Kokhve Yitsḥaḳ
- Journal
- Kokhve Yitsḥaḳ
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 6 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 93)
- Language
- Hebrew, German
- Belongs to
- journal issue
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107 1 und Geschmacksweise,^üe Braut mit einer Krone geschmückt aus dem Vaterhause mit ihren Gespielinnen, unter Musik und Spiel in das Haus des Bräutigams geführt. In spätern Zeiten wurden vor dem Zuge Stöcke, an welchen Oellampen brannten, hergetragen, siehe Aruch Radix להיד und ״ש נלים ס״, ת״ת,. Nach dem feierlichen Zuge ging das Hochzeitsmal vor sich, an dessen Beschluß die 0ג« גרנהז ab gesungen wurden, sodann ward die Braut dem Bräutigam zugeführt ,1וה־ל יודעין ״ Diese Funktion ward daher wahrscheinlich mit dem Namen Chupa bezeichnet, von x,nonn oioi נתחן יוצא מחדרו hergeleitet; und wenn diese Behauptung zugegeben werden kann, so diente Chupa zu keinem andern Zwecke, als zum Behufs der Veröffentlichung, daher die Art und Weise wodurch diese erzielt wird, dem Talmud gleichgültig schien, und ec sich nicht darauf einließ, die Form der Publizität zu modifiziren und anzugeben. Itzt aber, wo (1ןסס וקדושין erst am Hochzeitstage vollzogen werden und, durch die׳ Trauung selbst die Veröffentlichung allgemein genug wird, ist ja die Zeremonie der Chupe gänzlich ohne Einfluß auf den Trauungs- » akt. War daher die Chupa schon damals in jeglicher Beziehung eine bloße Formalität der Veröffentlichung, weßhalb schon der Talmud, ganz seiner Gewohnheit zuwider, sich darüber hinausseht, M deren Form anzugeben, und wurde sie später gänzlich überflüssigf um wie viel weniger brauchen wir jetzt zu berücksichtigen, daß sie absolut in ihrer orientalischen Weise vollzogen werde, wo überdies unser kultivirtes Jahrhundert und die Bildung des OccidentS eine schönere, taktmäßigere, ja sogar gottgefälligere, der Weihe und Würde des Gegenstandes entsprechendere Form: vor den Stufen des Heiligthumes nämlich—-an ihre Stelle seht! Wollen wir sie, als antikes Denkmal, doch ehren und beibehalten, so muß sie sich dem modernen Geschmacks der Welt und des Zeitgeistes subordiniren, da sie hiebei nur noch an Würde gewinnt. Abraham Friedler.