Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- Herzl, I. Kongreßrede, Basel 1897
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 4)
- Language
- German
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messenen Gedanken hegen, an Ehrwürdigem zu rütteln. Das wird sich bei der Entwicklung des zionistischen Programmes zeigen. Schon hat der Zionismus etwas Merkwürdiges, ehedem für unmöglich Gehaltenes zuwege gebracht; die enge Verbindung der modernsten Elemente des Judentums mit den konservativsten. Daß sich dies ereignet hat, ohne daß von der einen oder der anderen Seite unwürdige Konzessionen gemacht, Opfer des Intellektes gebracht worden wären, ist ein Beweis mehr, wenn es noch eines Beweises bedürfte, für das Volkstum der Zuden. Lin solcher Zusammenschluß ist nur möglich auf der Grundlage der Vation. Ls werden auch Debatten stattfinden über eine Organisation, deren ^Notwendigkeit jeder einsieht. Die Organisation ist der Beweis des Vernünftigen in einer Bewegung. Hier ist aber ein Punkt, der nicht deutlich und energisch genug herausgearbeitet werden kann. Wir Zionisten wünschen zur Lösung der Zudenfrage nicht etwa einen internationalen Verein, sondern nur die internationale Diskussion. Der Unterschied ist für uns von der höchsten Wichtigkeit, wie ich Ihnen nicht erst auseinanderzusehen brauche. Dieser Umstand legitimierte auch die Einberufung unseres Kongresses. Es kann sich bei uns nicht um Bündeleien, geheime Interventionen und Schleichwege handeln, sondern nur um eine freiwillige Erörterung unter der beständigen und verständigen Kontrolle der öffentlichen Meinung. Es wird einer der nächsten, schon jetzt in großen Umrissen wahrnehmbaren Erfolge unserer Bewegung sein, daß wir die Iudenfrage in die Zionsfrage umwandeln werden. Eine so große Volksbewegung muß von allen Seiten angepackt werden. Der Kongreß wird sich daher auch mit den 6' 83