Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- Heinrich Heine in seinem Verhältnis zu Mutter und Schwester
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 276 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4086896-10094641-10094670--315-4087186- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Vater von neun Töchtern sein, so gut wie Apollo, der die neun Musen erzeugte. — von Gustav hör ich aus Wien nur Gutes, es soll ihm ganz vorzüglich gehn. Früher hörte ich schon mit großer Verwunderung, daß er sehr ökonomisch wirtschafte; (ich dachte freylich an den Lomissär.) — Grüß ihn mir herzlich, ich denke oft an ihn und noch gestern Nacht fiel mir ein, wie er einst als kleiner Junge beteuerte, daß er seine Mutter lieber habe als seine Ratze, ja, daß er sie mehr liebe als sechs Ratzen. Mein liebes Lottchen umarme ich brüderlichst, so wie auch die Puten. Ich befinde mich heiter und wohl; klage aber gegen die ganze Welt, und wenn Du etwa hörst, daß ich ins Gras beiße, so sei überzeugt, daß ich nur in einen guten Rüchen beiße. Mit meinen Augen ist leider noch nichts geändert, es ist Rrampf, der auch den Mund affiziert, und wahrscheinlich schwindet das durch die nervenstillende Landluft und Landruhe. Doktoren will ich garnichts mehr an mir lassen. Ich sehe alle diejenigen, welche diesen Winter gestorben sind, haben einen Arzt gehabt. Ich bin in diesem Augenblick, wo ich mich schon zum hinausgehen aufs Land vorbereite, mit der Ordnung meiner Papiere beschäftigt. Diesmal gehe ich alle Briefe wieder durch und verbrenne alle, worin nur das geringste verfängliche, besonders inFamilien- 276