Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Journal
- Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Volume
- 5642 = 1882, 4. Jahrgang
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 108)
- Language
- German
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99 lichtvollem Blicke (nach den Sprüchen Salomos, Kap. 16, V. 15) Leben ist. Wie sollte da das Sinnen nach Bösem, das Trachten nach Tod und Verderben vor Ihm bestehen können? — Darum laßt uns nicht aufhören, Gott zu lieben über Alles, für unfern Kaiser und Herrn wie für sein erhabenes Haus zu beten, und in der Liebe wie in der Gerechtigkeit für Alle ohne Unterschied (nach Maleachi, Kap. 2, V. 10) unfern Hochberuf zu erkennen. Eine wichtige Stelle hierüber, die sich bei Moses Maimonides findet, ist in keiner Schrift der ganzen Literatur, welche durch die traurige Friedensstörung hervorgerufen worden ist, erwähnt worden. Sie möge daher zum Schluffe hier eine Aufnahme finden; denn sie wird am Besten darthun, wie der größte Gesetzeslehrer unter den Juden des Mittelalters sich über die Beziehungen mit Nichtjuden und über die Handlungsweise gegen dieselbe ausspricht. In seinem Eommentar zum Tractat Kelim, Cap. 12 Mischnah 7 äußert sich Maimonides^), nachdem er vom Verbote gehandelt, eine im eigentlichen Geldwerthe verringerte Münze auch nur im Hause zu behalten oder sie einem Nichtjuden zu geben, folgendermaßen: Manche mögen glauben, daß ein solcher Betrug, eine beschnittene Münze auszugeben, gestattet sei. Es ist dies ein ganzer Irrtkum, eine falsche Meinung. Hat ja Gott bei dem Verkaufe eines jüdischen Knechtes an einen Nichtjuden ausdrücklich bestimmt (3. Buch Moses, Kap. 25, V. 50) ״er rechne mit dem Käufer", wozu die Weisen im Tractat Baba Kama Bl. 113 bemerken: Sollte er etwain Bausch und Bogen berechnen dürfen? Es heißt aber, er berechne, d. h. genau sei die Berechnung. Wenn nun die Schrift dies einem Nichtjuden gegenüber angeordnet hat, der sich unter deiner Herrschaft befindet, um wie viel mehr bei einem Nichtjuden, der dir nicht unterthan ist. So ist auch jede Art von Ränken und Betrügereien, in jeglicher Weise, selbst gegen einen Nichtjuden verboten, wie die Weisen bemerken (Cholin Bl. 94), man darf Niemanden, selbst nicht einen Nichtjuden täuschen. Man muß Alles meiden, was eine Ent- Weihung des göttlichen Namens herbeiführen könnte; es ist dies die größte Sünde, welche den Menschengeist schädigt und die daher Gott besonders verabscheut, wie es in der Schrift (5. Buch Moses, Kap. 18) heißt: Ein Gräuel ist dem Ewigen, wer dieses thut, wer überhaupt Unrecht begeht. So weit Maimonides; es ist derselbe, fügen wir noch hinzu, der in einem Bescheide (die Responsen Peer ha—Dor 7*