Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- Heinrich Heine in seinem Verhältnis zu Mutter und Schwester
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 10)
- Language
- German
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Lieben dadurch in Kummer versetzen, wie gerne verließe ich die Welt, dächte ich nicht an die Natlosigkeit meiner armen verbrengerin, an den Gram der alten Schachtel, die am Dammthor wohnt, und an die Tränchen meiner Schwester, deren Adresse ich immer vergesse. Ich danke ihr für ihre letzten lieben Mitteilungen. Mein liebes Lottchen macht mir immer die größte Freude, wenn ich Briefe von ihr erhalte. Nur müßt Ihr von mir nicht oft Antwort erwarten, denn es macht mir zu viel Leidwesen, daß ich Euch nur betrübende oder traurige Briefe schreiben und sogar nur durch dritte Hand schreiben kann. Meinem Neffen lasse ich herzlich danken für seinen freundschaftlichen Brief, den ich mit Vergnügen, aber doch nur mit Mühe gelesen; er soll mir oft schreiben, aber mit schwarzer Tinte und leserlichern Schriftzügen. Ich bin begierig von Euch zu erfahren, in welcher weise der junge Mensch sich herausfindet und was von ihm zu erwarten steht. Mein Annchen und Lenchen grüße ich und küsse ich. wie oft denke ich an mein liebes Annchen, an mein süßes Kind und an den süßen Auflauf mit vieler Butter, den sie so gut zu verfertigen weiß! hält' ich mein Annchen hier nebst einer solchen wohlgeratenen Mehlspeise! hernach tränke ich eine gute Tasse Tee, aber nicht vom ersten Aufguß, sondern eine von den letztern Tassen. — Meine 279