Kokhve Yitsḥaḳ
- Journal
- Kokhve Yitsḥaḳ
- Volume
- 23 (1869)
- Issue
- 36 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 99)
- Language
- Hebrew, German
- Belongs to
- journal issue
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der accreditirten Firma seines Verfassers siir sich selbst spricht, weder Zeit noch Raum und Muße gegönnt, so dürsen wir unsrem Lesekreise doch mindestens die Kunde seines Erscheinens nicht vorenthalten und diese für ein späteres Heft verschieben; denn eine Leistung von Dukes präsemirt sich immer als — eine Erscheinung im Gebiete der Literatur. Und ist etwa DukeS selbst mit seinem Wirken und Schassen seit Jahren nicht eine seltene bochachlbare Erscheinung im Umkreisder Gelehrten und Forscher! Ein Märtyrer seiner Lebensaufgabe, durchpilgert er ferne Zonen, durchschisst er Oceane, um gleich dem Taucher aus dem Schachte der Bibliotheken die Perlen antiquirien Schristthumcs hervor zu holen und sie aus den Muscheln Jahrhunderte langer Vermoderung zu befreien und sie als Gepräge des Denkerfleißes grauer Vorzeit zur Geltung zu bringen und sie als Schnüre aneinander zu reihen und der Literaturhistorie als Schmuck um den Hat« zu legen. Mit aller Sclbstausopserung und Hingebung allen Lebensgenusses, steigt er in die Catacomben längst hingeschwundener Epochen geistiger Thätigkeit, um von dort vermorschte Gliederreste handschriftlicher Leichen hervor zu holen und sie mit neuem Leben anhauchend, dem Leben wiederzugeben. Wahrlich, man muß mit einer seltenen Hingebung für seinen heiligen Zweck begeistert sein, um bei aller geringen Beachtung, Würdigung und 'Anerkennung, die der Markt de« Lebens einem derartigen Streben apathisch zollt, nicht entmuthiget zu werden und vielmehr mit stets neuverjüngter Kraft immer rüstiger vorwärts zu schreiten. Was nun die vorliegende treffliche Leistung Duke« betrifft, so reiht sich diese, als Annalecte, seinen als Bausteine zur Gründung einer künftigen vollständigen jüdischen Literaturgeschichte sich geltend machenden trefflichen bisherigen Arbeiten eben so ehrenvoll an, wie sie eine neue Blume der Anerkennung in dem Kranz seines unermüdlichen verdienten schrislstellerischen Wirkens windet. — _ 6. כנף רננים Lyrische Klänge, Originalpoesien und Uebersetzungeu von Nathan S a m u e l y. Herausgcgeben von M. Wolf, (Lemberg 1668). Wir erhalten diese Sammlung eben beim Abschlüsse des Heftes, und doch dürfen, können und wollen wir eine Anzeige derselben nicht auf eine nächste Gelegenheit verweisen. Unser geschätzter Mitarbeiter hat mit diesem Liederkranze eine schätzenswcrthe, treffliche und gediegene Probe seines warhaft cnimenten Dichtertalentes abgelegt. Aus diesen Blumen echter Poesie düstet uns der Geist des Ebraismus, der Farbenglanz sinniger orientalischer Dichtung belebend und begeisternd entgegen. Da ist nichts Gemachtes, nichts absichtlich Geformtes, nichts vorbedächtlich so oder so Geschaffenes und Gebildetes. Wir mögen welche Piöce immer ausschlagen und lesen, es muthet uns der schöpferische Geist des denkenden Dichters daraus an, tiesinuige Gemüthlichkeil wehet durch das Ganze und Vollendung und Rundung ist das Gepräge der Gesammtheil. Wir glauben geitug gesagt zu haben, indem wir constatiren, daß, so wir das Vorzüglichste aus diesen Ensemble anfnhren und hervorheben wollten, wir nur das Ganze citiren müßten. — Indem wir ihm noch das schönste und voll« wiegendste Lob zuerkennen, daß seine Uebersetzungeu ganz die Farbe der Originale an sich tragen, was schwer und bedenkend i״, die Wage sällt, scheiden wir von Hrn. Sam ne ly. im Bewußtsein voller Befriedigung, ohne welche gewiß Keiner sein Buch aus Hände» legen wird, mit dem Herzenswünsche, ihm recht oft noch aus den Fluren der ebräischen Poesie zu begegnen.