Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Journal
- Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 4 (Juli-August 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 212 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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und Mitwirkung der beteiligten Reichs- und Länderministerien, der kommunalen und fachlichen Spitzenverbände und der Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen. Diese Anteilnahme und Mitwirkung werden dringend erbeten. Die Versammlung beauftragt die D. Z. f. f. J. in Verbindung mit den Ministerien, den anderen genannten Stellen und weiteren Sachverständigen die Fragen nachdrücklich und beschleunigt weiter zu verfolgen." Internationale und außerdeutsche Sozialarbeit Aus der jüdischen Wohlfahrtsarbeit in Amerika. Die freie Wohlfahrtspflege in Amerika ist zum Unterschied von der öffentlichen stark entwickelt. Bis in die jüngste Zeit beschränkte sich die öffentliche Wohlfahrtspflege auf die unmittelbaren Unterstützungen, die von den örtlichen Armenverwaltungen in schemalischer Weise gewährt wurden. Dieses unzulängliche System der Armenpflege hat ein starkes Mißtrauen in weitesten Bevölkerungsschichten bewirkt. Es zeigte sich vor allem darin, daß man durch Sondergesetze einzelnen Gruppen von Hilfsbedürftigen die Unterstützung außerhalb der Armengesetzgebung gewährleistete. Erst in der letzten Zeit beginnt zum Unterschied zu der örtlichen Fürsorgearbeit der Armenverwaltung eine staatliche Fürsorgearbeit für bestimmte Sondergebiete sich auszubilden (Fürsorge für Geisteskranke, Rechtsbrecher, Strafgefangene usw.). Aus dieser Schwäche der öffentlichen Wohlfahrtspflege heraus ist die Entwicklung der freien Wohlfahrtspflege in Amerika zu verstehen. Die privaten Vereinigungen widmeten sich solchen Arbeitsgebieten, wo die öffentlichen Organe versagt haben. 212 In jeder größeren Stadt Amerikas gibt es eine ganze Reihe von solchen Wohlfahrtsvereinen. Sie sind sowohl örtlich als auch konfessionell in Arbeitsgemeinschaften (Federations) organisiert. Neben der Festsetzung von Mindestforderungen an den Inhalt der Arbeit und der Vorsorge für die Bedürfnisse des Gemeinwesens bildete die Finanzierung der Arbeit — die Einheitssammlung (Community Chest) — ihre wichtigste Aufgabe. Eine genaue Berechnung der Aufwendungen für soziale Arbeit im ganzen Lande ist kaum zu machen. Schätzungsweise berechnet man allein für die Stadt New York die Summe von 60 Millionen Dollar jährlich, für Chicago 23 400 000 usw.' In folgendem soll näher auf die jüdische Wohlfahrtsarbeit in New York, die für amerikanische Arbeitsmethoden besonders charakteristisch ist, eingegangen werden. Der jüdischen Wohlfahrtsfederation in New York sind die wichtigsten Wohlfahrtsanstalten aus Manhattan und Bronx angeschlossen. Dazu gehören die größten Krankenhäu-, ser der Stadt, wie Mount Sinai, Beth Israel, Mount Libanon usw., eine Reihe von Waisenhäusern, Anstalten für gefährdete Kinder, Schulen für Taubstumme und für Krüppel, das Montefiore Altersheim und Siechenhaus, einige Religions- und hebräische Schulen usw. Der erste durchgreifende Versuch, die New Yorker Wohlfahrtsarbeit zu vereinigen, wurde von Felix M. Warburg und einer Gruppe seiner Freunde im Jahre 1916 gemacht. 31 Anstalten wurde garantiert, daß sie nicht weniger bekommen als die Summe, die sie jährlich durch eigene Sammlungen aufbringen, falls sie sich der Federation anschließen würden. Der Erfolg war durchschlagend: über 2 Millionen Dollar — eine halbe Million mehr als die Anstalten selbst sonst gesammelt haben — wurden aufgebracht. Dadurch wurde die Existenz der Federation gesichert. Heute