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Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege · 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 115

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Journal
Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
Volume
1 (1929)
Issue
2 (März-April 1929)
Date
1929-03-01
Page
Seite 115 (sequence 49)
Language
German
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Ziele und Aufgaben der weiblichen Polizei in Deutschland Von Dr. Lothar Bnrck, Deutscher Polizei - Verlag, 1928. Trotzdem die weibliche Polizei in Deutschland in ihrer Zahl gegenüber der Gesamtstärke der deutschen Polizei nicht ins Gewicht fällt, ist ihre psychologische, vor allem aber ihre soziale Bedeutung auf dem Gebiet des Fürsorgewesens groß. Diese Erkenntnis veranlaßte Dr. Barck, eine wichtige Lücke in der fachlichen Literatur auszufüllen und zum erstenmal einen sachlichen Ucbcrblick über die Ziele und Aufgaben der weiblichen Polizei in Deutschland zu geben. Das allgemeine Ziel und die allgemeine Aufgabe der weiblichen Polizei ist ihm durch das Wort des Staatssekretärs Dr. Ahegg gegeben, „nicht als Bedrücker, sondern als Freund, Helfer und Beschützer seiner Volksgenossen angesehen zu werden". Dr. Barck gibt zunächst eine historische Uebersicht über die Entwicklung der Polizeifürsorgestellen und der verschiedenen Pflegeämter, deren Quelle dem Kampf gegen die alte Sittenpolizei entsprang. Die drei verschiedenen Organisationsformcn in Altona, Bielefeld und Berlin werden ausführlich besprochen. Für Altona ist das Pflegeamtsystcm charakteristisch, das Vernehmen durch männliche Beamte bei den Gefährdeten fällt fort, die Fürsorgearbeit kann gleich beim ersten Angriff beginnen. Im Bielefelder System wird der Nachdruck auT die nachgehende Fürsorge gelegt. In Berlin ist die Wohlfahrtsstelle im Polizeipräsidium Vermittlungsstelle und Bindeglied zu den verschiedenen Behörden und Vereinen gewesen. Die Frauenliilfsslellc im Polizeipräsidium übernahm die Gefährdetenfürsorge für alle ihr von der Sittenpolizei zugeführten Frauen und Mädchen. Als Folge des Fortfalls der Sittenpolizei auf Grund des Reichsgesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten vom Jahre 1927 erfolgte eine völlige UmOrganisation in den verschiedenen Pflegeämtern und Polizcifürsorgeslellen. Hinzu kam ihre Abgrenzung zu den Aufgabengebieten der weiblichen Polizei. In den einzelnen Ländern sind teils infolge der historischen Entwicklung, teils infolge der völlig verschiedenen Ausführungsbestimmungen zum RGBG. die verschiedensten Aufgaben der weiblichen Polizei zugewiesen; während in einigen Polizeiämtern die Aufgabe der weiblichen Polizei hauptsächlich in der Innenarbeit besteht, wird z. B. in Sachsen Nachdruck auf den Streifendienst gelegt. Iiier tragen die Beamtinnen auch Uniform. Die Entwicklung innerhalb der weiblichen Polizei ist der Darstellung, die diesem Buch zugrunde liegt, bereits weit vorausgeeilt. Ihre unerläßliche Mitarbeit auf dem Gebiet der Jugendfürsorge und der Geführdetenfürsorge hat weitere Ausmaße genommen. Das Verdienst der Arbeit von Dr. Barck besteht darin, die verschiedenartige Entwicklung der weiblichen Polizei in Deutschland und zugleich auch der weiblichen Polizei in Amerika und England in sachlicher Weise zusammengestellt zu haben. Dr. Hanna Eisfelder. Eingänge und Neuerscheinungen Büchereingänge: (Eine ausführliche Besprechung einzelner Bücher behalten wir uns vor.) Bohrend, Dr. Ernst. Versorgungs- und Fürsorgerecht. Verlag: H. Meyer, Halberstadt. 1928. Ganzleinen 4.20 RM. 115 S. Bumke, Dr. Erwin. Deutsches Gefängniswesen. Verlag: Franz Vahlen, Berlin. 1928. Geb. 32.— RM., brosch. 28.— RM. 536 S. 115

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