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Jüdische Volkszeitung · 1914-10-02 · 40 (2.10.1914) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
20 (1914)
Issue
40 (2.10.1914)
Date
1914-10-02
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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3tttfdK volkjrttog. Bxeslauer Lokal-Anzeiger. vrerla». de» r. Oktoder systz. Dn Hnr Htnpräftdent ersucht niri um folgende Be> kannlgabS: Pa» Pannaksiamm»»»» XXV. Sitfcrprforp^ i» Posen hat »>r «itgttttlt, daß sir leine Truppe», die in Schlesien und Posen stehe», eine größere Anzahl von Ferngläsern und Re. Mlvern gebraucht würbe. Da« Grnnallommondo diltet. ,!>m solche möglichst bald au« hiesigen Sammelst: llen zu üdenveiiea. Sawnt wir bekannt Ist. haben einzelne hiesige Zeitungen Ferngläser »nd Revolver sür die Truppen gesammelt. Ich ft.lle Ihnen deshalb ergebenst anheim, etwaige Bestände, die nicht bereits für andere Truppenteile benötigt werden, dem vden genannten Generalkommando direkt zu überweisen. Die nähere Bezeichnung bei Posener Korps bei etwaig,» Berissentlichuuze» ist nach den allgemeinen Borschristen nicht statthast. 3tl)n Laar in druischrr Sefangrnschast. Erlebnisse de« tttiänneMer Raddinert Z l r l s s o a in i. uischtanb. Unter vorstehendem Titel lesen wie in einer kodzcr Zeitung einen Bericht, de» wir zunächst in der Uebeitragnng aus dem .Jiddisch' wörtlich wiedergeden: .Der Krschinewer Rodbirer Zttlsson wollte, ol« Deutichlanö Rußland de» Krieg erllärt hatte, über Bnsian. Köl sch. Warschau nach Hause zurückkehrcn. Al« er und noch einige Personen au die Lialion« Kaffe in Breilau aus dem Bahnhofe tarnen, 1 m die Bellcio nach Kalisch zu lösen, sahen sie, wie der Kassierer ein Zeichen gab. Bald erschien ei» Polizist und erklärte: .Ihr seid arreftiert'! Im selben Moment wurden aus drm Bahnhofe noch viele russische Untertanen sestgenommen, wie der Vorsitzende der Krcmrulschuger Ziviloerwaltuag W. L. Bugatschewiki. Prosrffor Lhlapoweki. der polnische Geigenkünitler Barzewit'ch und rili de jüdische Familie». Eie alle wurden in da« Gesängni» der Breilauer Festung adgcsährt. Aus dem Hose bei Ge'Lnaniffrs waudle sich einer der Gesangenen. Herr Tabkow. an den Direktoi mit der Bille, ihn nicht in ein besondere« Zimmer zu sehen. Der Direktor aber wurde wütend und schrie: .In den Karzer'. Wan halle die russisch« Einteilung der Kammern gcwäh». Den Rabbiner und »och ll Personen brachte man In einer Kammer nnnr, in rer nur sechi Schlafstelle» vorhanden waren. Der Geläugrriidirellor erklärte, daß das Gesängni« übersüllt sei. ei seien schon mehr ali 3000 Rüsten darin. In die Kammer de« Rabbiners und der oben erwähnten Personen kanr daraus der Lb.ranffeher und »ahm ihnen Zigaretten und Errerchhölzer ab. Und nrrn begann ein richtige« Gesängnislcde». Um 5 Uhr mußten sie ausstchen; dann gab Man ih rn schwarze» Kaffee ohne Zucker und ei» Srückttcn Brot. Bon 8—12 Uhr konnten sie im Gesängniihose srei hcrumgehen. Zu Mittag um I Uhr gab es Karioff.I- oder Erbsensuppe ohne Fleisch. Dann wurde» sie wieder dis 1 Uhr in de» Hol hin. anügesübn. Um 1 Uhr gab man ihnen eine weiße -rippe mit Kleister *), die keiner essen ucSlc. Um 6 Uhr Adends bekamen sie Koste« «ob Schwarzbrot und bald danach wurde die Tür bis i Uhr früh geschloffen. Vom i. Tage ab wurde die Bewachung weniger strrng gchandhobl. Besonders schlech, ist ei einem Inden ergungeri. der an Magenkr.b» litt »nd deshalb nicht« effeu konnte. Die Gelarlgcnen vcilanaleu deswegen, man solle für ihn eine» Arzt holen laffra. Der Arzt wurde ge. ruse»; er soh den Krai krn on. und sagle dann, daß er ihm nicht Helsen könne, da man alle Medikamente aus den Krieg«, scharrpiaß mitgenommen habe. Am 7. Tage hat man etwa 300 Marn ausgesucht und sie au« dem Gefängnis besreit; dann hat man sie unter militärischer Bedttkung durch die Stadt gesührr, in den Gaffen haben die Dcutichcn sie beschimpft und geschlagen, dann Hai man sie znrückgesnhrt und ihnen gesagl, daß seht kein Zug abgingc; e« hal sich heranigeftellt. daß die Gestngnii-Bcamlcn sich über sie lustig Macher, wollten. (?! Red.) Man har sie iri Gesängni» zurückgesührl. Am 10. Tage ist ein Offizier gekommen, und der Rabbrner, der Professor, drr Gutidesiher Bogdschrweki und Barzewrisch wurden besteit. Man besohl ihnen bald nach Kalisch zu sah«». AI« sie in Kalisch angekommen, befahl ihnen der deutsche Kommandant, nach Ostrowo jnrückznsahrr», und der Ostrowoer Kommandant schickte sie wieder »ach Breilau zurück. Wieder in Brrilau angrkommen, rrsnhrerr sie. daß man alle Rüsten anstrerbi, um beim Graben der Wälle um die Ltadl zu hrlsen Pidtziich sahen sie auf dem Bahnhof cinen Gülerzug mit 700 Raffe», man sagte ihnen, daß man de» Zug nach Rußland adschicke. Alle spränge» dann in den Zug hrnrin. Am «. August kamrn sie an dir Grenze. Pom Städtchen Wilhrlmvbos (Wilheiorsbrück! Red.) find sie uns Wagen gcsahrcn di« skinuiewl«'. Sowell der Bericht der russlichen Zeitung. Wir kdnnen denselben nicht unwidersprochen in die Well gehen taffen. An«- gerechnet der Kischinrwrr Rabbiner dctlagt sich über schlechte Behandln»- tu Deutschland. Drr Mann schrint rntschieden an Gedächtnisschwäche zu leide». E« liegt na« fern, sein Gedächtnis zu schätsen und ihm die Tage de« Pogroms in Erinnerung zu rnsrn. Da« besorgt i, dtrser Rr. rrurr seiner Landsleut <8gl. Art. .Geständnis eine« Raffen"). Uni ersaßt ein körperliche« Unbehagen und ticser, stlliicher Ekel, wenn wir an die männermoidenden nnd sraueuschändendcn Bestien von Kisrhinew zu denke» gezwungen werde». Hat da« der Rabdiner »on Kischioew in Deutschland vergeffeu, wohin er flüchlcle zur Wiederherstellung seiner Gesundheit, ein Wohlwollen, dai seinen .lieben Juden' der gütige Ezar au« dem Hause Romanow »icht gestoliet. Sollte die strundlichr Behandlung in einem dentschen Bade de» Raffe» so schnell verwöhnt hüben, daß er von dem Kriegilän» ansgcschreckt. die Schutzmaßregel», die unsere Behörde im eigensten Jnlereste drr Landesairaehdrtgeri treffen mußte, schon als eine arge Belöstiguug empfand, die gegenüber den Mißhandlungen drr Dentschen tu Rußland, de» Schädigungen an Leib »nd Lebr» — man deute nur an die fluchwürdige Tat ja der deutsch«, Botschaft zu Petersburg — al» eine humane, durch die schwnste Rot de« Kriege« durchaus -eboteue und selbstverständlich« Maßregel erscheint. Die Herren wurde» ja auch nur tu EchußhasI genommen, zum Schutze ihrer eigenen, weite» Persa»; wie notwendig die Schutzmaßregel war, | ») «nnemt tu »otzl «letzy-ppe. Ae» de» eist ja der Erzöhler selber mit seinen Watte». Ratürttch Sa an« mit Wiener Bettstelle» hat da« Gesängni« nicht. Im Uel ttger, genoffen dt« Herren Rüsten den Tag über die Kreidei! in sttscher Luft »oll und ganz, ein äolc» tar »iont«! Tttsäö sich find ja nur die Raffen sestgenommen worden, die in ihr grltedte« .Vaterland' sofott zurückreilen wallte». Die zahl. rci< itn Russe», die hier in Haie« »nd Prioatqunttieren adstir ren, blicdrn unbehelligt. Alle«, wa< der Bnichstrftatter son i erzählt, erscheint ziemlich harmlos, wenn man da« Miß. tta ren de« seindliche» Ausländers dabei derücksichtigt. Gia« aber ver niffen wir bei aller Redseligkett de» Erzähler«. Kaum hatte sich in uasercr Gemeinde da» »erüchi verbic lrt, daß au« de» Bädern zurücklehrende polnische Inden ln . ai Klerschkaun Gesängni« eingellesett seren, al« eine nmsoffend« rituelle Fürsorge oo» pttvater Seite ernseßte. Man weiß ja, daß gerade die polnischen Glanben«genoffen großen Wett au' rituelle Kost legen. El bildete sich, wie s. A dettchtet, h.e' unter dem Borfftzr dt« Herr» Justizrat« Hirschderg ein Ko nitre, da« sich der rituellen vniiftigung der in Sch rtzhast des ndlichen Glanbeuögeuoffen widmete, daneben suchte eine freie Bk einiguug junger Kauffente uorrr Leitung de« Herrn Marti» Fr odlacndrr die ankommenden Glaubensgenoffcn vor rtwalgen k!u«ichreiiu»gen de« Sttaßenpddel« zu schützen. Dir polnische J t rchl wußte, wenn diel« Leute lu größerer Anzahl sich zeigte». A. srhcu erregen und bei der groben Erbitterung, die in de» ers e„ Augusttage» hier wie überall gkgeu da« UN« tu den Krieg tre benbe Rußland nnd den heuchlerischen Ezareu herrschte, j» irgendwelchen Exceffen sühren. Wer sich noch jener Tage nin, crt, in drae,, die erhitzte Phantasie üderall Spione und, wie dir Zustände in Ostpreußen nnd Galizien setzt zeigen, »iellttchl nie >t mit Unrecht witterte, in jenen Tagen der Spione» Rrechnei ge! drte ein hoher Mut, et» sittlicher Ernst duz», sich der Russe» üb rhaupi anzunehmen, ohne sich irgendwelchen Uuaanehmlrch. lei en auSznsetzen. Al« «Ir damal» die Absicht hatten, Sder dirsrn Zweig der Kttegs-Fürsorge näher zu berichten und UN« an geeigneter Siele näher darüber zu rrirtnirchleri suchten, w: rden wir van hochangeseheuer Sette dttngend getreten, die« zu unierlaffe», unter allen Umständen oder keine Rome» zu ne inen. Man sürchtetc für dir Sicherheit der Person, »an fü chtcte für da» Lehm der Gefangenen seid«, man ließ Verla lieo, man ttskicre, daß der Pdbel da« Gefängnis stürmen kü rnte. La sah ü damals an». Inzwischen Halm, sich ja die äe gsttichen Gemüter beruhigt. Beruhigend haben var Alle« di weilen Anordnnngen unserer obechen Milttärbehdrde gewirkt. E« muß einen Ursen Eindruck machen, wenn »on dieser « ite auch den Kttegigefaugeucn eine humane Behandlung zu« lei! wird und auch die Befriedigung der rellgldsen Bedürfuiffc ar rrkannl' nnd gesdrdett wird. Heute braucht sich nicmaud zu ve stecken, wcun er seiue berechlrgte Fllrsargr auch den wehrlosen G sangeuen zutttl werde» läßt. Im Gegenleil, er legt dadurch ei: bcrcdtc» Zeugin« ab für den Saß ,Deutschland in d: r Kultur allzeit voran.'. Dawgl« Uder war (* ei« ® fahr, für Krieg«grsan«ne zu sorgen. Um s« höher war e« rir zuschätzen. wenn lnidesonderr unsere Frauen da« müheooll« O >ser brachten, und sür die in Klttschka» internictten Persauen tä slich da« rttullle Miliagrffeu au» dem Kranken- und vpetsehl use hsuauibesorgte». Da« geschah schau I» den erste» Augustla >en »umittelbar »ach der KriegierNärung und dem Eintreffen de: ersten Gäste in Klettchkau. Bon dieser ttlnelleu Kost höre» »Ir in dem Bettchte de« H rru von Krschtne« kein Eierbeuiwtrlchen. Rach seiner Srzä ilung ist er >0 Tage draußen gewesrn, darauf zwischen B cslan und Kalisch herumgepeudelt und am 17. August (»ach ui i. Datum) nach der Greaze eudglltlg abgelegel«. Er ist dan, ch, wenn wir noch 2 Tage ans den >»«flug nach und »on K ritsch rechnen, etwa um ö. August zu Gaste iu Klelschkau einar troffen nnd dott b!« zum 15. verblieben. Während dieser g i! ist die nluelle Kost »ach Kleischlau täglich Beliefert worden, ui d zrveisellv« hat sie auch der Herr Rabbiner von Kischnrew a: nassen. Bon dieser schweigt er in seinem Bettcht au die ri dzer Zerlung, er erzählt uu« nur vo» Karloffrlsuppe, Srbsensnppe und der merkwürdigen Klttftersuppe, die de« Gaumen t» r Raffen nicht mundete. Schwarze» Kaffee, sogar ohue Zucker h< I er bekommen. Du lieber Gott, ich, und zahlreich« andere Peuschen wohl auch, habe in meinem ganzen Leben keine» Z rcker zum Kaffee genommen, »der die tttuele Kost verschweigt er Du« ist recht dezeichnend für de» Ehurakree de« Raffe» u td seine Wahrheitsliebe. „Den Dank, Dame" — oder mit er i sprechend er Bariativn — „mein Herr, begehren wir — nicht". Usrd unsere Damen uad Herren, welche diesen deionder« «ühed gesahrvolle» Zweig der Knegisürsorge erwählt hatten, wsrdeu nicht im Eutfernleste» daraus gerechnet haben. Sie den sich Gotteslohn verdient »nd tragen da« Bewußlsttu data ihre« gütigen Herze». Da« lst da« ttnzlg Ersreultch«, I dem wir Abschied nehmen von dem hdchft unersteulrchen Nichte de« Ruffen. Krieg iM Lheat«. Simha, der 24. September 1914 Dn unirt dem 22. September tu hiesige» Blätter» »erö entlichte Protest gegen die Wiedereröffnung der hiesige» ll ühaen hat keine ttngehendere Abweisung zu beanspruche» al« d k, welch« ihm sogleich bei seine» Erscheine» -»teil «nrd«. Z mmnhi» regt er in dankentwetter Weise ZN einer Prüfung d rjenigen Gefichttpunke an, »nter welchen da« Borgehen der T heaterleitnnge» z» rechtfertige» ist, — Die Wiederertffmrng, so meint der anonyme Einsendn, s<! erfolgt .angedlich um die drotto» gewordenen Künstln »nd Dusiker »der Waffn >» hall«»'. Angebitch: denn tm Ernst krn» n auch nicht denke», daß maßgebend« Persönlichkeit«» si h von dn Absicht hätte» leite, lassen, denttche Bühne»»»« g hörige, .io» daun ei» großa Teil »ich gar nicht einmal 9 eichtwenisih« sind», Mt wirtschaftlicher» Untergang ö» öe- »ghrnr. Den» nattttlchr Antländn z» er,ähre, obliegt,»« »cht. AuölLndak Wen» man »an tstnretchffchen Staatian» g chtrtge» »bsieht, die gnade jetzt all ,A»«lL»dn' znrückza. s tze» da «lnsender mahl »ach nicht empfehlen möchte: An Atffn ist t» Wahrheit «rschwrndnrHiein kau, nur dann de- Irächttich erscheine«, wenn man «ährt, da« Persanat eine« Th«, ain« setzte sich nur an« jene» zasammea, deee» Kam«» ans dem Thenlnzettel 1» lesen siad. J» der Lat, mit wegwn» send« Gebärd« speicht jenn von einn.Handvoll Künstln »nd Mufitn'. Sängn, Schaulptein, Orchester, Etzar, Balltt, Mater, Schneid«, Fnftnre, Bthrrenarderier, Elektriker, G»rderodenPasonal uad all die andnu, von deren auonyme» wirke» Ht Publikum so wenig za wissen pflegt: all diese znsammen, M, denen soft jeder «neu Hantstand zu erhallen, sür da« Wohl nrrn Familie zu sorgen hat — all« zusammen nur «In« Handooll Menschen, um die eS nicht ichade wäre? Wen» wirftich all« deutschen Bahnen, die heute noch, u»I» Schmierlgkette, und «st Opfern, ihren Bstried ausrecht halte» — und ihrer sind west mehr, al» der Einsendn z»gebe» will — wenn sie alle seine» gewiffenhasl nwagene» Rai befolgten »n« .Schluß machten': ich giaud«, die Zahl «ittschaftlrch Bn- »Ichtttn, dem Elend Prttsgegedcner würde so erschreckend groß lein, daß dn Ratgrder, weicher ihr Schrckial zu »nantmotte» hätte, um westnen Rai in peinlrrhftn Bnlegenheit >»Ln. Täglich «erden allnonen, aus alle» mdglichen Gebieten, Vorschläge geprüft, Versuche uuleraommen, die Gefahr «Irrschaftsiche» Stillstandes »biuwehre», da» um sich grerseade Uedel allgemein« Arbestilosigkeii zu beklmpsen. Jener ftctiich aehdtt nicht zu de» Bedeuklicheu: wenn tzuudetttauseud« von Kausieate» Ingenieuren. Bürogehiise» »nd Arbeirnn beidattt Geschlecht« in Rot ond Elend gerate» sind, so ist e« nach sein« Manung nur recht und billig, daß die Handooll Theotnieut« mit zugründe geht. Ja, n geht »tttn: dre ardeitslaft» Kaufleut» »nd Ingeatenr« seien .doch derücksichtung«:»ettn'; als»; es solle» Unterschiede gemacht wndr». Lettzenende« scheint et »m eine Frage persönllchn Sympathie zu Handel«: uud für Komödiaute, hat dn Einsendn. offenbar nicht viel übrig, h« »ar ihrem sittlichen wett nur gatnge Achtung: «gern hat n die Erwähn»»- de« .leichtlebigen Theaternblkchmit' »nterdrückt. Dt« Leistung einet Schauspieler«, dn ru diesen Lag«« gegen de» Ansturm det realen Ädeut dennoch so »iel künft. lerische» Ernst »nd Etsn zu dehanpleu oermag, um sich Idlltg i» die uawlrkllche Well de« Theatn« zu »e: lenke«, scheint mir ganz I» Gegenleil, höchste Achtung zu »erdteueu. Uud »icht nur dn Bühnenkünftln, welcher um Gelinge» «tun Vorstellung seine» Teil beigeirage» bat, ganz gewiß auch da Zuschauar dn füe die Wirkung nnsta Kunst empsärkMH geblieben ist, sich solche Empsäuglrchkell olelleicht nicht ohne Mühe «an neuem adttugen mußte, uub dn »uu »urch den Kuaftgeauß sich «- stärft fühlt, neue» Mut sind««, sür die »ufordnunge, ia» kommenden Tage«: beide habe» mehr Haltung hewähtt, mehr sür die allgemeine Bach« getetftet als mauchn, dn die .lange« Hndstnnd Wintnadende' tu müßigem »Usouinrn oabrwM. »st. unfrnchtbare» Klage» sich »»» seine» Mitmenschen Mfi Sin» »ettiüfwet. CW fteAch schstnt nicht die »«sicht o»W> »»greiser« j» sei»; «hu gettu, denft n »»» da KttAchW^ tnrelle» Aufgabe dn Bühne, deren watzrn Zwack lei, mü iuintrn Bürger» di« Langeweile zu bau»«»; «nt, i» Aanw» »an 99,/» dn Etnwohnn vrkülai'« legt n de» Leser »te-algerungen nah«, baß Schllln, Wagnn und alle Groß«» de« dentschen Theater« ihr Ledenlwerk dem Zestoettrrtt satta Groß» städtn gewtdmtt hoben. Ich alanb«, 99»/, dn Etnwoban Bre«lau"« würden erstell sttt dazwischen sahren, wollte ich, Idee, Mn so ungeheuerlich« Adgeschmackrheit »dzawetseu, nur et» Watt online». Weira als». Rtch« ahne pathetische Geste erkundigt sich dn Gchretbn dn Etngad« sehsießlich nach »en Gefühlen dn Thentnbesnchn, .wenn zur selbigen Stunde, w« dn varhang dn Theatn aufgeht, da Tot »»ln rnrsere» brao» Truppe» im Felde stündlich neue Ernte H1U', Ru» — letnn von un», sei n Theaterbesucher »dn auonyma Theatng«»«, wird auch nur für kurz« Augenblicke sich ganz »n Herrschaft de« ttue» große, Gesühle« entzreherr ktnuen, da« fett de» erst«, »ugufttaaen in uns alle» lebt. Vst all« »iffeb »aß «i» Kampf um die Existenz dn deutsche» Sache auigesachten wir», »dn ich meine, daß wir un« auch tmmn »ledn ongegenwärttae» sollst», weiche Gütn et siad, um dneu Erhaltung wir kämpfen, »nt daran rnnun» sollte» daß »ntn diesen Güter» tst deutsche Kunst »icht t, letzt« Reih« steh»! und »aß, »te dentsche Knast zu pflegen, von se Pflicht nnd Borrecht det deuische» Theatn« gewesen ist: »nd daß die Pflege dn deutsche» Kunst gnade heute sür all«, »st im Lande »urückgedttebe, find, keine nnwürdige Aufgabe sei» kann. Sn sich durch eine Lobengttu-Borftellung zu solche» Erwägunge, „rege» läßt, da hat, meine ich, keine» Borwurs zu scheuen. Dn Bnfaffer da Brostsikandgednug hat begreifticherwttse »ichtversänmt, nll dst großen Sottanjzuwende», »eiche in diese» Tage» jetn tm Mund« sühn» datt: dach scheint n zum mtndeften« im Gebrauch de» Sn,et .deutsch' »ich! garrz glücklich: da« Bargehe» dn Brrolaun Theatn «nwirft a »I« .uudeuttch — aba »n v-rschsirg, sämsttch« deutsche» Bühnerrangehtrtae s »nh„gnu »» laffen, rntl sich unin ihnen meleicht auch et»: paar Dänen ab« Hollända befinden, dürfte kau» ein», deutschen Gemüt euttpruuge» sei». liusae brave» Truppe» »ne« meuschenfrenudltche« Bers halte» ^ge» »erwnndtte Feinde selbst vo» ftanztsilchn »rk engsischn Seist dankbar anerkannt wird, habe» M» Nutschen Wesen der Sell ttnen grdßeren nnd schdune» Begttff gedeigt So sollte, wir heute mehr den» je »»« hüten, gnaN solche Eigenschaften ö» bestätige», bst btt lang »nsne» Feinde» ,l«> deutsche Untugenden gegaste» bade»: »st Uutugeud »ar allem,! sich »che um dst Angelegen heile» des Rachbar» all »m bst' eigene» zu kümmern. Darum, »st« eine Lohengrin-Auffübrnag all Mittel ieichstr Untnhattnng gilt, da bteiN M» Lahenatt» fern (denn «deudrtt», n würbe sich lang mellen): wn adn sich« angelegen sei» läßt, Emfänglicherea den,Besuch nntschn Krmststätten zu »nstrbe», Ittfttt dn dentschen Sache keine» gute, Dienst. Ktan« Pringadeim. ßkkndr,»r Mülallkntze ^smtzt Vst W-rsiaLdqn-latst, zu Breslau sicht — wst „s dem Auzeraentrrl nsichtttch ist —, zur «üüatsuhr, Gtraßeurttrttgnug uni Besprnrgung nicht an«» heb«ngch>ffichttge «ndr

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