Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Journal
- Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 2 (März-April 1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 71 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Wohnungsnot der Großstadtjuden Von Dipl.-Ing. Alexander P i n t h u s , Köln Beobachtung. Vier Schichten der Judenheit unterscheidet Ruppin in den „Juden der Gegenwart": 1. die breite Masse mittelloser Arbeiter, Handwerker und Krämer in unsicherer Existenz, 2. Handwerker, Kaufleute mit bescheidenem, aber sicherem Einkommen, 3. wohlhabende Bourgeoisie, 4. reiche Bourgeoisie. Er stuft diese Schichten gleichzeitig nach dem Grade der Assimilation und nach dem Wert für die Erhaltung des Judentums durch folgende Tabelle ab: In einer dieser Schichtung nahezu entsprechenden wirtschaftlichen, sozialen und religiösen Gliederung wohnen die Großstadtjuden in vier Ringen konzentrisch um die City, aber nicht in gleichmäßiger Mischung mit der Gesamtbevölkerung, sondern in deutlich wahrnehmbaren Zusammenballungen. Diese vier Ringe um den Stadtkern sind zugleich die Zonen der von innen nach außen sich lockernden Besiedlungs- und Wohndichte: Altstadt, Neustadt, Vororte, Außengebiet. Diese Zonen enthalten in gleicher Reihenfolge gewöhnlich vorwiegend die Haustypen: kleines Wohn- und Geschäftshaus, Großmiethaus, Mehrfamilienhaus, Eigenhaus. Das früher mitgeteilte Kölner Beispiel (Zeitschrift für Demographie und Statistik 1927 Heft 7/8) sei als Schema für die typischen Verhältnisse, die sich überall beobachten lassen, in folgender Tafel zusammengefaßt: Geburten p. 0/(KI Mischehen o/o 1. Orthodox..... 30—40 2. Tolerant...... 25—30 3. Freigeistig..... 20—25 4. Irreligiös..... 15—20 Ins 2 2— 5 20—30 30-50 71