Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- Theodor Herzl, Der Palästina-Aufbauplan in seinem Roman: Altneuland
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 3)
- Language
- German
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Freunde und ich trugen den Sieg über diele Bedenken davon. 6s gelang uns, darzutun, daß wir die Berechnung nicht nur auf Grund des Vorhandenen an (teilen müßten, (andern auch auf Grund de((en, was nach aller menschlichen £rfahrung durch den Beginn unterer Arbeiten hinzukommen würde. Unter für die Zukunft errichtetes tüerk würde auch durch diese selbst erhalten und gestärkt werden. Flach zehn Jahren find die Knaben, die wir hinführen Männer, Wenn wir Menschen haben, haben wir alles. Die Menschen aber bringen wir selber hin, erziehen sie, wie wir sie brauchen und benützen sie, wie es uns und ihnen, das heißt der Gemeinschaft, frommt. £s ist das einfachste Raifonnement von der Vielt. Man macht es im kleinsten Bändchen, bei den unbedeutendsten Völkern. Flur die Juden hatten dieses ABC des Volkstums verlernt. 6s kam noch ein Wichtigeres hinzu, das untere Juden merkwürdigerweise nicht wußten, obwohl fic es täglich auf anderen Gebieten ausübten: die Vnternehmungslu ft! Ich will dazu ein Beispiel geben. Als zu 6nde des neunzehnten Jahrhunderts die Goldfunde im unwirtlichen Klondyke gemacht wurden, strömten erwerbshungrige Scharen nach dem eisigen Alaska. Ich spreche nicht von den Goldsuchern, sondern von den Unternehmern, die sich den Goldsuchern an die Berten hefteten. Rlötzlich wanderten Betten, Tifche, Stühle, Hemden, Stiefel, Röcke, Konserven, Weinflaschen, Arzte, Cehrer, Sänger nach Klondyke — mit einem Wort, alles, was man braucht und nicht 104