Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege · 1929-11-01 · 6 (November-Dezember 1929) · p. Seite 342

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
Volume
1 (1929)
Issue
6 (November-Dezember 1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 342 (sequence 60)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4794429-4929550-8898167--367-4794789
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Kalifornien zeigt sie, wie Schülern durch Selbstverwaltung Gelegenheit gegeben werden kann, tätig in einer Gemeinschaft zu wirken. Eine wichtige Hilfe bei der Behandlung jugendlicher Rechtsbrecher bildet die psychische Hygiene - Bewegung in Amerika. Die psychische Hygiene - Bewegung, die die Zusammenfassung von Wissenschaftlern und Sozialarbeitern zur Bekämpfung jugendlicher Verwahrlosung darstellt, findet ihren Hauptausdruck in den Jugendberatungsstellen. Diese übernehmen Gerichtsfälle zur eingehenden Untersuchung und Behandlung und treiben außerdem weitgehendste vorbeugende Fürsorge. Die Verfasserin wirft die Frage auf, welcher Persönlichkeitstypus mit Verwahrlosten Erfolg hat. Sie spricht von zwei Gruppen, den Herrschsüchtigen und den Sentimentalen; beide bauen auf persönlichen Einfluß und werden nie wahren Erfolg haben. Das wesentlichste, außer Klugheit, Wissen und Hingabebereitschaft, ist die tiefe Achtung vor der Persönlichkeit des Zöglings, die jeder Fürsorger haben sollte. Der ideale Fürsorger besitzt eine überragende Beständigkeit, vollkommene Selbstbeherrschung, Ausgeglichenheit, eine in ihm verankerte Richtlinie und dauernde Zielsicherheit. Adolf Meyer spricht von der „konstruktiven Haltung", er meint damit die Fähigkeit, Leben im andern zu entwickeln. Miriam van Waters sagt: „nur was leblos ist, hat Beständigkeit", damit meint sie, daß der Fürsorger nicht für die Ewigkeit schaffen kann, er muß wissen, daß Leben „strömende Energie" bedeutet, und er nur Glied ist in der Kette verhüllter Schicksalsmächte. Der Versuch, ein Gemeindeprogramm aufzustellen, gilt mehr für amerikanische als für deutsche Verhältnisse. Gefordert wird vor allen Dingen eine aktivere Anteilnahme der Schulen an dem seelischen Wohlergehen ihrer Kinder. „Verwahrlosung und Rechtsbrechen sind ein Problem der Volksgesundheit" wie die Verfasserin sagt. Wir müssen uns an die Wissenschaft wenden bei der Suche nach Genesung. Dieses Buch bringt neue Einstellungen, Forderungen, praktische Anregungen, die es für jeden Fürsorger zu einem Erlebnis machen werden. Ruth Warburg. Zeitschriftenschau (Abgesehlossen am 12. Oktober 1929.) Wirtschaftsfürsorge und sozialpolitische Grenzgebiete Allgemeines. Soziale Notmaßnahmen. Von L. K. Isr. Familienblatt vom 22. August 1929. 31. Jahrg., Nr. 34. Rabbiner und soziale Arbeit. Von Dr. Goldmann (Leipzig). Gemeindeblatt Leipzig vom 30. August 1929. 5. Jahrg., Nr. 35. Amerikanisches Judentum. Von Dr. Werner Senator. Berliner Jüd. Zeitung vom 29. September 1929. 1. Jahrg., Nr. 3. Aus einem Scttlement (Hullhouse, Chicago USA.) von Ruth Warburg. Jüd. Arbeits- und Wanderfürsorge vom Oktober 1929. 3. Jahrg., Nr. 4. Und wieder „Rückblick und Ausblick" von Eugen Caspary. Isr. Familienblatt vom 3. Oktober 1929. 31. Jahrg., Nr. 40. Arbeitsmarkt, Berufslage, Lebenshaltung. Berichte über Ort-Arbeit in Sowjet- Rußland, Polen, Beßarabien und Bukowina, Littauen und Lettland, Amerika, Deutschland, Frankreich, England (Jiddisch). Ort-Jedies vom August 1929. 5. Jahrg., Nr. 8. Zur Lage des jüdischen Mittelstandes in Deutschland. Von Dr. S. Kaleko, Berlin. Isr. Familienblatt vom 29. August 1929. 31. Jahrg., Nr. 35. Jüdische Mittelstandshilfe e. V., Breslau. Von Max Silbermann. Der jüdische Handwerker vom September 1929. 21. Jahrg. 342

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.