Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- Theodor Herzl, Ewig gültige Gedanken aus dem "Judenstaat", 1896
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 6)
- Language
- German
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„assimiliert" hätten, so ist meine Antwort einfach: Die ganze Sache geht sie nichts an. Sie sind israelitische Franzosen, vortrefflich! Dies ist jedoch eine innere Angelegenheit der Juden. Nun würde allerdings die staatsbildende Bewegung, die ich vorschlage, den israelitischen Franzosen ebensowenig schaden, wie den „Assimilierten" anderer Länder. Nützen würde sie ihnen im Gegenteile, nützen! Denn sie wären in ihrer „chromatischen Funktion", um Darwins Wort zu gebrauchen, nicht mehr gestört. Sie könnten sich ruhig assimilieren, weil der jetzige Antisenlitismus für immer zum Stillstand gebracht wäre. Man würde es ihnen auch glauben, daß sie bis ins Innerste ihrer Seele assimiliert sind, wenn der neue Iudenstaat mit seinen besseren Einrichtungen zur Wahrheit geworden ist, und sie dennoch bleiben, wo sie jetzt wohnen. Noch mehr Vorteil als die christlichen Bürger würden die „Assimilierten" von der Entfernung der stammestreuen Juden haben. Denn die Assimilierten werden die beunruhigende, unberechenbare, unvermeidliche Konkurrenz des jüdischen Proletariats los, das durch politischen Druck und wirtschaftliche Not von Ort zu Ort, von Land zu Land geworfen wird. Dieses schwebende Proletariat würde festgemacht werden. Jetzt können manche christliche Staatsbürger — man nennt sie Antisemiten — sich gegen die Einwanderung fremder Juden sträuben. Die israelitischen Staatsbürger können das nicht, obwohl sie viel schwerer be- 60