Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Journal
- Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Volume
- 5642 = 1882, 4. Jahrgang
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 97)
- Language
- German
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90 Thätigkeit Leo Romano's einen fördernden Einfluß geübt habe. Ueber seine zahlreichen Schriften und Uebersetzungen bringen Zunz") und Steinschneider") nähere Mittheilungen. — Noch ein dritter jüdischer Gelehrter ist zu nennen, der mit Robert in Beziehungen trat. Es ist dies Schemarja aus Negro- Ponte auf der Insel Kreta, der im Jahre 1328 die Erklärung zur Genesis und zum Hohenliede dem Könige Robert zusandte. Auf Veranlassung des Königs hatte er, wie er im Anfang des Commenlars angiebt, die Erklärung der heiligen Schrift unternommen. Die hebräische Widmung an den König lautet in der Uebersetzung: ״Unserm Herrn, dem erhabenen König Robert, der mit der Krone der Gelehrsamkeit und der Königskrone geschmückt ist, wie einst König Salomo, von Schemarja dem Israeliten". Ferner heißt es darin: Alle Bücher der Schrift sind von mir erklärt; mein Werk umfaßt nahe tausend Hefte, alle im Aufträge des Königs geschrieben; von denselben sende ich unserem Herrn meinen Commentar zum ersten Abschnitt der Genesis und des Hohenliedes.") — Es waren aber nicht immer gekrönte Häupter, die jüdische Gelehrte in ihrer wissenschaftlichen Thätigkeit aufmunterten und in nähere Verbindung mit ihnen traten; wir können auch einen gekrönten Dichter nennen, welcher Juden in seinen Freundschaftskreis aufnahm. Zuerst von Luzzatto, denn von verschiedenen anderen Seiten ist nämlich festgehalten worden, daß der Jude Manoello, an den, als den vertrauten Freund Dante's der Nechtsgelehrte Bosone v. Agobbio eine Sonette sendet, in der er den Tod Dante's beklagt, kein Anderer als der römische Dichter Immanu el sei. Ebenso vermuthetman, daß mit dem Bruder Daniel, den Immanuel in seinen Machberot nach dem Paradiese unter die Weisen versetzt, Dante gemeint sei.") Bevor wir das klassische Land der Wissenschaften und Künste verlassen, um unseren Blick anderswohin zu lenken, möge der trostlosen Ausschau, die unserer zuerst wartet, noch das Wort eines Papstes voranfolgen, welcher, vom Gefühl der Gerechtigkeit geleitet, sich der Juden annimmt. Am Schlüsse einer der verschiedenen Abhandlungen, welche der handschriftliche Sammelband in der National- Bibliothek zu Parma (Nr. 402) enthält, befindet sich eine Schutzschrift, die hier in der Uebersetzung folgen möge: Antwort, welche der Papst an den König von Frankreich gerichtet hat, damit er die Juden