Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Journal
- Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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in der jüdischen Wohlfahrtspflege Stehenden angewiesen. In ihrer Hand liegt es zum wesentlichen, die neue Zeitschrift zu dem zu machen, was sie werden soll: nicht nun eine Stelle für theoretische Darlegungen zu sein, sondern ein Wegweiser für die praktischen Arbeiten. Wir verbinden daher mit dem Dank für das den bisherigen Veröffentlichungen der Zentralwohlfahrtsstelle entgegengebrachte Interesse und für die Mitarbeit an ihnen die herzliche Bitte, diese Mitarbeit in erhöhtem Maße dauernd der neuen Zeitschrift zur Verfügung zu stellen, mit Kritik und Wünschen nicht zurückzuhalten und auf alle Weise dazu beizutragen, daß die neue Zeitschrift ein neuer Ausdruck der inneren Verbundenheit jüdischer W o h 1 f a h r t s a r b e i t und ein Aufruf zur Vertiefung und Verbesserung jüdischer Wohlfahrtspflege werde. Das Problem der inneren Wandlung Ein Grundproblem der Fürsorgearbeit von Professor Dr. phil. et med. Erich Stern. Gießen und Mainz. Alle Fürsorgearbeit hat es mit pathologischen Lebenserscheinungen zu tun. Dies gilt in doppeltem Sinn: einmal können die Störungen das Leben des Inviduums unmittelbar berühren, wie dies etwa für körperliche Erkrankungen (z. B. die Tuberkulose oder die Rachitis) oder für seelische Leiden (z. B. den Schwachsinn) gilt; in diesem Falle sprechen wir von individualpathologischen Erscheinungen. Zum anderen aber können die Störungen auch weitergreifen und das Leben der Gemeinschaft und die soziale Seite des individuellen Lebens betreffen: das Individuum ordnet sich nicht ein in die Gemeinschaft, in der es steht, es kommt zu Verwahrlosung oder Kriminalität, zum Konflikt des Einzelnen mit der Gesamtheit, in diesem Falle sprechen 6