Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- Heinrich Heine in seinem Verhältnis zu Mutter und Schwester
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 278 (sequence 9)
- Language
- German
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Paris, den 15. März 1860. Liebste Mutter! Den Brief, worin Du mir den Empfang des Wechsels anzeigtest, habe ich richtig empfangen; ja, ich wiederhole Dir mein versprechen, daß ich, wenn eine momentane Verlegenheit eintreten sollte, ich Dich gleich davon in Kenntnis setzen werde, um über die zurückgeschickte Summe die in Deinen Händen sichrer ist, als in den meinigen, verfügen zu können; ich habe Dir, glaube ich, schon gesagt, daß meine Finanzen im ganzen hinlänglich geordnet sind, daß nur momentane Verlegenheiten eintreten können, die nicht peinigend, sondern nur verdrießlich sind, und das nächste Trimester immer das Defizit des Vorhergegangenen ganz regelmäßig und ruhig ausfüllt. Die Kosten meiner Krankheit sind sehr groß, nicht weil ich viel Doktor und Apkotheker nötig habe, sondern weil ich mich durch Geldopfer gegen viele schädlichen Influenzen zu bewahren habe. Kn meiner Krankheit selbst aber ist das Allerschlimmste, daß man so lange dabei am Leben bleibt, was Dir freilich, liebe Mutter, nicht das Schlimmste dünkt, ich aber, der ich so viel physisch leiden muß und alle Hoffnung auf Genesung verliere, ich beneide die Menschen die von akuten Krankheiten rasch fortgerafft werden. Das fatale beim Sterben besteht nur darin, daß wir unsere