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Kokhve Yitsḥaḳ · 1860-01-01 · 25 (1860) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kokhve Yitsḥaḳ
Volume
14 (1860)
Issue
25 (1860)
Date
1860-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
Hebrew, German
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Dir, du so frühe hingeraffte und uusereiil Preise entriffene arme uud schwergeprüfte Dulderin, der ein hartes, unerbittliches Geschick in des Lebens schönster Blüthenzeit es anferlegte, den Jammerkelch wermnthbitterer Leiden bis ans die Neige *» leere», die du in kindlich gläubigem Sinne und fronuncr Gottergcbnng getragen, der nur so karge und blntwenigc Sonncnblicke der Freude hienieden gekachelt, während der nächtigen Tage des Wehes so viele du gezählt; so daß jeglicher Genuß dir verlümmcrt und jeglicher Trank zur salzigen Thrane dir geworden; dir, die du während eines vollen Deeenninms meines' Lebens zum fast unentbehrlichen Schooßkinde meiner ununterbrochenen Fürsorge und Pflege mir bist gelvorden, lvelcher weder Tag noch Nacht, weder Stimmung iwch Arbeit, lvcder Beruf uird noch viel tveniger Genuß zu entziehen »,ich vermochte — bis zu jener bitterci TrennungSsekuude, in welcher der von dir so oft und so sehnsüchtig herbeigewünschte Tod ein Erlöser dir erschien, dein liebes schmerzgcbrvchenes Auge sii.r immer sich schloß und deine fromme Seele rein, geläutert und verklärt aus der gnalnmnachtctc!! Prüfungsschnle des kurzen Erdenwallens zum Quell des ewigen Lichtes, zu besscrm ewigem Sein sich emporschwrng; — dir, die. du meiner innigen Theilnahme durch dein stets schmerzvolleres, herzbrechenderes Siechthnm immer nur thcurer geworden, so daß jeder meiner Gedanken nur dir geweiht und mit deinem unheilbar hoffnungslosen Wehe verflochten gewesen; dir mögen diese Blätter, deren Erscheinen, obwohl deren Verständnisse ferne stehend, dir jedes Mal zur Herzensfreude gereichte, und die ohnedies beit Namen eines mir ewig thenren Hingeschiedenen tragen, hiemit gewidmet sein. Es bietet mir dies eine kleine Milvcrnlig meines bitter» Grames, es dient mir znm Oelblatte selbstbefriedigenden Trostes, dir in meinem heiligen literarischen Institute, das du mit der hingebungsvollsten Theilnahme einer Freundin begründen und stch entfalten' sähest, dieses G e d e n k b l a t t weihen zu können. Möge es dein mir und uns 'Allen theures Angedenken all' jenen mir befreundeten theilnehmenden Herzen vorsühren und ansbcbalten, die, wie du ein Gegenstand meiner unausgesetzten Sorgfalt, nun seit Jahren als Pfleglinge ineiner literarischen Fürsorge ineinein Herzen theuer gelvorden und nahe stehen. Es ist dieses Blatt das Einzige und Allerletzte, das mir hienieden dir noch zu bieten und zu weihen gegönnt; und von meinen Thränen benetzt, möge es als Todtenblume der Erinnerung, als imüicrgrünende Immertelle, deinem mir unvergeßlichen Angedenken ausbehalten bleiben! — November 1859. Wien, an ihrem Begräbnißtage, d. 24. M. C. Stern.

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