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Jüdische Volkszeitung · 1914-09-18 · 38 (18.9.1914) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
20 (1914)
Issue
38 (18.9.1914)
Date
1914-09-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Unabhängiges Organ ftirdiej Jnteresaen T >. Freitag tu Breslau, »ei ber Gsfchqftsstelle W btt "Poti US aCbeTu.-,, l«rikt e.-'SL. na* »tm Auelnn» M, ftr «re«l-» tri %lu<) U— SR., bei freier Zustellung in» Lau» 1,25 M. viertes äh rjich. Die, .Iädische Dolks-eitungist durch die Post, jede Buchhandlung und Schweidnitz erste. 27 die Geschäftsstelle in Fernsprech-Änschlust Rr. 7505. rum, (Sinternde-, Srtude. und, Hau» Der Desug kann bei der Geschäsksstelle »it jeder dkuunner beginne». Anserare »erden »it 30 Pf. fftr die emshaittge ffletairUe oder bereu OtaiiM berechnet. Bei Wiederholung »der grötzeren Änfträgen Rabatt. Annahme durch die Geschäftsstelle in Breslau I. Schmeidniherstr. 27 Sprechstunden t» der Geschäftsstelle 10-12 und 3 4 übe Schriftlritung, Drrlag und Geschäftsstelle ln Dresl«» l, Sch«eid«itzerstraße 27 (ge-enllder de« Stadttheater). Fernsprech.Anschluß 7505 und 7507. — Zuschriften un> Geldsendungen find derchin zu richten. — Die «eschäfdhstelle ist mittag« »,n I—Z, S»nnad«nd und Feiertag« (gang). und Sonntag l»on I ühr) ad gtschloffe». — Wohnung de« Leranlgedee«: Moritzftr. <5, hpt., Fernsprech-Anschluß 7507. Ar. 88 jJSreotau, 6en 18. Zeptern ber 1914 Jahrgang XX. MU de» Beilagen ,y«Jrt*ii«»,* »nb striegosärser,«' Be» Ariegeschanpiatz' .Am Aetde', .^eäasanzeiger'. Srirattage. *M«i > 1879 st. i. «ielozirkow Rudd. M. L. Ratdiin ». I««il st. Radd. Ist. Llpschntz, .Tiphrret Israel' 4. 1820 st. i. Wilna Radd. Ade. Danzig. „Chase Adam' 1890 st. i. Rrw.jsork Brus. Franklin Peixotto, amerik. Grn.-Consut in Bukarest 5. 1891 sti. Wien Dr.J. E. Polak, Lribarztd.Schahv.Persien 7. 1888 st. i. Zell Rabdi Mend. Rosenbaum 1908 ft. i. Frankfurt a. M. Sem.-Präs. Rrchtsan«. Plotke Keptemter 21. 1816 aeb. i. störrisch»» Schtistft. Slgm Kolisch 1886 st. Adr. Mapo a. Komoo, Gramm, u. Hebr. 1877 Elumeihung der Echweidnltzer Synagoge 22. 1807 ged. i. Prag Dr. «°»st. Echmelkes, Arzt u. Echriftst. 28. 1814 geh. i. Pest Prof. Kam L. Brill 1841 geh. i. Basa Sam. Kohn, d. 1. ung. Pred. i. Pest 1903 st. i. Zarotschln Radd. Dr. S. Pi. Bloch 24. 1483 Judenversolguag i. Prag 1858 geb. 1. Somlo-Basaihely Dr. Jol. Fischer 1862 ft. i. London Lady Judith (Mos.) Montestore 25. 1814 st. j. Berliu Adr. Bafch (dibl. Zoologie) 1869 ft. i. Hambnrg St. Haarbleicher, Hist. u. Dichter 26. 1820 st. Rabb. Bezalel Ranschdurg-Prug, Tal«.4kowm. 1879 ft. i. Hamburg Dr. Jostph Piza, «omaalchriftp. 1904 ft, t. Samatlt d.PhrianL,: Ißt. r Rohr 17 Itift»g*.l jfilj i ~ '• 1871 ft. t. Erlangen b. Chirurg Pros. Jac. Herr 28. >902 ft. i. Bonn Rcchd. Dr. J>. Rils-Memrl. Der ta»d«oattr. Alles schweige, Jeder neige Ernsten Töne» nun sein Ohr l Hdrl! ich fing da» Lied der Lieder! Höit es, mein« deulscheu Brüder! Hall' ei wieder, froher Chor! Deutschland- Söhne, Laut erlöne Euer Baterlandsgesangl Baleriand, Du Land de« Ruhmes, Weih' za deine« Heiligtum«« Hütern nn« nnd unser Schwert I Hab' und Leden Dir zu gebrn Sind wir allesamt bereit, Achten nicht der Todeiwnnde, Steeden gern zu jeder Stunde, Wenn das Baterlond gebeut. 8»« NtAjahrifeftr! von kandrabbtner Dr. Deetoräasiet. Es ist, als Hütte die Menschheit eine Haise. und es kommt ein Sine«, man weiß nicht, von wannen, — und die Saite, raunen und rauschen, und gewaltige Akkorde durchjltlcrn die Lust und verschmelzen zu einer machtvolle» Melodie, die neu», uni immer neu erscheint, und es erklingt ein Lied, da« einzige, da« alle Herze» ergreift — da« EchichalSIie». MenschenschÄ. sai — ein Begriff, der alle« »«schließ», wa« un« je bewege» könnte, ein Stoff, der den Dichten, nnd Denker» aller Zeiten die tiefste» Gedanken, die müeaste» Heezenilöne verliehe», der ihnen Unsterblichkeit schuf weil er selbst unsterblich ist, «eil an ihm alriu hie Jahrtausende spurlos vorüdrreileu. Ob die Gi. »ante» gegen Götter kümpstn, ob der Sohn de« Morgenland«« Humps u»d stumpf alle» über sich ergehe» lüßt — oder wir Kinder der Gegenwart, klug uid nüchtern, Ursache und Wirknng abwügeu, und doch zittern »nd dangen, weil wir de» Erfolg niemal« UN« sichern können — e« ist immer datselbe: wie erkennen an, es gibt etwas außer uns, da« wie nicht «erster» könne», da« »n» zu zermalmen vermag, wie der stürzende Fei« hie knorrige Eich« und die liebliche Blume. Lähmende Furcht wäre dann, wa« die Schicksalsfrage t» »n« anildft. Da« aber will die Religio» nicht. Sie *—litbii n»o«».»oaü vor rinn eherne» tlebermacht. In dem m - "sgut-o-nzlel, n» da« Wirke» eine« erhabene», gerechten ,„°^°lll7oönl4lA>!<d^^-»«plle« Watte». Ob wie «» Iwr. wranrennen unser Schicksal Mn Woche»- ». Merinla I Inlii „ linhi 'jb.l '»S nar rwn rm ©ebbet »er b Neujahrsfeste. rum nn aiy nna -wi nabte« >. «ralftM»;t«t* Xrliu* Ütiti frt« GibeM» . |1 ■rittelem. jjett«). rerTh-Veriei. M74 IbMute mpbn 0'3X3 V *►*!• 8e>rit4UM $. IrtM |»ni. MM Sesaja bettafn feto; «KW e«ab<ltrnt bn ut lir» •ebrt »»ft tu «ufiWt.tb<R»bt rtrtt b-*tz^r8 »«bet« brta«i leb«#*; MwlMrt trrM, «. ■ ge,« »ett. i s rmv* I e* I I. f». tl. »f tlV « if1** 3!«4fl «ebart o aj f 44» a- SfBMt. ttni.lMa(l(i i SJ I r. PH-iT'a 6« 1 L « tl L jurn 5] liv. «. rs— s i ."1WP 1. Sa». (M«U «ebnet aal 0 Die latfttft»|citc» ftab s» futoiube Orte m m allgktigen Gott tiach seinen Gesetze» bestimmt «rieb, diesm laude» will da« Reujahrifeft i» uulere» Herzen tief veeauker». lkchl in Ehrsurcht will die Religio» wandeln. Die gegenwürtige tiefernste Zeit hat tu »»« alle» eine indlung vollbracht. Da« Beste, wa« ia UN« lebt«, ist in undersamer Reinheit erwacht: Gottvnttouen, Opserwilliakrit d Latnlaudiliebe. Da« Wort Abraham«, am Reujahr«tefte verlesen, .hinneat — Hin diu ich', von Millionen Lippen rd« gesprochen, von Mtllianeu Herze» ward« dekeüftigt, Israel« Jugend hat wiedn gelernt, den Blick zum Himmel eichte»; sie folgte in hrilign Begeisterung dem Rufe de« atnlande« und sie zeigt, z» welch hohn Fla«»« da« hriiige, ige Kenn der Laie,landelieb« in ihr emporloder» konnte. Der Glaube an unsere Ingeud hat sich bewährt: Und e nicht in« Feld zogen odn nicht ziehe» konnten, sie Weeden, enn sie in« Gotteshaus an den hochhriiigen Feste» gehe» — er wird jetzt fehlen 7 — mit heißer Inbrunst für ihr« Freund« nd Aamnadeu bete». Mögen sie in unsere »ralle» Gebete versenken: .Drin ist die HnrschasI, Sieg i» deiner Hand, Macht in »er Rechte» .... Heule wird llbn die Ländn da« Urteil sprach«» — wo kkrieg, wo Friede, wo Huugn, wo Uebeefiuß Hin soll.' Wuchtig dringe» die Worte an nifn Ohr. In sillherr» Jahre» «erhallten sie. Wer kann sie jetzt lese», ne daß sie den stärkste» Widerhall sind«» k Wir wollen »n« vor dem Gotte beuge», .der geheiligt ist lech Gnechttgkrit' »ud wir alle hoffe» z» ihm, daß d»ech walle» der Renjahritag eine Zest riulettei, in der dt« sitiliche Welt aus« neue ersteht. Auf diesen ,W«sta»sa»g' wird daun der Tag der .velwnstbnuug' und de« .Weirsrieden«' f ügr» — wie im Tischet Rrujohr. Bersthuungiseft und 4 »rittcmfcft mit Friedenspalmen einander folgen. Gott wirb bn gerechten Sache Sieg onleihe». Da« Schicksal de« einzelnen tritt znrstck — aller Egoismus möge an diese» Iahrr«a»sa»g schwinde». Das Schicksal de« Bateriande« ist'«, für bas wir bete», den» in seinem Heil ruht »nsn Glück. 3« ton tz»tz«A Afttag«. Unvergeßlich« Tage bn Begrifternng habe» wir dnrchledt. Di« Sache de« Bateelanbe« hat alle Deutsche» t» Opfn» lkriat. smest, nur ans da« eigene Wohl bedacht, m ttägn t odn im Haste» »ach schnödem Gewinn dahinlebte, ging jetzt auf in bn Sorge für he» Rebenmeusche», in bn "ige» Tätigkeit sür« Vaterland. Bon dem Kriegn, der mutig ht»a»«zog, di« zum tkj»d,, das Gabe» sammelte, um hie Leiden bn Vnwundete» »,z hj, 1 Rot der Flüchtlinge nnd »»«gewiesenen zu lindern, waren sie alle beerit, ihre ganze Keift sür da« Heil der tstesamlheii rinznsetzen. So habe» wir rin« griffig« und sittliche Eroberung gemacht, eh« »tr »och di« erste srindlich« Festung bezwungen haben. Am Reujahtisrst »nd am Veesöhnnng««»» «olle» wie beten, daß diesn neue Grift UN« dlride nnd UN« lmmn'tikfn durch. dringe. An diese» Tage» dn Seldftbefinnnn, »nd dn Umkehr geloben wie, alle«, was noch an Selbstsucht in »n« ist, zu »ntnbeücke» »nb die Kräfte dn «nisagung, de«Opsn»ute« »»d dn Hilsdberritschaft immer mehr i» »u« «starken lasten. Wie sehe» dies« Tugenden nicht zum »enigfte» auch bei Such Ihr Jöngne» emporwachle». di« Ihr »och zu jung seid, um in« Feld z» ziehe». Ihr mögi an den kommenden heiligen Tagen Vorsätze daribn falle», wie Ihr der engnen nnd «eiiere» Gemrinschaft, in di« Ihr gestellt sei», diene» könnt. Ihr «ützi setzt de» Eitn» dopprlt dankbar sei» für alle«, wa» sie t» diese» schwere» Zeiten sie Eure Pflege und >»4- ,dUdu»g tm>, »a ei» Vater odn ei» Bruder dranßeu steht, mntz da« Kind mit ondappritn Lieb« »Nd Hingebung dn Muttn und den anderen verwandte» den Teure» z» ersetze» suche». Und wenn Ihr die Gefühle, die Ihr in diese» Woche» empfunden habt, sür« Lebe» in »er »rtWernng srsthaltet. »ndel Ihr Such unadläffi, bemühen, gntc «nb tüchtige Menschen |n werden. Dadurch »erdri Ihr Eue«, Etter» Freude »ach«» und nützliche VSegn wndeu, die auch über den Krei« dn Ihrige» hinan» den Mensche» ,»» Segen sind. bMMlfi mltt OtatMct btnMttmel leihe»,' Dn «ersetze»«»»IIsie Prinign »e« Ar»«»»»»«, in l Geich« mehr als fünf «ili»»e» Inh«, seit Jahrzehnten Htlengnainl anigesetzt find, Mt je rii menschliche« Hirn •»«* zudenk«» »er» acht«, steht, wen» nicht nie Anzeichen trüge», vor de» Andench eine» «eUaericht«, da« ih» in seine» Innerste» wohl harte schon erbeben latzt. Di« glänzende» Siege des Generalobersten Htndenbnrg, dessen geniale Strategie die rnssische» Armee» in Ostpreußen zerschmetterte, mag »U Prüindinm diese« Wcltgeeichtes nachtet wnde» könne», tentzde» »»lern tnpfeee» Berdüudnen rinftwrile» di« gleichen stortnren dnrch die Mißgunst dn Verhältnisse »och kurze Znt «erlegt biesteu mögen. _ Besonder« sind e« die ^chireiche», blühenden slldische» Gemein»«, dn Regteeungsdezirke Gumbinnen, Kb»I»«bn« »Nd Allenstetn, die gleich dn übrige» doriip» vndlkeenng allen Drangsalen dn rnssilche» KosakniHorden antgesetzt waren, »nd die »»»mehr »st besondrrn Junigürit an de» hohen Festlagen de» Dank zum Himmel entsende» wnde», dn sie »oe dem Schicksale dn rnssilchc» Giauden«genoste« in Gnaden bewahr« hat. Ostpreußen ist best««. Dn Klang diesn «tegeGunde wird t» de» Hergea nnseen oftpeeußische» Glandenigenoste», die Han« UN» Herd NN» alle«, »a« thae» heilig and len« war, oniassen mußt«,, eia desaadeoe« Echo im Herze» wecken. Und mtt ihnen wird di« gesamte Indenheit uaserr» hnritche» »nb weite» vatntande« eiasttmmen in de» Jndel, dn daech di« Land« braust «ege» dn vesretnng de« Lande« »an tn bar» baeische» Greuel» russtschn Kosakrahneschaft. - — 8der wen» nicht alle griche» trüge», bagtnnt »it de» Reusaheiseste nnsere« Jahre« 587b auch für die russischen GI»»b«»»g«»»ste», denen die westliche» Gaunernewent« »>«*«- pseech»»g»rah»n zngewiese» sind, eine neue Ana. Schau ist da« bentsche Regiment eingeführ» in dr» Gebieten »er Stüdi« Kalisch, Czenftdchau, vririka», Lodz nn» »enerding« Raiwm; da»»«e,ug»w«iie oon In»«» bewohnteG»n»«r»e»e»«Snwalki steht seit einigen Tage« deerit« unter deuts^ " veewnltnng. Wa« »a« bebattet, braucht nicht erst«' z» wnde». Bor alle, sind unsere Giaubenggenofte», di Städte diese« vqirke« I» dichte» Menge» dewohne». »»» jeder Po^omsnecht beseelt. Sie wnde» a» diese» hohe» Fast' tage» z»m erste» Male da« d.-nlsch« stnitnrregiwent nn» seine große» Wohltnten ewpsinde» »nb sich ihm fr«»«» könne». Sie wnde» aus eine hostentkich lange Zeit befreit fri» »»» »en »»' - erträglichen Peinigmige» nnd Ontinete» de« enssische» Knute» ngimenle«. Und wie werbe».«« oersteh«», wen» sich » den Gebete» der russisch«, Inden jenn Gebiettw besondn« innige vttte einstechte, wie», »atz ihre Zukunft der Ge^nwari gleiche. Heute darf nur» e« wohl »»«spreche», daß wir e» durch»»« oeeftche», wen» hi« russische Jndenhett krinrrlei Sehnsucht nach »er Ltedercinführnng de« rnssilche»'.Regime« empstnde» düese. Die heiß« Lied«, «eühe gar «äteeche» .seine» lieb» In»«,' s» »rptötziich entgegen bringt, die widnwärrtge» Anbredarnng»- »eesnche der Herr«, Pmstchlewlttch »nd G«»»ßw> kl»»«» »»» werben sicherlich Irin« Ge^nichbe bet de, Jnde» »nßt°°»« st»bo>. Scho» stehe» die dentfche» TenWe» »oe de» Tan» Mt rnsst.

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