Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- Theodor Herzl, Der Palästina-Aufbauplan in seinem Roman: Altneuland
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 24)
- Language
- German
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Einfchüchterung uon Handel und Verkehr. UJit dagegen befanden uns in Freundesland, nein, auf dem väterlichen Boden, und wir verscheuchten nicht, wir zogen vielmehr Handel und Berkehr gewaltig an. Die Leute, die wir zunächst verpflegten, schufen sogleich die Mittel zu ihrer baldigen eigenen Verpflegung und zu derjenigen der flachkommenden. Aberall im Lande wurden von freien Unternehmern Fabriken gebaut, die im Herb ft unter Dach fein tollten. Tatfächlich muhte doch jeder vernünftige Mensch einfehen, welch glänzende Ausficht für fnduftrien sieh in diesem Lande eröffnete. Der Absatz an Ort und Stelle bei so mächtiger Einwanderung, die Möglichkeit, bei billigem Tarif die jetzt noch ohne Rückfracht fahrenden Importfchiffe zu benützen, die Küftenausdehnung, die Lage des Landes in der Mitte zwischen Europa und Asien — das alles zusammen lockte die Leute her. And als ich nach der ersten Ernte, die nicht einmal besonders gut, sondern eben nur erträglich war, den Stand der Dinge überblickte, konnte ich den Entschluß fassen, die Einwanderung im Herb ft nicht zu unterbrechen. Ursprünglich war es so geplant gewesen. Aber die Sistierung war, Gott fei Dank! nicht nötig. Ich telegraphierte dies dann an alle Landeszentralen, und es erregte ungeheuren Enthusiasmus in den Ortsgruppen. Aon unterer ersten Ernte datiere ich den Sieg der neuen Gesellschaft. Es gab später viel reichere Ernten, das alte Gold der Brotfrucht wuchs uns üppiger aus dem Boden, aber nie wieder heimften wir so viel ein. Denn wir ernteten damals das Vertrauen unserer Brüder in der ganzen Vielt. Kaum zwölf Monate