharfsinnig« Beobachter kann er. kennen, daß e« Leute find, die für Miajau tauglich wären. Unsere Glaubeurgencffen stad sowohl bei den abgehenden Truppen wie auch beim Regiment sehr zahlreich. War doch bei der Rektu- Icnverttdignng der Juden die Synagoge zur Hälste mit Rekruten besetzt und die vergangenen Feiertage habe» einem »erschieden« Gesichter al« Glauden«ge»»ffen verraten. Hin und wieder hört man einen bekannte» Pfiff, dem gleich ein halbe« Dutzend Gailingcr antworten, de» Kasernenhof dnrchschwirren, dann kommt e« auch nicht selten vor, daß draußen aus dem Ezerzir,platz der eine de« anderen gut Schabbo« zürnst. So auch heim Effen fragt ister« der eine den anderen .Koscher?', den Soldateaspcck aber, den effen die «enigsien, man schenkt ihn weg. So bilden wir doch auf de» Kasernenhos eine Nein« Ge» meinde. Draußen aber, aus dem Felde der Ehre, da schlage» sich die Inte» so gut wie die anderc». Ser die verlnsilifte» liest, findet nur zu ost aulgesprochene jüdisch« Ramen, aber vielmehr al« wir ahne» »der wisse» sind e« in Wirklichkeit. Ser aber Zm Felde. Bnsku, bn ,r. Uovoder Wf_Ur. 46 die Liste der Ritter vom Eisernen Kren» liest, der kan» sich überzengen, daß e« »nt an Tapferkeit auch nicht fehlt. Sehr zahlreich sind dort di« Ramen unserer Inden zu finden. So will ich hinautziehe», wenn da» Vaterland ruft, al» Int« »nd al« deutscher Soldat, und so wie wir in den Thephillin da« Schema Zsroei auf die Stirne lege», so steht ans der Kokarde unfercr Mütze: .Mit Gott für First und Vaterland.' Zn» de» Aekdpoäöriel eine» Zöreokaxero. (Eine Woche «1» KtteglstetwUttger tu der Front). .. .HätteDir, mein lieber Bruder, »UN gern alle« erzählt, wa« ich da oben erlebte, »nd wa« Dich al« Sardeman» doch ganz besonder« interessieren müßte.. Dir alle Einzelheiten von unserer .Ruffeusäuberung' in Ostpreußen zu schildern ist natürlich unmtgsich. den» da ktnnte ich Bücher schreiben, »so »ur skizziett. — Gleich nachdem wir in Sidminnen, ca. SO dm vor der Grenze unsere Ealou-Viehwagen verlaffe» mußteu, hieß e<: .Lade»! Eichern!' Prttronillen meldtten un«, daß 3 km hinter Sidminnen die erste» gnt verschanzte» Raffen gesehen wnrden. Und richtig scha» nach ■/« stündg Marsch« bekam unsere Spitzenkompagnt« die Feuertaufe. >1» die 4. Komp, aus dem Kampfplatz eischiea, war »ou Ruffe» nicht« mehr zu sehen. Nnnmehr folgte mit 75 Pfd. bepackt auf den schrecklichen, kottgen, aufgeweichten Segen der erste 10'/, ständige Kriegsmaffch bi« nach »nserm ersten Quartier in Rogalleo. In dieser flacht Hab« ich schon einen Nein«» Roman erlebt. Bei diesem anstrengenden, stnndenlangen Nachtmarsch, während dem wir kein« Sekunde Rast machten, um ttwa« effen oder tttnken zu können, war e» ganz natürlich, daß viele vo» un« erschöpft zusammenbrache». So auch mein Kamerad Rogowski stürzte neben mir ohnmächtig in einem Graden. Ich gab ihm rasch den Rest meiner Feldsiasche »nd Pseffermiazp. und wartete bei ihm 2 Std. bi» der Sanitättwagen kam, wo er aufgeladen wurde, ich selber mußte nunmehr mit der großen Bagage weiter marschiere». Weiter ging c« in die finstere, kalte Nacht hinein. Da plötzlich ein Krachen, und der Wage», de» ich begleitete mit samt dem Gepäck, stürzte um; ei» Opfer der schrecklichen Zustände der Wege dort. Während alle anderen Kameraden sich in den Quartieren der wohlverdiente» Ruhe Hingaben, mußte ich mtt 10 Mann am zusammeugedr. Wagen Posten stehen. Während dieser Nacht wurden wir vo» unserer eigenen Patrouille ohne vorherige« Anrufen scharf beschossen. Schleunigst suchten wir Deckung unter« Wagen und entginge» so dem sicheren Tode. Rach dieser Nacht de« Schrecken« kam am Morgen Ablösung, h ging, vielmehr ich kroch, so erschöpft wie ich war, nach R. » dicht vor »nser» Outtieren stürzt da« Pftrd de« Fourageleutnantt in einen Sumpf. Ich sollte da« Pferd mit einige» grab »ebeu mir stehenden Kameraden rette», fiel dabei selbek in de» Morast und ko»nte unr mit Mühe »nd Rot herausgezogen »erd«». Der Lentuant gestatttte mir zwar mtt« llni. form am Btmnkfener zu trockne». Doch kan» hatte ich mich entkleidet n. hatte tt»eu Schluck Kaffee getrunken, al« urplötzlich Alarm geblasen ottrd. 2>/, Armettorp« Raffen hatten sich vor un» in Lyk seftgesetzt. Di« 48. Division rückt vor. Sir bilde» die Resttv«. Ich ktteche zu meine, »affeu, dreckigen Sachen und sott geht r«, ohne zu effcu, ohne geruht zu haben. Ktteg ist Krieg. Rach ca. 24 Inn erreichen wir wodzellen, wo wir al» erste ruhmreiche Saffcatat, einen russischen Flieger ohne Erfolg beschaffe». Am Abend entwickelten wir un» zwischen Wodzelcn und Ekomatzko 3 trm vor Lyck. Roch während wir un« verschaozten, hagelt e« nur so von Geschaffen, da« Zische» der Echrappnell«, da» Platzen der Granaten, da« Psttsen der Znfanlettelngeln vermischt sich zu einem wahnwitzigen Getöse. — Da« Konzert de» Schlachtfeld««. — Sir graben ruhig wttter. Kamerad Berlitz hat plötzlich nur den Stiel sttue« Spaten« in der Hand l Ein Volltreffer hat vor un« ttngffchlagen — der Sand spritzt aus! — ich reibe mir de» Drcck au« den Augen, Gott Lob Arme, Beine alle« da. So schloß der erst« Tag im Gefecht. Wir schliffen im Schützengraben, da« Gesicht auf die Erde gepreßt, de» Ricke» am Kameraden — schliefen, all lägen wir in «ttchen Federbetten und träumst» von Daheim.' Dan» der Morgen, kalt und grau. Wir klappern vor Kälte. Jemand pfeift .Morgenrot'. Alle« stimmt wehmüttg mit tt». »Ruhig, hier wird nicht musiziert und gesungen,' hört man de» Battton de» Feldwebel«. 3 bange Stunden. Dann kam wie eine Erlösung der Bffehl: Die 4. Komp, geht langsam vor 1 Tornister umschnallen! Laden, sicher»! Sprung ans, Marsch, Marsch! Der erste Mau» sällt! Weiler vor! Achtung, Ftankenseuer; Maisch, maffch in Deckung. — Stellung. Da« Feuer schweigt! Rur »ou fern, da ia Lyk, da rollt e< unaufhörlich — Ranchwötkchea sieht man am Horizont; Ein Getöse daß man nicht« mehr htrt, sieht und fühlt. Unser« »Schwere' feuert, schafft »n« Lust. Während differ Zeit, filtriere» wir di« Pfützen vor un». — Der nste Schluck Waffer, welch« Labung! gwtt ganz Mutige schleiche, aus de» Bauche in« nah« «tbenseld und werfen Dtzd. Rüben herüber — unser Mittag-Esseu. So mancher »ou UN» konnte kttae Rüde mehr effen. Die sttndliche Artillerie hat sich »ur zu gut eingeschossen und schlendett Tod in unsere Nttne Deckung, wählend wir untättg daliegea. Ja, — da heißt e« Zähne zusammenbttßen, Zigarttte anrauchen oder Fingernägel poliere». So verging der zwttte Tag. Die andere, reihte» sich ihm würdig an. Noch ttne deine Episode vom 3. Tage im Schützengraben. Ich hatte mft ttnem sehr nette» Kameraden, einem Fahnenjunker Schmidt, Freundschaft geschloffen. Sir hielte» bisher tten zusammen und wichen auch während differ schweren Tage nicht voneinander. Anch an diesem Tage fochten wir Schulter an Schulter. «« ging heiß her. Stoß aus Stoß folgte, di« wir dicht »ar-Lyck standen. Da bffameu wir plötzlich hfftige« Flankenseuer. Die Kugtt» zischten an mttne» Ohren vorbei. Granaten- Splitter flogen herum. Ich sah' nicht» mehr, legte nur immer ruhig au und schoß in« Blau«. Da plötzlich, ich drücke gerade am Abzugsbügtt meiner Flinte, brüllt Schmidt wir wahnsinnsg .Mensch!' und hält mich krampfhaft an der Rechten, vor Schreck knicke Ich zusammen, laffe mttn Gewehr sollen und kalter Schweiß rollt mir de» Ricken herab. Sa« war ba« eben I Bin ich getroffen 1 — ist er gefalle» ttl Schmidt, «a» ist Dir pasfiett? brülle ich in den Donner »er Gffchütze. Der kommt näher heran, zttgt mir sttnen Rockschooß, den eben ttne Kugel durchlöchett hatte. Er selber hatte »ur ttne Brandwunde im Schtttt. Ein cm wttter und der arme Kerl war futsch. Sieh'st Du, mtt. Lieber, da» ist die grau« Nacht de« Schicksal«. Um II Uhr »ottnittagt de«selbe» Tage« heult di« Tromptte zum Sturmangttff. Die 228 er gehe» vor! Wir unterstütze» mit Schnellfeuer! Stattiatitatt I Etttengewehr pstoazt aus 1 Tatatamlamla« I Achtung, fällt da« Gewehr zum Sturm! Maffch maisch! Zum Sturm httßt übeffetzt: Zum Tod! Run da« wiffeu wir alle. Der Bahnhof von Lyck soll genommen werde». Hinter der klttnen Böschung liegen »ie Ruffe» gut in Deckung. Sie habe» unsre Signal wohl »erstanden und versuchen ttne» Gegenbajoaeltangriff. Hinter der Böschung sieht man plötzlich Bajonette blitzen. Man hört ttn wilde« Schreien, da« unserem .Hurra' glttchkomme» soll, aber .echtrusfisch' klingt. Auf dem Echlmenstrang kam et zu einem entsetzlich blutigen Treffen. Dir in Worten auszndrücken, wa« man in solch ttne« Moment empfindet, vermag ich nicht. Jede« menschlich« Gefühl erstirbt, man schießt, sticht blindling« drauf M — et tß al« ob der Arm, der zum Todesstoß in de« Gegner« Brust au«holt, von einer Maschine gelenkt wird. Ganze 2 Minuten dauerte dieser blutige Zusammenstoß und 2000 vefftümmcltt Tote bedecken die Schiene». Wir nehmen 800 Ruffe», 3 Maschinengewehre, viel Munitton. Der Rest de« Fttnde« flieht auf Lyck zu. Die 228er nehmen die Leffolgung aus! Während wir al« Sieger, in da« einst so schöne Städtchen einuiaffchterea, haben unsere braven Kameraden vo» den 228 er die mit wahrer Tode«veffpottung bravuriö« gekämpft haben, die Rnffen bi« Piffaaitzcn zurückgeooffen. Dort endlich wird da» .Ganz« Halt' geblasen, .Etaatazii', der klägliche To» der Tromptte, di« zum Sammeln bläst, schallt mir in die Ohren «ie da« Wimmern und Stöhnen der verwundeten. Die arme 8. Komp.! Roch nicht 50 Manu finden sich ,dttm Hornistr« ttn, der ttne hinkt, der ttne kffecht heran. So ttn Htuslttn!- Wo sind die anderen f? t — Die 3. Komp, durchsucht di« Häuser, wir sehen un« die Stadt an. Da« heiß«, wa» von dieser noch übrig blieb: Die Straßen find bedeckt mit »itte» tote» Russen, mit Helmen, Mützen, Tornister, lluiformftöcke, zerbrochene Wagen, Beschütze, Möbelstücke alle« bildet ein wilde« Quodlibet, dott lehnt ttn verwundeter an ttner zerbrochene» Achse, dort zwischen Möbelstücken, wieder zeffetzte Arme; — alle« in der Stadt ist geplündett, leere Kaufläden, zeffchoffeae Häuser. Ei» Bild de« Grauen», der Bcrwüftung! — Auf dem großen Marktplatz werden die B.-wehre zusammengesetzt, die Tornister abgelegt, Koppel abgeschnallt. Die Feldlache» kommen im Trab Herangffahren. Aber immer noch nicht kam die effehute Ruhe. Unsere braven Kameraden vo» der 3. K. hatten btt ihrem Httßhuagcr und so kaputt wie sie waren, die Häuser nicht gründsich genug adgffncht. Sie sollen für diffe» Leichtsinn furchtbar bestraft werden. Den» in de» Häuser» hittten sich »ach Vitt Taust»» Xaßm versteckt. — Sir bereiten »,« gerate da» erste, «arme Effen nach 4 Tage» — da blitzt e« plötzlich, al« zieh« Gewitter ans, an« allen Fenstern, au» jeder Dachluck«. Die Raffen hatte» sehr geschickt diesen Uebeffall oorbereitet. Sir alle waren vor Schreck «ie gelähmt. Ei, Maschinengewehr ans dem Turme der kathvlisch» Kirche streute Tod in unsere Rtthen. — Nnn hieß ei so schnell wie möglich rau« an« dem Inneren der Stadt. Sir ließe» alle« im Stich, alle« lief wild durcheinander. Meldereiter und Radler sanfte» zum Stab« von dort zur Artilleriestellung. Unsere brave .Schwere' war unsere Rettung. Eine Stund« später war Lyk tt» rauchender Trümmerhaufen, der unttt sich die feigen Meuchelmörder begrub. Ru» mcia 1. Bruder, willst du auch erfahre» wie und wo ich ttgentlich verwundet wurde. Ja, mein Lieber, da« wttß ich wirklich selber nicht. Plötzlich sagt Kam. A. hinter mir: .Bensch, D» blattest ja'! Ich frage wo, und er sagt mir in seinem drastischen Jargon: .hinten an der Frische, zieh der ock Dein« Quadratlatschen au«'. Da« tat ich uud humpelte so gut, wie et noch ging, znr 1. Berbandtstation; von wo au« ich, nach Anlegung ttne« Rotverbande», nach Lazarttt Rastendurg abgeschoben wurde. Da traf ich auch . . . Mu«kc«ter Benisch 4/229. verw. 18/X.14 b/Lyk. V«r $tldra»fntr. Leipzig, 25. Olt. Herr Rabbiner Dr. Reiuhal) Levi», zwttter Rabbiner der hiesigen J«rattitischen Reliziontzeuieinde. ist zum Feldradbtner sür die Kdnigl. Sächsische Armee ernannt worden uud geht demnächst in« Feld. Ariegostizze an» de« Hlle» Der .Schiff. Ztg.' wird geschtteben: E« war am 9. Oktober, ttnem recht trüben, naßkalte» Herbsttage, al» wir von 8., einem Neinen Städtchen in Russisch- Polen, mit dem Stahe unserer Division unseren Ritt nach Norden teufte», »m da« Stabsquartier in ttnem klttnen Ort« nahe der Weichsel auszuschlagen, I» L. hatte e« böse ausgesehen, sei» jüdische« viertel hatten die Kosaken vor etwa vier Wochen in Brand gesteckt, und vor wenigen Tagen hatte da» Artilleriffener unsere« ... Armeekorps im Anschluß au tt» Gefecht den Ort säst vollkommen vernichttt. Hin gelungener Akrttch ttne» bent/che» Felegraptzenöeamte» an» Sa»«« Da« Wölfische Bureau »eldtt: I» norm Brief au de» Staat«sffrctär de« Rttch«kolonialamte<, Doktor Solsf httßt e« über die Besetzung »ou Samoa: Die hiesige» Amerikaner sind voll Begeisterung darüber, daß der Lttter der denffchen Funkenstatio» in Apia im letzten Augenblick den Apparat uubrauchbar machte und die Enzltnder »»«lachte, all sie ihm 100.000 Mark boten, wen» er de» Apparat wieder ia Ordnung brächte. Roch «ehr aber hat er den Leuten in« Gesicht gttacht, alt sie ihm mtt de» Effchießea gedroht hatten. Der wackere Deutsche, ei» Angestellter der deutschen Südseegffellschaft sür drahtlose Telearaphie, namen« Hiffch, ist schließlich »»» den Engländer» an« Samoa weggeführt worden.