Lûaḥ
- Journal
- Lûaḥ
- Volume
- 1929 - 5690
- Issue
- 1929 - 5690
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 16)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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„Je mehr der gesellige Zustand eines Volkes durch Kunst und Fleiß mit der Bestimmung des Menschen in Harmonie gebracht worden, desto mehr Bildung hat dieses Volk. Bildung zerfällt, in C'ultur und Aufklärung. Jene scheint mehr auf das Praktische zu gehen: auf G ti t e, Feinheit und S c h 0 n - heit in H a n dwerkeu. Künste n und G e - s e 11 i g k e i t s s i 1.1 e n (objective), auf Fertigkeit. Fleiß und Geschicklichkeit in jenen, Neigungen. Triebe und Gewohnheiten in diesen (subjective). Je mehr diese bei einem Volke der Bestimmung des Menschen entsprechen, desto mehr Gultur wird demselben beigelegt . . . Aufklärung hingegen scheinet sich mehr auf das Theoretische zu beziehen . . Wenn wir gewisse Worte dieser Auseinandersetzung zu sperren uns erlaubten, so geschah es weniger um Mendelssohns willen, obwohl er in seinen Uebertragungen aus der Bibel, unter denen die des Pentateuch nur die bekannteste, nicht die literarisch wertvollste ist. auch als Künstler anznsprechen wäre. Wir wollen damit vielmehr, indem wir uns hier der zweiten, alljährlich waederkehrenden Aufgabe dieses Vorworts, der Rückschau auf das tätige Leben unserer Gesellschaft, zuwenden, in aller Bescheidenheit, aber mit. einer gewissen Genugtuung betonen, daß wir angesichts dieses Jubiläums gerade der künstlerischen Seite jüdischen Schaffens gerecht zu werden versucht haben. Dadurch soll keineswegs zu planvollem Beginnen umgestempelt worden, was sich ganz ohne besondere Absicht eigab, als ein selbstverständlicher Punktunseres ständigen Programms neben anderen und, wie sie alle, jeweils berücksichtigt lediglich nach dem obersten Grundsatz unserer Arbeit, der Aktualität. Daß diese kein Mangel, sondern ein ganz unentbehrlicher Vorzug ist, zumal, sobald es sich um jüdische Werte handelt, das Aktuelle immer so 10