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Allgemeine Israelitische Wochenschrift · 1895-03-22 · 12 (22.3.1895) · p. Seite 194

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Journal
Allgemeine Israelitische Wochenschrift
Volume
4 (1895) Bestand UB Frankfurt
Issue
12 (22.3.1895)
Date
1895-03-22
Page
Seite 194 (sequence 14)
Language
German
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Nr. 12. Seite 164. Jefcyururr. : z! l j i j j Hru. Ariiimid Rudi» eiugcreichtcs Naturalisaiiousgesuch uirückgeivicseu habe. Herr Rubin, der in Rumänien geboren ist, ist der Ehef-Redakteur der „Indüpendence Ronmaiue". Nachdem er mit glänzendem Erfolge in Pari» den Grad eines Rechts-Licentiatcn erlangt, hat Hr. Rubin, der Wortführer einer der bedentendsten politischen Zeitungen Rumäniens, sich mit all seiner Energie und ans voller lleberzengnng der konservativen Partei angeschlossen und mit unvergleichlicher Kraft konservative Doktrinen verteidigt. Einige bemerkenswerte Erfolge sind non jüdischen Univcrsitätsstudenten in Rußland während des neulich gclchlosfenen Stndiensemcsters erzielt worden. In mehreren Hochschulen haben jüdische Studenten in verschiedenen Fakultäten goldene Medaille» erhalten, aber der außerordentlichste Erfolg war in Eharkow zu verzeichnen. Tie medizinische Fakultät dieser Universität hat vier goldene Medaillen zu verteilen, und jede einzige von dieser fiel In den z». Die Gesamtzahl der von allen Fakultäten in Eharkow zuerkannten Medaillen ist zwölf (7 goldene und 5 silberne), und von diesen erhielten jüdische Studenten vier goldene lind drei silberne. Dieser Erfolg ist noch größer, wenn man erwägt, daß in Eharkow, wie an allen anderen russischen Hochschulen, auf je sechs Studenten nur ein jüdischer entfällt. littkratur. — K22N PVP Grabre d eu , unter Mitwirkung namhafter Rabbiner und Prediger, herausgegeben von I. Gossel, Prediger in Camen. I. Kauffmann, Frankfurt a. M. 2,40 M. — Emeck Habbacha stellt sich als eine Sammlung von Trauerreden dar, es enthält 45 Predigten, zu denen hervorragende Rabbiner ihre Beisteuer geliefert haben. Jcllinek ist Pnige Male vertreten und auch die anderen Beiträge bieten in Form und Inhalt Gutes, z. T. Mustergiltiges. Und das ist bei dem Zweck, den der Herausgeber im Auge gehabt, ja auch notwendig, er will jüngeren Kollegen und namentlich Lehrern, die in die Lage versetzt werden, am Grabe einen Nachruf zu halten, Musterbeispiele geben, an die sie sich zwar nicht sklavisch zu klammern brauchen, die aber verwendbare Gedanken und Anregungen auch zu selbständigen Arbeiten darbieten. Diesem Zwecke glaubt der Herausgeber näher zu kommen, wenn er nicht einen sprechen,, sondern viele zu Worte kommen lasse, einerseits um die Auswahl reicher zu gestalten und dann, um die Einseitigkeit in der Form, die immer der Individualität anhaftet und notwendig anhaften muß, möglichst zu meiden. Die Predigtsammlung von Gossel wird predigenden Lehrern eint willkommene Handhabe bieten, und so sei sie besonders ihnen zur Anschaffung und Benutzung empfohlen. — — Ein kurzer Gang durch die jüdische Geschichte von Dr. Ni. Brann. Breslau, Wilhelm Jacobsohn u. Eo. 1895. Preis 60 Pfg. — Das vom Verein für jüdische Geschichte und Litteratur herausgegebenc Büchlein ist ein Extrakt, aber ein sehr stark gepreßter Extrakt, der von Brann bearbeitete jüdischen Geschichte, auf deren 2. Teil wir nächstens zurückkommen werden. Er faßt die Hauptmomentc der Geschichtsentwickelung gut zusammen und was man beim Studium großer Werke nicht gewinnen kann, einen klaren nnd kurzen Blick über das Ganze, gewährt es in der Gedrungenheit und Anschaulichkeit der natürlich nur behandelten Hauptvorgänge. — — rnn« rndi Hoinilien ü ber die S p rü chederVäter von Dr. Wolf Alois Meisel, Breslau. Ebenda. - Es bedarf wohl nur dieser Anzeige von der Wiedcrausgabe des vergriffenen homililetischen Werkes, dem kein auch nur entfernt gleichartiges Pendant an die Seite gestellt werden kann, um die Interessenten aus die hochwichtige Neuauflage aufmerksam zu machen. Rabbiner und Lelwer finden darin eine unerschöpfliche Fundgrube anregender Gedanken und sinnreicher Erläuterungen. Mehr über Meiseis Meisterwerk zu sagen, hieße die an anderen Stellen so oft gerühmten Vorzüge des selben nur wiederholen. ö. Worisiiikn lind SkiiteiP». 6. „Nicht jeder Mensch ist so glücklich, an zwei Tischen zugleich zu genießen". (Berach. 5). In» gewöhnlichen Sinne heißt eS : Nur selten glückt es, zwei Zwecke zu gleicher Zeit zu erreichen; iu höherem Sinne: Nur wenigen Menschen ist es gegeben, das weltliche und geistige Leben, das bürgerliche und religiöse, die Sorge für das irdische und das Streben für das jenseitige in richtigem Maße zu vereinigen. 7. „Nicht was du sagst, sondern was deine Nebenmenschen sagen". (Sanhedr. 19, 1.) Das heißt: In allen Dingen, die das Urteil über uns selbst betreffen, müssen wir weniger unsrer eigenen Meinung, als der andrer Menschen trauen. 8. „Erst soll der Mensch lernene n und dann n rteile n". (Sabbat. 69, 1.) Dieses kurze Wort kann die mannigfaltigste Anwendung finden. Wir sollen überall uns erst genau von den Umständen und Vorgängen unterrichten, bevor wir ein Urteil uns bilden oder gar aussprechen. 9. „Tannen gewähren keinen Genuß, sie sind blos zum Zerschneiden gut". (Selinrotii rak.). Das heißt: Jede Sache muß zu dem verwendet werden, wozu sie brauchbar ist; man darf aber auch keine anderen Ansprüche an sie stellen und keine anderen Erwartungen von ihr hegen. Letzteres bewirkt nur, daß man auch das Gute mißachtet, was sie bietet. 10. „Deine eigenen Thaten schaffen dir Feinde oder Freunde". (8elckr iia^allirim rn5.). Gar oft beklagen wir uns über die Lieblosigkeit oder gar Feindseligkeiten der Menschen, während wir selbst diese hervorgerufen haben, nicht selten allerding ohne Absicht. Es ist dies aber dennoch sehr wichtig zu erkennen, weil die Versöhnung uns leichter werden wird, wenn mir die Ursache jener Feindschaft wissen. Vor allem werden wir zur Vorsicht gemahnt, verdirbt doch der Leichtsinn noch mehr als der schlechte Wille. 11. In jede Liebe mischt sich Eigennutz, in jeden Eigennutz Liebe; in jede Tugend Fehler, in jeden Fehler Tugend: in jeden Besitz Entbehrung , in jede Entbehrung Besitz; in jedes Wissen Nichtwissen, in jedes Nichtwissen Wissen; in jedes Glauben Zweifel, in jeden Zweifel Glauben. Etwas hast du, soviel dir auch mangelt; und etwas inangelt dir. so viel du auch hast. (Wird fortgesetzt). rvseh»,»« 1895. 5655.! Jireitag . 22 26! (Sabb.-Anf. 6,18) Sonnabend 22 27 j 'MPD "?NPN (S. Ausg. 7,02).) jSabb. Hachodeschj Sonntag 24 28 Montag 25 29 i Aienstag 26 t Rasch Ehodesch Nissan Mittwoch 27 2! Sonnerstag 2« 2 > Zireitag . 29 4 i

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