Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Journal
- Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- Seite 174 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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die Erziehung zur Gemeinschaftsgesinnung eine der wesentlichsten Aufgabe zu sein. Bei der Arbeit in den Anstalten weist Flug darauf hin, daß nicht die Arbeit an sich und nicht aufgedrängte Arbeit geleistet werden sollte, sondern lebensnotwendige. Der einzelne muß durch die Arbeit für einen geeigneten Beruf vorbereitet werden. Er warnt deshalb vor zu starker landwirtschaftlicher Betätigung, l'ranck e weist in der Kriminalpädagogif auf das pädagogische Problem des Jugendstrafrechts hin, das darin liegt, daß die Gesellschaft sich durch ein Strafverfahren schützen will, das zugleich erzieherisch sein soll. Den Abschluß des wertvollen Bandes bildet ein sehr klarer und erschöpfender Aufsatz von Gertrud Bäum er über die sozialpädagogische Erzieher Schaft und ihre Ausbildung. Die großen Aufgaben, die der Sozialpädagogik in der heutigen Gesellschaft gestellt werden, sind nur durchzuführen, wenn geeignete Kräfte gefunden werden, denen man sie anvertrauen kann Deshalb ist auf die Ausbildung des erzieherischen Nachwuchses besonderer Wert zu legen. Vor allem dürfte die psychologische Ausbildung hier vielfach noch wichtiger sein als für die Lehrer, da die in diesem Beruf Stehenden meistens mit Störungen in der normalen Entwicklung zu tun haben. Aus dem Angedeuteten geht hervor, daß der Band außerordentlich viel Anregungen für die Arbeit in der Wohlfahrtspflege gibt und für Erzieher und Arbeiter in der Wohlfahrtspflege geradezu unentbehrlich ist, da man ihn ruhig als das augenblickliche Standardwerk der Sozialpädagoeik bezeichnen kann. Levy Wolff. Grundriß einer allgemeinen Arbeitspathologie von Dr. Wladimir Eliasberg, Nervenarzt in München. Schriften zur Psychologie der Berufseignung und des Wirtschaftslebens, herausgegeben von Otto Lipmann und William Stern, Leipzig, Johann Ambrosius Barth 1924. Die Wenigsten werden mit dem Wort „Arbeitspathologie" einen festen Begriff verbinden können. Es handelt sich hier um den großen Fragenkreis, der die ins Krankhafte verzerrten Beziehungen des Menschen zur Arbeit betrifft, d. h. das Ungesunde, das in der Arbeit und durch die Arbeit entsteht. — Weniger, als der Titel verspricht, mehr, als es das dünne Heftchen ahnen läßt, findet man in dem kurzen Abriß. Der Verfasser scheidet absichtlich das Soziologische (Nichtindividuelle) aus und behandelt allein die pathologischen Beziehungsformen des Individuums zur Arbeit. Die Gliederung ist klar und übersichtlich, nur schade, daß die nachfolgenden Ausführungen in den ersten Ansätzen stecken bleiben müssen und einen immer wieder auf die bestehende Literatur verweisen. Gerade bei der Sach- und Literaturkenntnis des Verfassers würden wir es begrüßen, wenn das Thema in voller Breite und Ausführlichkeit behandelt würde. Jedem, der sich über die Dinge orientieren will, ist das vorliegende Heft wegen seines umfassenden Ueberblickes und seines inhaltreichen Literaturverzeichnisses zu empfehlen. Dr. Irvin Fisher. Ernst v. Düring: Erkennung und erziehliche Behandlung psychischer Grenzzustünde bei Kindern und Jugendlichen. Karlsruhe 1928. 3. Band der Sammlung „Gesundheit und Erziehung" (Herausgeber Prof. Dr. Erich Stern). Dürings Buch ist ein Elementarbuch der Heilpädagogik und darum besonders für diejenigen Erzieher nützlich, die auf diesem Gebiete noch wenig Erfahrung haben. Es gibt eine gute Beschreibung und Typologie der „Schwererziehbaren" (Psychopathen und Schwachsinnigen), d. h. jener 174