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Illustrirter jüdischer Familienkalender · 1881-01-01 · 5642 = 1882, 4. Jahrgang · p. Seite 48

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Journal
Illustrirter jüdischer Familienkalender
Volume
5642 = 1882, 4. Jahrgang
Date
1881-01-01
Page
Seite 48 (sequence 53)
Language
German
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48 erhi seiner Glaubensgenossen Geltung hatte nnd Ansehen verlieh, ein viel Cw zu dürftiges sei, und er nahm sich einen ״Hausrebbe", der im Winter an den langen Abenden, im Sommer an Sonntagnachmittagen ber« und sonstigen freien Stunden sein lückenhaftes Wissen ergänzte. Bei und seiner Gabe schneller Auffassung und seinem guten Willen holte er wer das in dieser Richtung in seinen Knabennnd Iünglingsjahren Herl Vernachläßigte rasch nach und galt in seinen Kreisen bald sogar als alle ein Ben-Thoro^); — und da er auch ein recht wohlhabender Mann sein wurde, gegen Arme wohlthätig, gegen jedermann wohlwollend war, ihre -war er auch eine allgemein beliebte und geachtete Persönlichkeit Gec geworden. Jul Nochmals versuchte es nun sein Schwiegervater ihn zu bestimmen, Ma sein Geschäft und seine Firma zu übernehmen, sein Nachfolger zu werden, die damit er sich endlich zur Ruhe setzen könnte; allein da Nobitz diesen er Vorschlag mit Berufung auf seine einmal ausgesprochene Versicherung, Sch wenn auch höflich, so doch mit aller Entschiedenheit zurückwies, wollte kleu Großberger endlich seinem Schwiegersöhne in dieser Richtung nicht sein weiter entgegen kommen, und es ward von diesem Tage an, trotzdem wes! zwischen Schwiegervater und Schwiegersohn sonst das beste Einverzu 1 nehmen herrschte, nie mehr über Geld, Vermögens- und Geschäfts- Verhältnisse gesprochen. Verl Als nun Großbergers Frau starb — Nobitz war damals schon die zehn Jahre verheiratet und Vater mehrer lieben, gutgearteten Kinder Toc — gab jener sein Geschäft auf, kündigte seine Geschäftslokalitäten, Wü1 entließ seine Commis, und da er sich nach dem Tode seiner Frau Ln seiner Wohnung in seinem eigenen ^ause einsam fühlte, diese in dock seinem vorgeschrittenen Alter nicht mehr verlassen wollte, da seine für Wohnung zu klein war, Tochter und Schwiegersohn mit ihrer zahleige reichen Familie nicht zu ihm ziehen konnten, nahm er einen Verwandten, geli einen alten Mann, den ״Vetter Nachum", der in der Familie das sein Gnadenbrot aß, als Hausgenossen und Gesellschafter zu sich, offe: Auf Großberger hatte das Ableben seiner Frau, mit der er in nich langjähriger zufriedener Ehe gelebt, einen tiefen, schmerzlichen Eindruck gebe gemacht, er ward düster, verschlossen und auch körperlich leidend, licht Seine Tochter und ihr Gatte boten alles auf, ihm den Abend Ro! seines Lebens zu verschönen; sie besuchten ihn so oft, als es ihnen ג) Ein in re ligi ö s-wissenschastlichen Dingen Bewanderter.

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