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Illustrirter jüdischer Familienkalender · 1881-01-01 · 5642 = 1882, 4. Jahrgang · p. Seite 96

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Journal
Illustrirter jüdischer Familienkalender
Volume
5642 = 1882, 4. Jahrgang
Date
1881-01-01
Page
Seite 96 (sequence 103)
Language
German
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IRI
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96 Lin, keine Lehre und keine Weisheit sich bei mir findet; was weiß ich in Wirklichkeit, was Du nicht weißt. Ich bitte, mein Herr, rechne es mir nicht zur Schuld an, daß ich mein Schreiben an Dich so lange zurückgehalten habe. Im Himmel droben ist mein Zeuge, daß ich dies nicht mit besonderer Absicht gethan habe. Ich schicke Dir hiermit ein kleines Geschenk, eine Schrift, die Elia Bachur zum Verfasser hat. Enthalte aber, mein Herr mir das Gute nicht vor, daß Du mich nämlich mit Deinen schriftlichen Zügen erfreust, mit Deinen lieblichen Worten, die mir zur Erquickung dienen sollen (ולכלכל את שב״תי, Zugleich Anspielung auf den Namen שבתי). Auch ich werde Dir schreiben; auch werde ich Dir das gewünschte Buch besorgen; für das Geld mögest Du eine Anweisung nach Breslau senden, wo Leute meines Ortes viel verkehren. Alles, was Du mir aufträgst, ׳werde ich gern thun, unter dem Beistände Gottes, des Gesegneten, 'des Einzigen, Er ist einzig und sein Name einzig. Ich rufe an Gott den Höchsten, der über mich beschließt. Somit will ich dieses Mal meinen Brief beschließen; Gott bewahre Dich vor Noth und Pein, daß Du sicher wohnest, wie ein grünender Oelbaum, nach dem Wunsche Deines Freundes, treu in der Liebe für Dich, der Dein Bestes begehrt, alle Zeit. Der kleine Sabbatai, Sohn des großen Gelehrten Rabbenu Meir Kohen. Allen Deinen Genossen, welche auf Deine Lehren hören, sende ich meinen Gruß des Friedens und Heils." Eine besonders hervorzuhebende Verbindung für wissenschaftliche Zwecke hat Christian Theophil Unger, der begeisterte Sammler für jüdische Bibliographie, wie ihn Zunz (zur Geschichte S. 15) nennt, mit verschiedenen jüdischen Gelehrten in Deutschland und Italien angebahnt. Unger, geb. 17. November 1671, gest. 16. Oktober 1719, war Pastor Primarius in Herrenlaurschütz und Ritz (Schlesien), stand in sehr starkem literarischen Verkehr, dessen Inhalt Wolf im dritten Bande seiner kiblioteea hebraica häufig mitgetheilt hat. Die Briefsammlung, welche hiervon glänzendes Zeugniß ablegt, wird in der Stadtbibliothek zu Hamburg bewahrt?!) Sie enthält ein sehr reiches Material für die Literaturgeschichte, nur ein kleiner Th eil hieraus ist bis jetzt veröffentlicht worden. Einige hebräische Piecen aus dem Brief- Wechsel zwischen Unger und dem Rabbiner Di*, med. Isaac Cantarini, welche im Ozar Nechmad, Band 3 abgedruckt sind, bieten sehr viele

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