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Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege · 1929-01-01 · 1 (Januar-Februar 1929) · p. Seite 2

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Journal
Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
Volume
1 (1929)
Issue
1 (Januar-Februar 1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 2 (sequence 4)
Language
German
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entziehen darf, an der jede um ihrer selbst willen mitarbeiten muß. So wenig wie sonst kann hier eine konfessionelle oder ständische Wissenschaft oder eine Gruppentechnik ein Dasein haben. Die Einsicht in diese Gemeinschaft, die im Wissen und Können liegt, wie auch das lebendige Gefühl für dieses Verbindende, ist im letzten Jahrzehnt überall, nicht zum mindesten in der jüdischen Wohlfahrtspflege, gewachsen; eine gemeinsame Atmosphäre ist dadurch bereitet worden. Aber in dieser großen Gemeinsamkeit stehen mit dem Recht auf ihren Platz, den Platz ihrer Besonderheit, die Eigenarten. Die Einheit, die durch Gesetzgebung und Verwaltung, durch Wissenschaft und Technik bestimmt ist und gefordert wird, läßt Raum für dieses Einzelne, für diese Mannigfaltigkeit. Ja, dieses Einzelne soll um des eigentümlichen Wertes willen, der ihm innewohnt, hier sich dartun und sich ausleben. Das große Ganze darf seiner nicht entbehren wollen; es bedarf seiner. Diese Eigenart ist zunächst die des bleibenden Standortes und des bleibenden Zieles, wie sie durch Religion und Weltanschauung bezeichnet sind. Der Staat, auch der soziale, ist in gewissem Sinne ohne dauernden Standpunkt und ohne endgültiges Ziel; er hat auch im Wohlfahrtswesen nur seine Politik — dieses Wort im hohen Sinne genommen —, seine bestimmten Richtungen und Absichten. In dem Religiösen und in gewissem Maße überhaupt im Weltanschaulichen ist dagegen eine Kraft der Stetigkeit, ein Bewußtsein der Aufgabe, der Mission gegeben, etwas also, was zur Politik und über sie hinaus ein Wesentliches, Wertvolles zu geben vermag. Und bei allein Verschiedenen bedeutet der Besitz dieses Religiösen oder Weltanschaulichen, dieser Schau zum Ersten und Letzten hin, mit seiner Sinngebung, seinem sub specie aeternitatis, auch eine Fähigkeit, den Standort der anderen zu verstehen, und damit eine Aufrichtigkeit gemeinsamen Weges. Zu dieser Besonderheit des Standpunktes kommt die Eigentümlichkeit des Stils. Die Einzelgruppen sind geschichtliche, sie sind durch die Geschichte geschaffen worden und haben Geschichte geschaffen; sie haben daher ihre eigene Darstellungsweise, ihre besonderen Ausdrucksformen. Wenn

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