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Mitteilungen des Reichsausschusses der Jüdischen Jugendverbände · 1929-07-01 · 2 (7.1929) · p. Seite 6

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Journal
Mitteilungen des Reichsausschusses der Jüdischen Jugendverbände
Volume
2 (1929). Bestand UB Ffm
Issue
2 (7.1929)
Date
1929-07-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Mitteilungen des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände Finden sich nicht genügend Helfer hierfür, so müssen Jugendliche länger, als der Frziohu ngszweck erfordert, in der Ausfall bleiben. Donk! daran, w as es bedeutet und handelt entsprechend! .Molfl<xl Fueh Ihm den Landesbezw. (Irtsnusschüssen dos Landosaussehusses oder den jüdischen Wohlfahrtsämtern zur Febernahnie von Sehn I z.m l'sicli Um i. „ETWAS VON SOZIALER ARBEIT" (Abdruck aus „Jungvolk", Helt 3, Jahrgang 1929) •Ja, os waren gräßliche Fülle, wie sie in der Fiiliror-Silzung vorgelegt wurden. Bis dahin wußten wir ja noch gar nichts von diesem riesengroßen Flend in jüdischen Familien! Also, auch mir wurde eine Familie zugestellt, und meine Aufgabe bestand darin, daß ich in der Woche mindestens zweimal mit einem Kinde zusammen war, um es etwas ans seinem Milieu herauszuziehen! Schon am nächsten Tage ging ich gutgelaunt, aller trotzdem auf alles mögliche gefaßt, zu diesen Foulen. ..Die Hauptstraße rechts nun, dann links um die Koke, ein Stück geradeaus, dann die erste Seitengasse rechts rein, mein Fräulein!"' sagle mir ein gemütlicher Schutzmann, den ich auf der Straße um Hat fragte. Ich ging so, wie mir's beschrieben war, und gelangte auch in eine winklige, schmutzige (lasse. Vor ei ihm- ,,Kneipe'" fand 'ne kleine Keilerei stall. Ich schlängelte mich durch die Menschenmenge, suchte nach Hausnummer «S und stieg im Hinterhaus wacklige "i Treppen hinauf. Im Haus roch es nach kleinen Kindern und Fsson. Auf einem Treppenabsatz versuchte ich ein Fenster aufzumachen, doch es gelang mir niclil, nur die Füllung fiel heraus, doch darum kümmerte ich mich wonig, es kam wenigstens Luft herein! Fndlich war ich an meinem Ziel: es gali l Türen, an der rechten war ein klebriges, fettiges Schild angebracht, ich war da! — Ich suchte nach einer Klingel, doch vergebens.! Ich klopfte. Kindcrgcschroi! Ich klopfte noch einmal! Das (lobrüll nahm zu! Doch da hörte ich Schrille, es wurde geöffnet und vor mir stand eine kleine, verängstigt aussehende Frau. Sie sah mein freundes (iesichl und fragte, was ich wollte; und als ich ihr mein Kommen klargemachl hallo, atmete sie erleichtert auf. Sie ließ mich hinein in einen schmalen, lichtlosen Korridor. Fino Tür öffnete sich, die Küche! Vier Kinder kamen mir entgegen, und w'ie mir die Muller dann sagte, war das jüngste zwei .Jahre, die nächsten vier, sechs und acht Jahre all. Die zwei ältesten waren Mädels, die zwei jüngsten Knaben. Fins sah elender und schmutziger aus als das andere. Die zwei ältesten, Sara und Posa, waren also von nun ah meine Pflegebefohlenen. Ich wollte sie gleich mit zu mir nehmen und machte mit der Mutler aus, daß ich sie, gegen 'AI Uhr wieder zurückbringen würde! So zog ich mit diesen beiden los. Sara hing an meiner rechten Hand und Posa an der linken; ein jämmerlicher Anblick: die beiden dünnen (ioslallcu in den fadenscheinigen Mänteln und den zerflederten Wanzen auf dem Pücken. Sie hallen solche; Angst, über die Straße zu gehen, daß sie bei jedem l'eborgang erst einmal: Mama! riefen. l>oi mir zu Hause angelangt, habe ich ihnen zuerst einmal die Hände gewaschen. Danach niac'hlen wir Schulaufgaben zusammen; ich bekam bald heraus, daß Posa eine Muslers,ehülerin war und daß Sara knapp vorm Sitzenbleiben war! Sie waren beide scheu, doch gewann ich ihr Vertrauen gar bald. Sie erzählten mir, daß der Vater keine Arbeil habe und daß sie infolgedessen nicht wüßten, voller sie die Miele nehmen sollten; sie wußten sämtliche Preise von den Nah ru ngsmi I fei n, die; sie 6

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